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Kassel, Jen 25. April 1920,

Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels

Erscheint jeden Sonntag u. kostet Vierteljahr!. Ausg. A 1.50 Mk., B 1.80 Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen

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Druck und Verlag der Fuldaer KetienbrutfereL

Wochenkalender.

Sonntag 25. April. 3. Sonntag nach Ostern. Markus, Evangelist. (Lchutzfest des hl. Joseph.)

Montag, 26. April. Cletus u. Marzellinus, Bisch. uM. Di enStag, 27. April. B d. Oktav d.Schutzfcftesd.Hl.Jos. Mittwoch, 28. April. Oktuo d. Schutzfestes d. hl. Joseph, Donnersta-, 29. April. Petrus, M.

Freitag, 30. April. Katharina v. Siena, Jungfrau.

Sains tag, 1. Mai. Philippus und JakobuS, Apostel.

Dritter Sonntag nach Ostern.

(Ev. Joh. 16, 1622.)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Noch eine kleine Weile, so werdet ihr mich nicht wehr sehen: und wieder eine kleine Weile, so werdet ihr mich wieder sehen; denn ich gehe zum Pater. Da sprachen einige von feinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er zu uns sa t: Noch eine kleine Weile, so werdet ihr mich nicht mehr sehen: nnd wieder eine kleine Weile, so werdet ihr mich wieder sehen, und: Denn ich gehe zum Vater? Sie sprachen also: Was ist das, daß er spricht: Noch eine kleine Weile? Wir wissen nicht, was er redet. Jesus aber wußte, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Ihr fraget unter euch darüber, daß ich gesagt habe: Noch eine kleine Weile, so werdet ihr mich nicht mehr sehen: und wieder eine kleine Weile, so werdet ihr mich wieder sehen. Wahrlich, wahrlich, sag' ich euch, ihr werdet weinen und wehellagen; aber die Welt wird sich freuen. Ihr werdet traurig sein: aber eure Traurigkeit wird in Freude verwandelt werden. Das Weib, wenn es gebärt, ist traurig, weil ihre Stunde gekommen ist: wenn sie aber das Kiao geboren hat, so denkt sie nicht mehr an d»e Angst we en der Freude, daß ein Mensch zur Welt geboren worden ist. Auch ihr habet jetzt zwar Trauer, aber ich werde euch wieder sehen, und eure Freude wird niemand von euch nehmen.

Dem großen König.

roß war der Herr im Tempel zu Jeni alem, groß durch seine Macht, groß durch seine Güte, groß durch seine Wunder, groß durch die Hilfe, die er se nem aucerwähllen Volke zuteil werden ließ, groß durch die Herrschaft, die e> ausübte über die Kinder Israels groß durch den Glanz des Gottesdienstes, durch die Ordnungen der Prieuer, durch die Wenge und den Wert der Cpfertieie, durch die Pracht der Gewänder und Geräte. Groß war auch Jerusalem selbst, die Stadt des großen Königs, geschützt gegen den An- sturm der Feinde, gient von der ganzen Welt, so- ionge Israel seinem Bunoesgoit neu blieb. Klein wurde Jerusalem und Israel erst dann, als sie rhrem Gott die Tie^e lüudigien, als sie »iren Herrn und Messias ans Kreuz schlugen, klein und ver­achtet, unterjocht und zertreten.

Diese Größe Gottes, die Größe seines auser« wählien Volkes und seiner hl. Stadt, besingt David in schwungvollen Versen im ^alm 47.

Psalm 47 t Preis dem großen Gott.

