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M0.

Sonntag, den 28. Mürz

Nr 15.

^- Vipern. -^

Ein Bauersmosm suchte sich in der freien Zsit eini­ges Geld batHird) zu verdienen, daß er gisiige Schlan­gen, sogenannte Vipern, fing und sie in die Apotheke trug. Eines NachnÄtags hatte er einen guten Fang gemacht und eine reiche Anzahl heimgebracht. Die Vipern befanden sich in einem Korb, der gut bedeckt, aber nicht fest verschlossen war, und diesen Korb mit den noch lebenden Schlangen stellte der Mann nachts in seine Schmskammer. Während der Nacht krochen die Vipern heraus. Da sie die Wärme lieben, schlichen sie an das Bett und hängten sich an des Schläfers Leib. Sie taten ihm nichts zuleide; er aber erwachte, erschrak und sagte sich'Ich bin des Todes, die Vi­pern sind entkommen."

Er ist aber klug und rührt sich nicht. Indem er sich Gott enrpfiehlt, ruft er seinen großen Buben. Und da dieser die Stammertüre öffnet, sagt er ihm:Tritt nicht herein, sondern geh in die Küche, nimm den großen Kessel und fülle ihn mit lauwarmer Milch. Dann stelle ihn ganz still in die Kammer. Geh ge­schwind und verliere keinen Augeirblick!" Das gescheht. Der Sohn bringt den Kessel mit der Milch und stellt ihn in der Kammer nieder. Wie die Schlangen die Milch riechen, machen sie sich von dem Bauersmann los, und bald sind Hände, Hals, Leib, Füße von den giftigen Freunden befreit. Er wartet, bis die letzte Viper ihn verlassen uni) sich an die Milch gemacht hat. Jetzt steht er auf, sieht, wie die Tiere in die Milch sich fast ganz eingetaucht haben, sicht, daß sie wie eilige« schläfert und berauscht sind. Er nimmt eine Zange, zieht eine nach der anderen heraus und haut ihr den Stopf ab. Dann kniet er nieder und dankt Gott, daß er ihn aus so großer Gefahr errettet habe. Die Bi- pern aber schickt er dem Apotheker und läßt ihm sagen, daß er nie mehr mit biefem Geschäft sich abgeben werde. Er hielt euch sein Wort und konnte künftig keine Viper mehr mischen . Ja, er mochte nicht einmal mehr bewon reden ober daran teufen.

Viper«, giftige SchlanM« sind glaubens- und fib lenlafe Schriften. Vipern im Hause bringen das leib­liche Leben aller Insassen in Gefahr. Schlechte Bücher und Zeitungeu im Hause vergiften das geistige Leben seiner Bewohner. Wie die Viper dem warmen Kör­per nachgeht, so suchen die schlechten, glaubens- und sittenlosen Blätter sich dort (Änlaß zu verschaffen, wo man nicht wachsam ist, ja, sich für sie noch erwärmt. Wehe jedem ,ter von feinen Eltern das Christentum ererbt hat, wenn er in seiner Behausung die Giftschlan­gen schlechte Bücher oder Blösser duldet, wehe ihm, wenn er deren Gift regelmäßig in sich aufnimmt! Aus einem gläubigen Chrffteisnenschen wird ein Zweifler, aus tem Zweifler leicht ein Ungläubiger werden und schließlich sogar ein Spötter und Lästerer. Und nicht genug, daß der Hausvater, der das hl. Feuer der An­docht, des Gottes, ter Gottesfurcht, kurz der Religion ab Priester im Hause unterhalten sollte, durch schlechte Blätter verführt, dem Verderben entgegengeht. Mehr noch, statt Schützer der Familie wird er für die Sei- ntgen jetzt sogar Führer zum Unglauben. Durch die Schlangenbisse der giftigen Vipern, die er in sein Haus gebracht, geht er mit seiner ganzen Fanülie an der Seele zu Grunde ihr Gift wirkt langsam aber tätlich.

