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Mofttischèr Teil

auf die Schanzen!

Nicht lange mehr und wir ziehen in einen Wohl- ampf, wie ihn das deutsche Volk wohl noch nicht erlebt ot Wenige Wochen nur haben wir zur Vorbereitung, s werden Wochen der mühseligsten Arbeit, Wochen astlosesten Schaffens und treuester hingebendster Pflicht- rfüllung und Opferbereitschaft sein müssen! Die Zen- mnisanhänger im Lande vor allem müssen auf die Zchanzenl Der Wall, den das Zentrum al»

wahre Volksparlei, ls eine Partei, welche die berechtigten Interessen aller -tände und Schichten im Volke tatkräftig wahrnimmt nd der infolge ihrer Zusammensetzung zu dieser Wahr- ehmung auch wie keine andere Partei berechtigt und efähigt ist, dieser Zentrumswall muß jetzt seine Feuer­robe bestehen! Die werbende Kraft der Zentrums- dee muß sich jetzt wieder bewähren» Für die Werbe- ähigkeit der Grundsätze der Zentrumspartei fürchten vir wahrhaftig nicht. Was wir aber zu fürchten haben, las wäre Lauheit, Nachlässigkeit, Oberflächlichkeit und Sleichyüllkgkeil in der Vertretung und Verfechtung dieser Irundsätzr. Unsere Partei kann nicht zugrundegehen md wird nicht zugrundegehen, wenn wir

allesamt unsere Pflicht tun.

Der Pflichtenkreis eines Zentrumsanhängers ist Mute höher gestellt und weiter gefaßt, als das je der Fall war. Es ist ein großer Weltouschauungskampf, )en wir zu führen haben und den wir bestehen müssen, wenn wir nicht all die geistigen und ideellen Werte, die wir in ehrenvollem, jahrzehntelangem Streite aufge- Peichert haben und mit denen eine ehrwürdige Tradi­tion verbunden ist, verlieren sollen.

Um eine gewaltige Entscheidung geht es. Wenn wir nicht fest und treu zusammenstehen, brechen die Wellen des Bolschewismus über uns, über unser Hab und Gut und über alledem, was wir hoch und heilig halten, zusammen. Ueber alle Bedenklichkeiten, über alle Zweifel hinaus muß uns das praktische Ziel stehen: Kettung von Volk und Vaterland! Diese Re'tung aber kann nicht vollzogen werden allein nach materiellen Ge­sichtspunkten, sondern sie muß sich aufbauen auf dem festen Fundament der christlichen Weltanschauung. Eine von derartigen Gedanken durchdrungene Politik muß immer unser erstes und letztes Ziel sein. Aber wir dür­fen auch die praktischen Fragen und die unerbittlich harten Tatsachen, vor die wir nun einmal gestellt sind, nicht außer acht lassen. Das Zentrum kann nicht eine Opposition um der Opposition willen betreiben, es wäre wahrhaftig bequemer und viele Sorgen und un- endliche Mühen würden ihm erspart. Das Zentrum kann und darf eine derartige Oppositionsstellung nicht einnehmen, weil es Träger von Veraniwortlichteilen ist, die es dem ganzen Volke gegenüber schon immer über­nommen und auch stets getreulich erfüllt hat. Man dient don^t nicht dem Wohl von Volk und Vaterland, daß man sich verärgert zur Seite stellt. Praktische 2Ri(nrbtif und unmittelbare und tatkräftige Einfluß­nahme auf den Gang der Dinge, um sie mit den Ideen und Zielen, die uns beseelen, zu durchdringen, das muß unsere Aufgabe sein! D

Drum an die Arbeit! Eine riesige Arbeit bleibt uns zu tun. Sofort müssen wir in unseren Organisationen nach dem Rechten sehen. Der innere und äußere Aus­bau muß unverzüglich ins Werk gesetzt werden. Auch

ma^r*c^c Grundlage unserer Organisationen muß schleunigst gestärkt werden, denn der kommende Wabl- kampf wird Riesensummen verschlingen. Wir müssen sodann unsere Kräfte sammeln, wir müssen ein klares Arbestsproqramm haben und wir müssen In alle unsere Arbeiten System bringen. Es ist keine Stunde zu ver-

J wenn das Zentrum in achtunggebietender Starke wieder in das Parlament zurückkehrt, in einen neuen ms ag, der auf eine vierjährige Dauer gewühlt wird, nur dann tonnen die Interessen von Staat und Volk, von Schule und Küche mit derjenigen Gejchlossen- traft vertreten werden, die nottut, wenn wir nicht dem Abgrund zusteuern wollen. Darum noch einmal: '

Auf die Schanzen!

