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Nr 9

Sonntag, den 29. $ebnw

Beilage

5920.

ZasteRhirtenb E»

des Kochwürörgsten Kerrn Wi^ofs von ^" ^

^r Diö^e Fulda. ^^

In Christo geliebte Diözesanen!

Es war ein weltgeschichtlicher Augenblick, als Christus im Serichtshause zu Jerusalem vor dem römischen Landpfleger Pilatus stand, um sich gegenüber den Anklagen der Juden über seine Person und sein Lebenswerk zu verantworten (Joh. 18,33 ff.). Halb spöttisch, halb mitleidig fragt ihn der Heide:Also ein König bist Du? Mit feierlichem Ernste erwidert ihm Jesus:Du sagst es» ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, daß ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Der Heide Pilatus hat in seinem dem Irdischen rugewandten Sinn kein Verständnis für solche Offenbarungen; verächtlich und mit abwehrender Handbewegung wirft er deshalb die Frage hin:Was ist Wahrheit?" Als ob er sagen wollte:was soll ich mir unter »Wahrheit' vorsteilen? Mein Auge sieht sie nicht; mein verstand erreicht sie nicht. Was ist Wahrheit? welches ist ihr 2weck und Sinn im Menschendasein? was ist Wahrheit? was soll ich erst gar anfangen mit den .Wahrheiten', die Du vom Himmel gebracht haben willst? Die .Wahrheit' und noch mehr Deine Wahrheiten entbehren der Begründung und (âewißheit, und nützen nichts für das Leben so wie es ist.

Geliebte Diözesanen! Dieser denkwürdige Vorgang am ersten Karfreitag wiederholt sich immer wieder, so oft der Geist der Welt und der Geist Christi im Leben sich begegnen. Die Kirche als der in der Menschheit fortlebende Christus legt Zeugnis ab für die religiöse Wahrheit, für die Religion; sie zeigt die Sicherheit ihrer Grundlagen und die Festigkeit ihres Aufbaus; sie verteidigt die Rechte der Religion auf den Einzelmenschen wie auf die Völker; sie unterläßt auch nicht, auf den großen Segen hinzuweisen, der für die Menschheit aus der Religion erfließt. Auf alles dieses gestützt, fordert die Kirche Anerkennung der Religion im Hamen Gottes, des Urquells und Hüters aller Wahrheit. Der gottseindliche Weltgeist aber setzt den Beweisgründen für die Religion 2weifelsucht oder Verneinung entgegen, lehnt die Ansprüche der Religion auf das Menschenleben ab und glaubt ihre wohltätigen Wirkungen wenn er sie überhaupt zugesteht auch ohne sie der Menschheit sichern zu können. Auch der Weltgeist sagt:Was ist Wahrheit? was ist Religion? Wer verbürgt uns ihre Gewißheit? Was nützt sie dem Menschen, dem Staate, der Gesellschaft, dem wirtschaftlichen Leben? Man behellige uns also nicht mit Religion!*

Haben nicht auch wir, geliebte Diözesanen, diesen Ruf vernommen bei dem gegenwärtigen Wendepunkte der Geschichte, wo unser armes Vaterland so hilfsbedürftig am Boden liegt? Jetzt, wo es sich handelt um den Wiederaufbau der Gesellschaft und die Heilung der zerrütteten Verhältnisse, glaubt man die Religion entbehren zu können. Man wirft ihr vor, sie ruhe doch auf recht unsicherem und schwachem Fundament, sie entspreche nicht den Bedürfnissen des fortgeschrittenen Menschengeistes, sie sei unfähig oder doch überflüssig für die Erneuerung und Gesundung der Völker.

Daher halte ich es für überaus zeitgemäß, Euch in Euerer tzochschätzung der Religion zu stärken» indem ich Luch erinnere an die Grundlagen und Segnungen der Religion. So erwäget denn mit mir:

0 auf wie sicherem Fundament die Religion ruht und

2) welch wohltätige Wirkungen von ihr auf das gesamte menschliche Leben ausgehen.

I.

Geliebte Diözesanen!

