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Wochenkalen-er.
Sonntag. 28. März. Palmsonntag.
Montag, 29 Mä>z. Vom Ta e. Drenstag, 80. Mäiz. Vom Ta:,e. Mittwoch, 31. März. Vom Tage. Donnerstag, 1. April. Gründonnerstag. Freitag, 2. April. Karfreitag.
Samstag, 3. April. Karsamstag.
Palmsonntag.
(Evang. Mattb. 21, 1 -10.)
In jener Z.nt, da Jesus sich der Stadt Jerusalem nahete, und nach Bethpha^e am Octberge kam, sandte er zwei Jünger ab, und sprach zu ihnen: gehet in den Flecken, der euch gegenübcriicgt, und ihr werdet alsbald eine Eselin an. ebunoen finden, und ein Füllen bei ihr: machet sie los, und führet sie zu mir. Und wenn euch jemand etwas sagt, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; und sogleich wird er sie euch überlassen. Dies alles aber ist geschehen, damit erfüllet würde, was ge- sagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Sion: Siehe, dein König kommt sanftmütig zu dir, und sitzet auf einer Eselin, auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttieres. Die Jünger gingen nun hin, und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. Und sie brachten die Eselin mit dem Füllen, legten ihre Kleider auf dieselben, und setzten ihn darauf. Sehr viel Volk aber breitete ferne Kleider auf den Weg: und andere hieben Zweige von den Bäumen, und streuten sie nur den Weg. Und die Scharen, die voraus- gingen und nachfolgten, schrieen und sprachen: Hosianna dem Sohne Davids; hochgelobt der da kommt im Namen des Herrn!
Eroberungen.
ie der Magnet das Eisen ansieht, so zog Jeus in seinem Erdenleben die Menschen an sich. Heute, am Palmsonntag, sehen wir ganz Israel um ihn geschart. Seine Getreuen bereiten ihm einen
Triumpf von wlcher Herzlichkeit, von solcher Anhänglichkeit, von solcher Zuneigung, wie die Welt noch keinen geseh n. Gleich e nein Strom reißt die Begeisterung alles mit sich foit. Die Leute wissen gar nicht, was sie dem geliebten Lehrer und hilfreichen V3unbei tatet alles tun tollen. Sie ziehen ihre Mäntel, ihre ^ogen unb Ueber! etber aus und breiten sie wie Teppiche auf den Weg; sie hauen Zweige von Palmen und Oelbäumen herunter und streuen sie vor Jesus hin; sie tragen die Zweige an der Hand, schwingen sie in der Lust. Wie ein Meer wogen sie vor ihm, hinter ihm, auf beiden Seiten, und wie brausende Wellen ertönen ihre Rufe: „*èofanna dem Sohne Davids; hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, Hosanna in der Höhe. Ganz unwiderstehlich ist heute de Jugend: die Knaben tragen den Heiland föim ich durch die Straßen und begleiten ihn hinein in den Tempel, den sie mit unaufhörlichen Hosannarufen anfüllen.
Als König der Herzen, der durch seine Schönheit, seine Anmut, feine Liebenswürdigke t, seine Wundermacht alle bezaubern wird, haben den künf tigen Erlöser schon die Propheten vorherverkündet. Als unvergängl ches, wunkerl'.ebliches Denkmal dieser Auffassung vom Heiland steht der Psalm 44 vor uns, den ich heute in seiner ersten Hälfte dem geneigten Leser darbiete.
Psalm 44: Lobpreis des Hci'ander, der Bräutigams der K rche.
