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Ratgeber für Landwirtschaft,

-::-; - . -^:^: Gartenbau und Hauswesen.: ^-

Nr. 7. « 30. Jahrgang. ex o o Grabbeigabe zum Bantfatlusboten. o Zulda, den U. April 1920.

Die linden Lüfte sind erwaâft,

Sie säuseln und wehen Tag und Nacht, Sie schaffen an allen Enden!

O frischer Duft, o neuer Klang,

9hm armes Herze, sei nicht bang Nun muß sich alles, alles tuenden!

Urlaub.

(O^i^^

Die Preksteizerunz bei den iandwirLschast- Lichen Gegenkällven.

Wie sich während des Krieges und nach demselben die Preise für landwirtschaftliche Gebrsuchsgegenjtände gesteigert haben, dafür einige Sohlen, die für sich sprechen:

Ein Pflug, den wir in Friedenszeiten für 40, je nach Größe bis 60 Mark gekauft haben, kostet heute 600-800 Mark. Eine Pflugschar, die früher 1,80 bis 2 Mk. gekostet hat kostet heutzutage 30 Mk. Eine Rie­ster an einen Pflug früher 4 Mk., heute 60 Mk Eine Egge hat 80 Mk. gekostet, heute müssen 200 Mk. dafür bezahlt werden. Eine Wiesenegge, die man früher für 40 Mk. erstand, kostet heute 800 Mk Eine Haicddresch- ^nafchine, die früher einen Aufwand von 110 Mk. verursachte, kostet heute 1600 Mk. Eine einfache Kraft, dreschrnaschine mit Reinigung kostete früher 150., dagegen heutzutage 1300 Mk. Ein Milchseparator mit 40 Liter stündlicher Leistung früher 60 Mk., heute 860 Mark; rin solcher mit einer Leistung von 100 Liter früher 180 M., heute 700 Mk. Vor dem Kriege hat eine Grasmähmaschine 280 Mark gekostet, heute kostet sie 2400 Mk. Ern Getreide-mäher kostete damals 460 M*. und kostet heute 4000 Dèk., ein Heuwender früher 100 Mk., jetzt 1400 Mk., eine Säemaschine 320 Mk., heute 2800 Mk. Eine Handfutterschneidmaschine, die früher 60 Mk. kostete, muß heute mit 650 Mk. bezahlt werden, eine Kraftfutterschrreidmaschine mit 1500 Mk., während sie vor dem Kriege 140 Mk. kostete. Ein drei, pferdtger elektrischer Motor, wie man in landwirtschaft­lichen Betrieben ihn gewöhnlich hat, kostete früher 286 Dkark und kostet heute 4000 Mk. Eine Sense, die früher mit 1,70 bis 2 Mk. bezahlt wurde, muß hemc mit 16 bis 20 Mk. bezahlt werden. Wenn der Land­wirt in frirharen Jahren t een Ztveispânnerwagen wollte, konnte er sich mit 180200 Mk einen solchen beschaffen. Heute mich er 22002500 Mk. dafür an. legen. Hufbeschkäg und -!var sowohl solches für Pferde als das für Kühe und Ochsen kostet Ijme den zehn­fachen Betrag dessen, was wir dafür in den Jahren 1913 unb 1914 bezahlt haben; überdies höre ich, daß venseiten der Maschinenfabriken beabsichtigt ist, in der nächsten Zeit abermals einen Aufschlag, und zwar in Höhe von 50-160 Prozent eintrefen zu lassen Glesch- wertes Thomasmehl mit 20 Proz. »itrecklösticher Phosphorsäure kosteten ab Diedenhofen im Jahr 1905: '80 Mk., im Jahre 1920: 10 006 Mk., d. i. um 2285 Vrozent mehr Gnneinsamer Bezug von Bdürfnssen füllte mehr und mehr gepflegt werden, ebenso der ge. meinsame Wg^ von Erzeugnissen. LWosschste Ven- "Windung von Erzeuger und Verbraucher ist erstrebens­wert.

SM^ LpwchnerWchren!

