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vom Leiden.

Eine berühmte Schriftstellerin, die Frau von Stael, sagte einmal, je mehr ein Mensch leide, desto edler sei er. Das ist ein wahres Wort. Der Edelste und Vollkommenste unter den Menschenkindern ist der Gottmensch Jesus Christus; er hat aber auch am mei« sten von allen gelitten. Seine Mutter Maria, die hochheilige und reinste Jungfrau, war die Königin der Märtyrer und ihre Seele wurde von einem sieben­fachen Schwerte durchbohrt. Der heilige Paulus sagt von sich:Wir sind über die Maßen beschwert wor­den, über unsere Kräfte, so daß wir sogar des Lebens überdrüssig wurden." (II.. Kor. 1, 8.) Und du magst die ganze heilige und weltliche Geschichte durchgehen, du wirst finden, daß die größten und besten Menschen immer und überall mit dem schwersten Leid belastet waren. Auch in deiner Umgebung wirst du die gleiche Erfahrung machen. Menschen, die von schwerem und andauerndem Leid heimgesucht sind, sind fast durchaus edel und großmütig. Es liegt ein eigenes Gshtünmis darin; zum größten Teil läßt es sich aber auch er­klären. Es ist wie mit dem Golderz. C sieht nach nichts aus, es ist ein schwarzer Mineral ollen, und nur da und dort bemerkt man ein gelbes Fädchen oder ein glänzendes Körnchen. Wenn nun dieser unansehn­liche Steinbrocken in den Schmelzofen geworfen und dem glühheißen Feuer ausgesetzt wird, fängt das Gold an, flüssig zu werden, es sinkt zur Tiefe, die leichten Schlacken, die Erde und das wertlose Mineral schwimmen obenauf, und bald fließt unten heraus wie ein Brünnlein das Helle, klare, reine, kostbare Gold. Wenn der Mensch sich zu Gott bekehrt hat, ist er auch so ein Stück Golderz. Seine Seele enthält einen großen Schatz, aber es klebt noch viel irdischer Schmutz, viel Kgenliebe, Eitelkeit, Sinnlichkeit daran. Und der Mensch wird diese Schlacken fast gar nicht los. Er mag beichten gehen, gute Vorsätze faßen, sich zusam­men nehmen, er bringt die Unvollkommenheiten nicht ganz weg und ist mit dem irdischen Tand gleichsam versteinert. Wenn aber nun ein schweres Leid kommt und lange Zeit andauert, da wird das Sinnliche und Irdische leicht und durchgreifend von der Seele los­gelöst und der edle, volle, reine, krystallklare, christliche Charakter tritt strahlend hervor. Und je länger dieser Prozeß dauert, desto edler wird der Mensch! Schließ­lich hat er bloß mehr das eine Streben, Gott zu ge­fallen und dem Mitmenschen zu nützen.

Das ist ganz gewiß, wer das Leiden im christlichen Geiste auf sich nimmt, der wird wunderbar geläutert, sein ganzes Wesen wird umgeformt nach dem Bilde Christi und der Herr sagt von solchen Menschen:Ich heiße euch nicht mehr Diener, sondern ich heiße euch Freunde." Dem Herrn ähnlich, ein besonderer Freund des Herrn zu sein, das gibt aber einen köstlich süßen Trost.

Und noch etwas. Wer beim Herrn ausgehalten hat in den schwersten Stunden, den hält der Herr fest, er läßt ihn gar nicht rnehc weg von sich, sondern er will, daß er für Zeit und Ewigkeit dort sei, wo er, der Herr, ist. 23dm Herrn ist aber gut sein, und beim Herrn gehen einmal alle Leiden in unbeschreibliche Freuden, in eine unendliche Seligkeit, über. Darum haben die Heiligen die Leiden dieser Erde als eine @:mbe, als ein Glück betrachtet und förmlich darum gebetet. Der hl. Chryfoftomus sagte einmal, wenn er die Wahl hatte, zwischen der Gewalt, Wunder zu wir­ken, oder der Möglichkeit, große Leiden auszuhalten, so würde er sich für die Leiden entscheiden; denn menn ich Wunder wirke, so werde ich der Schuldner Go'tes, wenn ich aber leide, mache ich mir Gott junn Schuldner."

Wir stehen mitten in der hl. Fastenzeit, in der das Leiden Chnsti der Gegenstand unserer täglichen Be­trachtung sein soll, damit unsere Herzen entflammt ^den von Liebe zu ihm, der so viel für uns gelitten hat.

^ Die richtige Liebe zeigt sich aber nicht in süßen Worten und schonen Setimerunnen, sondern in der mutigen, opferwilligen Tat.Wer mir nachfolgen rvill . . . nehme sein Kreuz auf sich," mahnt der

Heiland. Nicht nur reden sollst du vom Kreuz, es nicht nur von der Ferne betrachten, sondern damach greifen mußt du mit beiden Händen, du mußt deine Leiden recht gern und geduldig ertragen, dann bist du ein tapferer und tüchtiger Jünger Christi.

