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krunfet" ist nicht nötig, aber das Abbeten derselben darf keine Unterbrechung erleiden.

Schwerkranke, welche hierzu wohl nicht imstande wären, können dennoch die Kreuzwegablasse gewinnen, wenn sie, das Stationskreuz in der Hand hallend, statt der zwanzigVaterunser" usw. mit Neue beten den Vers aus dem Tedeuni:Wir bitten dich also, komme deinen Dienern zu Hilfe, welche du mit deinem kostbaren Dlute erlösest hast!"

zrühlingrfrost. *^<^5^S^**

Mutter!, warum ist's bei uns ganz anders?" Die rauhe, blaffe Frau am Waschtrog hielt ein Mo- ment inne. Was anders?"

Ach, ich mein halt so ganz anders!"

Ja, was denn anders?"

Halt so anders!"

Eil jetzt laß mi in Ruh, wann du nit weißt, was d' sage willst!" Die Frau arbeitete rüstig weiter. Das kleine Mädel sah hilflos zu ihr auf.

Mutter, i mein halt . . . i weiß net . . . Holt so ganz anders . , , so . . . so . . . halt anders . . . Mutterl ... hat ... hat uns der Vater nit . . . nit lieb? Die blauen Augen hatten sich mit Tränen gefüllt.

Ja, Mädel, was hast denn? Nit lieb."Frei­lich hat er di lieb!"

Un dich au, Mutter?" Der wehe Zug um die kleinen, feingeschnittenen Lippen verschärfte sich.

Ja ... ja ... no freilich . .. mich hat er au lieb!"

Die Kleine schüttelte den Kopf.

Aber warum ist's denn ganz anders?"

Die Frau trocknete sich ihre Hände.Jetzt geh mal her Mädel! Was hast? Wo fehlt der s?" Sie zog das schmale Mädchen an sich. Der blonde Wirrkopf barg sich an ihrer Brust, ein wildes Weinen durch­zitterte das ganze Kind.

Mutter . . . i . . . k . . . mein halt der » . . der . . . Vater hat uns ollewil net lieb . . . wenn . . . wenn . . . den, Lische sei Vater kommt . . . siehst ... . dann . . . dann lacht's . . . un . . . un is hiftig ... UN ... UN ... sei Mutterl lacht au . ... UN ... un wenn . . . wenn unser Vater kommt . . . dann , . . dann . . . Mutterli . . . i . . . i fürcht mi dann so ... un ... UN ... i hab'n doch so gern . . . «wer . . . awer er hat mi nit Ueb, nei nei, er hat mi nit lieb!"

Eine fliegende Röte bedeckte der Frau Gesicht bis über die Stirne, bis tief in die Haare hinein. Ihre Stimm« Mang rauh, spröde:Nit lieb, meinst Du, hat er di? Un warum? Weil er dir net flattiere kann? Du dumm's Maidli, meinst, wenn er müd vom Schaffe heim kommt, hätt er noch Lust, dir lang zu-schmuse? Geh, du lieb's, dumm' Mädel, er hat dich sieb, er tann's da bloß net zeige, un i hab die doch au lieb oder meinst net?"

Sie zwang sich ein Lächeln auf die blutleeren Lip­pen. Mit linder Hand wischte sie die Tränen ab und küßte ihr leise den 9)hinb.

Komm Mädel! jetzt wolle mer wieder schaffe! Deck den Tisch, Vater kommt gleich, sei lieb zu ihm, dann hat er di au lieb!"

Emsig eilte die Kleine hin und her, und als sich die Tür öffnete und der Vater auf der Schwelle stand, breit, groß, wuchtig, da flog sie ihm mit scheuem Ju- "bellaut an den Hals. Der derbe, starkknochige Mann schüttelte das Kind ab.

Mach, daß wegkommst!"

Die schmalen Kinderhändchen hielten seine grobe Hand umschlungen.

Vater i ... i hab di doch so lieb, so lieb!"

Laß int in Ruh! Weg sollst, sag i! Weg sollst, geh'!"

Er sah lücht, wie die kleinen Lippen zuckten, im wehen Schmerz. Die Augen des Kindes waren liebe­heischend, hilfeslehend auf die Mutter gerichtet. Seine ganze wunde Seele sah aus ihnen. Eine namenlose Erregung faßte die Frau. Ihre Hände zitterten. Die gefüllte Suppenterine entfiel ihr, glitt klirrend auf den Boden; ihren Inhalt weit umherstreuend.

