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hang mit Gott aus einheitlich und zielbewußt zu gestalten. Die katholische Jugendpflege baut ihre Arbeit auf die Religion auf und macht sie zum Zentrum all ihrer Bestrebungen um das Wohl der Jugend. Sie geht dabei von der mächtigen Erkenntnis aus, daß die ganze moderne Jugendpflege im letzten Grunde ein Problem der sittlich religiösen Erneuerung bleibt. Andere Organisationen stellen die Körperpflege als wichtigstes und dringendstes Erfordernis hin. Sie suchen die Jugend körperlich zu ertüchtigen durch Spiel und Sport, durch Turnen und Wandern.
Auch die katholische Jugendpflege gebraucht die Mittel der Leibesübung. Auch sie erkennt die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Körperertüchtigung, die Stählung und Abhärtung des Leibes. Darum pflegt sie das Turnen und Spiel in ihren Vereinen.
Doch in unserer Äugendpflegearbeit sind wir der festen Ueberzeugung, daß einseitige Leibespflege zur Heranziehung tücWger, charakterfester Männer nicht genügen kann. Jeder Mensch trägt in sich eine Seele, die genährt und ausgebildet werden muß, die bei übertriebener Pflege des Leibes nur zu leicht verkümmert und verdirbt.
Die katholische Jugendpflege versteht es wohl, wie wichtig es ist, daß in den Jungens der Sinn für die Natur geweckt und belebt wird. Darum pflegt sie in ihren Vereinen das Wandern. Doch sie vergißt nicht dabei die jungen Wandergesellen hinzuweisen, im Buche der Natur zu lesen, in der Schönheit der Natur die Spuren der gölllichen Macht und Weisheit zu sehen, den Schöpfer zu ersannen.
Wer sieht, wie in unserer Zeit die sittlichen Begriffe not gelitten haben, wie oft gut und böse durch weit greifbarere Maßstäbe ersetzt werden, wie sittliche Halt- losiokeit und Verderbtheit weite Kreise unserer Heranwachsenden Jugend ergriffen haben, der weiß, daß eine durchgreifende sittliche Erneuerung nur dann Platz preist, wenn unsere Jugend in der Religion fest veran- kert wird, wenn eine übernatürliche Weltanschauung ihr Richtung und Geleit im Leben gibt. Die Seele der Jugendpflege ist unb bleibt die Pflege der Jugendseele.
Darum gilt es, unsere Jugend zu sammeln in konfessionellen Vereinen, unsere katholischen schulenllas- fene Jungens in katholischen Iugendoereinen zu vereinigen. Denn nur in diesen ist eine wirklich erfolgreiche, religiöse Einwirkung, eine religiöse Durchdringung und Erziehung denkbar. Nur diese Jugendpflege ist imstande, die unerfahrenen aufstrebenden jungen Menschen vor dem Verderben zu retten, in das man sie mit tausend Schlingen zu ziehen sucht. Nur diese Jugendarbeit bringt alle in der Jugend schlummernden Anlagen und Kräfte des Leibes und der Seele zu ebenmäßiger Entfaltung und Darstellung!
Darum katholisch« Eltern und Meister! fördert unsere katholischen Jugendvereinei Unterstützt das Werk kath. Jugenderziehung. Schickt eure Söhne und Lehrlinge in die katholischen Vereine.
Mein Jugendpfarrer.
Es war eine ehrwürdige Gestalt, seine Augen schauten mild und gütig in die Welt. Um seinen Mund spilte ein schönes Lächeln, das sich immer vertiefte, wenn wir Kinder uns an ihn heran drängten, um ihm nach Kinderart ein Händchen zu geben.
Das war mein Jugendpfarrer.
Damals wußte ich noch nichts von der Würde und dem erhabenen Stande eines Priesters, aber ich kam jedesmal in Sonntagsstimmung, wenn ich ihn im Priesterkleid vorüverschreiten sah. Irgend etwas übte einen nachhaltigen Eindruck auf mich aus, worüber ich mir keine Klarheit verschaffen konnte.