Die Kaifeifrage

ivtrb zwischen Holland und den alliierten Mächten rn den nächsten Tagen endgültig erledigt werden. «Holland wird versichern, daß es die Verantwortung für die Ueberwachung des Exkaisers übernimmt. Die

holländi'che Regierung wird andererseits vom Kaiser Wilhelm die ehrenwöriliche Versicherung entgegen- ne men, daß er das ihm zugewiesene Gut nichi bei» läßt. Besuche des Kaisers werden stetS der beion- deren Erlaubnis beziv. Genehmigung der hollän­dischen Regierung umerliegen. Möge man dem um glücklichen von stolzer Höhe gestürzten Manne, hei sicher der mächiigste Monarch Europas jetzt als Flüchtling im fremden Lande hinter den Mauern eines einfachen Landsitzes wohnen muß, endlich R che gönnen. Jeder der "och menschlich deukl und fühlt, wird diesen Wunsch yoben.

Das Ministerium Les Keulern, das seither der Reichskanzler Müller mitverwaltet hat, wurde dem seitherigen Reichskommissar für das schleswige Abstimmungsgebiet, Dr. Koster. übertragen, der sich zur sozialdemokratischen Partei bekennt. Er ist ein angehender Dreißiger, ein Mann von aner­kannten wissenschaftlichen Qualitäten; im Krieg hat er sich als Kriegsberichterstatter einen Namen gemacht; in Schleswig hat er sich bewährt, der gute Ausfall der Abstimmung ist ihm und seinen organisatorischen Zähigkeiten zum großen Teil zu verdanken. Trotz- alledem wäre in der gegenwärtigen konfliktereichen Zeit bei der schwierigen diplomatischen Lage Deutsch­lands ein Fachmann eher am Platz gewesen, ein Mann, der nicht nur über eingehende Kenntnisse auf dem Gebiete der Auslandspolitik verfügt, sondern auch hinreichend diplomatisch geschult ist, um den Waffen der Diplomatie unserer bisherigen Feinde die Stange halten zu können. Wir meinen, daß mit dem System, wonach die wichtigsten Ministerien allein nach partei­politischen Gesichtspunkten besetzt werden, endlich Schluß gemacht werden muß. Di« gegenwärtige Lage Deutschlands erfordert es wahrhaftig, daß nur die fähigsten Leut« an verantwortliche Stelle gefetzt wer­den. Für das Wiederaufbauministerium, das ein Demokrat bekommen soll, hat sich noch niemand ge­funden.

Der neue Reichsernährungsminister Dr. Hermes

bezeichnet es als feine Hauptaufgabe, die Produktion io zu fördern, daß sie womöglich verdoppelt wird Um das «zu ermöglichen, sollen die Bauern für ihre Ware den PioSuki-onskosten angepaßte Preise be» kommen, feiner sollen sie unterstützt werden durch Sinnt r von Hilfs,'«offen, Herstellung von künstlichem Dünger, Beschaffung und Zuweisung landwirtschaft­licher Maschinen, Regelung der Arbeiterfrage uhv. Die erzeugten Waren losten dann w e bisher mit aller Schärfe be öidlich erfaß- und Den Verbrauchern zugeführt werden. An eine Aufhebung der Zwangs­wirtschaft sei zur Zeit noch nicht zu Deuten.

Der Friede

ist noch nicht auf der Welt eingekehrt, âvhl der Krieg beendet ist. Mit Ungarn und der Türkei füte büe Friedensvcrträge noch nöcht abgeschlossen. In Rußland ist noch alles im Fluß. Im Innern Kleinasiens widersetzen sich bewaffnete tvohl or. ganifierte Äräfie dem Willen der Sieger im Weltkrieg. Syrien droht, sich unter dem Einfluß einer arabi­schen Volksbewegung dem Pariser Machtspruch zu ent­ziehen und das Vorderasien betreffende englisch,franzö­sische Geheimabkommen zunichte zu machen. Ein viel­leicht noch größerer, wenn auch die europäischen WesK möchte unmittelbar weniger berührender Zustand der Empörung herrscht in dem benachbarten M e s o p o t a. m i e n Das persische Volk scheint sich willig dem englisch, persischen Verträge zu unterwerfen, der dieses alte Reich zum Vasallen Englands machen soll, doch wer weiß, wie das Bild auSschën wird, wenn das persische Parlament von seiner Regierung für diesen Swatsverrat Reckzensä-aft fordert. ftn Indien herrscht eine gewaltige Gärung. Die mohammedanische Bevölkerung, beunruhigt durch das Schicksal, das dem Reiche des Ka ifen in Konstantinopel droht, befindet sich in Ieibenfd>aftlidier Erregung und ist mit den an­dersgläubigen eingeborenen VoKsslenrentcn dieser wichtigsten englischen Kolonie in einer aufsässigen Stimmung gegen die britischen Herren vereint. Wirti- schaftliche Nöte. amtliche Mßu/rtschpfâ, mRlitärifd)C Härten und das Streben der politisch denkenden Ein­wohner nach nationaler Unabhängigkeit rühren die Volksleidenschaften auf. So glimmen in vielen Teilen

des vorderen und des südlichen Asiens Feuer, die, wenn nicht in vorsichtiger Weise behairdelt, bei dem überall lagernden Zündstoff sich zu einem Großbrand zusanr. menschlichen können. Dazu kommen die Freiheitsve- stvcbungen in Irland, das sich auf das von den Alliiey- len während des Krieges und während der Friedensver« Handlungen gegenüber ihren Feinden verkündete Selbst, bestimmungsrecht der Völker beruft. Nicht viel anders sehen die Tinge in Aegypten ans, das gleichfalls nach Unabhängigkeit strebt, dem England aber glaubt u cht die Freiheit geben zu können, weil es seinen Einfluß über den Suezkanal, diese wichtigste Verkchrsstraße nach Indien und Ostasien, nicht gefährdet wissen will. Jedenfalls ist die Lust noch voller Gefahren.

