Einzelbild herunterladen
 
  

. W

für die katholischen Gemeinden Kassels

Erscheint jeden Sonntag u. kostet vierteljährl. Ausg. A 1.50 Mk., 01.80 Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzsile oder deren Raum 40 Pfg. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunft-Anzeigen 30 Pfg. extra. In Konkursfällen wird der bewilligte Rabatt hinfällig. Erfüllungsort für das Einklagen von Forderungen ist Fulda. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.

Wochenkalender.

Sonntag, 14. März. 4. Fastensonntag.

Montag, 15. März. Clem. Maria Hofbauer, Bek.

Dienstag, 16. März. Vom Tage.

Mittwoch, 17. März. Patrizius, Bisch, u. Bek.

Donnerstag, 18. März. Cyrillus von Jerusalem, Bischof und Ki.

Freitag, 10. März. Joseph, Bräutigam der seligsten Jungfrau Maria.

S a in s t a a, 20. März. Vom Tage.

Als Agar auf Anstiften ihrer Herrin Sara von Abraham vertrieben wurde, irrte sie mit ihrem Söhnchen Ismael in der Wüste Bersabce umher; als nun das wenige Wasser, das sie in einem Schlauche mitgenommen halte, ausgegangen war, legte sie das Kind unter einen Baum und entfernte sich einen Steinwurf weit von ihm; denn, so sprach sie, ich kann das Kind nicht sterben sehen. Dann setzte sie sich dem Kinde gegenüber und ließ ihrem Mulier- schmerz freien Lauf, und ihr herzzerreißendes Heulen schallte weit in durch die stumme Wüste. Gott aber Horie ihre Stimme, schenkte dem Kinde das Leben und machte es zu einem großen Volke. (1 Moses 21, 15).

So macht es Gottes Vorsehung öfter mit seinen Ge­treuen. Er wendet sein Antlitz ab von ihnen und überläßt sie hilflos ihrem Schicksal. Das ist eine schwere Stunde, eine Stunde der Finsternis, eine Stunde der Prüfung, eine Stunde der Entscheidung. Wohl dem­jenigen, der sie besteht wie eirütens Tobias. Trotz feiner Frömmigkeit, trotz feiner Wohltätigkeit, trotz sei­ner Gesetzestreue kam er in die größte Not unb verlor sogar sein Augenlicht. SAbst seine Frau goß die Schale des Spottes über ihn aus und sprach:Wahrhaftig, deine Hoffnung ist zu Wasser geworden und deine Al­mosen werden herrlich belohnt." Tobias aber wandte sein Herz zu Gott, tat einen Seufzer über seines Wei­bes Verblendung, betete unter Tränen und sprach: Gerecht bist du, o Cott, und alle deine Wege sind Barmherzigkeit und Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit. Und nun, Herr, erbarme dich meiner und denke weder an meine eigenen noch an die Sünden meiner Eltern. Weil wir deinen Geboten nicht gehorchten, darum sind wir ausgeliefert zur Plünderung und zur Gefangen­schaft und zum Tod und zum Sprichwort und zum Spott allen Völkern, unter welche du uns zerstreut hast." (Tob. 3, 4)

Diele Menschen' bestehen diese Prüfung schlecht. Sie nehmen sich heraus, mit Gott zu rechten, zu strei­ten und zu hadern.Wozu habe ich nun immer ge­betet? Wozu bin ich immer in die Kirche geaangen? Wozu habe ich vom Stehlen, von der Unkeuschheit, vom Ehebruch, vom Trinken mich gehütet? Wozu für meine Familie und für die Oeffenilichkeit mich abge­plagt? Urb jetzt dieses große Unglück, dieser abscheu­liche Undank, diese drückende Armut, dieser herbe Ver­lust eines Menschenlebens? Und sie werden irre an Gott und kehren ihm den Rücken. Sie haben die Probe; der Versuchung nicht bestanden.

O mein Christ, diese Stunde wird auch dir nicht erspart bleiben. Jetzt schon mußt du dich darauf ge­faßt machen. Sieh mir in die Augen und antworte aufrichtig auf meine Frage: Dienst du Gott nur wegen der Gesundheit? Nur wegen des guten Auskommens? Nur wegen des täglichen Brotes? Nur wegen der irdischen Annehmlichkeiten? Dann hast du von der Religion eine unwürdige Vorstellung. Sie ist für dich nur ein Kuhhand-ul Wenn wir Gott nur um der irdischen Vorteile willen dienen, dann haben wir, wie der hl. Augustinus bemerkt, kein Recht mehr, uns Christen zu nennen. Fort mit einer solchen niedrigen

Mit abgewandtem Äntlitz.

s ist des Nachdenkens wert, sagt der hl. Augustinus in der Einleitung zum 43. Psalm, und es ist ein ab­grundtiefer Ratschluß Gottes, daß er untre-er, die Patriarchen und . $ _ jenes ganze J>raelüische Volk mit starker Hand herausgeführt ans Ae chplen, daß er ihre Verfolger ins rote Meer versenkt, daß er sie durch feindselige Volksstämme hindurchgefühlt, daß er sie nach Niederwerfung ihrer Feinde ins Land der Verheißung gesetzt, daß er mit ihrer kleinen Schar die Ueberzahl ihrer Gegner besiegt hat und daß er rrotzdem nach so vielen B Wei en seiner Llebe sich gleichsam abgewendet hat von seinem Volke, daß er seine Auserwählten Niederlage und Lod erleiden ließ, daß er sozusagen sein Antlitz ab= gewendet hat von ihren Seufzern, als hätte er sie vergessen, als wäre er nicht ihr Gott!