D«r«m biiiess mit den Vipern, mit ter schlechten unb farblosen Presse, und möge jeder Katholik beim Beginn des neuen Quartals sich ernstlich gesagt sein

Eine selige Äerbeßunde,

* -w SeeNrchen. Da kam eines Tages ein zSjaijnger Greis, got!esfür<Aig und fromm, wie er mar, in he Sakristei und bestellte ein Gebet um eine glückselige Sterbestunde"; dennich bin zwar ae- sund', sagte er,aber recht alt und muß aufs Ster­ben gefaßt sein. Abends des nämlichen Tages (mitten in der Woche) fam er nochmals zur Kirche und bat einen Priester, ihn Beicht zu hören. Des anderen Tages kam er wie immer schon zur Frühmesse, und nach dem Konnentomte empfing er die heilige Kom­munion. Nachdem er seine Danksagung verrichtet, be- Mb er sich nach H-.usc er bewohnte ein kleines

Häuschen am Märkte. In die Stube einaetreten, stürzte er zu Boden und war eine Leiche.

Wer hatte es ihm in den Sinn gegeben, sich auf feinen Tod, testen Nähe er nicht kannte, vorzubereiten? Die Kinder Gottes", sagt der Apostel,werden vom hl. Geiste geleitet."

* Greßenlüder. Das Begrüßungskomitee für die Willkomnenfeier der Kriegsgetangenen hatte eine Bewirtung und öffentliche Feier beschlossen. Die Vorfeier wurde in die Hände der Jungfrauen aus der Marian. Jungfrauen-Kongregation gelegt und verlief am Sonntag den 21. März in außerordentlich anregender Weise. Zwei Mitglieder (Schnell und Kopp) begrüßten mit Gedichten die heimgekehrten Soldaten, der Ditspfarrec mit einer herzlichen Ansprache. Ein dramatasches Gedicht (Die Seele am Scheidewege) wurde mit großem Verständ­nis von 5 Mädchen gespielt und hinterließ tiefen Eindruck auf alle Zuhörer. Der-zweite Teil war ein Sturmangriff der wackeren Krieger auf Kuchen und Kaffee, der glör^end gelang, während die Kongreganisten heitere Lieder sangen Muntere Scherze und Erzählungen aus Kriegs- und Fris- denszeit würzten das einfache Mahl. Im Namen der Heimkehrer sprach Georg Reith für die so herzliche Will- kommenseier der Kongregation den aufrichtigsten Dank aller Festtcllnehmer aus. Das LiedDeutschland, Deutsch­land über alles" beschloß die Feier, welche deutlich be­wiesen hat, daß cs eine gemeine Lüge der Feinde gewesen, wenn sie über den Stacheldraht den armen Gefangenen augerufen: Deutschland will euch gar nicht wieder haben. Sehnsüchtiger konnte fit niemand verlangen als wir, herz­licher kann sie niemand begrüßen als es bei dieser in­timen Vorfeier bereits geschehen ist.

kXrch^rln. Die Eingabe des Landratsamtes, des Kreisimsschuffes, des landwirtschaftlichen Kreisvereins umb des Bauernvereins haben den Erfolg gehabt, daß die Zahl der vom Kreise Kirchhain an den Aeknd-sn- zu liefernden Sinsen und Fohlen herabgesetzt und ter Älusfall auf andere Kreise zur Lieferung ausgeschrie- ben worden ist.

