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Bit MichrtaziwahIr»

Ken am 6. Juni stattfinden. Bei der kurzen Frist, e uns von der Wahl trennt, ist keine Zeit zu ver- eren. Der Aufmarsch des Zentrums muß damit be- innen, daß bis in die letzte Gemeinde die neue Zen- umsorganifation vollends ins Leben gerufen wird, leim nur so wird es möglich sein, daß die Wähler bei er demnächst erfolgenden Aufstellung der Abgeord- etenlisten durch selbstgewählte Delegierte ihren Ein­ geltend machen können.

Ein laudDittschastl. Antrag der ZeniruAS-

DaS Ze«»rum hat in der Nationalverjammluug »lgenden Antrag gestellt:

Die ÄeidtStefitrung zu ersuchen : zu veranlassen, 'ab für bie auf Grund de» j<riedenSvertra^cS an die Entente abzuliefernden Tiere der Untericvieü zrvcscheu >en Ylnroufeprtifen und den von der Entente bei der Ledernahme festgesetzten Preisen den Verkäufern ent. prechen» den zur Zeit der Abikcferung geltenden Markt- »reisen ersetzt wrro °

Dir rote Schrecken

im Industriegebiet R^inland-Westfalen hat sich in der oerflossenen Woche in seiner ganzen abstoßenden Furcht­barkeit gezeigt. Unwillkürlich denkt man da an die bekannten Bilder, die Schiller in derGlocke" so packend zeichnet,wenn der Feuerzunder sich im Schoß der Städte still gehäuft und der Aufruhr an der Glocke Strängen zerrt, daß sie heulend schallt und nur ge­weiht zu Friedensklängen die Losung anstimmt zur Gewalt".

Die Straßen füllen sich, die Hallen, Hut DLrgerdavde, zieh'» untrer.

Da werde» Weiher zu Hy-tsen

Und treiben mit Entsetzen Scherz.

Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen

Zerreißen sie des Feindes Herz,

Nicht» heiliges ist mehr. es lösen

Sich alle Vande frommer Scheu;

Der Gute reumt den Platz dem Bösen

Und alle Laster uralten frei.

Gefährlich ist», den Leu zu merken Verderblich ist des Tigers Zahn.

Jedoch der schrecklichste der Schrecken

Da» ist der Mensch in seinem Wahn."

Ser März war von jeher ein umstürzlerischer Mo­nat. Es scheint, daß in der Zeit, wo der Saft in die Bäume steigt, auch eine gewisse Gärung im Menschen­blut und Menfchengehirn die Vernunft zeitweilig überwuchert. Schon im alten Rom haben an dem Iden des März" (15.) im Jahre 44 die Verschwörer den größten römischen Staatsmann Iulius Cäsar in der Senatsitzung ermordet. Auch im Jahre 1848 entstan­den die Unruhen im März; und das Gedenken der Märzgefallenen in Berlin brachte seit Jahrzehnten all­jährlich die politischen Gemüter in Wallung. Auch im vorigen Jahre entstanden im März die Unruhen in Mitteldeutschland und Bayern, die zu späteren schweren -Kämpfen führten. Und Heuer war es der 13. März, wo Kapp und Genosien ihren verfassungswidriaen Putsch unternahmen, der dann den wahrscheinlich schon länger vorbereiteten

Lommumstenoufsiand im Ruhrgebiet auslöste, unter dem unser Vaterland nun krankt. Es ist die allerschwerste Prüfung, die die junge Demokratie in Deutschland auszuhalten hat. Die Kommunisten und die ihnen Nachstehenden wollen die Macht an sich reißen und bann diktieren. Auffallend schnell gelang es ihnen, eine mit allen Waffen ausgerüsteterote Armee" aufzustellen und die Gewalt im ganzen Kohlengebiet an sich zu reißen. Die anfangs nur schwache Reichswehr wurde bis nach Wesel und Münster zurückgedrängt. Die in der Mehrzahl vernünftigen Arbeiter hätten es ganz gewiß nicht so weit kommen lassen und von An­fang an den Kommunistenaufstand unterdrückt, wenn sie nicht von der Meinung betäubt gewesen wären, die ganze Bewegung gelte nur der Abwehr des Kapp- umsturzes und der Wiederkehr der alten Militärherr­schaft. Erst allmählich konnte in das abgesperrte Ge­biet Aufklärung getragen werden. Aber unterdessen hatte das Gesindel bereits die Herrschaft an sich gerissen. Eine Hauptrolle spielten in der roten Armee diehalb­wüchsigen Burfchen", fanden sie doch eine herrliche Ge­

legenheit, zu streiken, den Karabiner umzuhängen und bei vollgefüllten Feldküchen den Rotgardisten zu mimen. Die Streiktage wurden ja bezahlt, 65 Mark Löhnung gabs obendrein. Charakteristisch für bie rote Armee war ès, daß die Etappe bald nach Beginn der Gefechte fünfmal mehrKämpfer" aufwies, als die berühmte Front, in der auch eine gewiße Weiblichkeit zahlen- mäßig und nach Gesinnung massiv vertreten war, auf die Schillers Bezeichnung von den Hyänen trefflich paßt.

