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fand auf das Hören, was uns der Heilige im Arbeitsrock Hu sagen hat. Ich meine, eine recht lange Predigt Würde der Heilige Joseph nicht halten, aber kernig, mar« tig, solid und eindringlich würde sie werden. Er würde Wohl Hinweisen auf seine Armut an irdischen Dingen ^nb seinen Reichtum an Gnade und Tugend. Er würde 'uns Hinweisen auf Säge und Hobel und Arbeitvbeil, «uf seine harten Hände und feinen Schweiß. Er würde uns sagen, daß er Zwar bei den Menschen wenig ge­golten hat, umsomehr aber bei Gott und den Engeln. Er würde uns erzählen von dem Wert und der Macht echter Frömmigkeit mrd treuer Pflichterfüllung. Er würde uns zu ernster Betrachtung die Lilie vor Augen halten, das Symbol der Reinheit und Keuschheit. Und dann würde er uns dringend euffordern, es nicht zu machen wie die törichten Menschen dieser Welt, die dem Vergänglichen Nachläufen, sondern vernünftig und klug zu fein und sich vor allem das ewige Glück zu sichern. Und schließlich würde er uns, sofern wir gewillt sind, den Weg des Heils zu wandaln, seine mächtige Fürbitte bei Gott versprechen.

Jetzt will ich euch von einem Joseph erzählen, den ich sehr gut kannte, er war nämlich aus meinem Heimatdorf. Ihr werdet nichts hören von außerordent- lichen, stamttmrreKnden Längen. Nein, im 'Gegen­teil, das Leben dieses Mannes und feiner Familie war ungemein still und schlicht. Alles, was dre Leute von ihm sagten, wenn zufällig die Siebe auf ihn kam, war: er ist ein braver Mamr. Und ich mußte da immer daran denken, daß auch vom hriligsn Joseph, feinem NamenspÄrou, m der Hâigen Schrift bloß das ein­fache Sätzi sm steht: er war «n ps? schier Mann. Der BetrsffrrÄr wrr ein Sauer in kleinen VechSltnisjen. Und so hat er «rch, wie jeder andere, seine gewöhnlichst'. Arbkitèü orrrichtet, zuhause und draußen auf seinen Feldern und Wiesen. Aber doch mit einem Unersch'rd. Wührrnd man andere oft schreien, schelten und stufen hörte, uv-gsduDig und wild an ihrem Arbeitsgerät und Nieren herumzerren rM -rÄßen sah. ging b^i ihm alles still und ruhig her: nie eine Aeußerung der Ungeduld eher des Zornes. Wenn ihm etwas in die Quarr Um c er ein größerer oder ein steinern Ur^ück zustieß, pflegte er bloß zu sagen: wie Gott will; es wird schon Wieder reckst werden. Im Wirtshaus sich man ihn äußerst selten, und nach einem oder höchstens zwei Glas Bier ging er wieder heim. Sonn- und Feisriags hielt er musterhaft.Es ist halt was Schönes um unfern Glauben," pflegte er zu sagen. Am Sonntag Nach­mittag, wenn ich in seiner Familie Besuch machte, fand ich stets die ganze FanÄlie beisammen, in netter Unter« Haltung oder auf den Buben lauschend, der aus dem feoffine verlas oder einem anderen frommen Buch. Nie sonnte man aus seinem Munde ein harte» Urteil oder liebloses Wort über irgend einen Menschen hören. Feinde hatte er nicht. Sebermanu mußte ihm gut sein. Ilnb wie er, so waren auch seine Frau und Kinder. In diesem Hause vernahm man kein lautes, heftiges Wort, nicht einmal das unter Kindern so gewöhnliche Streiten und Balgen. Es herrschte da ein wundersamer Geist der gegenseitigen Liebe, der Eintracht und Zu- friadenheit. Man fühlte, hier ist es anders wie cruders- Wo. Man xiaubte sich Gott und dem Himmel näher. Und v.^Mchrnal dachte ich mir, so mGefahr wird es auch im kleinen Hause zu Nazareth beim heilten Joseph ßew-eseu sein. Dieser gute Mann ist mm schon gestorben. Seine Frau lebt noch; sie ist die erste in der Kirche und die letzte heraus. Und regelmäßig geht sie ans Grab ihres Eat en, um ihm das Weihwasser zu geben und zu beten. Und nachher geht sie zum Kriegerdenkmal auf dem Friedhof, weil halt auch von chr em Srtzn da Hrauf steht. Es war derjenige, der das Haus bekom­men sollte. Die anderen Kinder sind alle im Kloster.

