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50. Iahrg
Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag u. kostet vierteljährl. Ausg. A 1.50 Mk., B 1.80 Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 40 Pfg. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunst-Anzeigen 30 Pfg. extra. In Konkursfällen wird der bewilligte Rabatt hinfällig. Erfüllungsort für das Einklagen von Forderungen ist Fulda. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher. ........... — Druck und Verlag der Fuldaer vcliendruckerei. ■ ■ ■
weißer Sonntag.
Herrlich Grünen auf den Fluren, Herrlich Blühen in den Gärten, Sonnenschein und Himmelsbläue, Frühlingsduft auf allen Fährten.
Wundersame Menschenblüten, Kindesherz im Unschuldsstrahle, Kerzrnschein und Glockenklingell, Führen sie zum Gottesmahle.
Unentweihte Lilienkelche Schließen ein den Herrn der Welten. Unschuldszarte Menschenherzen Wandeln sich zu Gottes Zelten.
Nimm, o Herr, das reine Opfer, Für der Völker schwere Schulden! Laß uns bald den Frieden sehen Nach der Prüfung hartem Dulden.
Wochenkalender.
S o n n t a a. 11. April. 1. Sonntag nach Ostern. Leo I. der Grohe, P. u. Kchl.
Montag, 12. April. Vom Tage.
Dienstag, 13. April. Hermenegild, M. Mittwoch, 14. April. Justinus, M., mit dem Ge. dachtnls d. hl. Tiburtius, Vaterianus u. Maximus, M. Donnerstag, 15. April. Vom Tage.
Freitag, 16. April. Vom Tage.
Samstag, 17. April. Von der Mutter Gottes u Gedächtnis des hl. Anicet, P. u. M.
Elfter Sonntag nach Ostern.
(Evangelium Joh. 20, 19—31.)
^n jener Zeit, als es an demselben Tage, am ersten nach dem Sabbathe, Abend war und die Türen (des Junger sich versammelt hatten, aus Furcht vor den Juden verschlossen waren, Iain Jesus mtteudil^ und sprach zu ihnen: Friede sei rnlt euch! Und als er dieser gesagt hatte, zei te er ^üneer^d^tte ^ ^ic Seite. Da freuten sich die ! den ^errn sahen. Ec sprach dann abermals zu ihnen: Friede sei mit euch I Da er dies gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen Empfanget den heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden Nachlaßen wendet, denen sind sie nachgelassen und welchen ihr sie behalten we.det, denen sind sie behalten Thomas aber, einer von den Zwösien, der Zivillin । genannt, war nickt bet ihnen, als Jesus kam Da sprachen die andern zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sagte zu ihnen: Wenn ich nicht an semen Handen das Mal der Nägel sehe und meinen Finger in den Ort der Nägel und meine Hand in seine ™t lege, so glaube ich nicht. Und nach 8 Tagen waren seine Junger wieder darin und Thoma» mit
ihnen. Da kam Jesu» bei verschlossenen Türen, stand in ihrer Mltte und sprach: Friede sei mit euch: Dann sagte er zu Thomas: Lege deinen Fin er herein und siehe meine Hände, und reiche her deine Hand und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gottl Jesus sprach zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, hast du geglaubt; seli i, bi nicht sehen und doch glauben. Jesu» hat zwar noch viele andere Zeichen vor den Augen seiner Jünger getan, welche nicht in diesem Buche geschrieben sind: diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubet, Jesus sei EhristuS, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben Habet in seinem Namen.
Die Krche tes neuen Sundes.
ls die grausige Sündflut alles Lebende bei tilgte vom Menschen dis zum Vieh, vom Vogel in der Luft bis zum Wurm in der Erde, da ist allein Noe übrig geblieben und die mit ihm in der Arche waren.
Auch der Neue Bund hat eine Arche, besser, stärker, unvergänglicher als die des Alten Bundes: es ist die hl. katholische Kirche.
Im P alm 45 beschreibt Tav d die Stürme, die von feindlichen Heeren gegen Jerusalem uoteinom- mcn wurden, die Fluten, die an die Sore der hl Stabt stießen, um sie zu unterwühlen und tu ver« n'chten. Vergeblich sind die Versuche, ein Schlag ins Wasser. Gott ist es, der Herr der Heerscharen, der König des Himmels und der Erde, der den Feinden die Waffen aus der Hand schlägt, der schützend feinen Arm ausstreckt über Israel, der den Anprall der Ueberniacht abwehrt 'zu seiner eigenen Ehre und zum Ruhme des auserwählten Volkes. Dieses alle Jerusalem so gut wie die Arche ist ein Symbol der bl- katholischen Kirche, mit welcher der Heiland ist bis zum Ende der Welt.
