Wochenkalender.
Sonntag, 18. April. 2. Sonntag nach Ostern.
Montag, 19. April. Vom Ta:e.
Dienstag, 20. April. Vom Tage.
Mittwoch, 21. April. Schutzfest d. hl. Joseph; Anselm, B. u. Kchl.
Donnerstag, 22. April. Soter u. CajuS, M.
Freitag, 23. April. Geora, M.
Sani 8 tag, 24. April. Fidelis v. Slgmarinzen, Al.
Zweiter Sonntag nach G/lern.
(Ev. Jod. 10, 11—16.)
In jener Zeit sprach Jesus zu den Pharisäern: Ich bin der gute Hirt. Der nute Hirt gibt sein Leben für seine Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirt ist, und dem die Schafe nicht zugehören, sieht den Wolf kommen, verläßt die Schafe und fließt: und der Wolf raubt und zerstreuet die Schafe. Der Mietling sticht, eben weil er Mietling ist, und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt, und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt, und ich den Vater kenne: und ich gebe mein Leben für meine Schafe Unb ich habe noch andere Schafe, welche nicht aus diesem Schafstalle sind: auch diese muß ich herbeiführen, und sie werden meine Stimme hören, und eS wird Ein Schafstall und Ein Hirt werden.
Dreifacher Gesang,
Aie christliche und namentlich die katho- liiche Religion wird oft von den Kirchenseinken als finster und freudelos hingestellt. Das ist nur ein Wauwau für obe,flächliche Menschen und f» ein Schlaipulver für das bö e Ge- wissen, um es am Erwachm zu Vei hindern. Nein; im Gegenteil: es gibt unter der Sonne keine Nell- giou, die so sehr Freude atmet, die dem Herzen so viele glückliche Stunden bereitet, die den Menschen zu Lebzeiten schon in den Himmel versetzt als unsere hl. tat wische Religion. Damm nimmt auch der Gesang, dieses E ho der Freude, eine so breite Stet« lung ein und spielt eine jo große Rolle in unsern Kirchen.
Zum fröhlichen Jubilieren und heiligen Singen ladet der hl. Geist mber ein tm Psalm 46, der da- hlnraufcht wie ein wo lendes Meer.
Psalm 46: Einladung zu frohem Totterlob.
1. Ihr Völker, flastet in die Hände Und jauchzet Gott mit Jubelschall.
2. Groß ist der Herr und hocherhaben, Des Erdballs aU^ewait ger König.
3. Ec hat die Völker unterivorfen, Bezivungen hat er alle Heiden.
4. Dem Christenvolk schenkt er das Erbe — Aus freier-Wahl und ewiger Liebe, '
5. Zum Himmel fährt der Herr mit Jubel, Der Gottmensch mit Posaunenschall.
6 Lobsinget unserm Gott, lobsinzet, Lobsinget Christo, unserm König.
7. Ec ist der große Weltenkönig, Lobsinget weise und verständig.
8. Er macht sich untertan die Heiden, Er thront auf hohem Nichterstuhle.
9. Zum Christengott sich alle wenden, Und hochgeehrt sind ferne Diener. —
Dreifach ist der Gesang, mit dem wir Gott ehren sollen: Der Gesang mit den Lippen, der Gesang mit dem Herzen und der Gesang mit den Händen. Den Gesang mit den Lippen hat der Psalmist im Auge mit der Mahnung: jauchzet Gott mit Iubelschall. Die Lippen öffnen sich, und hervorströmt gleich dem Strahl eines Springbrunnens der helle, melodische Ton, der das Ohr erfreut, das Gemüt ergötzt. Die Stimme, dieses Kunstwerk aus der Hand des Allmächtigen, soll auch dem Schöpfer den Tribut des Dankes und der Ehre Vorbringen durch würdige Lieder. Sorgfältig muß der Kirchensänger sich hüten, daß er nicht das Gotteshaus zu einem Theater oder Konzertsaal mache. Das würde geschehen durch allzu weltliche, allzu weichliche, allzu sinnliche Melodien, durch allzu große Künsteleien im Vortraa, durch Haschen nach Effekt und Beifall. Wäre das noch Gottesdienst? Nein, das wäre Menschendienst, wäre Götzendienst, und der Götze wäre dein eigenes Ich. Nicht wie gesungen wird, ist die Hauptsache, sagt der hl. Augustinus, sondern was gesungen wird; nicht auf die Weise, auf den Inhalt kommt es an. Der nämliche Kirchenvater lobt deshalb den hl. Bischof Athanasius, der die Kirchengesänge durch seine Priester und Diakons so vortragen ließ, daß sie mehr gesprochen als gesungen waren. Selbstverständlich will ich damit nicht sagen, daß man die Form, die Melodie und den Vortrag vernachlässigen dürfe; im Gegenteil: für Gott das beste. Aber die Weise soll sich unterordnen unter das Wort, der Text soll herrschen, die Musik soll dienen.