1. Groß ist der Herr und hochzup, eisen. In seiner Stadt auf Heilgem Berge.

2. Hoch thronet Sion, seine Kirche, Die feste Stadt des großen König».

3. Gott ist bekannt in ihren Häusern, Ist immerdar ihr treuer Helfer.

4. Es haben sich der Erde Fürsten Zu ihrem Untergang verbünoet.

5. Doch bei dem Anblick ihrer Stärke Ergreift sie Schrecken und Bestürzung.

6. Gott züchtigt ihre Widersacher, Zertrümmert ihre stolzen Pläne.

7. Erfüllt wir sehen die Verheißung: Die Gottesstaot bestehet ewig,

8. Wir danken alles deiner Gnade, Die reichlich fließt in deinem Tempel.

9. Soweit dein Name schallt auf Erden, Soll jede Zunge dich bekennen,

10. Frohlocke, Sion, heilte Kirche, Gar wunderbar der Herr dich rettet.

11. Beschaut rin sum die Stadt des König- Uno preiset Gott auf ihren Türmen.

12. Erfreuet euch an ihrer Stärke Und rühmet sie bei allen Völkern.

13. Daß alle unsern Gott erkennen Uno sich vereinen zu dem Schwure:

14. Der Herr ist unser Gott auf ewig, Auf ewig ist er unser König.

Groß war Gott im alten Bund in Jerusalem größer ist er im neuen Bund in der Kirche und in jedem katholischen Gotteshaus. Groß ist Christus, unser Heiland, vor allem aus dem heiligen Berg des Altares, groß im Geheimnis seiner Liebe, im allerheiligsten Sa­krament des Mars. Wenn darum jener erleuchtete eucharistische Lehrer und begeisterte Sänger des hoch- würdigsten Gutes, der hl. Thomas v. Aquin, die Herr­lichkeiten, die Geheimnisse und Wunder des Altars­sakramentes besingt, so schließt er mit der flammenden Mahnung:

Tiefgebeugt laßt uns verehren

Ein so großes Lakramen't- oder, wie es lateinisch lautet und du so oft es Q^Jt vor dem sakramentalen Segen:

Tantum ergo sacramentum

Veneremur cernui."

Aber, sagst du, ist nicht der eucharistische König klein von Gestalt? Ist nicht all seine Majestät, all seine Herrlichkeit auf den winzigen Umfang der hl. Hostie beschränkt? Schau, gerade in dieser Kleinheit besteht die Größe des eucharistischen Gottes. Diese kleine, un­scheinbare Gestalt umschließt Wunder, dir höher sind

als die Himmel, tiefer als die Meeresgründe. Unter dieser konsekrierten Hostie ist Christus, der Sohn des ewigen Vaters, der Sohn der Jungfrau Maria, Chri­stus, der in der Krippe lag, Christus, der als Knabe und Jüngling heranwuchs, Christus, dessen Fuß drei Jahre lang den Boden von Kanaan heiligte, dessen Hand überall Spuren der Wunder zurückließ, dessen Lippen heilige Lehren und tiefsinnige Gleichnisse entströmten, den die Wut der Feinde ans Kreuz schlug, der glorreich dem Grabe erstieg, der vor den Augen der Jünger zum Himmel fuhr, Christus, der zur Rechten des Vat.rs sitzt, der am Tage des Zornes und Gerichtes die Häupter der Gottlosen zerschmettern und die Seelen der Frommen zur ewigen Ruhe führen wird. Kein anderer, der näm- liche Christus, der im Himmel thront, lebendig, verklärt, umstrahlt vom Licht der Glorie, bekleidet mit dem Ge­wand der Unsterblichkeit und Allmacht, ist gegenwärtig in der kleinsten Hostie, die der Priester dem Speisekelch entnimmt und dir auf die Zunge legt. Der einzige Unterschied zwischen Jesu Gegenwart im Himmel und im Sakrament ist dieser, daß er dort oben sichtbar ge­schaut wird von seinen Engeln und Auserwählten, hier aus dem Altare aber den Augen der Menschen verborgen und ihren Blicken entrückt ist.

Wchl siehst du Brot Doch dieses Brot Ist nimmer Brot.

. Was darin ist, Herr Jesu Christ, Du selber bist.

Noch eine andere Größe kommt dem eucharistischen König zu: die Herrschaft über Millionen von Seelen. Er unterwirft sich jeden Verstand zum Glauben, er beugt jedes Knie zu Boden. Denn im Namen Jesu müssen alle Kniee sich beugen im Himmel und auf Erden. Dem eucharistischen @ot werden Ehren zuteil, vor denen die Ehren irdischer Könige erbleichen. Denke an den feierlichen Gottesdienst vor dem ausgesetzten Aller- heilissten, an den Lichterglanz, an die Weihrauchwolken, an die Priester, Leviten und Altardiener, an die hl. Ge­wänder, Gesänge und Zeremonien, denke an die un­endliche Stille der Wandlung, denke an die Sakra­ments feiern bei den Missionen, denke an die Prozessio­nen an Fronleichnam und bei eucharistischen Kongres­sen. Dem Eindruck solcher Federn können selbst Anders- gläubige sich manchmal nicht entziehen. Als Krogh Thanning, damals noch protestantischer Pastor, im Jahre 1887 in Bad Ems die Fronleichnamsprozession sah, faßte er den Eindruck zusammen in die Worte: Luther, Luther, wie viel Schönes hast du uns geraubt."

Trage auch du dein Scherflein bei zur Größe und zum Glanz des eucharistischen Königs, besonders durch eifrigen Besuch der hl. Messe, durch Besuch des Aller- Heiligsten, durch öfteren würdigen Empfang d r heiligen Kommunion. Der Burgpfarrer.

Das SchuWst Des hl. Ioseph

feiert die Kirche am heutigen Sonntag. Darum wollen wir uns das Bild de^ Heiligen Joseph etwas betrachten.