Er sprang auf, zornig, schimpfend, wütend, Schmähreden häufend.

Sie bediente ihn wortlos, räumte die Scherben zu­sammen und ging dann stumm an ihre Arbeit.

Die Kleine saß mit schreckensbleichem Gesichtchen da.

Als sie allein waren, ließ sich die Frau am Tisch nieder. Ihre Augen blickten heiß und starr. Die Hände hatten sich fest ineinander gekrallt. Vor ihrem Innern ging ihr Leben vorbei, das Leben einer ge- knechieten Sklavin, doch keiner Frau, keines Weibes.

Die Kleine strich ihr über die C.^ "

Da belebte sich ihr loser Blick. Sie sah in die Augen ihres Kindes, in die Augen, in denen jede Sonne fehlte, die müde und traurig ins Leben schau­ten. Heißer Schmerz klamm ihr Herz zusammen. Ihr Kind! Ihr Kind! Warum? warum behielt es nicht seine sorglose Jugend? Warum?; warum denn nur, wurden seine Augen sehend, seine Seele wissend?

Ihre Hände lösten sich, sie warf sich über den Tisch. Ihr Leib zuckte unter der Wucht des Jahre lang zurück- gehaltenen, nun sich auflösenden Schmerzes.

Das Mädchen ließ die schmalen Hände über ihre silbergrauen Haare gleiten immer wieder.

Sei ruhig, Mutterli! Sei ruhig Mutterli!"

Wie versteinert war das blasse Gesichtchen. Die Augen, groß, dunkelumrandet sahen tränenlos ins Weite. Etwas Wehes, Herbes lag über ihrem ganzen Wesen.

Und immer wieder:Sei ruhig Mutterli! Sei ruhig Mutterli!"

Ein Kind das das Leben auf die erste Stufe zum wissenden, verstehenden Weibe geführt hat.

3n der Lchulfrage

hat das Zentrum einen Erfolg zu verzeichnen. Be­kanntlich enthielt der Gesetzentwurf über die Neuwahl der Schulvorstände und Schuldeputationen, welcher Ende vorigen Jahres der preußischen Landesversamm­lung vorgelegt wurde, die Bestimmung, daß die Geist- lichen nicht mehr geborene Mitglieder des Schulvor­standes und der Schuldeputationen sein sollen. Das Zentrum war selbstverständlich unbedingt gegen diese Neuerung, durch die den Geistlichen der letzte Ein­fluß auf die Schule entzogen worden wäre, und suchte die Zurückziehung derselben dadurch zu erreichen, ba6 es Zwüfel dagegen erhob, ob die Aufnahme dieser Be­stimmung in das seitherige preußische Schulgesetz mit den Bestimmungen der Reichsverfassung vereinbar sei, da letztere sestgelegt habe, daß bis zum Zustandekom­men eines neuen Reichsschulgesetzes grundsätzliche Aenderungen im gegenwärtigen Schulwesen nicht ge­troffen werden könnten. Daraufhin wurde dieses Be­denken der Zentrumspartei der Reichsregierung zur Entscheidung vorgelegt. In diesen Tagen ist die Ant- wort der Reichsregierung erfolgt und zwar zu Gun­sten des Zentrums. Die Reichsminister der Justiz und des Innern haben in einem Rechtsgutachten den der Preußischen Landesversammlung vorgelegten Ge­setzentwurf über die Neuwahl der Schulvorstände und Schuldeputationen für unvereinbar mit der Reichs­verfassung erNärt. Das preußische Staatsministerium beschloß, sich in dieser Frage dem Urteil der Reichs­regierung zu fügen und den strittigen Paragraphen des Gesetzentwurfs zurückzuziehen. Es bleibt also beim Alten, die Geistlichen sind geborene Mitglieder des Schulvorstandes und der Schuldeputation. Sie be­dürfen nicht erst einer Wahl. Die christlichen Eltern werden aus dem Ausgang dieses Streites neue Hoff­nung schöpfen. Wir sehen, daß das in Weimar ge- schafsene Kompromiß doch einen größeren realpoliti­schen Wert hat, wie manche Zweifler annehmen, und daß cs uns eine Grundlage bietet, unsere Rechte zu wahren. Das muß auch in Zuklmft möglich sein, wenn weitere Vorstöße gemacht werden, diese Rechte uns zu schmälern. Das würd« z. B. der Fall sein, wenn es sich bewahrheiten sollte, daß die Kultusminister der deutschen Bundesstaaten in geheimer Sitzung sich ge­einigt hätten, die Simultanschule überall dort, wo eine konfessionell gemischte Bevölkerung wohne, durchzufüh­ren. Würde die Regierung das wirklich wagen und Gewalt brauchen, fo bliebe den christlichen Eltern nichts anderes übrig, als Gewalt gegen Gewalt zu setzen und wo man über ihren Willen sich hinwegsetzen würde, müßten sie ihren Kindern den Besuch der Schule so lange untersagen, bis man ihre Wünsche erfüllt. We.m im sogenannten freien Volksstaat das christliche Volk nichts mehr zu sagen hätte in Bezug auf seine heilig­sten Gefühle und Verlangen, dann wäre das Wort freier Volksstaat" der größte Schwindel des zwan­zigsten Jahrhunderts.^____________________

