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Zastenhirlenbrief

des KocHwüröigsten Kerrn Wifchofs von Iuköa.

(Zortsetzung.)

L — Durch das Licht der Vernunft, unabhängig von der übernatürlichen Offenbarung, erkennt der Mensch, daß er aus sich nichts ist und nichts besitzt, daß er in letzter Linie alles von Golt, durch seinen allmächtigen Schöpferwillen empfangen hat. Ebenso sieht der Mensch ein, daß er nicht einen Augenblick fortbestehen und fortleben kann, wenn Gottes allmächtige Hand ihn nicht im Dasein erhält. Za, der Mensch vermag nicht einmal den Singer zu rühren oder Atem zu schöpfen oder einen Oedanken zu fassen, wenn Gott dazu nicht mithilft. Diese Vernunftwahrheit hat der Apostel in die kurzen kräftigen Worte gekleidet: „3n ihm leben wir, in ihm bewegen wir uns, in ihm sind wir* (6pg. 19, 28). Oder fordert nicht das fortwährende Entstehen und vergehen in der uns umgebenden Natur und im Menschenleben schließlich eine letzte Ursache, die n i ch t entstanden ist und nicht vergehen kann, die also immerdar besteht ohne Anfang und ohne Ende und allen anderen Dingen Grunb des Daseins und Fortbestehens ist?

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intens Milcht.

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Dem Winter wird der Tag zu lang, Ihn schreckt der Vögel Lustgesang; Er horcht und hört'S mit Gram und Neid, Und was er sieht, das weckt ihm Leid. Er flieht der Sonne milden Schein, Sern eigner Schatten macht ihm Pein. Ec wandelt über grüne Saat Und Gras und Keime früh und spat: „Wo ist mein silberweißes Kleid?

Mein Hut, mit Demantstaub bestreut?" Er schämt sich wie ein Bettelmann Und läuft, was er nur laufen kann. Und hinterdrein scherzt jung und alt In Luft und Wasser, Feld und Wald; Der Kiebitz schreit, die Biene summt, Der Kuckuck ruft, der Käfer brummt; Doch weil's noch fehlt an Spott und Hohn, So quakt der Frosch vor Ostern schon.

Hoffmann von Fallersleben.

^y Diözese Fu!da» ^^

vielleicht noch eindringlicher verkündigt uns die Stimme in unserem Inneren, die wir Gewissen nennen, das Dasein Gottes und unsere gänzliche Abhängigkeit von ihm. Oder sagt es selber: Wer hat in unser Gewissen hineingelegt jene Sittenvorschriften, die jeder Mensch, ob__ er will oder nicht, in feinem Innern vorfindet 7 Woher stammt jene sittliche Nötigung in unserer j Seele, die uns drängt, unsern freien Willen jenen Vorschriften unter allen Umstünden zu unterwerfen? I Woher kommen die Vorwürfe, die wir in uns vernehmen, so oft wir jenen Forderungen zuwider — _ .

gehandelt haben? Also steht über uns ein allgebietendes, allheiliges, allgerechtes Wesen, das auch Weimar. _ Am Sonntag 29 se^iu^ « die edelsten Zähigkeiten unserer Seele anerkennen, dem sie unweigerlich sich beugen müssen. konnte

Errählt uns ferner nicht die wunderbare Ordnung in der Natur, erzählen uns nicht die ^ big auf len lebten j^ Gestirne in ihrem gesetzmäßigen Laufe von der Allmacht, Weisheit und Güte Gottes? — Und grüßen. Nach einigen seMfUlchen MUteuur^e»i w würde unser, nach immer größerem Glück dürstendes, durch kein geschaffenes Gut zuhieben zu der schon vom vorjährigen K ^1^”^ öllttct von stellendes Qerz Ruhe finden können, wenn es nicht ein unendliches Gut gäbe, in dem alles mensch- in Mr-GULbach über das liehe Sehnen seine Erfüllung findet? — So bezeugen uns auch diese Stimmen, daß es einen Gott

gibt, dem wir angehoren, dem wir unsere ganze Hingabe, Hoffnung und £iebe schulden. Ausgehend von der von Freiligrath geschilderten ^^

Sehet da, geliebte Diözesanen, die festen Grunblagen, auf denen unsere natürliche, vernünftige «ende,, daß '^*^1 gewonnen habe gab Ueberzeugung von Gottes Dasein und Oberhoheit beruht; sehet da die durchschlagenden Gründe Z in seinem'Vortrag eine kurze, kulturhisw. für die Notwendigkeit, auch unseren Willen, unser ganzes Tun und Lassen, all unser Hoffen und rifd)e Betrachtung über Kirche und Staat vl^ und nach Sehnen Gott hinzugeben. der Novemberrevolution Cr ^chl^â- K'e M

Daraus ergeben sich folgende praktische Nutzanwendungen: Es ist eine unabweisliche Zorde- ^hunderten das Staat w^ 18113 ^^

rung schon der natürlichen Vernunft, die religiöse Ueberzeugung in sich aufzunehmen, sie zu pflegen Volkskräfte aufleben, wie auc^ Bismarck öfter» und immer mehr zu festigen. Es ist ebenso eine heilige, schon durch die Vernunft gebotene Pflicht die christlichen Grundgedanken des Staates bswnie und für den Menschen, alles was er besitzt: Leib und Seele, verstand und Wille, alles worüber er wie dieser Gedanke in der kaiserlichen Botschaft on rechtmäßig verfügen kann, nur nach Gottes Gebot und Wohlgefallen zu gebrauchen. Wie ganz 1881 über die loyale Fürsorge ^ Gerlich unvernünftig und töricht wäre es, dieser Pflicht sich zu entziehen ! Und wie tief würde ein Mensch ™r mehr sei “^^ ßcJabc fck}eniflett Stellen, sich selbst erniedrigen, wie sehr verdiente er unser Mitleid, wenn er in der Verblendung und dem Äe „dem Volke die Religion erhalten" wollten lva. Stolze seines Herrens ber Religionslosigkeit als einer endlich errungenen Zreiheit sich rühmen wollte! cen vielfach vom innerlichen Christentum wert«i.rernt.

