Ratgeber fü r fanöwi r tsch <%
Gartenbau und Hauswesen»
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Tlr. 5. x> 30. Zahrgang. ex o o SrMshsZZOÄr zum DsnlfMusboken. o o Zulda, den 29. Februar 1920.
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Landwirte.
Das Einchge, was uns im deutschen Vaterland« und nach außen wieder hochbringen kann ist Ruhe, Ordnung, Arbeit! Das rmiß tagaus, tage in jedem Deutschen ins Gewissen gehämnwrt werden. Weil das allein uns retten kann. Keine übertriebenen Forderungen, da unser Wirtschaftsleben außerordentlich schtoierig ist und keine weitere Belastung irrten kann. Weg auch mit der Eigensucht, dem Wuchergeist, der Genußsucht und dem Vergnügungstaumel. An den vergangenen FastnachtZtagen haben habsüchtige Wirte daS tolle Johlen, Gröhlen und Tanzen halbwüchsiger, jun. 8er Leute biß zur Morgenfrühe beförbeot, während die hohläugige Hungersnot vor der Türe grinst, Hat die tolle Jugend» das Geld mit vollen Händen hinausgeworfen und verschwendet, daß man sein Angesicht in Schmerz uré) Trauer verhüllen möchte und dem Dichter Recht geben muß, wenn er sagt: „Den Teufel merkt das Bällchen nicht, und wenn er eS am Kragen hätte."
Einfache, ländliche, vorbildliche Genügsamkeit, christ. l'che Opferwilligkeit, schlichte, ehrlich« Art Selbstzucht, Pflege des Allgemeinwohles und der geistigen Güter ist mehr denn je das Gebot bet Stunde I Denkt an die Zukunft, an eure Kinder, denen ihr bessere Zeiten schaffen müßt und schaffen wollt. Das liegt jetzt in eurer Hand! Schließt euch zusammen, bleibt fest und treu auf «hristlick^m Grunde stehen! Vereinte Kraft '— Großes schafft!
M die Dauer der Zwangrwirlschast
. ^^se ^o^Rpteife sind auf Grund des ße- ßklten folgende Höchstpreise: Weizen 65 Mark Roggen J^f^^k^S 45 ^^' Hafer 45 Mark -'mb Kar. toffeln 25 Mark der Zentner. Die Haferfreigabe hat den Zentnerpreis auf 120—150 Mark gesteigert, die Kartoffelfrergabe wurde den Zentner auf 80—100 Mk iwtgern, so daß im Kleinhandel das Pfund Kartoffeln auf etwa 1.60 Dèark kommen würde.
^nwârtigen Standes der Produktionskosten errechnet Sie tragen da voraussichtlich mit weiteren Steigerun- ßcn s« Kosten zu rechnen ist, nur einen vorläufi- gen Charakter und bilden die Grundlage für die endgültigen Uebernahmepreise, die kurz vor der Ernte festgesetzt werden sollen. Die endgültigem Uebernahmepreise, die zugleich Höchstpreise fein wer- unter Berücksichtigung der bis zur Ernte n der Produktionskosten und
Auf diese Weise
eingjetretenen Aenderungen
des Erntebiwes festgesetzr werden. _|e
^ rd tue Sicherheit gegeben^ daß der Landwirt für die ^ i der Festietzung der Mindestpreise infolge weiterer Steigerung der Produktionskosten entstandenen Mehr, aufwendang^ durch die endgültigen Preise einen Ausgleich erhält.
Bei den Vorschlägen wird davon auSgeganoen daß die gebundene Wirtschaft für Getreide beizubehalten unter Einbeziehung des Hafers, dessen einseitige Uewabe in diesem Mrtschaftsjahr zu außerordentlichen Mißständen geführt hat. Das Reichskabinett hält bei den Kartoffeln die Zeit noch nicht gekommen die qs- bundene Wirtschaft aufzugelen. Ausgabe weiterer ratnngen mit den beteikgten Kreisen wird es sein die Ein^Ihe'tei' der Bewirtschaftung nach Möglichkeit
Richtung größerer Bewegungsfreiheit der Land- wirtgljafj auSzurestalten.
