Wen und Tun, dein Denke« und Reden den Devoten Gottes und der Kirche entspricht. Es gibt viele Leuts, die wissen nichts zu bekennen, als daß sie ein paarmal die täglichen Gebete unterlassen oder unandachtig dabei gewesen sind, daß sie zornig gewesen sind und andere geschimpft haben. Und doch steckt ihr Herz voll Un° kraut und Disteln der Sünde. Sie kennen sich eben selbst nicht, haben noch niemals ernstlich auf ihr Leben acht- iiegeben: ihre Gewissenserforschung vor der Beicht war tets flüchtig und oberflächlich. Manche SiuÄen wer- ien überhaupt kaum gebeichtet, z. B. daß man sich über des Nächsten Unglück in Haus und Stall gefreut, daß
1 man mit Scheelsucht und Neid des anderen Fortkommen und Ansehen betrachtet, daß man den guten Namen seines Mitmenschen verdächtigt hat, -- überhaupt das Heer der Gedanken- und Zungensünden! Gedanken sind keineswegs zollfrei und über jedes unnütze Wort wird Rechenschaft gefordert werden! Und ihr Eltern, wie könnt ihr gut beichten, wenn ihr euch nicht ernstlich über eure hl. Eltern- und Erziehcrpflichten erforscht? Oder ist der schwache Heli ausgestorben? Hat nicht vielmehr der alte Heli auch unter den heutigen Vätern und Müttern viele Nachfolger, die die Unarten ihrer kleinen Kinder übersehen, die gegen die Vergnügungssucht, gegen Ausschweifung und Wirtthaussitzen, gegen sündhafte Bekanntschaften ihrer erwachs. Söhne u. Töchter selbst in dieser ernsten Zeit höchstens ein saft- u. kraftloses Tadc!- wort ausbringen? Vergesse ja niemand sich über die Erfüllung seiner bes. Standespflichten zu erforschen, werm er zur Beichte geht. Das ist heutzutage, wo die Arbeitsscheu in den weitesten Kreisen so überhand genommen hat, doppelt notwendig. Gewiß ist jeder Arbeiter seines Lohnes wert — aber der Lohn ist auch der Arbeit wert, wer trag und nachlässig bei seiner Arbeit ist, der begeht einen Diebstahl gegenüber seinem Arbeitgeber, sei es nun der Staat od^r ein Privatmann.
Bei der Gewissenserforschung soll man and) bedenken, daß der „Beichtspiegel", den man in der Schule gelernt, im späteren Leben nicht mehr genügt und auch im Gebetbuch manche Sünden mehr angedeutet als genannt sind. Will dich noch auf einiges aufmerksam machen. Wie steht es seit dem Krieg bei dir mit dem Glauben? Unbesonnene Gelübde, die nicht gehalten wurden? War die Sonntagsarbeit im Sommer immer nötig — Hauptteile der Messe versäumt? Besorgst du die alten Eltern im Auszug wie es sich gehört? Wie steht es mit Prozessen, Feindschaften, Verführungen, selbstverschuldeter Schädigung der Gesundheit, Rohheiten gegen Menschen und Tiere? Besondere Sorgfalt ist beim 6. Gebot nötig, gegen das man bekanntlich allein und mit ärgeren sündigen kann: ist hier vielleicht aus dem Krieg noch etwas nicht in Ordnung?
Wie steht es mit den Sünden, die jetzt leider an der Tagesordnung sind und von vielen anscheinend sehr leicht genommen werden: Betrug, Wucher, Schieberei, Zurückhaltung Ler für die Armen, Kranken, die Witwen und Waisen und die hungernde Allgemeinheit notwendigen Lebensmittel? Eine himmelschreiende Sünde!
Je besser du dein Gewissen erforschst, je klarer dein Seelenzustand vor deinen Augen liegt, um so eher wächst in der Seele die wahre Reue empor in Schmerz und Abscheu über die Sünden, wie ihn der Zöllner im Tempel, Petrus beim HÄ)nenschrei, MagÄriena zu den Füßen des Heilandes, der Schächer am Kreuze fühlten und um sie noch zu vertiefen geh unter das Kreuz und schau die Wunden, die Gottes Sohn deiner Sünden wegen sich schlagen ließ! Sieh an das Haupt voll Blut und Wunden, sieh an das brechende Auge, den letzten suchenden Blick nach dir, sieh an das durchstochene ^erz, das in "lebe für dich brach! Da müßtest du 42m menschliches Ungeheuer sein, wenn du die Sünde -wolltest, die Christus in den Tod gebracht hat.