Etwas zum Nachdenken

für Wucherer und Preisireiber.

Es war um das Jahr 250, als die Goten das nördliche Gebiet von Kleinasien überfluteten und furcht- bare Verheerungen anrichteten. Nicht genug mit den Verwüstungen der Eindringlinge es fanden sich gewissenlose Leute, die das Elend ihrer eigenen Mitbürger ausnutzten, um sich zu bereichern. Um den Ausschweifungen in seiner Gemeinde zu steuern, er­ließ der hl. Gregor der Wundertäter, Erzbischof von NeocLsarea in Kleinasien, ein Rundschreiben, in dem er verschiedene Vergehen rügte. Ueber den Wucher schreibt er folgendes:

. _Es ist etwas Entsetzliches um die Habsucht. Un­möglich kann man in einem einzigen Schreiben alle Stellen der Heiligen Schrift anführen, in denen nicht nur der Raub für entsetzlich und abscheulich erklärt wird, sondern auch die Habsuckt überhaupt und das Trachten nach fremdem Gut zu schändlichem Gewinn. Wer sich darin versündigt, soll aus der Kirche ausgeschlossen werde".

Wenn aber zur Zeck eines feindlichen Einfalls, zur Zeit so großen Jammers und so vieler Tränen einige Leute sich erfrechen, zu glauben, daß diese Zeit des allgemeinen Leids für sie eine Zeit des Gewinnes fei, so verrät das Menschen, die gottlos und Gott ver- l)oßt sind, deren widerwärtiges Benehmen durch nichts übertroffen werden kann. Wir haben deshalb be­schlossen, solche Leute für ausgeschlossen aus der Kirche zu erklären, damit nicht über das ganze Volk der Zorn Gottes komme, zunächst über die Vorgesetzten, weil sie nicht einschreiten. Ich fürchte nämlich, daß der Gott­lose auch den Gerechten ins Verderben ziehe, denn die Schrift sagt: Unzucht und Habsucht sinds, um de- rentwillen Gottes Zorn über die ungehorsamen Söhne kommt. Pflegt doch keinen Umgang mit ihnen! Denn wart ihr einst auch Finsternis: jetzt seid ihr Licht im Herrn' Wandelt als Kinder des Lichtes! Des Lich­tes Frucht aber besteht in Tugen- und Wahrheit. Prüft, was Gott wohlgefällig ist, und nehmt nicht Anteil an den unfruchtbaren Werken der Finsternis, sondern weist sie vielmehr zurück! Was sie im Ge­heimen tun davon nur zu reden, ist schändlich. Aber alles, was zurechtgewiesen wird, wird vom Licht offenbart (Eph. 5, 13). So die Worte des Apostels! Wenn aber nun jene Menschen, die schon früher in Friedenstagen. ihre Habsucht büßen mußten, zur Zeit des Zornes sich wieder zur Habsucht hinreißen lasten und aus dem Blut der vertriebenen, gefangenen oder zermorde^en Mitmenschen Gewinn ziehen, was anders kann man da erwarten, als daß sie Kämp­fer im D'enste der Habsucht über sich selbst und das ganze Volk da» Maß des Zornes häufen? . . . Wir aber sind In dieser Zeit verpflichtet, das Gut, das nicht uns, sondern andern gehört, als Gott ge­weihtes Gut zu betrauten."

Soweit de. hl. Gregor.

Doch kein Schatten ohne Licht! Etwa hundert Jahre früher schrieb der christliche Philosoph Aristides an Kaiser Hadrian:Ist unter den Christen ein Armer oder Dürftiger, und haben sie keinen Ueberfluß an Lebensmitteln, so fasten sie zwei oder drei Tage, da­mit sie dem Bedürftigen seinen Bedarf an Speise decken."

Mbl es auch heule noch solche Christen?

Die Antwort mag jeder Leser sich selbst geben, nachdem er fein Gewissen darüber erforscht hat.

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ZefangeneKfkr sorge der Kachol. Kir^e.