Die Frucht dieser rein offiziellen Betonung des Ehrt.

2. — Ein noch tieferes Eindringen in das Reich der religiösen Wahrheit ist uns gewährleistet, swntums können wir in dem gewaltigen Umschwung er« Gott selbst wollte dieses Eindringen uns ermöglichen. Er wollte uns selbst solche Wahrheiten kennen, der seit der Revolution vor sich offenbaren, von denen die Vernunft natürlicher Weise keine Ahnung hat noch haben kann; zur neuen $^!aKs Poli.

Erkenntnis auch dieser Wahrheiten wollte er uns leicht und sicher gelangen lassen. Deshalb ließ c3 lewer nicht gelungen den christlichen Geist

er seinen eingeborenen Sohn die sichtbare Kirche stiften mit dem hl. Petrus als Oberhaupt und den des Staates in der Verfassung zu Detoniern. Die im Aposteln als Oberhirten. Diesen Häuptern der Kirche und ihren Nachfolgern, dem Papst und den alten Staat sich seigendeGleichmltigkeit großer

Dischöfen, übertrug er das Lehramt und sicherte demlelben bis zum Ende der Zeiten den Beistand

bes hl. Geistes zu. Noch mehr: während das Ziel der natürlichen Religion nur zu einer natürlichen gilt es die Reihen des gläubigen Volkes

Seligkeit im Zenseits führen würde, wollte Gott aus übergroßer Herablassung uns in dieser über- zu schließen und so als «Sauerteig für die Wiedergo natürlichen Religion eine jenseitige Seligkeit gewähren, die sogar in ber Anteilnahme an seinem nesung des Volkes zu wirken Deshalb sei es notweu* eigenen göttlichen Glück, in der unmittelbaren Anschauung und dem Besitze Gottes selbst, bestehen dig, daß die ^^iche^ Bevölkerung au» 'wer ^e arge soll. Weil aber der Weg zu diesem Ziele nicht nur schwer, sondern den menschlichen Kräften aus Aâmus ^nb die EntchristUchung des Volkes über, sich allein unmöglich ist, deshalb übergab Gott der Kirche neben dem Lehramte auch das Priester- Reicher Beifall folgte den herrlichen Worten, und Hirtenamt und damit die Kraft und Vollmacht, durch die Sakramente und das hl. Opfer die Nach einer kurzen Pause, in welcher sich eine Anzahl Ströme der Gnade in die Herren zu leiten und die Menschen auf den Weg des Heiles zu führen.

Das ist, geliebte Diözesanen, der Ursprung, das ist das Wesen der übernatürlichen Religion. §“c lâlsimg '"gewünscht wurde. Wohl sei dein ^Oas uns daran hier besonders in die Augen springt, ist die Heftigkeit der Grundlagen, auf welche Reichsminister im Prozeß nichts Strafbares uachge. dieses übernatürliche Deligionsgebäude gestellt ist. Derjenige nämlich, der dieses Religionsgebäube, wiesen, und wenn auch die FkeEanMlegenhert sich das wir katholische Kirche nennen, aufgerichtet und ausgestattet hat, ist der Gesandte, ja der fÄ„so sS^

eingeborene, ewige Sohn Gottes selber. Hat er nicht diesen Anspruch erhoben und hat er nicht die P^e§n der Fall nicht dem "katholischen Volksteil zur Berechtigung auf diesen Anspruch durch die Erfüllung der alttestamentlichen Weissagungen von Last gelegt werde. Möge man zu Erzberger stehen wie dem Messias als dem Stifter des neuen Gottesreiches bewiesen? Es sind jene Weissagungen, die man wolle, das Verdienst müsse man ihm lassen daß er nicht wir Christen erst aufgefunden haben, sondern die sich seit Moses und den Tagen der Propheten in den Händen der Juden befinden und darum auch ihnen ein lautredendes Zeugnis für Christus S^^ L

und feine Religion sein müssen. Hat der Stifter der Kirche nicht auch durch Wunder, wie nur Gott glück, das bei Nichtannahme des Friedeusvertrages her. sie wirken kann, durch die Totenerweckungen, die augenblicklichen Krankenheilungen, die allgebietende eingebrochen wäre könne sich nur der eine Vorstellung Herrschaft über die Natur und ihre Kräfte seine göttliche Sendung und seine Gottheit dargetan? Ist ^ben. der ^e der Rvdnvr. b^ten Aum rucht alles, was er gewirkt bat zur Stiftung und Einrichtung feiner Kirche, wahrhaft Gottes s^iâffanwn Ausführungen durch spontanen Bei« Werk? Ruht darum nicht die übernatürliche Religion, die katholische Kirche, mit ihrer Lehrvertzündlgung, fall.