Kleine Kirchliche Nachrichten.

t Kaplan DöppenfdjmM

Während zwei neugeweihte Priester der Diözese in­mitten ihrer Heimatgemeinde dem Herrn ihr Erstlings- opfer darbrachten, lag ein anderer junger Priester auf der Totenbahre. Kaum zwei Jahre war es dem jel. Herrn Kaplan Franz Döppenschmidi in Großauheim. den die tückische Grippe nach kurzem Krankenlager dahingerasft hat, vergönnt im Weinberg des Herrn zu wirken. Ein vielversprechendes Priesterleben hat allzufrüh ein jähes Ende gefunden. Eine erschütternde Trauerkunde für alle

diejenigen, die den Heimgegangenen aus seiner Schülerzett am Fuldaer Gymnasium, seiner Alumnenzeit am Fuldaer Priesterseminar oder seiner zweijährigen Tätigkeit als Kaplan gekonnt haben. Er war 1893 in Franfsrnt o. M. geboren, lag dann aber in der Heimatstadt seiner verwit­weten Mutter, in Fulda, den humanistischen und durch den Krieg für einige Zeit unterbrochenen den theolog. Studien ob, beiden mit großem Erfolgs. Im Juli 1918 zum Priester geweiht, feierte er am Feste des hl. Jakobus am 25. Juli im Dom zu Fulda sein erstes hl. Meßopfer und folgte am 1. Sept, dem Rufe seines Bischofs als Kaplan nach Großauheim. Mit dem Ernste, mit dem er als Soldat und Theologiestudent die Gefahren der Welt für die nach Glück suchenden Menschenherzen besonders der männlichen Jugend geschaut und mit dem heiligen Seelen­eifer, den er unter der Leitung und Anregung erfahrener Führer im Seminare in seinem Priesterherzen besonders durch die ihm liebgewordene Herz-Jesu-Derehrung ent­flammt hatte, begann er zu roirfen in treuem Zusammen­arbeiten mit seinem von ihm hochgeschätzten Pfarrer. Schnell eroberte sich der mit reichem Wissen ausgestattet« junge Kaplan durch sein bescheidenes, liebenswürdiges und gewinnendes Wesen, durch den eigenartigen Zauber seiner Persönlichkeit, durch die Macht seines milden Auges die Herzen aller, besonders aber der im Jünglingsverein zu­sammengeschlossenen männlichen Jugend. Die Seele der Jugendpflege, wie er sie betrieb, war ihm die Pflege der Jugendfeele. Es war für die ganze Gemeinde ein erheben­des Schauspiel, wenn jeden Sonntag 80100 Jünglinge, die fast ausschließlich sich ihrem Präses in der hl. Beicht« geoffenbart, am Tische des Herm erschienen. Im Vereins- leben, in dem neben lebendiger religiöser Schulung und Betätigung, neben zielbewußter Charakterbildung, Büh­nenspiel und Gesang, Sport und Wandern und eifrige Lektüre in einem Sonntagslesezimmer blühten, fühlte sich ein jeder Jüngling wohl und für seine Schwierigkeiten und Anliegen fand jedes Mitglied bei seinem hochver­ehrten Präses ein stets teilnahmsvolles mitfühlendes Herz und eine hilfsbereite Hand. Stunden mühsamer Arbeit aber auch des erfreulichen Erfolges bereiteten dem Heim- gegangenen auch die Leitung des Volksoereins, der ge­rade für die poßtifch so sehr gespaltene Gemeinde Groß- Auheim von größter Bedeutung ist. Mitten aus dieser, wenn auch kurzen, aber doch so erfolgreichen u. vielversprechenden Tätigkeit riß ihn die Krankheit heraus und warf ihn, den die Kranken als Tröster und Seelsorger schätzten, selbst auf das Krankenlager, am Mittag des Tages, an dem er in der Ab«ch«ck>ocht