Vor einiger Zeit war der päpstliche Nuntius in München, Monsignore Pacelli, zum Besuch des Durch­gangalagers Hammelburg nach Würzburg gekommen. In einer aus diesem Anlaß veranstalteten Festver- samnckung beantwortete Prälat Mehler von Regens­

burg, der Vorstand des Volksbundes, die Frage:Was dankt Deutschland und seine Gefangenen dem Papst? Er gab dabei einen gcschichll. Ueberblick über die Tätig­keit der Päpste in den Gefangenenbefreiungen, von denen uns bereits die Inschriften in den Katakomben erzähl­ten. Er gedachte der Gefangenenfürsorgetätigkeit der geistlichen und weltlichen Ritterorden zur Zeit der Kreuzzüge. 3m 12. Jahrhundert entstanden unter dem Schutz und unter steter Förderung der Päpste eigene Orden zur Befreiung der Kriegsgefangenen, so vor allem der Ordender aSerheiligsten Dreifaltigkeit" (von dem lat. Worte Trinitas Dreifaltigkeit Trini­tarier genannt). Die Stifter waren der hl. Johann v. Matha und der hl. Felix von Valois. Zweck desselben war insbesondere der Loskauf christlicher Gefangenen und Sklaven aus den Händen der Ungläubigen zunächst der Sarazenen und Türken, unter deren schrecklichen Herrschaft damals viele Länder seufzen, und welche die auf ihren Eroberungszügen in ihre Gewalt gebrachten Christen mit den schwersten Arbeiten erdrückten und mißhandelten. Solchen C hristen geistliche und leib­liche Hilfe zu bringen, sie vor dem Abfall vom Glau­ben zu bewahren und sie womöglich aus der Skltverei zu erretten, war dieser Orden ui-^^iq bedacht; zahl­los sind die Werke heldenmütiger 'Jiäajtenliebe, welche die Ordensbrüder in ihrem hl. Berufe vollbrachten, ca. 900 000 gefangene Christen hat er vom 13. bis 1*8. Jahrhundert erlöst. Dies erforderte eine Ausgabe von über 5 Milliarden Franken, welche aus den Kloster- einkünften der 880 Häuser, sowie aus Beiträgen der Päpste und des gläubigen Volkes bestritten wurden. Dieser Orden besteht heute noch in Italien und Spa­nien, in manchen anderen Ländern hat die Revolution von 1789 und die Säkularisation von 1803 ihm ein Ende bereitet. Um der Verdienste teilhaftig zu werden, welche dieser Orden in so wunderbarer Nächstenliebe sich erwarb, schloß sich an ihn bald eine Bruder­schaft von Gläubigen jeden Standes und Geschl^es an, welche neben der besonderen Verehrung her v.iL Dreifaltigkeit den Orden nach Kräften in seiner Wirk­samkeit zu unterstützen sich vornahmen teils durch Gebet, teils durch Almosen zur Rettung und zum Los­kauf der in der Gefangenschaft der Ungläubigen befind­lichen Christen und dieser Zweck kam später noch hinzu zum Ankauf und zur christlichen Erziehung der auf den Sklavenmärkten feilgebotenen Negerkinder. Es wird die Leser derFuld. Ztg." interessieren, daß Es wird unsere Leser gewiß interessieren, daß diese volkstümliche Bruderschaft auch in der Stadt Fulda bestand und zwar an der S t. Severikirche; der jeweilige Benefiziat dieser Kirche war auch Rektor der Erzbruderschaft, sie besaß schon vor dem Jahre 1766 eine gan^e Reihe von Meßstiftungen für verstorbene Mitglieder, unter denen sich die Namen: Laveaux, Kammerrat Schwarz, Post, Kammerrat Güth, Balling. Kaubeck, Began finden. Auch an 5 privilegierten Tagen der Bruderschaft (Agnes, Aschermittwoch, Gründonnerstag, Dreifaltigkeitssonntag u. Katharina) sowie am Feste des hl. Johann von Matha (3. Febr.) und am Tag nach Dreifaltigkeit fanden gestiftete Got­tesdienste für die Bruderschaft statt. Dem Schreiber dieser Zeilen kamen dieser Tage einige Aufnahme- scheine der Bruderschaft (gedruckt bei Johann Jakob Stahel, Hochsürstl. Hof- und U niversitäisbuchdruckcr, Fuld) zu Gesicht. Danach gehörten der Bruderschaft auch auswärtige Mitglieder (Dietershanfen, Dorn­hecken, Blankenau, Marbach usw. an. Wann die Bru­derschaft hier eingegangen ist, läßt sich nicht genau fest­stellen, vermutlich zu Anfang des vor. Jahrhunderts.

^p Diözese Fulda.^

Petersberg. Hier starb im 72. Lebensjahr nach langem, schweren Leiden der pensionierte Lehrer A l oh- s i u s Weber. Der Verblichene hat sich als Lehrer hier in seiner nahezu vierzigjährigen Läügkcit die Dankbarkeit und Liebe seiner vielen Schüler und Schü. le rinnen lveit über das Grab hinaus vollauf gesichert. Die ganze Pfarrgemeinde wird den überaus kirchlich und religiös gesinnten Leh "er, der die Zierde des Hau­ses Gottes liebte und als Kantor zur Verherrlichung des Gottesdienstes gern und freudig sein ganzes Kön­nen einsetzte, stets ein dankbares Andenken widmen