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«utzbar zu machen, das er als Lmiglürg einst unter dem Zwang der Kulturkampsgesetzs verlassen mußte, in das er aber nun wohl bald wieder zurückkehren wird.

Pfr. A.

x^ Diözese Fnlda» d^

Fulda. Folgendes Mahnwort des Hochw. Herrn Bischofs von Fulda wird im ,Kirchk. Amtsblatt^ veröffentlicht: Sehr schmerzlich bat mich die Nachricht berührt, daß in einzelnen Orten der Diözese der sonntägliche Gottesdienst durch jugendliche Personen wiederholt in empfindlicher Weise gestört worden ist. Von einer Untersuchung und von dem Antrag auf strafrechtliche Verfolgung will ich vorerst noch einmal Abstand nehmen. Für die Zukunft wird aber diese Nachsicht nicht mehr geübt ierben. Ich richte aus väterlichem Herzen an alle die eindringliche Mahnung, daß sie sich solcher Verunehrung des Gotteshauses und der heiligen Handlung und des Aergernisses dec Gemeinde ent­halten. Die Eltern erinnere ich an ihre Verant­wortung vor Gott und an ihre strenge Pflicht, auf ihre Kinder nachdrücklichst ernzuwirken. Alle Gutge­sinnten fordere ich auf, ihie Seelsorger in der Auf. rechterhaltung der Ordnung tatkräftig zu unter stützen.

Lie Bauplätze für die neuen katholischen Kirchen sind jetzt abgesteckt und ausgemessen worden. Der Bauplatz für die geplante Kirche an der Leip­ziger st raße gegenüber der Einmündung der Se- bastlansti aße, ist 51 Ar groß, während der Bauplatz am Wallweg 46 Ar großist. Wie wir hören, hat der Magistrat beschlossen, einem Verkauf beider Plätze an den katholischen Kirchenbauverein zuzu- stimmen. Der Preis soll beriethe sein, wie er für den Bauplatz der evangelischen Kirche an der Lindenstraße berechnet worden ist, 2 Mark für den Quadratmeter. Die Vorlage wird demnächst die Stadtverordnetenversammluu geschäftigen.

Vor 1000 Jahren hatte Fulda hohen Besuch. Anfang April 920 war König Heinrich I. in Fulda. Er besuchte zum erstenmal das berühmte Kloster und bestätigte demselben seine Freiheiten und Rechte: es ist überhaupt die erste Urkunde, das erste Zeichen könig­licher Gunst gegen ein geistliches Stift, das erhalten." Ein Jahr vorher (919) war Heinrich inFritzlarvon den Großen des Reichs, den Herzögen, Grafen und Kirchenfürsten zum König gewählt worden. Diese Tat­sache wäre wert gewesen, durch eine Tausendjahrfeier, wenn auch in bescheidener Form, in die Erinnerung des deutschen Volkes gebracht zu werden, denn auch damals war Deutschland rings von Feinden umgeben und Heinrich besiegte sie nacheinander alle, wenn er sein Ziel nicht auf gütlichem Wege erreichen konnte, durch Waffengewalt, insbesondere die Ungarn und die Len­den. So konnte er mit Recht als der Befreier Deutsch­lands gefeiert werden. Leider hat unsere Niederlage mit ihren überaus traurigen Folgen eine solche Feier verhindert. Heinrich war bei seiner Wahl in Fritzlar zugegen. Es wird deshalb wohl nicht nötig gewesen sein, daß, wie eine erst viel später entstandene Sage erzählt, Voten ihn in seiner Heimat am Harz auf- suchten, um ihm die Nachricht von seiner Wahl zum deutschen König zu überbringen. Diese Sage ist da­durch entstanden, daß sich die Süddeutschen, die Hein­rich feindselig gegenüberstanden, die Sachsen als ein Volk von Sägern und Vogelfängern vorstellten. Dar­nach führt Heinrich die Beinamen Vogler und Finkler zu Unrecht.