Nach der Beicht, bei der du offen urÄ ehrlich ohr« falsche Scham alles bekennen mußt, was dein Gewissen dir vorwirft, wartet deiner aber noch eine andere schwere Arbeit: die wirkliche Besserung. Die Vorsätze, die du bei der Beicht gemacht hast dürfen nicht sozusagen aus dem Papier stehen bleiben, sonder;; du mußt sie ausführen. Heute bereut — morgen wiedergetan — heißt das beichten, soll das Bekehrung fein? Meide darum Die Gelegenheiten zur Sünde, bekämpfe deine bösen Neigungen, den Zorn, die Klatschsucht, die Lieblosigkeit, die Sinnlichkeit und was sonst dir schaden kann. Uebe dich in freiwilligem Verzicht aus diese oder jene Annehmlichkeit um deinen schwachen Willen zu stärken. Wer sich nichts Erlaubtes hier und da versagen kann, wird auch das Unerlaubte nicht meiden. Pflege das innere Gebet, während des Tages, erinnere dich oft an Gottes Gegenwart, erneuere jeden Morgen deine Vorsätze und halte jeden Abend deine Gewissenserforschung. Rom ist nicht an einem Tage erbaut worden, nur beharrliche Arbeit zur Besserung macht dich wirklich besser.
Nimm es also ernst mit deiner Osterbeicht. Vielleicht ist es die letzte deines Lebens, vielleicht die letzte Ge
legenheit dich mit Gott zu versöhnen und die Seele vor Hölle m retten „Siehe jetzt ist die gnadenreiche
Zeit, siehe jetzt sind tue Tage des Heiles."
Ist das Iensâ ein Mrchen?
Zu einem bekmmten Ordensmann tarn ein junger Mann, der durch die Lektüre ungläubiger Bücher eine ganze Reihe von Schwierigkeiten gegen den Glauben an ein ewiges Jenseits in sich ausgenommen hatte. Er verlangte eine Disputation. „Ich bin bereit, auf Ihre Schwierigkeiten zu antworten", erwiderte der Ordensmann, „aber zunächst möchte ich Ihnen den Rat geben, den ein alter Missionar einem H«rrn in Ihrer Lage gab: Machen Sie zuerst eine gute Beicht, dann wird das Herz leichter, der Kopf klarer. Der Herr folgte dem Rat und siehe, alle Zweifel waren geschwunden." — Der junge Mann stutzte, machte Schwierigkeiten über Schwierigkeiten, endlich willigte er ein. Als die Beicht vorüber war, fragte der Ordensmann ihn nach seinen Schwierigkeiten. „Es ist nicht mehr so notwendig, ich sehe jetzt klarer, die Schwierigkeiten sind nicht so bedeutend": Die Disputation war überflüssig geworden.
Nun mein Freund: hast du Schwierigkeiten über das ewige Leben, dann folge diesem Beispiel, schaffe Dränung und Ruhe in deinem Herzen, dann wird es wie Schuppen von deinen Auge«; fallen. '
Nur der höhnt über das Jenseits, der dies Jenseits zu fürchten hat. Wie sollte einer in der Not und Dual und Versuchung des Lebens ein Jenseits bezweifeln, das ihm das Ende aller Qual und den Eingang in. ewige Freude und in ewiges Glück bringt?
Wie leicht wird es einem solchen, der die Ewigkeit nicht zu fürchten hat, die Beweise zu erfassen!
Sieh: EntwcHer es gibt keinen Gott, oder aber es gibt eine Vergeltung im Jenseits. Es gibt einen Gott, das ist so sicher, wie dein Geist denkt und rechnet 2 u. 2 gleich 4. Wenn es aber einen Gott gibt, so ist dieser Golt unendlich heilig und gerecht. Wenn dieser Gott aber imenblidj heilig unb gerecht ist, dann muß es eine Vergeltung im Jenseits geben.
Hier auf Erden triumphiert so oft das Bose über das Gute, also muß der Triumph des Guten über das Böse noch kommen. So sicher es ist, daß Gott existiert, so sicher ist es, daß er triumphieren wird.