Ich habe als F a m i ki e n v a t e r Weib und Kin­der und will mich nicht anschietzen lassen, daß meine Kamil,e den Ernährer verließ Du willst doch wohl <e»^e Dein Weib und Deine Kinder in sicherem Schutz

K«b Dein gemütliches Heim nicht arrspssindern «assen- -' nnn darfst Du aber nicht im Heruse bleiben- jiur durch Eintritt in die Einwohnerwehr schützest Du .^rksam. And Du willst t-ch diese, Deine NGste Pflicht, rncht einfach faul auf anberc abtolil^en? »'n I.u " 5 geselle, ich ^ate n-tchts zu ter« und we,ß nn» selber schon zu schüfen. Das ist Reinl»ch gedachst Die Stadt und ihre Einwohnerschaft cheten Dir Wohnung, Straß"», Hierkehrsmittel, De- ^âung und sorge., für Deine Ernährung. Da wiMt Du im stäke der Not nicht wieder für die Gescheit »intreten? Du hast keine Rücksicht auf die Fanrikie zu Velinen, hast am meisten Zeit zu den Uebungen und ziehst, selbst wenn Du fallen solltest, leine Frau keine Kinder in Mitleidenschaft. Fühlst Du nicht die Pssicht, gerade für die Kinder Deiner MiÄklürger eiiyufkben? Tu willst doch, daß unser Volk erhalten bleibe.

Ich bin lange genug im Felde gewesen, ich will 'run von Waffen nichts vvhr sehen und hören. War­

um war st Du im Felde? Sicher doch zum Schutze Deines Landes, Deiner Familie, Deines Besitzes. Was Du dem Feinde gegenüber mannhaft verteidigt hast, willst Du nun tatenlos von verhetzten und verbreche, rischen Leuten rauben, zerstören, vernichten lassen. Ist das eines braven Kriegsteilnehmers würdig? Nein, wer draußen war, weiß, daß der Soldat nicht eher znr Ruhe gehen kann, als er durch Feldloachen und Norposten genügend gesichert ist. Die Wackln Kni Posten gegen Unruhestifter und Diev^gtsiichel aber bildet die Einwohnerwehr.

Ich bin d i e n st u n t a u g k i ch, was soll ich in der Einwohnerwehr? Die Eiutvohncrtvehr (leih viel gerin­gere Anforderungen als der Militärdienst Hier gibt's keine Denoermärsöve, kein feldmarschmäßiges Gepäck. Den Dienst in der Einwohnerwehr kann jeder tuuv wenn er den guten Willen dazu bat. Die fünf Kriegs­jahre hast Du in der sicheren Heimat ruhig unb gemäch­lich verbracht, sicher beschützt von Deinen Mitbürgern, die im Schützengraben in Lehm und Morast, vom ständig drohenden Tode umlauert, für Dich die härtesten Entbehrungen erduldeten. Nun sollen sie obendrein auch hier wieder für Dich eintreten, wo Du selber gut mithin kannst? Nein, umgekehrt, nun mußt Du Dich herandrästgen und auch einrnal für ihn einsprinyen, der nach den langen Krie^Sjahren das AaSrichen wahrlich verdient hat. Ausreden sind billig. Unsere Zeit mit ihrer schweren Not sortiert, daß wir alle znfammon. stehen zum Wohle der Gesamtheit Das Wohl ter Gesmntbeit steht höher als das Einqeltvohl. Einer für alle, alle für einen! fDas ist dr Wahlspruch der Ein­wohnerwehr.

Sollten diese Aittworten noch nicht genügen, um jeden anständigen, friedliebenden Menschen der Ein- IvohTvrwchr zuzuführen, so ist die Zentralstelle für Einwohnerwehren, Berkin SW. 68, Schützenstroße 3, zu weiterer Auskunft bereit.

verschied aus.

Den Gemeindeverwaltungen zur Beachtung! $n bemerkenswerter Weise ist die Stadtverwaltung i Be. verungen vorgegangen, um fänrtlichen Bürgern zu an­gemessenem Preiß' den für ihren Haushalt erforderli­chen Bedarf an Brennholz zu sichern. Jede Familie lvird mit drei Mtr. Brennholz beliefert, der zu zahlende Preis wird nach der Vermögenslage gestaffelt. Die Verteilung ist in folgender Weise beabsiclztigl: 50 Fa­milien erhallen das Holz (brei Meter) zu 80 Mk., 100 Familien zu 60 Mk., 300 Familien zu 75 M, 80 Faun kn zu 100 D?k. und 88 Familien zu 125 DLk. Die Verteilung erfolgt durch eine besoirdere Kommis, fion, der die Gesamtverhältnisse der einzelnen Fami. lien bekannt sind. Besondere Berücksichtigung sollen die KriegSioilnehiuer und die kinderreichen Fannlien finden.