Ehe wir die Grundlagen der Religion und ihre Segnungen uns vergegenwärtigen, müssen wir uns darüber klar sein, was die Religion denn eigentlich ist. Da steht vor allem das eine fest, daß bie Religion nicht in Beußerlichkeiten besteht, sondern daß sie eine Summe innerer Ueberzeugungen, innerer Gesinnungen, innerer Willensrichtunzen ist, aus denen dann das äußere religiöse Verhalten hervorzetzt.

3n der Tat: wer verdient mit liecht den Hamenreligiös" ? Ctwa jeder, der sich in die tifte einer Religionsgesellsdjaft hat eintragen lassen oder durch die Taufe der christlichen Religion eingegliedert ist? 6ewiß nicht! Denn wie vielereligiös" Eingetragene oder Getaufte gibt es, die trotz alledem religionslos sind und mit der Religion gebrochen haben!

Oder werden wir einen Menschen schon darum religiös nennen, weil er blos äußerlich die Uebungen einer Religion mitmacht, ohne innerlich mit Sinn und Herz daran teilLunehmen? rlud) das nicht! Ein solcher wäre ein Heuchler, keineswegs aber religiös zu nennen.

Andere meinen, fromme Vorstellungen, erhebende Gesüßte und Empfindungen machten den religiösen Menschen aus. Buch sie täuschen sich. Solche Seelenstimmungen mögen mit der Re- _igion zu lammen hängen: die Religion selbst sind sie nicht. Za, derartige Zustände sind nicht seuen rcüjt trügerisch und können leicht auf Abwege führen.

Mas ist also wirklich und eigentlich die Religion? Das sind sichere, unerschütterliche Ueber- Teugunzen des Verstandes über Gott und seine Beziehungen zum Menschen; das ist die Änlich 'ssenhelt des Willens, all' jene Pflichten zu erfüllen, die sich für den Menschen aus seinem Verhältnis zu Gott ergeben; das sind schließlich auch gewisse Uebungen, die aus dieser inneren yer^eusvetfustung nervorgehen. Die Religion ist somit die Verbindung des Menschen mit Gott. Durch sie wird Leib und Seele des Menschen mit Gott verknüpft; durch sie werden die Seelen- mafte, vor allem verstand und Wille, in den Dienst Gottes gestellt; durch sie wird der ganze Mensch in seinem Tun und fassen mit dem hl. Willen Gottes in Einklang gesetzt.

_ ^?ß nun hie Religion in dem eben beschriebenen Sinn aus unerschütterlicher Grunblage ruht, m für jeuen, der aufrichtig und ehrlich nach der Wahrheit strebt, nicht schwer einrusehen.

(Fortsetzung folgt.)

Die Bo tsfphhbulc bat in ihrem 1. Tritteljahr schon die stattliche Zahl von 1926 Hörern aufzuwenen. So­mit ist jeder zehnte erwachsene Einwohner Fuldas Volk-Hoü chüler geworden. Gewig, auch im V r« gleiche zu anderen S äoien ein überaus erfreuliches Zeichen für den Bttdungslun?er der F tlbaer Be« Volk rung. Unter den 1926 Hörern sind t 102 Man« uer, 824 grauen, von welchen 219 Hausfrauen sind und 251 im Beruf stehen, 421 Handarbeuer besuchen die Vorlesungen, davon sind 330 Männer und 61 Frauen. Jene auswärtige P essrüimme, die die Boilshochschule F ilda 'regen ihres anten Lchrpl rns, ihrer festgefügten Organisation einlen 'M Bor« bild" nannte, könnte jetzt mi vollem Rr ; dies» Be­zeichnung au b auf die Härer'chaft der Volksboch- schtlie anwendr,. Nach den bisherigen Borbereitun- gcnfür dos 2.DcUteljabr dürfen wir mit Sicherheit am nehmen, daß es an E 'n } dem 1. nicht nachstehen wird.