Gerade diese gänzliche Verlassenheit, diese em- pstndltche Demütigung, diese schreckliche Drangsal schildert der Vsalmist mit schmerzbewegter Stimme tm Pialm 43 und vorzugsweise im zweiten Teile desselben.

Pmlm 43, 2 Teil: Israel von Gott verlassen.

11. Jetzt aber hast du uns verworfen Und hast im Kampfe uns verlassen.

12. Du hast uns in die Flucht getrieben, Feind zur Beute uns gegeben.

>3. Hast uns zum Schlachten ausaeliesült, Herhreut in alle Heidenländer.

14. Hast uns belauft um einen Spottpreis- Entwertet sind wir und geknechtet/ '

15. Den Nachbarn sind wir zum Gespötts Und zum Gelachter allen Völkern.

16 Die Schmach ist täglich uns vor Vf men te« brennt uns ins Gesicht die Schande'

17. Der Feinde Spott die Ohren peinigt Ihr Anblick schneidet in die Seew.

18. Dies alles stürmte auf uns nieder Und haben deiner nicht vergessen.

10. Und haben nicht die Treu' acbrochen Und nicht den rechten Weg verlassen.

20. Du aber hast uns tief erniedrigt. Daß Todesschatten uns bedecken.

Auffassung. Wenn mir gedemütigt werden, wenn wir als Volk drangsaliert, vergewaltigt, ausgesaugt, entrech­tet, mit Füßen getreten und verachtet werden wir wollen deshalb als Christen nicht irre werden an Got­tes Gerechtigkeit und seiner Vorsehung; wir wollen es tragen mit Ergebung und sittlicher Würde: Gott, der unser deutsches Volk dem Absturz überlassen hat, kann es auch wieder erheben. Auf die Ebbe kann die Flut folgen unb wird sicher folgen, wenn wir festhalten an Gott und seinen Geboten, wenn wir in Demut und Reue zu ihm zurückkehren. Und wenn dich persönliches Leid drückt, wenn Gott sein Antlitz, seine Hilfe und Gnade von dir abwendet, wenn er dich eine Zeit lang schmachten läßt in Elend und Verlassenheit, werde nicht irre und harre aus. Deine Losung sei die jener tapse- ren Jünglinge, die zu Nabuchodonosor sprachen:Unser Gott kann uns aus deiner Hand befreien, o König; wenn er das aber auch nicht will, so werden wir doch von ihm nicht abfallen". Der Burgpfarrer.

» Verpflicht. **

Mit dem heutigen Sonntag beginnt die österliche Zeit und damit für jeden Katholiken die Pflicht, die hl. Sakramente der Buße u. des Altars zu empfangen.Wenn es die Kirche mit einem ihrer Gebote ernst nimmt, dann gewiß mit diesem; zeigt doch der Christ, wenn er die Osterpslicht erfüllt, daß er noch zur katholischen Kirche gehört und ihm sein Gwube noch nicht ganz gleichgültig ist Daß die Kirche dir so etwas befehlen kann, wirst du nicht in Abrede stellen wollen, hat doch der göttliche Stifter der Kirche selbst gesagt:Wenn einer die Kirche nicht hört, so sei er dir wie ein Heide und öffentlicher Sünder" undWahrlich, ich sage euch, alles was ihr auf Erden binden werdet, wird auch im Himmel gebun­den sein, alles was ihr auf Erden lösen werdet, wird auch im Himmel gelöset sein." Freilich hat die Kirche keine Gewaltmittel, durch die sie ihren Geboten Aner­kennung verschaffen könnte, aber jener würde sich bitter­lich täufdjen, vielleicht für alle Ewigkeit, der da meinte ungestraft ihre Vorschriften übertreten zu können. Was Gott einstmals im alten Bunde von seinen Propheten sagte, gilt auch von seiner Kirche:Wenn einer auf die Worte, die er in meinem Namen reden wird, nidjt hören will, werde ich als Rächer auftreten" (Deut. 18, 19).Unb schrecklich ist es in die Hände des allmächtigen Gottes zu fallen.

Doch du willst deine hl. Mutter nicht verfassen, willst den Treueid nicht brechen, den du ihr einst geschworen, als das Tauswasser deine Stirne benetzte, als der Hei­land zum erstenmal in dein Herz Einkehr hielt und der Bischof bei der hl. Firmung dir den Ritterschlag des Streiters Christi erteilte. Nein, nicht umsonst soll der Heiland für dich am Kreuz gehangen und sein kostbares Blut für dich vergossen haben, Anteil willst du haben an seinem Leiden und Sterben, Anteil an seinem Reiche.

Darum wirst du gern und freudig deine Osterpslicht erfüllen; wirst dir aber auch alle Mühe geben, es recht gut und sorgfältig zu machen. Gründlich feil die Ge- wisfenserforschung sein, schau hin in alle Winkel und Falten deines Gewissens und fraß dich ehrlich, ob dein