Die Volkshochschule Aulda hatte auf Sonntag abend zu einem Familienabend eingelcden, der das erste Dritteljahr würdig beschließen und das neue Drit­teljahr hoffnungsvoll eröffnen sollte. Der große Stadt­saal konnte die Besucher nicht alle fassen. Mancher mußte vor den Türen umkehren. Das zahlreiche Pub­likum aber, aus allen Schichten der Bevölkerung, das den weiten Saal füllte, erfreute sich herzlich über die reichhaltigen und wertvollen Darbietungen eines er­lesenen Programms. 2m Mittelpunkt des Interesses stand eine Ansprache des Vorsitzenden unserer Volks­hochschule, des Herrn Oberbürgermeisters Dr. A n - 8 o n i. Er konnte mit Stolz auf die bisherigen Erfolge der Fuldaer Vokshachschule mit ihren 2000 Hörern ver­weisen. Der besonderen Genugtuung gab er Ausdruck, daß die werktätige Bevölkerung so lebhaften An­teil an der Veranstaltung nehme. Er dankte den städti­schen Körperschaf en für die finanzielle Förderung des Werkes, den Dozenten und den Hörern. Die Volks­hochschule kann nur dann ihr Ziel erreichen, wenn alte Schichten der Bevökerung auch weiterhin ihre Anteilnahme nicht versagen. Nur so kann die Kluft zwi­

schen den einzelnen Klaffen überbrückt, der wahren De­mokratie so allein der Weg geöffnet und eine soziale Gesundung unseres Volkes herbeigeführt werden. Der Redner erklärte dann noch kurz die neuen Einrichtung gen des kommenden Semesters: Arbeitsgemeinschaften und Vorbereitungskurse. Er sprach den Wunsch aus, daß trotz mancher Abhaltungen auch im Frühjahrs­semester eine zahlreiche Beteiligung stattfinden möge. Der Ruhm der Volkshochschule Fulda, vorbidlich für ^anz £mt essen gewirkt zu haben, darf nicht erblassen. Die Volkshochschule muß eine Sonne sein und bleiben, die erhellt, wärmt und Segen spendet. (Bravo!) Der evangelische Männerchor, der Domchor und der Mannergesangverein Liederkranz wett­eiferten, die Versammlung durch kraftvollen und melo- dischen Männergesang zu erbauen und zu erfreuen. Das Domorchester spielte in starker Besetzung unter der Lei- tung des Herrn Regens Prof. Dr. Schreiber den Einzug der Gladiatoren" von Fucik und eine Ouver-

vergiß doch nicht

die armen Kinder der Diaspora. Benutze die Zahlkarle, die der vorigen Nummer des,Boni- fatiusboten' beilag und sende eine Spende als Hypoi' !tes" für die nach dem Quell des Leben" 'n Kinder der Diaspora. Adresse: Postf^ ' Nr. 4051 Frankfurt a. M., Fuldas udruckerei Fulda.

füre von Konradi mit feinstem Gefühl und elegantem Schwung. Frl. Hebestreit sang mit ihrer angeneh­men Stimme eine Reihe gut ausgewählter Lieder allen zum herzlichsten Danke. Schließlich führten drei talent­volle Mimen den Sch wank von Hans Sachs: Der fahrende Schüler im Paradies" auf, frisch u. derb, wie es die Sachen des Schusterpoeten verlangen. Die Dankesworte, die der stellvertretende Rektor, Herr Dr. Will zum Schluffe an alle Mitwirkende des Abends richtete, fanden wohl allgemein ein Echo: es war ein genußreicher, schöner Abend, der der Vokshachschule Fulda viele neue Freunde gewonnen haben dürfte.

Sein Löjährtges Arbeltsjubitäum in der Möbel- fabrik Joseph Weber sonnte Vieser Tage der Schreiner Her Joseph Rübsam begehen. Seitens der Hand­werkskammer wurde ihm durch deren Vorstandsmit­glied Herrn Hofbäckermeister Simmet an seiner sinnig dekorierten Arbeitsstelle unter anerkennenden Worten eine Ehrenurkunde überreicht.

Das Eisenbahn-Betriebsamt Fulda hatte die Ar­beiten zur Tisferlegung der Le^zigerstraße in Iulda an der Bahnüberführung und zwar 20 000 Kbm. Erdmasfenbewegung, 2900 Kbm. Bodenaushub der Rohrgräben und Herstellung von 400 Kbm. Bruch­steinmauerwerk mit Werksteinverblendung einschl. der Nebenarbeiten, ohne Materiallieferung, zur öffent­lichen Vergebung ausgeschrieben. Das niedrigste Au- gebot betrug 137 684 Mk.. bas folgende 327 002 Mk. und so weiter bis zu 695 232 Mk. Wer hat sich da verrechnet?, fragt mit Recht dieFuld. Ztg."