,„,-’' i" Az'ssicht gcnoinmene wesentliche PreiSer- Et^^m^.^Etreide und Kartoffeln wird eine weitere ftarie. lastung der verbrauchenden Vcvölkenma im sâmenden Herbst nach sich ziehen sie liegt aber in Prem eigenen wohiverftaiidenen Jnereffe. Denn von der neuen Regelung darf eine wesentliche F ö r. < i ri'! V^T bin heimischen Produktion c! !i>> r et werden ~ ie nachhaltigst« Ausnutzung unse. rer eigenen Prolnstwnsguellen muß aber jetzt und in der Zukunft das Hauptziel unserer Wirtschaftspolitik sein, denn je mehr Lebensmittel im Inland erzeugt werden desto unabhängiger sind wir vom Ausland, das letzt n Endes nur zu enormen Preisen uns den Zukauf gestatten wird.
Die Vorlage wird noch im Reichstag und in der ^anonalversammlung einer Beratung unterzogen Die ^fsischlicßungen dieser Körperschaften werden nach Möglichkeit beschleunig werden.
Verordnung
der Preise über Charrmsphssphaimeh!.
vom 10. Sebniar 1920.
Die Preise betragen für 1 Kilogrammprozent Ge. smntphosphorsäure 853 Pfennig, zitrouensäurelösliche Phoèphcrsäure 415 Pfennig.
Die Lieferung erfolgt nach Wahl der Werke in haltbaren Papier- ober Gewebesäcken. Wird in Papier, sacken geliefert, so wird ein Aufschlag von 2 30 Mark für je 100 Kilogramm berechnet. Werden Gewebesäcke verwendet, so wird ein Aufschlag von 9 Mark für den Sack von 100 Kilogramm und von 7,50 Mark für den von 75 Kilogramm FaffungSraum berechnet.
Säcke ans Webstosf werden wenn sie unbeschädigt und zur Füllung und Versendung von Thomasphos. phatmebl noch verwendbar sind, gegen eine Vergütung nach folgenden Sätzen frei Werk zurückgenommen.
Die Vergütung beträgt je nachdem die Säcke 100 oder 75 Kilogramm Fassungsvermögen haben, wenn die
Rückgabe erfolgt: vor Ablauf Der 4. Woche 7,50
„ „ „ 5. „ 7,20
, . „ 6. . 6,45
Mark oder 6,00 Mark
. „ 5,70 „
„ , 4,95 ,
. „ 4,20 ,
. . 8,45 ,
V-rschiedruös.
Bildung von Einwohnerwehren ist vorgeschricLcn! Wie mis nutgeleilt wird ha! von feiten radikaler Elemente eine starke Agitation gegen die Ein. wohn erwehren eingesetzt. Insbesondere wird von Lentzen die kein Interesse an der durch die Ein. wohnerwehren gewährleisteten Ruhe und Ordnung besonders Mich auf dem Lande, haben behauptet, die Einwohnerwehren feien unnötig u. entbehrten der rechtlichen Grundlage. Demgegenüber weisen wir ansdrück, lich auf die letzten „Bestimmungen über die Errichtung von Einwohnerwehren" hin (Erlaß des Ministers des Innern, Abt Zentralstelle für Einwohnerwehren E. W. 1 Nr. 6082 vom 15. 9. 1919). Der betreffende Abschnitt aus den angeführten Bestimmrmgen lautet: „Gegen die mit der schweren LabenSmitteliwt zunehmende Unsicherheit in Stadt und Land, gegen die aus dem Anwachsen des Verbrechertums entstehende Gefahr für Leben und Eigentum, gegen bewaffneten Aufruhr Plünderungen ruch Baândiebstähle sich s e l b st 'z n schützen, i st Pflicht und R e cht der Einwohner Preußens. Für diesen Selbstschutz sind überall Einwohnerwehren zu schaffen."
