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Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag u. kostet vierteljährl. Ausg. A 1.50 Mt., B 1.80 Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 40 Pfg. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Dffert- uni) Auskunft-Anzeigen 30 Pfg. extra. In Konkursfällen wird der bewilligte Rabatt hinfällig. Erfüllungsort für das Einklagen von Sortierungen ist Fulda. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.
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wschenkalender.
Sonnta g, 7. März. 3. Fastensonntag. ThomaS V.Aquin, Kirchenlehrer.
Montag, 8. März. Johann V. Gott, Bek.
Dienstag, 9. Mä^z. Franziska Romana, Witwe.
Mittwoch, 10. März. Die hl. 40 Märtyrer.
Donnerstag, 11. März. Vom Tage.
Freitag, 12. März. Gregor, P. u. Kchl.
Samstag, 13. März Vom Tage.
Dritter Fasten-Sonntag.
(Ev. Luk. 11, 14—28.)
In jener Zeit trieb Jesus einen Teufel aus, der stumm war. Und als er den Teufel crusgetoeben hatte, redete der Stumme und das Volk verwunderte sich. Einige aber von ihnen sagten: Lurch Beelzebub, den Obersten der Teufel, treibt er die Teufet aus. Andere versuchten ihn und forderten von thm ein Zeichen vom Himmel. Als er aber ihre Gedanken sah, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das WiLer sich selbst uneins ist, wird verwüstet werden und ein Haus wn d über das andere fallen. Wenn nun auch der Satan wider sich selbst uneins ist, wie wird dann sein Reich bestehen, daß ihr fa et, ich treibe durch Beelzebub die Teufet aus? Und wenn ich durch Beelzebub die Teufel austreibe, durch wen treiben denn eure Kinder sie aus? Also werden sie leibst eure Richter sein. Wenn ich aber durch den Finger Gottes die Teufel austreibe, so ist ja wahrhaftig das Reich Gottes zu euch gekommen Wenn der Starke bewaffnet seinen Hof bewacht, so ist alles sicher, was er hat. Wenn aber ein Stärkerer, als er, über ihn kommt und ihn überwindet, so nimmt er seine ganze Waffenrüstung, auf welche er sich verließ und verteilt seine Beute. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, Ler zerstreuet. Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, wandert er durch dürre Orte und suchet Ruhe; und weit er sie nicht findet, spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, von dem ich ausgefahren bin Uno wenn er kommt, findet er es mit Besin gereinigt und geschmückt. Dann geht er hin, nimmt noch sieben andere Geister mit sich, die ärger sind, als er; und sie gehen hinein und wohnen daselbst: Ui ^te lebten Sin e dieses Menschen werden ärger, als die ersten. Es geschah aber, als er dies redete, erhob ein Weib unter dem Volke ihre Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat und die Brust, die dich genährt! Er aber sprach: ■0«, freilich sind selig, welche das Wort Gottes hören und dasselbe beobachten.
plagt sollen
Werftjsuge Estler.
0er Stumme im heutigen Evangelium gehörte zu den Besessenen, welche Werkzeuge des Teufels waren. An thuen hat er feine Macht gezeigt und seine Wut ausgelassen durch sie hat er die Menschheit ge- und genarrt, geblendet und verdorben. Wir nicht Werkzeuge Satans, sondern Werkzeuge
Gottes sein, an denen er seine Macht und Güte, erweist, durch die er andern Wohltaten spendet.
Im Alten Bund hat sich Gott der Juden bedient, um durch ihre Vermittlung die Heiden zu belehren, ihnen die Haltlosigkeit ihres Götzenwahns, die Ohnmacht ihrer Götter und Göltinnen vor Augen zu führen.
Das ist der Inhalt des 43. Psalmes, von dem ich heute den ersten Teil in freier Bearbeitung darbiete.
Psalm 45 erst r Seil: Gott ist der Sieg zu danken.
1. O Gott, wir haben es vernommen, Die Väter haben es verkündet:
2 Was du gewirkt in grauer Vorzeit, Was du vollbracht in alten Tagen,
3. Die Heiden hast du ausgerissen, Um einzupflanzen unsre Väter.
4. Verdanken sie das Land dem Schwerte? Die Rettung 'ihrem starken Arme?
5. Nein, deine Rechte hat geholfen Und deine Huld den Sieg erstritten.
6. Auch mein Gott bist du, Herr und König, Du treuer Retter deines Volkes.
7. Hilf uns die Feinde niederstosten, Zertreten unsre Widersacher.
8. Nicht meinem Bogen will ich trauen, Und nicht im Schwert mein Heil versuchen.
9. Du bist mein Helfer, mein Beschützer, Der Sieger über meine Feinde.
10. In dir allein sei unser Rühmen:
Wir preisen ewig deinen Namen.