Nun wirst du von selbst die zweite Art des Gesanges erraten: es ist der Gesang des Herzens. Lieder ohne Empfindungen sind nichts als Töne, Schallwellen, Lustschwingungen. Fühlen sollst du, was du singst. Wenn der Psalm betet, sagt der hl. Augustinus, so sollst du beten, wenn er seufzt, sollst du seufzen, wenn er sich freut, so sollst du dich freuet', wenn er fürchtet, so sollst du dich sürch'en; wie viele gibt es aber, fährt der Heilige unerbittlich weiter, die tönen nur mit der Stimme, ihr Herz aber ist stumm, und umgekehrt: wie viele schweigen mit den Lippen, rufen aber laut mit dem Herzen. Nur jene Lieder, bei denen das Herz mitsingt, finden bei Gott Gefallen und Gnade; denn Gott hält feine Ohren nicht an des Menschen Mund, sondern an des Menschen Herz." Deshalb begnügt fitti unser Psalm nicht damit, uns aufzufordern: lobsinget, sondern ausdrücklich setzt er hinzu: lobsinget weise und verständig! (vgl. V. 6), das heißt: lobsinget nicht bloß mit den Lippen und mit dem Munde, sondern auch mit dem Ver
stand und dem Herzen, mit der ganzen Kraft der Empfindung, mit der ganzen Glut der Liebe.
Und welches ist endlich die dritte Art des Gesanges? Der Gesang der Hände. Ist das nicht ein Rätsel? Ist das nicht eine Ungereimtheit? Ist das nicht eine Unmöglichkeit? Wie kann ich, sprichst du, mit den Händen fingen? Der Psalmist scheint diese merkwürdige Singweise anzudeuten mit den Worten: ihr Völker, klatschet in die Hände (Vers 1). Aber, werdet ihr ein- wenden, solches Händeklatschen gibt keine schöne Musik, gibt höchstens ein verworrenes Geräusch, mit dem man die Spatzen verjagen, aber nicht die Seelen rühren ob°t gar Gott gefallen kann. Gemach, mein Freund. Frage den hl. Augustinus, was „das Händeklatschen" zu bedeuten hat. Wir klatschen mit den Händen, sagt dieser erleuchtete Kirchenvater, wenn wir Gott loben durch gute Werke. Ja, so ist es. Das ist der kräftigste, der beste, der leichteste Gesang. Da braucht es keine vielen Proben, keine schweren, langen Uebungen, keine besondere Ausbildung und Kunst. Gute Werke, gute Taten sind ein Lobgesang, der dem Himmel besonders angenehm und uns besonders verdienstlich ist. Diesen Gesang kannst du am frühen Morgen beginnen und am späten Abend beschließen. Den ganzen Tag kannst du ihn fortsetzen ohne besondere Anstrengung und Ermüdung. Du muht nur all deine Kopf- oder Handarbeit einrichten nach dem Willen Gottes, nach den Geboten Gottes, nach den Pflichten deines Standes; ein schöner Gesang ist auch die Geduld in Leiden. Würden dis Taten deiner Hände den Worten deines Liedes widerstreiten, so würdest du dir den Tadel des Herrn zuziehen, der durch den Mund des Propheten spricht: „Schaffe weg von mir den Lärm deiner Lieder und das Geleier deiner Zither mag ich nicht mehr hören". (Amos 5, 23). Der Burgpfarrer.
3n die Schule.
Das Kind nimmt jetzt den Schulsack oder das Ränzlein über die Schultern und wandert in die Schule; es beginnt nun eine wichtige Zeit, wo recht viel an dem jungen Bäumchen gezogen, geregelt und herumgemodelt wird. Vor allem muß aber ein solch kräftig wurzelndes Bäumchen in den hellen und vollen, warmen Sonnenschein kommen. Die Sonne ist der liebe Golt.
Und darum wollen christliche und katholisch« Eltern, )aß in der Schule christliche, katholische Luft weht, drum wollen sie keine Schule ohne Gott und auch keine Simultanschule, wo Kinder aller Konfessionen zusammensitzen, sie verlangen katholische Schulen und überzeugungstreue katholische Lehrer für ihre Kinder, weil je trotz allen sogen. Fortschritts und aller modernen Trrungenschaften an der Ansicht festhalten, daß die Religion das beste Erziehungsmittel ist. Ein Mensch mit fester Religion ist auch immer ein Mensch von Charakter und Ehrenhaftigkeit. .Dazu ist es durchaus nicht nötig, daß der Lehrer stundenlang Religion vorträgt oder die Schule in ein Kloster verwandelt wird. Aber die warme Gottessonne der Religiosität muß er