Seit dem 25. März bestand fast im ganzen In­dustriegebiet nichts anderes al» eine vollkommene Pö­belherrschaft. Unglaublich ist gehaust worden, und es hat sich wie seinerzeit bei der Räteherrschast in Mün­chen auch hier gezeigt, daß ein paar verwegene Kerle die Arbeiterschaft einer ganzen Fabrik, ja sogar die ganz« Einwohnerschaft einer Stadt, unter ihre Fuch­tel bringen können. Man muß die Gesichter dieser Freiheitskämpfer gesehen haben, um beurteilen zu kön­nen, mit welcher Sorte von Demokratie da zu rechnen war. Gegen den roten Militarismus ist der alle Mi­litarismus denn doch noch eine elende Stümperei ge­wesen. Die Befehle, die die roten Führer herausge­geben haben, waren klassische Beweise von Aufgebla­senheit, von Dünkel und von Btutrünstigkeit. So etwas ist nie dagewesen!

Da die Gefängnisse unb Zuchthäuser geöffnet warrn immer die erste Nummer in einer gut in­szenierten Revolutionsvorstellung, wie schon der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 beweist und da die schwersten Jungen ihre Freiheit er­langt hatten, war für die nötigen Männer der Tat gesorgt. Die Freiheit der Presse wurde schamlos unterdrückt, Erpressungen von unerhörter Gewalt­tätigkeit begonnen und alle Register wurden gezogen, um bas Lied von der Diktatur bes Proletariat», brau­send zu begleiten. Ueberall wurden natürlich wieder Räte" eingerichtet und die rechtmäßigen Behörden abgesetzt", bann begannen die systematischen Plünde­rungen in der Form vonRequisitionen". Trupps von Bewaffneten erschienen mit vorgehaltener Pistole, die die Abgabe vor Vorräten erzwangen. In den Geschäften wurden Schuhe, Kleider, Mäntel, Decken, Zigarren und Zigaretten kurzerhandbeschlagnahmt". Hotels und Restaurants bekamen dir Auflage, für so und soviel Mann das Essen bereitzustrllen. Bauern­höfe wurden ausgeplündrrt und gebrandschatzt, was von Einzelheiten berichtet wird, ist geradezu haar­sträubend, so wurde das Schloß des Grafen Wester- Holt in der Nähe von Wesel von den roten Truppen voüständ.g ausgeplündrrt. Nicht nur die ganzen Mö­bel wurden gerauot. sogar dir Fensterflügel wurden ausgehängt und die Rahmen entfernt Die im Schloß hängenden Kruzifixe wurden mit teuflischer Bosheit von den Weibern zerschmettert und verunstaltet. Ein bezeichnendes Bild für das Ziel und den Geist der roten Banditen erlebten die vorrückenden Truppen bei der Festnahme eines fünfzehnjährigen Burschen. Er wurde mit btt Waffe in der Hand angetroffen und führte 15 000 M an Papiergeld bei sich.

Zur Wiederherstellung der Ordnung wurden aus ganz Deutschland Reichswehr-Truppen nach dem In­dustriegebiet befördert. Die Regierung stellte ein Ultimatum zur Ablieferung der Waffen und Meder- einsetzung der alten Gewalten. Doch die Drohungen der Ruhrbolschewistcn, bei weiterem Anmarsch der Reickswehr die Bergwerke in die Luft zu sprengen, die Drohung ihrer Spießgesellen in Berlin mit neuem Generalstreik, und die Scheu der schwankenden sozia­listischen Minister vor scharfem Zugreifen brachten immer wieder ein Hinausschieben der Frist. Die Re­gierung hasste durch den Druck der sich ansammelnden Reickswehrtruppen, die GSld- und Brotnot im abge­schlossenen Aufstandsgebiet und durch gütliches Zu­reden die verhetzten Gemüter nachgiebig zu machen und die Ordnung wiederherzustellen. Ob diese immer wie­derkehrenden Anbiederungsversuche an die Banditen, die inzwischen für Millionen an Werten zerstörten und erpreßten, Menschen mordeten und das Ganze mit blutigem Terror erfüllten, angebracht waren, will uns nicht einleucbten. Handeln, nicht verhandlsn. wäre wohl eher am Platz gewesen, zumal fämklicke Parteien einschließlich der Sozialdemokraten und stellenweise sogar der Unabhängigen aus dem Gebiete, die von den roten Terroristen beherrscht wurden, an die Reicksregierung den dringenden Hilferuf richteten, die

