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Kessel, dcn 2!, März (920,

^ zy. Iahrg

Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels

Erscheint jeden Sonntag u. kostet oierteljäM Ausg. A 1.50 Mk., B 1.60 Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolanelzeils oder deren Raum 40 Psg. Del Wiederh-lun-z entsprechender Rabatt. Für Ostert- und Auskunst-Anzelgen 33 Pfg. extra. In Konkursfällen wird der bewilligte Rabatt hinfällig. Erfüllungsort für das Emkla^ n von Forderungen ist Fulda. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruâerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher. Druck und Lerlag der Fuldaer Acliendruckerel.

Wochenkalender.

S o n nt a g. 21. März. Passionssonntag, Bened-rtuS Abt Montap, 22 März. Vom Tage.

Dienstag, 23.-z. Vom Tage.

M i t t w o ch, 24. März. Vom Tape.

Donnerstag, 25. März. Mariä Verkündigung. Freitag, 26 März. Fest der 7 Schmerzen Manä.

Samstaa, 27. März. Joh. v. DamSkus B. u. Kchl.

passionr-Zonntag.

^Evangelium Joh. 8, 46 -59.)

In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Wer aus euch kann mich einer Sünüe beschuloioen? Wenn ich euch die Wahrheit sa e, warum glaubet ihr mir nicht? Wer aus Gott ist, der höret auf Gott:S Wort: darum höret ihr nd)t daraus, weil ihr nicht aus Gott seid. Dr antworteten die Juden unö sprachen zu ihm: Sagen wir nicht red t, daß dil ein ©amnvitnn bist und einen Teufel hast? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre memen Vate:, ihr aber cn« ehret mich. Doch ich suche meine Ehre nicht: es ist Einer, der suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, sag' td) euch, wenn jemand meine Worte hält, wird er in Ewigkeit den Tod nicht sehen. Da sprachen die Juden: Nun erkennen wir, dass du einen Teufel hast. Abraham und die Propheten sind gestorben, und du sagst: Wenn jemand meine Worte hält, der wird in Ewigkeit den Tod nicht tosten! Bist du denn größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Und die Propheten sind gestorben. Was machest du aus dir selbit? Jesus ant­wortete: Wenn ich miet) selbst ehre, so ist meine Ehre nichts: mein Vater ist es, der mich ehret, von welchem ihr saget, daß er euer Gott sei. Doch ihr kennet ihn nicht; ich aber kenne ihn und wenii ich sagen wurde: ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lugner, gleichwie ihr. Ich kenne ihn und halte seine Worie. Abrahun, euer Vater, hat frohlocket, daß er meinen Tag sehen werde: er sah ihn und freute sich. Da sprachen die Juden zu i.jm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, sage ich euch, ehedenn Abraham Word, Ina ,ch. Da Hoden sie Steine auf, um i n zu werfen: Jesus aber verbal g sich und ging aus dem Tempel hinaus.

Lchlachtschafe.

ieSchlachtschafe" waren die Israe­liten, wenn sie um ihrer Sünden teilten von Gott ver lassen oder i'oh ihrer Treue von ihm auf die Piobe gestellt wurden, wehrlos ,. , . .. ,teen Feinden preis gegeben, die sie bedrängten, beraubten und hausenwei'e ntrber« metzelieu. E.uen solchen erbarmungswürdigen Zu- stand schildert der ^,almeii|änger am Schluß i ein es 43. Psalmes.

Vfa m 45, dr.tler dell: in höchster Hot steht der Sänger um hi se

21. Wenn unsers Gottes wir nicht dachten, Wenn zu den Götzen wir gerufen:

22 Dann träfe uns gerechte Strafe, Von dir, o Gott, du Herzenrkcnner.

23. Doch nein, um deiner Ehre willen Sind wir dem Tod geweiht alltäglich.

24. Sur Schlachtbank führt man uns wie Schafe, Und h irren aus tn deinem Dienste.

25. Wach auf, o Herr, warum denn schläfst du? Wach auf und schlafe nicht mehr länger.

26. Warum denn kehrest ab dein Antlitz. Vergiffest unsre Rot und Drangs.il?

27, Sieh, in den Staub sind wir getreten, Ohiimächtig lic. en wir am Boden.

28. Steh auf, o Herr, laß dich versöhnen, Um deines Namens willen sei uns gnädig.

Schlachtschafe sind wir Menschen rar of unter Gottes Hand oder unter der Hand der Feinde. Welches war aber das edetste und noüfont'uenfte -chlachtschaf, das heiligste und gebulbigftepier= lamm unter allen, die jemals Marler und To» ge­litten haben ? Du weist es. Die $1. Kiche stellt uns dieses unschuldige, blutende Lamm vor Augen in der Passionszeit, die heu^e anh bi; der Apostel- inst weist uns hi» auf dieses Lamm, wenn er agi:Wandelt in hl. Gottesfurcht zur Zeit eurei irdischen Bilge» schaf, indem ihr bedenket, daß ihr nicht mit vergänglichem Gold oder Silber eilöst leid von eurem unwürdigen Lebenswandel, sondern m i dem fojbamt B nt: C iristi, des inacMlojen, unbe­fleckten Lammes." (1. Ps. 1, 17, ff.)