Verkürzung der Brotration. ^^ bereits bekannt- gegeben wurde e folgt vom 9. Februar ab eine Herabsetzung der Mehlration von 260 Gramm pro Kovf und Tag auf 200 Gramm. Außerdem wird das Getreide höher auSgenrahlen.
Die HKjvtr.rnsHki'ge an die Tirrhabier vom 16. Febrvar bjs 14. März 1920 betrogen laut Festsetzung der Reichsslrischstelle für Rinder, ausgenommen Kai. ber 52,20 Mk., für Kälber 116,40 Mk., für Schafe mit volkwolligen halblangen und kurzwolligen Fellen 77,40 Mk, für Schafe mit Blöße»» 67,80 Mk., für Pferde 4020 Mark
Di» Holzpreise sind fabelhaft in die Höbe gegangen. Unsortiertes Tischlrrholz (16 und 20 Millimeter ast- reine Sorten kosten je Kubikmeter 1500—1900 Mk. je nach Breite und Drirchschnitts'änge. Buchen 200 — 218 — 270 — 820 — 510 Mk. Gemischt 1. bis 5 klaffe 290 Mk. Fichte 210, 290, 380 bis 420 Mark. Gemischt 1 bis 4. Klasse 363 Mk. Spessard- eichen 4—8000 Mk. ja bis 9700 Mk. pro Festmeter, «rüderes Eichenholz (A und L-Holz) 186 860, 475, 720 bis 1015 Mk. in den 5 Klaffen.
Die „®ft*<:stetig an die Weltmarktpreise", von der so viel ^efp? odjcu wird würde für uns bedeuten, daß die deutfche Mark im Inlande ebensowenig w rt tritt, wie sie es bereit im Atisland ist. Wenn Hwle eine fünsköpfige Familie für die rationierten Lebensmittel, die- wir im Anfa>rg des Jahres verteilten Otva 64 Mark die Woche zahlt, so müßt' sie bei Änpaffuag an die Welwurrktpreise das fünffache, mindestens 320 Mark dafür zahlen. Die Fowe wäre, daß sich aufs neue Preise und Löhne gegenseitig hinaufhetzten.
Der Schwund Ire im Kartoffel-Ablieferungssoll. In einer Eingabe an die Neichskartoffelstelle war darauf hingewiesen, daß bei dem jetzigen, Staffelpreisspstem nur noch ein lOprozentiger Schwund auf das Startes»
fel-AblüeferunsSsoll angerechnet werden soll, Während ursprüirglich 20 Prozent zugestandcn wurden. Mit Rücksicht auf die vielen Frostschäden in diesem Winter war Leanlragt, auch weiterhin 20 Prozent Schwung anzuerkcnnen. Auf diese Eingabe «mtioortete die Reichskartoffcls^elle. Sn Anbetracht der un. günstigen Kartoffellage sei sie leider außerstande, allgemein a n z uo r d n » nst daß von der bei Errechnung des Ueberschusses für jeden Kartoffel«zeufter zu enu igelnden Erntemenge ein Fünftel des Erniieertrages zur Deckung der zum Verfüttern freigeyebenen Kartoffel»» und der Verluste an Fäulnis unt' Schwund abzusetzen ist.