Psalm 45: Gottes Schutz über Jerusalem und über die Kird)e.
1. Der Herr ist unsre Kraft und Zuflucht, In aller Not ein treuer Helfer.
2. Wir stehen fest und unerschüttert, Mag auch die Welt in Stücke gehen.
3. Wenn selbst die Bergsricsen wankten Und un.ieitüm ins Meer sich stürzten __
4. Wenn fürchterlich die Wasser tobten — Das Herz erfreut sich stiller Ruhe.
5. Ein Segensstrom erquickt die Kirche, Sie i|t des Allerhöchsten Wohnun
6 Gott sieht ihr bei, läßt sie Nicht zittern, Verleiht ihr Sieg am Tag dec Rache.
7. Es stürzen Völker, Königreiche, Zerschmettert von des Höchsten Stimme.
8. Der Herr der Engel mit uns st eitet. Und Jakobs Gott ist unser Helfer.
9. Kommt, schauet Gottes Wundertaten: Er stiftet Frieden für die Völker.
10. Zerbricht den Bogen und die Pfeile, Wirft in das Feuer Schild und Waffen.
11. Mit uns ist Gott, der Herr der Engel, Und JakobS Gott ist unser Helfer.
12. Betrachtet, daß ich euer Gott bin,
Erhaben über Welt und Völker. —
Wie über das alte. so wird auch über das neuk Jerusalem, über die Kirche, ein wahrer Dellskreit aus« getragen: böse Mächte setzen alle Hebel an, die Kirche zu verderben, Gott setzt feine ganze Allmacht daran, die Kirche zu schützen und zu verherrlichen. Doch wir missen, wo der Sieg ist. Getrost können wir uns der Arche des neuen Bundes, dem glückhaften, sieggewohnten Schiff der Kirche anvertrauen. Wo in der Welt ist ein Schiff, das den Passagieren so gute Pflege ange« deihen läßt wie die katholische Kirche den Seelen der Gläubigen? Da gibt es kein Bedürfnis der Seele, das die Kirche nicht kennt und nicht befriedigt. Vor allem dürstet die Seele nach Wahrheit. Auf die Fragen: woher und wohin will die Seele Antwort, klare, entschiedene Antwort, kein Ausweichen, kein Achselzucken, keine Unsicherheit, kein Schwanken, kein Viel- leicht, keine bloße Meinung und keine kahle Theorie. Kein Plato, kein Leibnitz, kein Kant, keiner der alten und neuen Philosophen, die nur das Lichtlein des Ver« Verstandes zu Ra'e ziehen, ist imstande, über die großen Lebensprobleme sichere Auskunft zu geben. Als Resultat ihrer Forschungen präsentieren sie uns nur den traurigen Satz: darüber wissen wir nichts und werden nichts wissen.
Ganz anders die katholische Kirche. Schlage irgend einen kach. Katechismus auf — und gleich die erste Frage gibt dir Antwort über den Sinn und die Aufgabe unseres Lebens in dem ebenso tiefsinnigen wie leichtscßlichen Satz: wir sind auf Erden, daß wir Got- tes heiligen Willen tun und dadurch in den Himmel kommen. Als Helene Most, eine Konvertitin unserer Tage, zum erstenmal den katholischen Katechismus las, ft er ihr rorgekommen, als ob eine Fülle des Lichtes ich in ihre dunkle Seele ergießen würde. Der erste Schritt zur katholischen Kirche war getan und bald eilt» ie in den Schoß unserer gemeinsamen Mutter.
Wonach dürstet die Seele noch? Nach Gnade, und liefe wird in der katholischen Kirche mit vollen Hân- den ausgeteilt, mit der größten Freigebigkeit, ohne Marken, ohne Rationierung, ohne Wucherprerse. Kommt, ruft sie den Gläubigen zu, esset und trinket umsonst an meiner wohlgedeckten Tafel. Die anderen Konfessionen haben eine Gnade nach der anderen, ein Sakrament nach dem anderen über Bord geworfen, )ald die Buße, bald die Ehe, bald die Oelung, bald >ie Priesterweihe. Die kathol. Kirche allein hat alle Gnadenmittel, wie sie der Heiland eingesetzt, wie sie die Apostel gespendet, wie sie die Christen der ersten Jahr- »underte empfingen, treu und unverfälscht bewahrt, und spendet sie an Reich und Arm. an Groß und Klein, an