Wie gefällt dir diese kurze Erzählung? Glücklich bist du, werm auch du so wirst, wie jener gute und ge reue Bsuersmann, von dem die Leute nichts anderes m sagen wissen ds: er war ein braver Mann. P. F.

Das siebente Oedst.

Am meisten Sorge hat der Mensch wohl ums lag« siche Brot. Kaum daß der Lunge aus der Schule ist, ja schon auf der Schulbank sinnt er nach, wo und wie er zu einem Verdienst und damit zur Selbständigkeit ge­lange. Und wenn so ein Bursch den ersten selbst,erdien- ten Hut aufhat, den ersten selbsierworbenrn Rock trägt, dann reckt sich die Gestalt und das Auftreten wird selbstbewußter. Dies alles finden wir begreiflich. Doch nur zu häuf g denkt der Mensch an fein irdisch Hab und Gut viel mehr als an die himmlischen Schätze und Verdienste. Unser Vater im Himmel weiß, wie hart ein jeder durchs Leben muß und darum will der Hur teidjaben an unsern Sorgen und nimmt unsern zeil- .lichen Besitz in seine Obhut durch das siebente Gebot.

Dafür müssen wir ihm danken? Demi wie siehis aus, wenn man das siebente Gebot vlchl ein hält?

Alle Tage hören und lesen wir von Diebstählen, von Wucher, von Betrug, wir lesen von Unterschlagung, Preistreibung, von böswilliger Zahlungseinstellung und dergleichen mehr. Alles Dinge, wodurch man die BUtmenschen schädigt. Manche brauchen beim Handel zwar kerne falsche Wage, aber eine falsche Zunge, sie wissen goldene Berge zu versprechen, wenn nur für die eigene Tasche etwas absällt. Andere pantschen ihre Wa­ren und verkaufen alles für echt. Bei Arbeitern und Taglöhnern geschieht's, daß sie mit ihrer Arbeit nicht weiterkommen und nicht fertig werden, einfach, weil sie die Hände nicht rühren, sondern schwatzen oder rau­chen und schließlich doch den vollen Lohn verlangen. Anderseits ifts ebenso sündhaft, wenn Herrschaften und Arbeitgeber sich reichmachen aus Kosten der Untergebe­nen, indem sie ihnen nichts gönnen oder sonstwie unbillig etwas vom Lohne abzwacken. Und dann die Erpressung von Schweigegeldern, die Siedlungen, das Ankäufen gestohlener Sachen. Es gibt Leute, die ganz heuchlerisch und fein das siebente Gebot umgehen. Die feinere Art macht jedoch den Betrug nicht weniger ver­rucht; ob verblümt oder unverblümt, ob mit Handschuhen oder mit bloßer Hand dem Nächsten am Eigentum ge­schadet, ist gleich. Was unredlich ist, bleibt strafwürdig vor Coll. Und das ist ein bejammernswerter Zustand, daß so viele Christen nicht einmal so unbescholten sind, mit iwr Pharlsiier, der sich noch rühmen konnte, er sei rächt wie die Diode und dir Zöllner. La, wo man die GemÄsesten des Glaubens untergräbt, die heiligen zehn Gebots, da verschwinden auch die Grundlagen der bür« oerlichrn Sicherheit.

IW sicht's aus, MëKN man das siebte Erbot s-n- Ml? Es wird wshl Eschen, wie zu den Zeiten der eiten Christen. Die haben ihr Ha§ und Gut verkauft u =d den Erlös den Aposteln gebracht; und diese gaben jec^m, was er brauchte. Wenn wir das Beispiel der ersten Christen auch dem Buchstaben nach nicht befolgen müssen, wir sollen es uns doch zu eigen machen dem Geiste nach: dann wird sich in unserem Herzen keine ungeordnete Anhänglichkeit an Hab und Gut feststen können. Uneigennützigkeit, Genügsamkeit, Zufriedenheit werden kn Garten unseres Herzens lieblich erblühen. Wie muß bei den alten Christen alles sicher gewesen sein in Haus und Feld! Ganz anders wls heue! Der Vorgesetzte konnte den Untergebenen olles an« vertrauen. Galt es einen Kauf, so wurde er ehrlich ab- oefchlossen, eine Sertrauensfadre hätte man selber nicht besser erledigen können. Gewiß, wo das siebente Gebot in (Stefhing geblieben, ist man allerorts sicher und hat alles sicher.