KAazell. Am Qstermontai üeranfialteie die hie sige Jungfrauenkongregation in derAnna Äuh" zum B esten eines Denkmals für bte gefallenen Krieger der Pfarrei einen Theaterabend. Zur Aus­führung gelangten das religiöse Schauspiel:Der neue Gott" und die lustigen Stücke:Der Schusterjunge", Die Nickstarre" undSchattenbilder." Das tadellose Spiel der Darstellerinnen in den prachtvollen klassischen Kostümen brachten die abwechsetungèceichcn Bühncn- szenen so glänzend zur Wirkung, daß in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Saal leibst die sonst bekannt­lich zur Unruhe neigende schulentlassene Jugend stun- benlang in gespannter Aufmerksamkeit rebalten wurde. Um auch allen denen, die der Vorstellung nicht bei­wohnen konnten, Gelegenheit zu geben, sich den Genuß eines edlen Volkstheaters zu verschaffen und gleich­zeitig ein Scherfle,n für das Kr-egerdenkmai beizu. tragen, wird auf vielseitigen Wunsch die Aufführung demnächst wiederholt. Näheres wird noch durch Inserat in der ,Fuldaer Zeitung bekannt gegeben werden.

Almendorf (Kceis Fulda). Nachdem die Ka­pelle zu Almen d orf noch kurz vor Ausbruch des Krieges eine bedenkende Erweiterung erfahret, mußte die bereits in Angriff genommene Instand­setzung im Innern seit Herbst 1914 ruhen. Nach Friedensschluß wurden die Arbeiten wieder ausge­nommen. Die Ausmalung des Gotteshauses lag in den bewährten Händen des Kirchennralers Lüt­ters ans Fulda. Nach dem Gutachten von Sach­verständigen ist es dem Meister gelungen, die Kapelle zu einer würdigen Wohnung des eumarlstlschen Hei­landes auszugeftalten, so daß auch Herz und Auge der Gläubigen ihr' helle Freude haben können. Zur

Vollendung der inneren Ausschmückung fehlte noch der Kreuzweg. Die Herstellung desselben war gleichfalls Herrn Lütters anvertraut, dem es in An« lehnung an die Bilder des von Oer'schen Kreuz­weges, wie sie in der bischöflichen Seminarkapelle sich befinden, gelungen ist, ein Werk zu schaffen, welches den Andächtigen die Betrachtung des bitteren Leidensweges Je>u wesentlich erleichtert. Am Palm« fonntage wurde der Kreuzweg unter Anteilnahme aller Gläubigen vom hochw. Pater Maurus Witzel vom Kloster Frauenberg eingeweiht. In seiner die Feier einleitenden Ansprache wies der Hochw. Herr? hin auf die Gnaden und reichlichen Ablässe, welche' denen zu teil werden, welche in der von der Kirche vorgcschriebenen Weise den Kreuzweg andächtig gehen. Ein Wohltäter, der ein nicht geringes Scher flem für die Herstellung der Bilder beigetragen, wird sicher noch Nachfolger finden, da die Almendorser Gläu« bigen bisher stets eine offene Hand hatten, wenn es galt, für Die Zierde des Hauses des Herrn etwas zu tuen.

Magdlos (Kr. Fulda), Am Ostersonntag Abend versammelten sich die Gemeindeangehörigen von Magd- los und Stork im Saale von Adam Becker zu einer be­scheidenen Wiedersehensfeier zu Ehren un­serer heimgekehrten Kriegsgefangenen. Zur Eröffnung trug der neugcgrünbete Gesangverein unter Leitung des Herrn Lehrer Schütz zwei stimmungsvolle Chöre vor. Herr Kaplan Trageser begrüßte sodann im Namen der beiden Gemeinden die heimgekehrten Soldaten und bat sie um treue Mitarbeit am Wiederaufbau unseres schwer geprüften Vaterlandes auf dem Fundamente des Glaubens. Einige lebende Bilder mit entsprechendem Gedichten von Jungfrauen und Kindern fanden allsei. tigen Beifall. Zuletzt brachten die Sänger noch einige wohlgelungene vierstimmige Lieder zu Gehör. Allen, die mitgeholfen, herzlicher Dank.