, SrauRfurt

war in den letzten Tagen im In- und Ausland im Mische Truppen; Hanau, Darmstadt und Dieburg teilten MuniM aller deren, die von politischen Fragen bewegt werden. Anlaß dazu war seine Besetzung durch fran- mit ihm dasselbe Schicksal. Wie ist Frankreich zu diesem

Gewailstreich

gekommen? Es begründet sein Vorgehen mit dem Einmarsch deutscher Truppen in das Ruhrgebiet in die sogenannte neutrale Zone, in der nach dem Friedens­vertrag keine bezw. nach einem von der Entente am 8. Aug. vorigen Jahres genehmigten Vertrag nur eine be­stimmte Zahl von Truppen sich aufhalten darf.

Die deutsche Regierung hatte auf Grund von Nach­richten über den Aufstand im Ruhrgebiet die Entente bereits Mitte März gebeten, einer vorübergehenden Ent- fenbung beschränkter Truppenmengen in die 50-Kilo- meter-Zone zuzustimmen. In den Verhandlungen über die zu stellenden Garantien gelangte man trotz schwerer Bedenken deutscherseits schließlich zu dem Ergebnis, daß die alliierten Regierungen das Recht haben sollten, die deutschen Städte Frankfurt, Darmstadt, Hanau, Hom- bürg und Dieburg zu besetzen, wenn etwa die über Da» vereinbarte Maß hinaus in der neutralen Zone befind- lichen Verbände nach Erfüllung ihrer Aufgaben, bezw. nach Ablauf einer bestimmten, von den alliierten Re­gierungen festgesetzten Frist, jene Zone nicht wieder ver­lassen haben sollten. Die fra.izösisch« Regierung hat je- doch auch den Nachweis dafür verlangt, daßEüsächlich ohne Einrücken von Truppen die Ruhe nicht herzustellen sei. Die Lage im Ruhrgebiet, aus dem stündlich die dringendsten Hilferufe von allen Parteirichtungen selbst den Unabhängigen eintrafen, hatte sich inzwischen aufs schärfste zugespitzt. Es bestand eine wahre Schreckens­herrschaft der Kommunisten und des Mobs durch wahl­lose Requisitionen und Plünderungen, Lahmlegung der Staatsorgane, Bedrohung von Sicherheit und Leben der Venölkerung. Die Verhältnisse hatten sich dahin entwickelt, daß der Stillstand der Industrie, besonders der Kohlenförderung, des Hochofenbetriebes und des Eisenbahnverkehrs unmittelbar berorstand. Damit wäre aber die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens und die geordnete Versorgung mit Nahrungsmitteln nicht nur i'" ('Miete her Unruhen, sank, n infolge altg .'meiner Verkehrsstockung in ganz Deutschland gefährdet gewesen. Das alles wurde der franz. Regierung gemeldet und der Nachweis erbracht, daß ein Zögern nicht mehr an­gängig und ohne vorübergehendes Eingreifen der Reichs­wehr die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung tat­sächlich unmöglich sei. Es sei ein Gebot des allgemeinen europäischen Interesses und eine Forderung der Mensch­lichkeit, den vielen hundertlauftnden in schwerster Not befindlichen Bewohnern jener Bezirke zu Hilfe zu kom­men, insbesondere sei es für die deutsche Regierung eine heilige und unabweisbare Pflicht, ihre bedrängten Volks­genossen, für deren Leben und Freiheit sie verantwort­lich sei, nicht aus formalen Gründen im Stiche zu lassen. Es handle sich dabei nicht um ein Vorgehen gegen die arbeitende Bevölkerung, sondern um Bekämpsung anar­chistischer Elemente, die Entente könne sich durch Dele­gierte an Ort und Stelle selbst «von der Notwendigkeit des Eingreifens militärischer Kräfte überzeugen, die na- türlich nach Wiederherstellung der Ordnung sofort zurück- gezogen würden.

Alle diese Vorstellungen blieben erfolglos. Der französische Ministerpräsident Millerand wies vielmehr die deutsche Regierung auf den Artikel 44 des Friedens­vertrages hin, der jeden Verstoß Deutschlands gegen die Bestimmungen über die neutrale Zone als eine feind­selige Handlung und eine Störung des IBelf« friedens bezeichnet. Tatsächlich konnte aber die deutsche Regierung darauf hinweisen, daß die Stärke der bisher ins Ruhrgebiet einmarschierten Truppen noch gar