Früh kam ich in die Kirche, in meine liebe, traute Heimatkirche. Da sah ich ihn in den heiligen Gewändern am Altare und auf der Kanzel. Ich verstand noch nichts von dem heiligen Opfer und erfaßte auch noch nicht den Sinn seiner Predigten, aber dennoch wagte ich kaum zu atmen, wenn die tiefe Stimme die herrliche Prafatwn fang, oder, durchzittert von edler Begeisterung, in der Predigt zu der Gemeinde sprach.
t!nd dann kamen die Schuljahre.
-^as waren wohl Sonntagsstunden für ihn, wenn er zu den reinen, gläubigen Kinderseelen von dem Kinde reden konnte, das vor zweitausend Jahren auf die Erde kam, um in unendlicher Liebe uns in seinen Himmel zu führen. Noch heu'e sehe ich diesen Priester so Amz nach dem Herzen Jesu, wie er unter uns saß, in Wahrheit ein guter Hirte. Und er blieb ein unter Hirte and] dann, wenn er tadeln und strafen mußte. Ich fühlte, wie weh es ihm tat, wenn er tadeln, wo er am liebsten ein Lob gesprochen hätte. Und der doch strafte, wenn er strafen mußte, obschon ihm die Strafe vielleicht schmerzlicher war an» dem Bestraften.
Einmal im Jahre kam sein Tag, der Weiße Sonntag.
Den Kleinen, die der Heiland an seinen Tisch rief, galt in besonderer Weise seine priesterliche Tätigkeit. Voll jugendlichen Eisers nahm der alte Mann sich ihrer an und in Sorge gedachte er der Seinen Tag und Nacht. Bis dann der große Tag kam, an dem er sie dem göttlichen Kinderfreunde, den er im Sakrament der Liebe ganz besonders verehrte, zuführen durfte. Voll Rührung gedenke ich noch heute seiner Worte, die er an uns richtete: „Und wenn der liebe Gott in eure Herzen Einzug gehalten hat, dann bittet ihn auch für euren armen, alten Pfarrer." Als die Feier vorüber war, kniete noch lange ein einsamer Beter vor dem Altar und gedachte wohl seiner Kindheit, er, der doch vor seinem Gott immer ein Kind geblieben.
Die Jahre kamen und gingen.
Gern und oft lenkte ich In dieser Zeit den Weg zu dem hellen, freundlichen Pfarrhaus, um mir bei meinem Jugendpfarrer manchen Rat zu holen, den die Äugend braucht. Gar zu gern weilte ich in der Studierstube me- nes väterlichen Freundes, die mit ihrem gedämpften Lichte mich immer anzog. In einer Ecke stand ein Kreuz, das den Sohn Gottes in feinem furchtbaren Schmerze uns so recht vor Augen führte. Und davor ein einfacher Betstuhl mit einer harken Bank, auf dem die große Seele Zwiesprache mit ihrem Gott hielt. Aus dem Bilde über dem Schreibtisch schauten gütige Heilandsaugen auf den treuen Arbeiter in seinem Weinberge. Und er war treu. Diese Tugend, die den Menschen so wunderbar schmückt, wie hat er sie geübt. Da war auch nicht ein Haus, das diese Treue nicht erfahren hätte. In allen Nöten und Anliegen bot er eine Stütze und war ein helfender Berater. Für jeden hatte er ein gutes, tröstendes Wort und einen nützlichen Gedanken. So lebte er, der Priester, Vater und Freund seiner Gemeinde, bis der Bischof ihn aus unserer Mitte rief auf eine leichtere Stelle.
Man wollte ihn nicht gehen lassen.