Gott war es also, der Kanaan eroberte, der die Ammoniter, Amalekiter, Phereziter, Philister und die übrigen Heidenvölker aus ihren Wohnsitzen vertrieb und sein Volk Israel in dem Land ansiedelte, das von Milch und Honig f^b- Waren aber die Israeliten bei diesem Schauspiel nur Statisten, bei dieser Erobe- rung nur Mitläufer? Ist Palästina ohne Schwertstreich in ihre Hände gefallen? Nein, sie mußten kämpfen, bluten und sterben. In unzähligen Schlachten und Kriegen mußten die Israeliten jeden Zoll Erde in erbittertem Ringen erobern. Aber was hat bei diesem Kampfe den Ausschlag gegeben? Die Hilfe ihres Verbündeten, die Hilfe des allmächtigen Gottes. War das Volk einmal übermütig geworden und zog auf eigene Faust in den Kampf, so konnte all ihre Tapferkeit, all ihr Löwenmut ihnen nichts nützen. Selbst die Gegenwart der Vundeslade war nicht imstande, eine schmachvolle Niederlage von ihnen abzuwenden. Nur wenn Gott mit ihnen war. nur wenn sie demütig und vertrauensvoll seine Hilfe anriefen, dann waren sie unwiderstehlich und rannten eine zehnfache Uebermacht über den Hausen.
Die hl. Schrift ist voll von Tatsachen und Aussprüchen, welche die Wahrheit erhärten, daß Gott cs ist,, der die großen Taten tut, der die Menschen nur als Werkzeuge benützt. Er besiegte irr Heiden durch das auserwähl e Volk, er besiegte den Goliath durch den jugendlichen David, er schlug den Holofernes durch die
Hand der schwachen Judith; er verbreitete das Evangelium und die Kirche durch die Predigt der Apostel. Mit welcher Ueberzeugung hat Paulus dieser Wahrheit die Ehre gegeben. Als er von seiner ersten Missionsreise nach Antiochia zurückgekehrt war, erzählte er den dortigen Christen, welch große Dinge der Herr durch ihn getan. Abermal sagt er: „Ich habe mehr gearbeitet als alle Apostel zusammen, doch nicht ich, sondern die Gnade Gottes in mir". Er und seine Mitarbeiter wollten nichts anderes sein als Werkzeuge in Gottes Hand." „Ich habe gepflanzt. Apollo hat begossen, Gott aber hat das Gedeihen gegeben". Trotz seiner unermüdlichen Predigt, trotz seiner gewaltigen Anstrengungen, trotz seiner unaufhörlichen Reisen, schrieb er allen Erfolg Gott und seiner Gnade zu: „Durch die Gnade Gottes bin ich. wcw ich bin .
Mein Christ! Meinst du nicht, daß es in unserer Zeit besonders nötig ist, dieser Wahrheit ins Gesicht zu schauen? Gibt es nicht Menschen, die durch ihren Hochmut derart verblendet sind und die das Menschenherz so wenig verstehen, daß sie meinen, sie könnten einen menschenwürdigen Wandel führen ohne Gott, ohne Gnade, ohne Religion? Sie wollen eine Moral ohne Gott, ^hne Dogma, ohne Gebet, ohne Gnadenmittel ohne Sakramente, ohne Kirche. Was sagst du dazu, wenn jemand sich anbietet, eine Brücke zu bauen ohne Mauern, ohne Pfeiler? Das nennst du Unsinn und Großsprecherei. So ist es mit der Moral ohne Gott. Der Heiland hat schon das Urteil darüber gesprochen mit den Worten: „Ohne mich könnt ihr nichts tun". Wie steht es beim mit dieser Moral ohne Gott, wie steht es damit in unserer Zeit, in welcher man alle Rücksicht auf Gott aus den Verfassungen und dem öffentlichen Leben geflissentlich hinausgewörfen hat? Wie steht es mit der Ehrfurcht gegen Eltern und Obrigkeiten, wie steht es mit der Treue im Ehestand? Wie steht es mit der Keuschheit, mit der Arbeitsamkeit, mit der Ehrlichkeit? Die Ehescheidungen, die freie Liebe, der Geburtenrückgang, die Diebstähle, die Kirchenräubereien, die Entartung der Jugend, die vielen Streiks und das ganze Heer von Verbrechen sagen es zur Genüge. Nur in und mit Gott läßt sich ein tugendhaftes Leben führen, kann die Menschheit gedeihlich zusammenleben, ohne daß wir einander ausiressen wie Raubtiere, nur in und mit Gott läßt sich die Last der Gebote und das Joch der Leiden und Pflichten tragen. „Kommt her zu mir", spricht der Heiland, „kommt her zu mir, die ihr mühselig seid und beladen, ich will euch erquicken. Nehmet mein Joch auf euch, denn süß ist mein Joch und meine Bürde ist leicht".
Wohlan, laßt uns diese Wahrheit beherzigen. Ein Sieb bist du an Gottes Ehre, wenn du versuchen wolltest, einen sittlichen Wandel zu führen ohne Gebet und Sakramenlenempfang; der sittliche Bankerott wird unvermeidlich sein. Gib also Colt die Ehre, daß du demütig betest, den Gottesdienst besuchst, die hl. Sakramente der Buße und des Altars empfängst und so ein Werkzeug wirst in Gottes Hand zu seiner Verherrlichung und zu deinem zeitlichen und ewigen Glück.
Der Burgpfarrer.