1. Ein Lied entströmet meinem Munde: Dem himmel-konlz seis gewidmet.
2. Geschäftig eilet meine Zunge Gleich eines Schreibers flächigem Finger.
3. An Schonh'it überstrahlst du alle, Von deinen Lippen träufelt Anmut.
4. Umgürte dich mit deinem Schwerte, Du mächtigster der Menschenkinder.
5. Mit deiner Schönheit, deiner Güte Wirst alle Herzen dir erobern.
6. Scharf ist dein Pfeil, bezwingt die Völker, Trifft mitten in das Herz der Feinde.
7. Dein Thion, o Gott, steht fest auf ewig. Gerecht ist deiner Herrschaft Szepter.
8. Du hebest Recht und hassest Unrecht, Dein Gott salbt dich mit Freudenöle.
9. An deiner Tugend Wohlgeiuche Erquicken sich die treuen Seelen.
10 Da steht die Braut zu deiner Rechten, Mit königlichem Schmuck bekleidet.
Me viele Eroberungen hat doch der Heiland schon zu verzeichnen von den Tagen seines Erdenlebens bis auf diese Stunde. Nach den Aposteln hat er zuerst seine siegreiche Angel geworfen und sie als fette Fische eingefangen. Ist nicht der hl. Paulus ein auffallendes Beispiel der Eroberungen des Heilandes? Paulus — oder vielmehr Saulus, wie er ursprünglich hieß — der Jesus haßte und verfolgte und seine Anhänger in Kerker und Tod brach e. Und dennoch, dieser Mann wird als kostbares Wild zur Strecke gebracht von dem himmlischen Jäger. Vor den Toren der Stadt Damaskus ist es gewesen, wo ihn der Heiland mit dem Pfeile der Gnade traf. Wutschnaubend flog Saulus dahin auf seinem Pferd, dem er die Sporen gab, um möglichst bald sein Ziel zu erreichen; sein Mund lechzte nach dem Blute der Christen. Plötzlich liegt der stolze Mann am Boden. „Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich?", so ruft ihm eine Stimme entgegen. Und Saulus fragt: „Herr, wer bist du?" „Ich bin Jesus, den du verfolgst." — Da hatte die Gnade eine große Eroberung gemacht und aus dem Saulus wurde der Paulus, der in aller Demut bekennen durfte, daß er allein mehr gearbeitet habe wie alle andern Apostel zusammen.
Sind die Eroberungen des göttlichett Herzens heute weniger geworden? Im Gegenteil. Sie mehren sich von Tag zu Tag, und eine davon ist merkwürdiger als die andere. Verschieden wie die Sterne am Himmel sind diese Bekehrungen und unkontrollierbar sind dabei die Wege der Gnade. Geben wir
einem Manne das Wort, der nach langen Irrfahrten den Weg zu Jesus fand oder vielmehr, den Jesus selber als Werkzeug seines Erbarmens sich erkor gegen alle menschliche Berechnung. Es ist der Holländer Huysman, der nach vollendetem Glaubensbankrott in der katholischen Kirche seinen Frieden und feinen Heiland wiederfand. Er selber schreibt über seine Umwandlung folgendes: „Mein Erstaunen über meine Bekehrung rührt von den Erfahrungen her, die ich bis dahin über Bekehrungen gemacht hatte. Ich hörte von einer gewaltigen, plötzlichen Umwandlung der Seele, die sich blitzähnlich vollziehen soll. Ein ander Mal freilich zieht der Glaube in Herzen ein, die langsam aber stetig auf diesen Umschwung vorbereitet werden. Es steht fest, daß sich die Bekehrungen auf die eine oder die andere Weise vollziehen je nach der Führung Eo'tes. Aber der Herr wendet bisweilen noch ein drittes Mittrl an und dessen bediente sich der Herr mir gegenüber. Worin es besteht, vermag ich freilich nicht näher zu erklären. Es ist nicht der Weg nach Damaskus, es sind keine außerordentlichen Ereignisse, welche den Umschwung herbeiführten. Meine Bekehrung vollzog sich ohne jegliches Vorzeichen, ohne daß ich es vorher fühlte oder bemerkte, wie mein Innere- allmählich sich veränderte. Nur eines steht fest, bei mir war es Vorherbestimmung, göttliche Gnade. Man würde also vergebens versuchen, das Wesen der Bekehrung zu zergliedern? Jawohl, allem Anscheine nach; denn ich habe mich erfolglos bemüht, die einzelnen Entwicklungsabschnitte zu finden, die sich in mir abgespielt haben können. Zweifellos gab es auf meinem Wege verschiedene Anregungen: die Liebe zur Kunst, die Vererbung, der Lebensüberdruß, Erinnerungen aus der Kindheit, halboergessene religiöse Begriffe, die mir beim Besuche der Kirchen zum Bewußtsein gekommen sind. Das alles hat mitgespielt: aber nur der göttliche« Gnade habe lch es zu verdanken, daß ich am Morgen als gläubiger Katholik erwachte, nachdem ich am Abend vorher noch ungläubig war."
Lieber kacholifcher Christ, sei also deinem Heiland dankbar, der dich von Jugend an an sich zog und bleibe ihm treu; diese Karwoche soll dich wieder inniger mit ihm verbinden, daß du für den in Zukunft lebest, der für dich am Kreuze gestorben: Jesus, dein will ich sein im Leben und im Sterben. Der Burgpfarrer.
—^ Die Karwoche. «—
M't dem Palmsonn'ag beginnt die Karwoche oder heilige Woche. Triumphierend sehen wir den Erlöser der Menschheit seinen Gang zum Tode antreten.
Meinend, in tiefster Trauer, nicht über sein bevorstehendes Leiden, sondern über die Verblendung der unseligen Stadt, an deren Bewohner er seine göttliche Liebe verschwendet hatte, nähert er sich Jerusalem. Hosannarufen klingt in seinen Ohren, aber er hört auch das wutentbrannte „Kreuzige ihn" aus dem Munde seiner zähneknilschenden Todfeinde.
Das Evangelium am Monlag führt uns nach Bethanien. dem trauten Orte, wo Jesus so gerne gewellt