Relchrwehrlruppea einmarschieren

zu lassen. An verschiedenen Punkten ist das inzwischen erfolgt und dieses feste Zupacken der Truppen hat be­wiesen. daß das der einzig« Weg ist, um wieder zu geordneten Verhältnißen zu kommen. Die Bevölke­rung, einschließlich der gesamten Arbeiterschaft, atmete nach Wochen wieder auf und konnte zum ersten Male wieder ohne Todesangst schlafen. Ob die Arbeiter­schaft nach dieser Probe aufs Exempel von dem Ge­danken der Räteherrschaft und der Diktatur des Pro­letariats kuriert ist? Manche meinen es und die ver­nünftigen Arbeiter müßten sich auch sagen, daß jedes Bemühen einer Aufrichtung ber Diktatur von links zu (Ergebnissen führen muß, wie wir sie jetzt erlebt haben, daß es ganz zwangsläufig so und nicht anders kommen muß. Das wird aber die eigentlichen Draht­zieher nicht abhalten, neue Versuche zu machen. Hat doch in der Versammlung des Eßener Dollzugsraies der Kommunist Eppstein der Name erinnert an Levi, Mandelstamm, Silberbaum, Sobelsohn u. a. berüchtigt gewordene Galizier gesagt, es handle sich beim Abbruch des Kampfe» nur um eine Atem­pause, man werde bald wieder zu den Waffen greifen usw. Das Gesindel, bas dort vom fernen Osten her eingeftrömt ist, will also weiter wühlen, es wird fort­fahren denAufstieg der Maßen" zu verkünden, Räte einzufetzen und der Welt zu beweisen, daß es nicht» gutmütigeres und geduldigeres gibt als diejenigen Arbeiter in Deutschland, welche sich von verbummelten Genies, Abenteurern und Verbrechern von einem Streik in den anderen und vor die Mündungen der Maschinengewehre Hetzen laßen. Dies alles ist Wahn­sinn »aber es scheint, daß wir ihn ganz auskosten müßen. Es ist das etwas von der dunklen Wetter­wolke des

Bolschewismus",

die tunheildrohelck über Europa hängt. Bald dick, bald dort zerreißt ein zuckender Blitz das schwere Gewölk, um irgendwo zu zünden. Unheimlich lodern die Flammen der Bolschewismus in allen Ecken und Enden Europas empor und lecken am Gebälke des Wirtschafts- und Staatsgebäudes des alten Europa. Kaum gelang es mit Mühe, die Flamme irgendwo zu löschen, züngelt sie an anderer Stelle neu empor. Es ist wie zu Pestzeiten. Die Alten haben von einer Pestlust geredet, die bie Pest bringt und gegen deren Umsichgreifen der Mensch machtlos ist. So ähnlich, möchte man sagen, liegt der Bolschewismus mit seinen verrückten Ideen, die die Auflösung jeder Ordnung und die Bekämpfung des Gottesglaubens zur Folge haben, in der Lust, steckt Völker und Leute an, von denen man es nicht für möglich halten sollte. Die Leute machen es wie gewiße Tiere bei einem Brande, die mit blinder Wut ins Feuer rennen. Aehnlich die Menschheit von heute. Sie mag das Verderben, das der Bolschewismus anrichtet, vor Augen sehen, sie stürzen sich doch hinein als wie in ein Meer von Freude und Lust. Und wieder andere, die denselben gewiß verabscheuen, tun alles, um ihm den Boden zu bereiten. Der Nährboden ist die Auflösung jeglicher Ordnung, die heillose Habgier, gepaart mit einer un­sinnigen Genuß- und Verschwendungssucht, die Miß­achtung von Recht und Gerechtigkeit im öffentlichen Leben, in Handel und Wandel. Wahrlich es ist eine schlimme Zeit, in der wir leben und es wird noch lange dauern, bis Europas Völker diese neue Krank­heit aus dem Osten überwunden haben, die übrigens selbst vor den Toren Indiens und Persiens nicht Halt macht, und wie eine Gehirnseuche die ganze Welt be­droht.

Günstigere K^sWen

für die deutschen MWoE.

Verschiedene Anzeichen lassen erkennen, daß in den alliierten Ländern die Strömung für die Erhaltung der vielen noch bestehenden und die Wiederherstellung der ausgewiesenen deutschen Missionen an Stärke sicht­lich zunimmt. Sogar in Frankreich können die von den Jesuiten herausgegebenenEtudes" jetzt wagen, ein ernstes Wort für die deutschen Missionen zu spre- chen. Entschiedenere Schritte stehen auch seitens eim flußreicher Kreise in den Vereinigten Staaten bevor, nachdem schon die letzte Iabresversammluna der