Der neue Häutezuschlag. Für die Zeit vom 16, März bis 18. April 1920 einschließlich find falzende SAtze als Häuteznschlag, kr mindestens «n kn Tier­halter zu bezahlen ist, für den Zentner Lebendgew-ichl festgesetzt: für Rinder 90 Mk., Kälber 214,20 Mk., Schafe mit volktrvlkigen, halblangen und kurzwolligen gelten 168 Mk., ^hafe mit BLihen 121,80 DU. Pferde einschließkich Fohlen, Esel, Maultiere und Mauiescl 62,40 M«rrk.

Saatkartoffe n. Muß man zur Saat du-rck^eschiut- fene Kartoffeln »erweichen, so soll man dieselben einige Tage vor dem Auslegen bnrdtfdnietben, damit stch aus der Schmttlläche eine Trockenschicht bilden kann, die Schutz vor Krankheiten unb Fäulnis im Baden gewährt. Wtirde man die Kartosfclu schon 14 Tage vor km Ai'slegc-n durchschneiden, so würden dieselben zu sehr arstrocknen.

Häufiger ^Wvchse.' im Kartoffoksaatgut steigert die Erntemevgcn, mikert die Kartoffestwt in 1920. Da die weggefaLenen östlichen Provinzen eine große Rc^Le in der Speisekartoffestbelieferung bildeten, muß mibe, binot »erfüllt Iverden, durch Sa«r^ntwechfel kn ein. Heimischen Ertrag bedeutend zu steigern!

Der alte Unfug. Kaum haben die ersten warmen Sonnenstrahlen einige stlberne Kätzchen an kn kahlen Weiden und Silberpappeln hervariockt, lommt gleich ein kleiner »der großer Unhold und reißt sie in Men­gen her«!', daß mir noch eine traurige Barmn» irw übrig bleibt, die ihre ganze UnirgebuMg verschandelt. Mer mit sehr kurze Zeit freuen sich diese Waldplün­derer ihrer Beute. An den Wegrârwern, neben Bän­ken, an den Stadteingängen kann man die schönen FrühUi»Ashotkn wieterfindeu als stumme und doch be­redte Anklä-Pr der barbarischen Menschen. Mgesehen b*V»nt daß Ne Kätzchen für die Bienen die erste Nah­

rung bieten, die ihnen durch das frevelhafte Abreißen entzogen wird, muß es das Herz eines jeden Natur- freunkg schmerzlich berühren, wenn er so'che traurige Baumruinen ansehen muß. Bekehrend auf die Jugend einzuwirken, daß dieser ilnfng unterbleibt, ist Sache der Schule, aber den Großen sei mit flammender Schrift ins Gedächtnis «ingeprägl das schöne Gedic t von Johannes Trojan;

Brichst du Blumen, sei bescheiden, Nimm nicht gar so viele fort;

Sieh'! Die Blumen müssen's leide», \ Doch sie zieren ihren Ort.

Nimm ein paar und laß die andern In dem Grase, an dem Strcnuhl And're, Lie vorüber tv«Hern, Freuen stch an ihnen auch.

Dttugerimttelschwindel. Infolge des außerordent lichen Düngermangels werden zahlreiche geringwertig oder vollkomnren wertlose Düngeinittel unter den bet sthiedenartigsten, oft den bewährten Düngemitteln âhn lich kkingenden Nmuen an den Mann zu bringen Vers sucht. Die Landwirte feien deshalb darauf hingewie- fen, daß der Verkäufer auf Grund de, Verordnung des Bundesrates vom 3. August 1918 bei jedem Verlauf von Kunstdünger M^ugeben hat: die Art des Dängernit- tels, den Gehalt an Stickstoff, Phosphorsäure und Kali nach Kiloprozent und die gönn (Löslichkeit), in der diese Wert bestimmenden Bestandteile darin enthalten sind. Drum laufe kein Landwirt Kunstdünger nur nach Dem Namen und versäume nicht, eine nach Vorschrift entnommene Pr»be an die Landin VerfuchSstatzon zur Untersuchung einzufenden.