Naumburg, Vez. Kassel. Ein seltenes Fest feierte die kaishol. Gemeinde Naumburg am Pchsions. sonn tag aus Anlaß des 25j äh r i g e n P r i e st e r j u- b iläums des hochtv. Herrn Stadtpfarrers Dr. Lam. meyer. Fesrgeläute läutete schon tagS zuvor die hehre Feier ein Am frühen Morgen des Jubeltages erschallten beut hohen Turme der altehrwürdigen Kirche Choräle. Trotzdem der Herr Jubilar in aller Stille fern von Naumburg diesen DrinnerungStag begehen wollte, tinrrbe er von seinen Pfarrkindern gedrängt, mit= ten unter ihnen den Tag zu feiern. Vom Pfarrhause werde der Herr Jubilar in feierlicher Prozession unter den SMängen der Musik in die von der JjUngsrauenkon- ^»zation so schön ansgeschnrückte Kirche abgeholt. Herr Kaplan Fröhlich hielt die Festpredigl. in der er mit ergreifenden Worten die Würde und Bürde des Pris- stertunis schilderte, woran sich bann das feierliche Ju­belamt anschloß. Im Laufe des Morgens brachten die verschiedenen Abordnungen, der Kircbenvorstand, dec Magistrat, die Stadtverordneten, Gcmeindevertretimg, Mütterbereiu und Jnngfrmienkongregation, sowie fon. stige zahlreiche Einwohner, ihre Glückwünsche dar. Am Abend seines Ehrentages wurde dem Herrn Jubilar ein Fackelzug gebracht, wobei der Herr Landwirt Jakob Gras weder die Festansprache hielt, die mit einem Hoch aus den Herrn Jubilar schloß In seiner Erwid«- rung erinnerte dieser, nachdem derselbe allen Anwesen, den seinen Dank ausgesprochen hatte, an die 3 schön, sten Stunden im Priesterlcben, die Stunde der Primiz, die Stunde, in der der Priester die erste Seele rettet und die Stunde, in der er das erste Mal um seines Anirtes Willen Verfolgung leidet. Die Ansprache Fang aus in einem Hock) auf die sämtlichen Einwohner der Stadt Naumburg. Sinnige Geschenke wurden dem Herrn Jubilar daraebracht. Besonders sei hier noch erlvestnvt die Beteiligung der Andersglaubmen, selbst der israelitischen Gemeinde an dem Feste. Mögen für den Herrn Jubilar alle Wünsche in Erfüllung gehen und der Silberkranz die Garantie sein für die goldene Himmels? rone.

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-® Vermachtes. ^-

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Gegen die fremden Moden! Die Mode-Torheiteu d. i. die Nachahmung der fremden Moden seitens

unserer Damenwelt nimmt wieder derart überhand, daß es am Platze ist, den deutschen Damen besannt ^u geben, m t welchen Worten der Sairrrler Joachim Rachel im 17. Jahrhundert die Nachäffung der fran­zösischen Mode getitelt hatte:Sollt ein Franzos es wagen, Die Sporen auf dem Hut, die Schuhe an der Hand zu tragen, Dle Stiefel auf dem Kopf, ja Tcheueu vor dem Bauch, Anstatt deS NestelwerkeS der Derrtsche tât eS auch!"

Zwr! Geft^rbene.

Ein Greis mußt' sich zum Sterben niederlegen, Er fühlt' sich müd' nach seinen langen Wegen; Und als er so im letzten Sinnen lag, Da trat der bürt* Tod zu ihm herein Bei Sterbekerzen mattem Zitterschem Und stellt' ^rvor an ihn noch eine Frag': Sag' an, wie kommt es, daß du freudig blickst Und dich nicht ängstlich in die Kissen drückst?"

Da reckt der Greis sich aus dem Lager aus, Weist zitternd mit bet Hand zur Höh' hinauf, Soin Auge freudig tutckt, und laut er spricht: Ich fürcht nur ©oft, den Tod, den fürcht ich nicht! Ein Schreckensbroum war mir mein langes Leben, Nun wird ein ew'ges mir der Herrgott dafür geben." Da drückt der Tod ihm sanft die Augen zu, Und auf dem Quibftain sieht: Hier schläft in ew'ger Ruh Nach forgenoeSem doch jufrtabnem Leben Ein Erdenpilger, treulich gottergeben.

Zum letzten läßt er dieser Welt nun sagen, Es fei umsonst des Zweifels irres Fragen, Es lebe jeder in der Furcht vor Gott Und stör' sich rächt an Haß und Giaubmsspatt.

Das Leben sticht nur allzuschnell hmfort. Ob's einen Seit gibt, das erfährt er dort!

Das lieft ein junger froher Lebensstreiter, Auch er kennt schon das Leben ernst und heiter, Und also spricht er leicht fürwitzig hin: S' gibt keinen Gott, das ist der Rede Sinn." Und jubelnd stürzt er sich in diesem Glauben Ins tollste Laben, um das Glück zu rauben. FSr ihn gibt's feinen Himmel mehr noch Hölle, Verleugnet selbst die eigne Angst der Seele.

Stur eine Sehnsucht will er eilig stillen, Das kurze Leben mit Genuß zu füllen. Doch sonderbar! Je nichr sein Herz sich füllt, Sein Hoffen und sein Sehnen bleibt dennoch ungestillt Da plötzlich hemmt im Rausch ihn eine Klippe, Des Todes bleiches klapperndes Gerippe, Es faßt ihn an und fragt:Bist du bereit. Mir jetzt zu folgen in die Ewigkeit?" Was? Ewigkeit?"--Schon war sein Leib erfüllet Und sein Gesicht gar gräßlich umgestaltet. Mein Gott" noch wollten seine Lippen stöhnen, Es war zu spät, es blieb sein letztes Sehnen, Und feine Serie schwebte schnell hinfort! Ob's einen Gott gibt, das erfährt er dort!---

Ebersberg. Otto Burghardt.