die erste seiner fertig gu »gearbeiteten Fastenpredigten halten wollte. Am im «len Tage ver­langte er ob er wohl seines Worte» gedachte, das er vor längerer Zeit an einem Krankenlager gesprochen: Wenn mich die Grippe faßt, dann stehe ich nicht wieder auf?" nach der hl. Oelung. Trotz der «rfopferndsten Pflege gelang es leider nicht, dem Tod dieses kostbare Leben zu entreißen. Nach lOtägigem, schi-wrzlichem Kran­kenlager verließ feine Seele diese Erde, um einzugrhen in die Freuden des Herm und als Lohu aus der Hand des ewigen Hohenpriesters die Priesterkrone des ewigen Lebens zu empfangen. Seine irdische Jjülle wurde nach einem feierlichen Trmrergottesdienst am Herz-Jesu-Freitag in der neuen Pfarrkirche zu Großauheim nach Frllda überführt. Am dompfarrlichen Friedhof, wo schon sein Vater ruht, fand der Verstorbene im Schatten des Frauenberges, wo er so oft in stiller 2lndachtsstunde gekniet mrd des Himmels Segen für seine Wirksamkeit erfleht, seine letzte Ruhestätte. Eine zahlreiche Trauerversammlung, unter der sich auch der Hochwürdigste Herr Bischof befand, gab ihm das letzte Geleite. Von Großauheim waren der Männerverein, der Arbeiterverein und der Jüuglingsverein mit ihren Fahnen und vielen Mitglieder erschienen, um ihrem lieben Kaplan den letzten Gruß in die Gruft zu senden. Gewiß ist nach menschlichem Urteil das frühe (Hide eines so hoffnungs­vollen hochbegabten Priesters, wie es der Verstorbene war, ein großes Unglück. Mit den Augen des Glaubens betrachtet, hat es aber eine höchst trostvolle Seite. Die Blume ist am schönsten und verbreitet den angenehmsten Wohlgeruch, wenn sie eben aus der Knospe hervorbricht. So ist es im Reiche der Hierfür. Aehnliches sehen wir in der übernatürlichen Ordnung. Was ist lieblicher als ein Priester, der in Unschuld ausgewachsen, nach jahrelanger Vorbereitung in jugendlicher Frische geschmückt mit den hl. Gewändern an den Altar tritt, um sein erstes hl. Meß­opfer zu feiern. Was ist erbarckicher als der Eifer, mit dem der neue Priester dann in die Seelsorge eintritt, um die Ehre des Allerhöchster, zu fördem. Aber Gott ist der Herr im Garten seiner Kirche und es konimt uns nicht zu zu klagen, wenn es ihm gefällt, die schönsten Blumen früh zu pflücken, und sie in ihrer ersten Frische und Schönheit in das Paradies des Himmels zu verpflanzen. Das Wort der hl. Schrift im Buch der Weisheit:Früh vollendet hat er viele Jahre erreicht, denn seine Seele war Gott wohlgefällig, darum eilte er, ihn herauszuführen aus einer sündigen Welt", gibt Antwort auf die Frage nach demWarum", die sich bei einem solchen Todesfall unwillkürlich aufdrängt. Er war schon jetzt reif, den Lohn zu empfangen, den so viele andere erst in langem Wirken erringen müssen. Die ganze Ewigkeit hindurch wird er der glorreichen Schar frommer Priester eingereiht sein und durch seine Fürbitten am Throne Gottes mehr wir- ken, als er in einem langen Leben hier auf Erden Hötte wirken können. Ein pflichttreuer, seeleneifriger, gewissen- Hafter Priester ist dahingegangen, mögen andere an [nne Stelle treten, gleich tugendhaft und von gleichem Eifer beseelt. Das sei unser Gebet an diesem Priestergrab.