Warum sind die Schuhe so teuer? Interessanten Aufschluß über die Ursachen der unerträgsschen Der. teuerung des Schuhiverks gibt der Abschluß der Aache­ner Lederfabrik. Das Unternehmen, hat im letzten Gesäbästsjahr einen Reingetvinn von 2,5 Millionen Mark erzielt, aus dem 40 Prozent Dividende verteilt iverden. Dabei bat sie bedeutende ErweiwrungK-aut-n durchgeführt, sodaß ans dem Wirk sschen Ueberschuß viel­leicht 100 Prozent und mehr hätten gezahlt werden Immen.

Die brütende Henne br»u«6t Futter, frisches Wasser und ein Staubbad und die Eier brar^hen frische Luft. DieZeit der Lüftung der Eier »ichtet sich nach der Brut­dauer und der Außenluft; bei etwa 15 ®«tb Celsius wird 58 Minuten im ersten, 1&15 Minuten im zweiten und 1520 Minuten im letzten Drittel kr Brrüzeit gelüftet. Ist die Außenluft wärmer, so wird besond in der letzten Zeit die Lüftung verlängert Das Durchke,übten der Eier ist eine unbedingt« Nakwen. bigtat und bringt große Vorteste. Diese Arbeit wird von geük'ten Leuten zwrinucl am 5.7. unb am 12. bis 15, Bruttage, von weniger Erfahrenen aber war einmal nach Verlauf des ersten Drittels der vrutd«»eL vorgenoncmen. Die «n8fef<6id)enen und sch»»achbe. fruchteten Eier geben mit Mehl gebacken «ine« Knckp-n, der die beste Crftlinflönabiimg für die loannerrden Kü­cken darstevt Dann wird durch die geringere EieiqnP deren bessere Bsbrütunq ermöglicht. Wenn man zu­gleich 2 oder 8 Bruten macht, können diese zufammer» gelernt werden und ein ©mutier wird frei »der auf frische Eier gesetzt. Sim Tage vor dem Schlupfen lvird ein neues, vollkommen gleichartiges Nest bereit ge" stellt und beim letzten Lüsten kamuren die Eier in die­ses. Dadurch »oird das im alten Rest «nqesaminclte Ungeziefer nicht auf die Kücken übertragen Dom Taye von km Schlupfen bis zum Ablauf des Sählnt'ttageS braust das Tier, w>ie die Brut nur R»be. Hierauf entferne man die Eierschalen und warte den nächsten Tag, das Vollenden der ©ruf ab. Die erste Nahrung erhalten die Kücken erst, wenn sie minbefte*# 40 Stun­den alt sind; diese besteht aus km vorerwähnten Eier- hieben, kr gut eingeweichl unb «ilsgedrückt mit zartem Grün gemischt »orgrsetzt wird. Als Getränk ist Mager, milch das Beste. ?nk§ tftglid) 45 mal in kleinen Mengen, stets frisch in nur reinen Gefäßen. Für di« Nachzucht nmß die lebte Brut Ende Mai fertig sein; alle späteren Sorten dürfen nur Schkachtware kiefern.

Kartoffelpfannknchen. St* Karwffeln werden ße waschen, geschistt, gerieben unb auf einem Sieb vom Wassec-gchatt befreit. Ettvas heiße Milch wird über, ergossen, ein Ei, ettvas Mehl und wenig Salz in den Teig gerührt. In die ©sänne kommt kein Fett, fonp dern man streut nur dünn etwas Satz auf und legt den Teig hinein. Auf jeden Pfannkuchen träufelt man % Teelöffel voll Oel, backt fertig, dreht Kuchen um und bockt die anbere Seite ohne Oel aufznchetzen. Diefe- anSpcvkrieu-e neue Re-ept ist «uberodenkkich empfehVenS- tütrt und sollte überall einmal awoeirenkt werden ES bleibt gewiß nicht beim ersten Versuch!