Dach läßt sich dies Gebot noch vkt voHtem menet beobachten. Es ist gut und notwendig, daß wir uns jeder Unehrlichkeit enthalten; doch ist das schon gemig? Dazu gehört auch, daß man dem notleidenden Mit­menschen nach Kräften hilft. Warum dies? Im Lichte unseres Glaubens ist der Mensch nicht selbst­herrlicher Besitzer der irdischen Güter, sondern er ist nur ihr Senraher. Das Tier ist Eo tes unosrantWart- licher Kostgänger; der M^sch aber ist verantwortlich, den es steht geschrieben: G.b Rechenschaft von deiner Berwalkmg! (Luk. 61, 2.) La, noch mehr Gott gibt dem Menschen feine Güter zur Probe, ob der llRsnsch treu bleibe, ob er Gutes damit irre, ob er Tugend damit übe. Machet euch Freunde vom Reichtum, gilt die Mahnung. Der wahre Christ sieht seinen zeitlichen Besitz als Gottesgabe cn mrd darum geht er ganz anders damit um als der, welcher zwar den Namen Christi trägt, nichts aber von Christi Geist in sich ha'i

Der wchre Christ weiß sich dem rrâtmssfchsn, rs der K«f8Miheli verpAWet. In der Welt ftt ungleich ausneteilt. Darum die alte Fra^e: warum hat der mehr als ich? Mit diesem Warum aber kommen wir nicht ans Ziel. Denn auf unser Warum Hot Gott ein anderes. Warum ist dein Auge fchsll. well ch gut bin? Arm und reich müssen fein, das hat Colt selber so ein« errichtet. Arm« werdet ihr immer bei euch haben. Man spricht heute so viel vom Teilen. Als ob der Unterschied im Besitz nicht alsbald wiederküme!

Wer füll! denn die Kluft aus zwischen am und reich? An der Krippe des Gottmenschen fthen wir alles ausgeglichen. Da sehen wir vor dem gleichen Herrn die Huten wie die Könige. Wir sehen den höchsten Herrn arm geworden aus Liebe zu uns und sehen die Hirten rüâ) geworden durch ihre Liebe zu Christus. Der .Hei­land ülerbrückt die gähnende Kluft zwischen arm und reich. Er macht die Reichen arm und die Armen reich. Durch seinen Apostel mahnt er uns:Brüder, ich s^ge euch: die Zeit ist kurz. Die, welche sich freuen, seien als freuten sie sich nicht; die welche kaufen, cis besäßen fte rechts; die, welcbe die Welt genießen, als genossen sie diese nicht: denn die Gestalt dieser Welt vergeht."

Christus lehrt uns das siebente Gebot in feiner vollkom­menen Erfüllung.

Doch wann wird das Gebot am vollkommensten erfüllt? Wenn der Mensch Gutes tut oyne Rücksicht auf Erkenntlichkeit und Dank. Dec wahre Christ muß lernen, auch da zu helfen, wo man ihm dafür nicht dankt. Ganz wie der Heilano. -Ec hat wenie Erkenntlichkeit gefunden, abw er hat gesagt: umw- mehr brauchen mich die Menschen. Uni läglich lèch« er seine Sonne aufgehen über Gute und Bö,e und lätst regnen über Gerechte und Ungerechte. Benlühe dich allo, jeden Menschen zu lieben, jedem zu helfen. Was du dem geringsten deiner Brüder getan, das hast du Gott getan.

Ueber alles müsien wir einst Nrchenschast gebetn Merken wir uns auch, jeder ungerechte Kreuzer frißt zehn gerechte. Darum lieber mm und ehrlich durchs Leben als reich mit schlechtem Gewissen. Und helfen wir, wo immer wir sönnen. Denn durch Güte und Mitleid erleichtern und verichönern wir einander das & ben und sammeln uns für die Ewigkeit Schätze, die nicht Rost und Motien verzehren. Hielten alle gewissenhaft und t^eu das siebente Gebot, es wäre eine Lust hier auf Eiden zu leoen und mancher brauchte vor der firengen Rechenschaft dort -drüben nicht zu ztttern.