Der Mörder lauert in stiller Nacht seinem unschuldigen Opfer auf, erdolcht und beraubt es, er wird nicht entdeckt — der Ehebrecher zerknickt das Glück des besten Freundes — er erschießt seinen Freund im Duell — der Wucherer und Kriegsgewinnler spielt mit bem Leben von Tausenden, die am Verhungern sind, Mütter und Kinder schreien um Hilfe gegen den Ausbeuter, der Wucherer geht sicher und stolz seines Weges und verpraßt in Luxus die erbeuteten Millionen. Was füm= merk das Gott! Brotnot, Wohimngsnot, Kohlennot schreit zum Himmel; was fümmert das Gott!
Nein, nein, das kümmert Gott sehr viel: jedes Gebet um Hilfe wird gehört, jede Träne wird ^trocknet, jedes unbereute Verbrechen bestraft — oft nicht hier — aber sicher im Jenseits.
An dieses Jenseits hat die gesamte Menschheit geglaubt, sowohl die höchsten Kulturvölker wie die niedrigsten Naturmenschen, und sie haben daran geglaubt gegen allen und jeden Augenschein, der ihnen täglich den Tod und die Verwesung in tausendfacher Gestalt vor Augen führte.
Sollte Gott, der unendliche gütige Vater, in die veele des Menschen die glühendste Liebe eingesenkt haben, um diese Liebesglut zu löschen und die Seele roie- der zu vertilgen? Sollte er den Drang nach einem unendlichen Glück uns eingepflanzt haben, um diesen Drang nie zu stillen? Hier auf Erden wird dieser Drang nie und bei keinem Menschen voll und ganz gestillt. So wahr also Gott nicht grausam mit seinem Geschöpfe spielen kann, so sicher gibt es ein jenseitiges Lebe«;
Dieser Drang nach unenblidtem Glück besagt auch schon die Einigkeit dieses jenseitigen Lebens. Eine über alles gehende Sicherheit dafür haben wir aber durch die klaren, nicht arrders zu deutelnden Worte des Herrn, der uns immer und immer wieder das ewige Leben vor Singen hält, dessen Menschwerdung unb Leiden zudem ohne dieses ewige Leben ein ganz unfaßbares Rätsel blieben.
Solltest du jemals Lust bekommen, das Jenseits mit Hohn und Spott als „Pfaffentrug unb Pöbelweisheit" zu erklären, so will ich dir sagen, wann dies sein wird. Cs wird nicht sein die Shmbe treuer Pflichterfüllung, cs wird nicht fein die Stunde demütiger Unterwerfung un’er die Geheimnisse der göttlichen Allmacht, es wird I nicht fein die Stunde sittlicher Reinheit, es wird nicht ! sein die Stunde treuer (Baltenliebe, es wird nicht sein -die Stunde aufopfernder Liebe für unschuldige Kinder, res wird nicht fein die Stunde der Begeisterung für alles
, Edle, Reine und Große: wenn du je Lust bekommen solltest das Jenseits als Pfaffentrug abzutun — es wird nur eine Stunde fein, und diese Stunde heißt —- die Stunde der Sünde —.
In einer feiner Predigten über die soziale Frage sagt Bischof fietteler: „Wenn der Glaube an ein jenseitiges Leben ein Wahn ist, wie sonnte er dann je entstehen und geglaubt werden? Wie kommt es, daß wir bann nicht wie das Vieh hier auf Erden vergänglich grasen, und daß sich unter allem irdischen Treiben fort und fort ein Sehnen in dem Herzen der Menschen regt, wie das Sehnen nach einer geliebten Heimat? Wie mochte es dann geschehen, daß gerade die größten und tiefsten Geister biefem Glauben zu allen Zeiten an» hingen, daß gerade edle Naturen, reine Seeten, ihn mit Begeisterung bekennen? Was bedeutet es denn, daß, wenn ... wir am Abends unsere Augen zu den funkelnden Sternen am Himmel erheben, der so weit, so hoch über uns steht, auch unser Herz sich dehnt mid 'ehnt . . .? Das ist das Zeugnis der Seele, daß wir für ein anderes besseres Vaterland bestimmt sind." Das Jenseits ist kein Märchen.
Was ist bei der MeuzwegaKdacht Zu beachten?