Und als einige diesem Entschlusse Ausdruck gaben, erzählte er ihnen von dem Heilandswort, das da lautet: Gehet hin und lehret . . . Daß der Priester die Wege gehen müsse, welche die Oberen ihm vorschreiben-, daß wir allzeit gehorsam sein müssen und treu. Also sprach er mit dunkler, fester Stimme. Und da wußten wir alle, daß dieser Priester den Weg der Pflicht ging, bis zum Ende.
Nach Jahren besuchte ich ihn in seinem stillen Dorschen. Ein warmes Leuchten stand in seinen Augen, als er mich begrüßte.
Er hatte die alte Heimat nicht vergessen. Nach allen Dingen erkundigte er sich.
Und erst die Menschen? Er kannte alle Pfarrkinder noch mit Namen. So eng war das Band um Pfarrer und Gemeinde geschlungen.
So saßen wir lange in dem Pfarrgarten, darin sich schon die Blätter zu färben begannen. Und als ein Blatt in seinen Schoß fiel, da stieg in mir die bange Frage aus: Wie lange noch, und auch dieses Leben ist verwelkt? Lange hielt ich beim Abschied seine Hand und schaute ihm tief in die Augen, als wollte ich diesen Blick für mein Leben festhalten.
Es war der letzt« Abschied.
In einer stillen Abendstunde, eben, als die Abendglocken klangen, kam die Todesnachricht. Und da war wohl jedes Nachtgebet um ein Vaterunser reicher für den stillen Toten.
Mir aber war, als hätte etwas unendlich Schönes in meinem Leben seinen Abschluß gefunden.
Oder nicht?
Zuweilen schreitet eine Lichtaestalt durch meine Träume. Ein wohlbekanntes, verklärtes Antlitz schaut zu mir herab und eine weiße Priesterhand hebt sich zum Segen. __________
3a, so tffs!
Die tiefe Kluft, die heute die Menschen trennt, das ungeheure soziale Elend wäre nie und nimmer, wenn den Menschen nicht eines abhanden gekommen wäre: die Liebe. Da gehen sie aneinander vorbei, der Fall des einen wird der Schemel des andern, rück- sichts- und erbarmungslos strebt man seinem eigenen Vorteil zu, überall trifft man dos „Ich". Dieses „Sd)" ist der Fluch der Menschheit. Alles wird vergebens fein, alle Reformen werden ihren Zweck verfehlen ohne Abkehr vom Prinzip des „Ich". Vergebens werden wir den inneren, den religiösen, den sozialen, den politischen und den Menschheitsfrieden fordern, wenn wir weiter in unseren Nebenmenschen nur das Mittel unserer eigenen Zwecke sehen, im Atheisten nur den Atheisten, im Proletarier nur den Proletarier, im Konservativen oder Revolutionär nur den polnischen Gegner und im Franzosen oder Engländer nur den geborenen Feind unserer Nation. Nur wenn das ..Du"
das „Ich" besiegt, wird die Menschheitssolidarität kam« men, erst dann, wenn wir uns voll ' ewußt geworden sind, daß dem Dasein ein höherer Zweck zu Grund« liegt als nur das Ringen nach äußeren Gütern.
Ich hätte früher anfangen müssen!
Auf dem Bahnhof lief dampfend und pustend der Zug ein. Ein Bauersmann im Sonntagsstaat, den Hut in der Linken, das Taschentuch in der Rechten, womit er sich den Schweiß abtrorfnet, will noch mit. Er eilt zum Schalter, eine Fahrkarle zu lösen, und flugs zum Zuge — doch er kommt zu spät, der Zug dampft ab.
„Wie dumm!" sagt er unwillig, „ein wenig zu spät ist doch viel zu spät. Jetzt kann ich am Begräbnis meines Schwagers nicht teilnehmen, der mir so lieb und teuer war. Wie wird man mir das übel nehmen!"
„Ja, Ihr hättet auch besser laufen sollen," sprach jetzt ein Nahestehend-er, der das Selbstgespräch des Bauers gehört. „Nein, am Laufen lag es nicht," antwortete der Bauer, „ich hätte damit nur früher an« fangen müssen!" — Ja, das war die Ursache, warum er sein Ziel nicht erreichte.