Eine DankesschAld,

Don Otto F a r r e n k o p f, S. 8.

Am 13. und 16. Mai mirb Rom mit hl. Freude erfüllt und der Jubel wird widerhân in allen Her­zen, die den Heiland lieben. Wird ja Dreien unserer Brüder und Schwestern durch den unfehlbaren An­spruch des Stellvertreters Christi der Xitel von Heiligen zuerkannt. Bei Gri^enheit dieser Heiligsprechung kommt mir aber auch der Gedanke, daß wir deutsche Katholiken noch eine große Dankesschuld abgutregen heben gegen einen Mann, der in schwerer Zeit alle seine Kräfte unserem Daterlande geweiht und ihm ge- holftn hat.

Am 4. September 1549 kniete ein junger Ordens« Priester in der P-rterskirche zu Rom. Kurz zuvor hatte er vom hl. Vater dm Auftrag erhalten, sich ganz den deutschen Karhsliken zu schenken. Unser armes Volk blutete kam Äs aus fevfenb Wuân; Bürgerkriege zer­fleischten es, und Gotivsrgrssenheit und Sittenlosigkeit hatten es an den Abgrund des Verderbens gebracht. Da sollte der junge Priester Hilfe bringen. Lange kniete Petrus Camsius - bes ist der Raum des Ordensman­nes vor dem heiligsten Sakramente, um sich Gottes Gnade für feine schwere Aufgabe zu erflehen. Er schauderte zurück vor der Wucht dieser Ausgabe.Meine Sekte," schreibt er in seinen Bekenntnissen,lag gewisser­maßen auf dem Dodrn, ganz träge, unrein, von Sün­den und Leidenschaften entstellt. Nun tatest du mir, o Herland, sozusagen dein heiligstes Herz auf. Du hie­ßest mich aus diesem Dorn trinken. Ich sollte Wasser des Heiles aus deinen Quellen schöpfen. Da empfand ich ein heißes Verlangen, es möchten daraus Strome von Glauben, Hoffnung und Liebe in mich sich ergießen.

Ich dürstete nach. Armut, Keuschheit und Gehorsom. Ich wagte es, an dein hochheilkres L)erz heranzutreten und meinen Durst aus ihm zu stiller. Daraufhin ver­sprachst du mir ein GewarD, das meine nackte Seele be­decken sollte. Es bestand aus drei Stücken: Friede, Liebe und Deharrl'chkeit," Getroste; stand er auf, fest entschlossen, für Deutschland zu leben und zu sterben; wie ein hl. Bonifatius wollte er ein Apostel Drutsch- letibs werden. Und Cesrisius hat Wort gehalten, lim- ermüdlich war d^r SÄge tätig, unserem armen Volke wieder aufzuheifen, es zu stärken im Glauben, und was verloren war, wieder zu gewinnen. Wenn Deutsch­land heute nicht ganz prmrflanllsch ist, wenn die ka­tholisch« Kirchs in Deutschland heute so mächtig da- steht, so ist das nicht zum geringsten den Bemühungen des seligen Petrus Canisius zu verdanken. Ich will nur einiges Wenige anführen, was er z. B. für Aulda getan hat.

Der Fürstabt Balthasar von Dernbach hatte damals einen schweren Stand. Das Fuldaer Land war großen- teils vom katholischen Glauben abgefallen. Eifer ging Balthasar daran, in seinem Gebiete den Glauben mieberherufteHen imb die herrschenden Laster cuszu- retten. Er wandte sich an Canisius und dieser empfahl seinen Ordencobrrn in Rom dringend, in der Stabt ein Jesuitenkollag zu errichten, um so durch dir Erziehung der Kinder die S'adt dem hl. katholischen Glauben wie­der zu aewinnen. Das StelLg kam zustairds, aber als­bald erhob sich ein heftiger Sturm gegen dasselbe. Der Kurfürst von Sachsin und der Landgraf von Hessin verlernten die Vertreibung dèr Lesu'ten und die Ueber« gäbe ihrer Ediule an proteftantif-he Lehrer. Wiederum war es Canisius, der zu Hilfe kam. Auf sein Bekrei-