Wickers. Am vorigen Sonntag fand unter Leitung des Denn Kaplan Streb dahier eine zahlreich besuchte Theare Vorstellung der hiesigen Olin ifrauen statt. Neben einem groß ren ernsten rück kamen noch eutiqr > iteve zur Aufführung, di. vorzüglich gespielt und mit großem Beifall ausge­nommen wurden. Auch die Veranstaltung zu Evren der aus der Gefangenschalt zurück ge­kehrten Kriege-, die am 14. d. M. stattfand, verlief sehr schön. Nach einem Dankgottesdienst am Morgen, versammelten sich die Heimkehrer und deren Angehörigen abends zu einer eindrucksvollen Feier, bestehend in Au Piachen, Musik«, Riebet« und Humo- rtsMdrn Bornäaen.

< Hünfeld. Der Hochw. Herr Bischof von Fulda hat die Pforrei Hünfeld dem Pfarrer Anton Ley in Eschlvege vom 1 März an übertragen. Der neue Stadtpfarrer von Hünfeld ist am 16. Suni 1872 zu Geisa geboren und am 19. März 1897 zum Priester geweiht worden. Er war Kapian in Fritzlar und Kassel. Von 1905 bis 1915 war er Pfarrer in Jena. In Eschwege, wo Pfarrer Ley die letzten 5 Jahre tätig war, wird sein Fortgang nicht nur von den Mitgliedern der katholischen Gemeinde, sondern auch von der übrigen Einwohner« schaft bedauert: er erfreute sich wegen seines allzeit freundlichen Entgegenkommens allgemeiner Beliebtheit und Wertschätzung.

»nd Orb. Auch unserer Pfarrkirche statteten Diebe in der Nacht vom 17. zum 18. Februar einen Besuch ab. Zu ihrem Ei«^i?.g wählten sie baS Fenster an der von keines bewo -t-n Häusern um­gebenen Nordseite am $rab*lUt. ^as Fünfter ist 2,75 Meter von der ®rbe entfernn; er loSgerissene Blitzableiter in der Nähe und Spuren am Mauer- ran» lassen schlich«, daß sich die Diebe ohne Reiter emporgearb«*« h«he«. ^« dss bunte Fenster selbst hatten sie e s Meine Oestuaug gemacht, sodaß sie die Bsjeödr«« von innen ld;e« und den Fenster­teil ent««* sonnten. So ent|<n> eine Oeffnung von 3) mal 70 Re bewert. In der Kirche haben sie fob inn mit einem Brecheisen den Dreh- tabewufel geöffnet; hier aber fanden sie nur die Neiue, wenig iD2c*»4e Monstranz, die auS der Ruraleârche Re*«ew«wirt stammt, vor, die größere alte Monstranz war einige Tage vorher der Sicher­heit wegen entfernt woâen. Tonst ist nichts ent* wendet worden.

St Iofsptzs Kf«MiM.

Bei der Fuldaer Aktlendnuvrrei gingen ein:

Schlââtern. D. h. 1.6. g. u. w. w. ü. 1. UnterternbardS. R. d. M 10. Obernüst. Desal. 50. Fulda. 3. E. b. b. 3.1. Ung. N. d. M. 7. N. N 3. b. A. 5. Fulda O b. I. a. e. a. W. i. e. s. A. 1. Bam Lande. Z E. 3. M. u.F.2. Fulda. N.d.M. 2. «am Lande. DeSgl. b. Tdalau.DesaI.2 Oberbinibach. Desgl. 5. Sickols.Drsgl. 1. vom Lande. D. b. 3. b. g. u. W. w b. 1. Keuzelbug. N. d. M. 5. NoFbach. Desgl. 2. DeSgl. IL Niederbieber. Desgl. 4. Buchenberg. DeSgl. 10. Fulda. Desgl. L Großenlüder. Desgl. 1. Fulda. H. 3. h. 1. Oberwetsenborn. J. v.A.!. Büchenberg. Desgl. 10. Ung. È- & b. b. 3.5, Abtsroda. D. b. 3. b S u. W. W. b. 0.50. Desgl. R. b. M. 0.50. Desgl. & 3. b. t. e» b. A. Großenbach. 3. & A. O^a