Steinwaud (Nhön). Am Ostermontag wurde hier eine schön verlaufene Wiedersehensfeier der Krieger und heimgekehrlen Kriegsgefangenen ver­anstaltet. HKr Bürgermeister Höhl unb viele Ge- meindemitglieder tuaren erschienen, auch Herr Lehrer Hamm aus Dortmund beehrte als Gast unsere Ver- sammlung Herr Dechant Dr. Fischer gab die Tage des Todes der Gefallenen bekannt, einige Züge aus ihrem Leben und sprach den Wunsch aus, sie sollen fortleben in unserem Gebete und in der schöneren ewigen Hei­mat bei Gott. Drei Studenten ans Steiutvand trugen einige heitere Stücke vor, der Herr Kaplan von Pop. pcnhausen einige Gesänge. Später unterhielten noch die beiden Herren Lehrer die Gäste. Ein stiller Teil­nehmer der Feier dankt hiermit allen für Alles

Pop^reu^auseu dhön). Dem Sattiergesellen Albert Jahn in Poppenhausen ist für 25fäbrige treue Dienstzeit bei demselben Meister ein Geldge­schenk dès Kreises von 50 Mark und ein Aner- kennunasschraibeu zu T geworden.

Aus der Nhön. Die Missionäre von der hl. Familie in Grave (Holland) hab entmin mehr ihre Niederlassung Lebenhan bei Neustadt a. "Seale bezogen. 4 Patres und 40 Zöglinge sind emsig damit beschäftigt, die eho- mdigen Schiloßräume kl äst ertlich giw (gestalten. Die Genossenschaft nimmt namentlich spät Berufene auf, um sie noch zu Missionspriestern Hcranzubilden. Ihr Mrffsionsfekd liegt in Brasilien^ wohin demnächst 9 deutsche Missionare ausreisen werden.

l Nlmbach lSchlüchtern). Am Ostermontag fand hier die Begrüßungsfeier der Heim, k e h r e r statt. Die Vereine der Pfarrei hatten den Saal in Heils Gast Hans festlich geschmückt und zur He­bung der Feier durch Deklamationen, Lieder und Spiele nach Kräften zusaunnengewirkt. Es war ein großes Pfarreifamilienfcsr. Ter Ortspfarrer begrüßte alle aus dem Felde Heimgekehrten, besonders die ehemali­gen Gefangenen Eie möchen alles Bittere, was hin­ter ihnen liege, vergessen, Gott danken für die Heim, kehr und rüstig mithelfen am Neuaufbau des Vater. landeS. Für die Kriegsteilnehmer und die Gefange­nen sei das Menschenmögliche von der Pfarrei aus ge­schehen Es wurden etwa 40 000 ExemplareVomfa- tiusbote", wöchentkich 150200, ins Feld gefesselt, mehrere tausend Mark gesammelt für Lesestoff und die Kriegshilfe in Paderborn uslv. Ein auswärtiger Ncd. ner,' der äls Militärpfarrer mehrere Jahre auf ver° schiedenen Echlachtfeldân gewirkt hatte, zeigte den ge. spannt lauschenden Zuhörern, die dichtgedrängt den Saal füllten, was das Christentum, besonders Papst unb Bischöfe während des Krieges getan haben, um dem- Blutbad ein Ende zu machen und einen. ehrenvollen Frieden herbeizusühren. Uebe ringend wirkten' seine Ausführungen über die Sorge des hl. Vaters und de» deutschen Bischöfe für die Heimkehr unserer Gefange­nen, die in Feindeshand, besonders in Frankreich schmachteten Zum Schlüsse wies er auf die Notwen­digkeit hin, daß alle dem Volksverein beiireten müßten, damit wir als ein wohl organisiertes, starkes katholisches Volk, als ein Turm in den Brandungen der Jetztzeit dastünden. Einer der Kriegsgefangenen gab in kur. gen Skizzen ein «anschauliches Bild von seinen Leiden in französischer Gefangenschaft. Es ist kaum glaub ich, daß ein Mensch solch schrecklichen Hunger, Blöße und fortgesetzte Mißhandliingen ertragen konnte. Der Orts-