Alte Kartoffeln. Unsere Frauen haben jetzt ihre Hebe- Rot nicht allein wegen des Morels wohlseiler frischer Gemüse, sonder»» weil auch die Kartoffeln, immer älter und weniger schuxxfhaft werden. Der Stärkemehlgehalt ist in den verschiedenen Monaten deS Jahres verschieden. Am misten Stärkemehr enthalten! sie nach genauen wisse,»schaftlichen Untersuchungen im Dezember, also mehrere Wochen nach der Ernte. Vom D-zember an nimmt der S> är!e!nehlgehalt immer mepr ab und fällt von durchschnittlich 18 Proz. im Dezember auf 16 Prozent im Februar, 15 Prozent im März 12 Prozent im April 10 Prozent im Moi. Eine Kactof. fei ist jetzt also schon weniger nahrhaft als im Tezcnr- ber infolge des bedeutenden Skärkenwhlverlustcs er. leidet natürlich mich der Wohlgeschmack eine «roße Be» eiiürächtignng, lveshalb ja auch ungeichalte oder Pell- kartosseln nach Weihnachten (früher. jetzt ist es ander») auf keinen besseren Tisch kommen. Den Gea^nock alter Kartoffeln kann man dadurch etwas teeroeWb daß man sie ungeschält 1 bis 2 Taa- in ^^^'S Waffer stellt und dieses öfters erneuert. Sm Vorabend des Gebrauchs werden sie dann geschält und ^ermalS unter Wasser stehen gelaffsn. möglichst im munkeln, niemals aber im Sonnenschein. Dr« a 11 e n Starter^ Mn herben mit falt cm Wasj^ und Salz auf» Feuer gebracht (neue bekanntlich mit kochendem), bis sie sieden und bis zum Weichwerdm im Siefen erhalten Noch zweckmäßiger ist ein Wechseln des kochenden Was. fers nach dem ersten Sieden. Auf diese. Weise geherr noch mehr schlechte Bestandteile fori. Die Siebtemperatur muß bis zum Weichsein erhalten bleiben; fi-’ t die Temperatur so wird die Kartoffel untonmTwft. Nach dem Garsein gießt man das Waffer ab und dampft die Kartoffeln zua-deckt noch einige Minuten. Dadurch verdaniffft dos Wasser, die Stärke hürb lockerer und vie Kartoffel mehlig, auch wenn sie schon alt ist.
Viehsalz (Chlornatrium) kommt als eigentliebed Düngemittel nicht in Frage. Mi V^w'ndung der Kal^Rohsalze, wie Kainit, kommt Chlornatriunr in genügender Menge in den Boden.
Mit Thomasmehl (Thomasschlacke).', das nur w geringen Mengen vorhairden ist, wird ein großer Schwindel getrieben. Wird es unter der.Hand aage. boten, so solle man es ja bei einer landwirtschaftlichen Versuchsstation untersuchen auf den Gehalt an gttro. nensäur rlöslicher Phosphorsänre.
Kalkl-eins bet Hühner toerden hervorgerufen enrch ein Kratz- oder Räudemilbe. Die Krankheit tuirb na= iurgemäß durch Unsauberkeit in den Ställen geföner., kann aber auch durch Einschleppen der RäudcmKbm durch Streitlüste Tiere ober bei freiem AuSlauf durch Ansteckung bei fremden Hühnern zum Ausbrwl^ lom. men. Vor allem muß also erst für gründliche Reinigung und Desinsektion des Stalles gesorgt werden. Die Beine der erkrankten Tiere werden mit Kardo- lincarm oder einer Mischung von Petroleum und Schmierseife bestrichen. Dadurch sterben du», Milben ab und die Krusten falle»» rvach rind nach von cilut aa>
RlreumatiSmus bei den Pferden behandelt man mit Massage, Wärme und Einreibungen mit Kampferspiritus. ' In schweren Fällen verordnet der Tierarzt Salizyl.
Galle des Pferdes. Wem» schon 2^jährige Pferde mit SprunggelenkMllc behaftet sind ist das meistens ein Zeichen, daß sie zu früh und stark zur Arbeit her- angezogen finb. Meistens haben solche Pferde schwache Gelenke. Die Beseitigung der Galle läßt man cm besten durch einen Tievarzt vornehmen, ter durch ein Punktierverfahren (mittels Nadeln) die Ansainmluirg von Wasser entfernen wird. Vor und nach der De. Handlung muß die Angrifssstelle desinfiziert bezw. ab. gewaschen' werden. Schmierkuren sind da nicht angebracht. 9? achtem das sich angc sammelte Wasser entfernt ist, wird ein Umschlag um das Sprunggelen? gemacht der mit Spiritus getränkt ist. Der Umschlag wird nach ztvei Tagen formen Ginnten. Während dieser Zeit fcU das Tier nicht arbeiten.