2! Jofephs-Vseusig.

Bei der Fuldaer Aktiendruckeret gingen ein:

2. Orsi i. ®r>y

Una. D. b. J. h. g. u. W. W. 12. DeSal. N. d. M, 15. DeSgl. R $.& a. <3.40. RvLbach. N. d. Äi. 10. Fulda. D. d. b. J. 1. Grotzeuiüder. N. M. 1. Kl einiâder. DeSal. 10. PeterSbera. S. 3. b. 2. Bachrain. 8 b. d. b. 3.2. Setbemann. N. d. M. 10. Fulda. H. 3. b. t. e. A. 1. Kirch- Easel. 3. E. d. b. 3. u. W. 2. Fulda. Ä E. b. b. 3- 20. Mararelenbaun. b. d. M. 4. Pfarrei ^ovvmbausen. Bon Bersch. J. b. A.33. Ober* Rombach. N. d. M. 1. Doras. Äesgl. 5. Wiesen. Desgl. 6. Edelrell. iDeSaL 10. Giesel.Desgl. 2. DeSal. Z.E.d. b.J.5. Wevbers. N. d.M. 2. Fulda.S.J.b.f.e.I. 1. Desgl.N.d.M.I. Desgl.SO. BöckelS.Z. C. o. h. J. 4. Betersberg. N. b. M. 5. Fulda. DeZgl. 10.50. Groheu- lüd-r. Ä. 6.3 b. g.» w. W. b. ü. Büch?nberg. N. b. M. 5. Kümell-DeSal. ßenlâder. DeSgl. 2^0 Notlirmann. Desal.1. Desgl. U. e. W.E. ...Jbenluber. N. d- M. 4. Blaffenrod. 3. E. b.b. 1.2. Giesel. N. d. T^ 3. Fulda.Dessl. 3. Aür)f»ntzau'«n.3. E d b. 3. 2. De^gl. 2. Ei- chenxeu. N.d.M.b. (Mieräéetg. S. 3. bi 5. Reinbards. N. b. M. 5. Dersl. 5. Fulda. 1L to. G. 2 Dessl. N. d. M. 2. Sitter. D. 6.3. b. p. u. W. bi 10. Kerzell.N.d.M.2. WiKelsrod.Desgl. 5. Rcr.Desal. 2 Bo- aelsberg. 5. 9e?gL D. 6.3. b. g. u. W. W. 3. Una. N d. Bt. 5. WickerS. DtSgl.iI.L X Flieden. Ä. E. d. b. 3. 15. Sem L--de R. d. M. 10. Mit- i?!r»^e. DeSal. 2. F»l»«. D. u. B. u. W. S. 2. Riederka'bach. U. e.w.E. 3. Dieter-Hausen. R. d M. 5. Biästensachren. D. b. 3. b. g. u. w w. h 20. Xrlieri. ^. b. %?. 5. DnrZH«ruu. Dessl.5. VeierSbero. K. I. b. i. e.f.^. 10. Fulda. R. d. M. 5. EnaelbelmS.Dei-al. S.TralSbach. DeSM 2. W. Ep.Rotenburg. lO. Altenmittlau. R. d. «l. 1,4.050,3,1y 2. IL e. W. e. h. St 0 50. R. b. M. 3. 5, 2, 2, 5, 1, 5. 5, 2,1, 5.10, 3, 5, 5 10, 3. 5,0 50, 5, 5, 5, 5, 5, 10, 4.50, 5.50,1,50, 5, 3, 0.50, 10, 1, U. W. 6 b. K. 2. Altenmittlau. Sa. 163.50. Sarbach. K. b. M. 25.

Bei Herrn Joseph Schmitt gingen ein?

Bam Lande. N. b.M.5. DleterSban. 3-E. d. b.3.1. DeSqs. N.d. M. 2. Riederbteber.DcLsl.2. Nenbsf. DeSgl. 3. Fulda. DeSal. 5.