Weshalb w rd aber der Erlöser unter dem Bilde eines Lammes m.s vorgestelll? Ob seiner U n* I chilld unb Geduld. Das Schaf ist ein gut« mutiges Geschöpf, das niemand etwas zuleide tut, das uns Wolle uiib Fleisch ipendet, daS wehrlos sich alles gefallen läßt. Und wer war schuldlos wie der Herland? Mit Zuversicht Durfte er die Juden .n:Wer ans euch kann mich einer Sünde be« schuloiu^? Und die Jahrhunderte beantworten dreje Frkage mit einem majestätischen Schwelgen.

Und die Geduld unseres Heilandes in seinen Ver­folgungen und Leiden, wer kann sie würdig beschrei­ben? Wer kann sie verstehen und begreifen? Schon auf den Propheten machte die Geduld des künftigen Messias einen gewaltigen Eindruck und gerade um diese Geduld anschaulich zu schildern, stellt er uns den Erlöser unter dem Bilde des Lammes vor. Er wird geopfert, weil er selbst will, und öffnet seinen Mund nicht; wie ein Lamm wird er zur Schlachtbank ge­führt und verstummt wie ein Schaf vor dem, der es schert, und öffnet seinen Mund nicht." (Is. 53, 7.) Obwohl der Messias ein starker König fein wird, ein unwiderstehlicher Herrscher, ja der allmächtige Gott selber, so wird er doch seinen Feinden sich hingeben mit der Gutmütigkeit eines Lammes.Gott, der Herr, öffnet mir die Ohren," spricht der Heiland durch den Mund des Propheten Ifaias,ich aber widerspreche nicht, welche nicht zurück; meinen Leib gebe ich hin denen, die mich schlagen, und meine Wangen denen, die mir die Haare ausraufen; mein Gesicht wende ich nicht ab von denen, die mich beschimpfen und an« soucken: Gott der Herr ist mein Helfer und darum

werde ich nicht zuschanden und darum mache ich mein Antlitz zum härtesten Stein." (J. 50, 5.) Auffal­lend betont der Prophet das Schweigen des Messias. Zweimal sagt er ausdrücklich, daß erfeinen Mund nicht öffnet" und fügt hinzu,daß er verstummt wie ein Schaf vor dem, der es schert." Und das Evan­gelium gibt dem Propheten Recht. Vor dem Hohe­priester Kaiphas wurden gegen den verhaßten Wun­dertäter die schwersten Anklagen vorgebracht, um dir Sonne selber anzuschwärzen. Jesus aber schwieg. Verwundert fragt der Hohepriester:Antwortest du nichts auf das, was diese wider dich vorbringen? Je­sus aber schwieg. (Math. 2, 63.) Und als vor dem- Landpfleger Pilatus die Hohepriester und festesten ihre Klagen rorbrachten, hüllte sich Jesus in Schwei­gen. Pilatus sprach zu ihm:Hörst du nicht, welch schlimme Dinge sie gegen dich vorbringen? Jesus aber schwieg, sodaß der Landpfleger sich sehr ver­wunderte. Und als Pilatus den Heiland ins Ge- richtsolokal hineingenommen hatte und er in einem Gemisch von Neugier und Furcht ihn fragte:Woher bist du?" da gab ihm Jesus keine Antwort. Wie wunderbar, wie heilig, wir unbegreiflich ist dieses Schwelgen. Jesus, die ewige Weisheit, durch den auch die Kinder und Säuglinge Gottes Lob verkünden, durch den einst Baalams Eselin redete, der die Lippen der Propheten, der Apostel, der Bischöfe, der Kirchen­lehrer öffnet, der eine glänzende Verteidigungsred« hätte halten und seine Feinde als Lügner hätte ent« larven und sie mit einem Blitze hätte treffen können diese ewige Weisheit schweigt und läßt alles über sich ergehen, was Welt und Bosheit ersinnen. Dieses Schweigen sei uns eine goldene Lehre, eine heilige Richtschnur. Uns Menschen geht es wie einem Mühl­rad. Sobald das Wasser darüber geht, fängt es an, sich zu bewegen und zu knarren und zu rauschen. Un­wenn ein Leid über unser Haupt geht, gerät unser Inneres in Bewegung, in Wallung, in Aufregung, in Zorn und wir fangen an, zu murren, zu klagen und yj schimpfen. Wir törichten Menschenkinder, die wir durch solches Verhalten alle Verdienste der Lei­den uns rauben und uns überdies um die Ruhe der Seele bringen. Wie viel Ungemütlichkeit, wie viel Zwistigkeit, wie viel Uneinigkeit wird in die Familien getragen, wenn die Frau nicht schweigen kann bei dem Fehler ihres Mannes, wenn der Mann nicht schwei­gen kann bei einem Fehler feiner Frau, wenn di« Kinder nicht schweigen können bei den Anordnungen der Eltern, nenn sie ihnen widersprechen^ und ihnen ein loses Maul anhöngen. Freund, wie wäre es wenn mir in dieser Pasfionszeit alles Klagen und Widerspre­chen gegen Gott und bis Mitmenschen würden uiter« lasten aus Liebe zum Heiland?

Ich will im Leiden nimmer klagen,

Will alles tragen mit Geduld:

Der Heiland läßt ans Kreuz sich schlagen

Zur Sühne meiner Sündenschuld!*

Der Burapkarrer.