„Ich hätte früher anfangen müssen!" Wie mancher muß auch so klagen, der das gewünschte, das sich gesteckte Ziel nicht erreicht.
Eltern ernten Schimpf und Schande von ihren Kindern: Hüten sie mit der Erziehung früher angefangen! Aber sie haben gedacht: das Kino ist noch zu klein, es versteht noch nichts davon, es hat noch Zeit.
Ein Trinker hat seine Gesundheit ruiniert, ein Spie- ler Vermögen und Verdienst durchgebracht. Jetzt seufzt er: Hätte ich doch früher angefangen, dieses Haus, diese Gesellschaft zu meiden!
In der Familie ist Unglück und Not eingekehrt! Hätten wir doch srüher angefangen zu sparen! Wahr ist und bleibt das Sprüchwort: Spare in der Zeit, so hast du in der Not!
Eine Leidenschaft ist zur zweiten Natur geworden: Hätte man früher angefangen, sie zu bekämpfen, so wäre es soweit nie gekommen!
Der Tod hat jemand in der Blüte der Jahre aufs Krankenbett geworfen. Jetzt klagt man: Hätte ich doch früher angefangen, dem lieben Gott treu zu dienen und für mein Seelenheil zu wirken!
Wie lehrreich ist also jene an und für sich einfältige Geschichte von dem Bauersmann, der den Eisenbahnzug verfehlte und dabei die Worte sprach: „Ich hätte mit dem Laufen früher anfangen müssen!" Wahr bleibt auch das Wort des Herrn: „Die mich früh suchen, werden mich findens________
Der Mistkäfer.
Wer die verborgenen Fehler des Nächsten offen« bart, gleicht dem Mistkäfer.
Ist irgendwo auf der Straße Unrat liegen geblieben, so hats in derselben Stunde auch schon der Mistkäfer erfahrm — wer weiß, wer ihm allemal die Botschaft bringt! Gleich geht er darauf los. Im Nu hat er daraus einen Klumpen gemacht, an dem er seine Freude hat.
Geradeso macht es der Ehrabschneiider. Er freut sich, wenn er einen Dreckklumpen zusammenballen kann. Ja, er kennt kein köstlicheres Vergnügen \ als das, schmutzige Geschichten anzuhören und weiterzutragen. <
Hast du es auch schon gesehen, wie es der Mistkäfer weitertreibt? Der handelt einzig und allein mit Kot. Hat er sich daraus einen Bollen zurecht gemacht» so stellt er sich dahinter hin mit geducktem Kopf und hochgespreitzten Beinen, faßt ihn und schiebt ihn hinter sich her, läuft und schiebt, bis er damit am Rande eines Grabens angekommen ist. Da läßt er sich hinunter fallen mit samt dem Ballen. Zuletzt ver- schmaust er ihn.
So, sag ich, macht es der Ehrabschneider, und auch er hat an diesen schmutzigen und stinkenden Handwerk seine Freude.
Aus einer Predigt des hl. Bernhardin von Siena.
Gkid^eit
In einer Versammlung scharten sich die Tiere um ihren R idelssührer, einen jun eu Rab. n, der von einem Aste herab aufiü >rerische Sieden hielt. Eben beendete er eine se ner Heyieden: „ . . . und weshalb soll einer befehlen über den andern? Wce« halb Herren und Kriech e? Gleich wollen wir fein, in allem gleich!" Nachdem sich der Beifall der Ur« leil.sloicn gelegt, bemerkte yin Kamel im Hintergründe : „Mir au 3 der Seele gesprochn! Zhe loflt alle einen Höcker haben, dann fällt meiner nicht mehr auf!" Darauf weder ^uftimmiuig noch Widerrede, nur Schweinen. Hails Sturm.