Unbestritten ist die Krcuzwegandacht die volkstümlichste und leichteste Andacht zum leidenden Erlöser. Ihr Betrachtungsgegenstand finb des Heilandes letzte Mühe« und Schritte, Blicke und Worte, getan und gesprochen auf dem Wege vom Richthause des Pilatus bis zur Höhe des Kalvarienberges.
Wie mögen die ersten Christen Jerusalems/ zumeist Augenzeugen dieses gewaltigen Geschehnisses, den Schmerzensgang 3efu verehrt haben! Wie oft und mit welch schmerzlicher Erinnerung wird die Heilandsmutter Maria mit ben frommen Frauen diesen Kreuzweg des Herrn gewandelt fein, an den einzelnen Orten mit tiefer Rührung gedenkend der Mut- unb Schmerzensszenen, die sich ihren; Gedächtnis unaustilgbar ein gegraben!
Tiefer Glaube hat bann unsere Vorfahr«; zu de« gewaltige«; Kreuzzüge«; begeistert, hochherzig Gut und Blut zu opfern, nur um die heiligen Stätten in der Hand der Christen zu wissen. Und es entsprach einem wirklichen Bedürfnisse des gläubigen Volkes, als di« ! Söhne des hl. Franziskus durch Nachbildungen des wahren Kreuzweges Jes«; die Krenzwrgandacht daheim verbreiteten.
Nu«; können auch wir in der Heimat ben Faßstapfen Jesu auf seinem blutigen Leidenswege folgen, leicht und ohne Mühen; und dabei gewährt uns jeder Kreuzweg bleiben Ablässe und Gnaden, wie eine beschwerlich« und kostspielige Reise ins heilige Land.
Um diese Ablässe zu gewiimen, ist zuerst nötig der Guadenstand: ohire ihn sann ein Ablaß überhaupt nicht gewonnen iverden. Daher erwecke man vorher die vollkommene Neue, Reue über seine Simden aus Liebe zum leidenden Erlöser. Sodann muß man beim privaten Begehe«; des Kreuzweges sich von Station zu Station fortbemegen; beim gemeinschaftlichen Beten geht nur der Vvrbster von einer Station zur anderen.
Endlich wird verlangt die Betrachtung des Leidens Jesu. Aber wie leicht mad)t einem dies der Kreuzweg! Man hat ja die Begebenheiten dieses Leidens im Bilde vor sich, kann also ohne viel Mühe betrachten bald den Heiland und sein geduldiges, demÄiges, opfermütiges Berhalte«;, bald die Feinde und .Henker des Herrn, diese Vertreter der Sünber, bald die mitleidigen Seelen, welche dem Herrn begegnen. Und Mitleid mit dem Erlöser, Dmik gegen ihn, Reue und Vorsatz komme«; wie von selber. Zudem führen auch.alle Kreuzwegandachten für jede Station einige kurze Erwägungspunkte arr. Man lasse beim Begehen des Kreuzweges nur das Herz sprechen, kurz und bündig, aber ernst und gläubig, suche rricht nach glänzende!; Gedanken .sondern betrachte mit eigenem, schlichten Vermögen, und biete Andacht wird tiefe Befriedigung und Frerüre bereiten.
Könne«; mich Kranke, fReifenbe, Gefangene, sowie alle, welche an Besuchung eines Kreuzweges rechtmäßig verhindert sind, die Gnadenschätze der Kreuzwegandacht sich zu eigen machen ?
Ja, durch das sogenannte Stationskreuz. Es ist dies ein kleines Kruzifix, welches mit der Zuwendung der Kreuzwegobläff- benebigiert wurde. Bedingung zur Gewinnung dieser Ablässe ist: 1. Für jede der vier- zehi; Stationen ist ein „Vaterunser", „Ave Maria" und „Ehre sei dem Vater" zu beten. Darnach sind noch zu beien fünf „Vaterunser", „Ave Maria" und „Ehre sei dem Vater" zu Ehren der fünf Wunden Jesu und endlich lich noch ein „Vaterunser", „Ave Maria" und „Ehre sei dem Vater" in der Meinung des Heiligen Vaters — im ganzer; also zwanzig „Vaterunser" usw. 2. Das Stationskreuz ist währenddem in der Hand zu halten- 3. Eine Fortbewegung beim Bete«; dieser zwanzig „Va-