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Gestorben sind dieser Tage Herzog Johan« Albrecht von Mecklen­burg und Admiral a. D. v. Knorr.

Ersterer war seit 1895 Präsident der deutschen Kolo- nialgesellschast und hat seine aus vielen Auslandsreisen ;ewonncuen Kenntnisse erfolgreich zum Besten der Ko- ouien zu verwenden gewußt, auch den katholischen Mis- tonen war er wohl gewogen. Wenn die Kolönialge- ellschaft sich nicht in das Schlepptau parteipolitischer Lendenzen nehmen ließ, so war auch das ein Verdienst ihres Vorsitzenden, der solchen Versuchen den kräftig­sten Widerstand entgegensetzte. Der Verstorbene war auch 1907—1913 Verweser des Herzogtums Braun- schweig für den von Preußen nicht zugelassenen Herzog von Cumberland. Als dessen Sohn durch die Ver­mählung mit der Kaisertochter den Preußen nicht mehr gefährlich schien, trat der Verstorbene, der übrigens im Lande im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dem preußi­schen Prinzen Albrecht, lehr beliebt war und sich immer nur als „Platzhalter" für den rechtmäßigen Herrscher betrachtet hatte, zurück. Admiral von Knorr war einer unserer tüchtigsten Seeoffiziere, der schon im Krieg 1870 sich ausgezeichnet hat. Als pensionierter Admiral machte er leider sehr stark in Katholikenhetze als ton­angebende Persönlichkeit 'M Evangelischen Bund.

Rumänien und der Papst.

Rumänien hat durch die Angliederung der Bukowina und Siebenbürgens große katholische Gebietsteile erhalten. In ^Großrumänien" befinden sich 6 katholische Diözesen laternischen RuuS und 4 griechlsch-rumärn>chcn Ritas, die ebenfalls mit Rom vereinigt sind. Ferner bestehen dort viele katholischen Einrichtungen: Klöster, Lehr- und CaritaSanstalten, die über bewegliches Gut und über Grundbesitz verfügen, die wachsen und gedeihen und die sich auch zukünftig mit den berechtigten Interessen des rumänischen StaateS ins Einvernehmen zu setzen haben. Damit nun diese wichtige Angelegenheit durch ein dauerhaftes und aufrichtiges Zusammengehen zwi­schen dem rumänischen Staate und dem Heiligen Stuhl geregelt werden kann, ist die Regierung durch die Ent- sendung eines eigenen Diplomaten mit dem Heiligen Stuhl in Verbindung getreten.

^^ Diözese Fulda. ^^

Schulversammlung der Katholiken Fuldas.

Ueber 2000 katholische Männer und Frauen aller Schichten und Stände unserer Stadt füllten am Sonn­tag abend den weiten Raum des Stadtsaales bis auf den letzten Platz. Der Ruf: „Kampf für die christliche Schule" halte sie zusam mengeführt. Auch der Hochwürdlgste Herr Bischof und Herr General­vikar Protonotar Dr. Aren hold, waren erschienen.

Nach d-m „Sonnengesang" aus dem Oratorium Franziskus von Edgar Tinel, vorgetragen vom Stadi- pfarrlichen Kirchenchor und der Ouvertüre zu „Jphi- Senie in AuliS" von Gluck, vorgetragen vom Orchester es Albertus-Vereins, begrüßte Herr Domkapitular Professor Dr. Leimbach namens des Kacholiken- komitees die Versammelten:

In knappen, aber ungemein treffenden Worten und Gedankengängen kennzeichnete der Redner die Wichtigkeit des SchulkampfeS und die Angelpunkte dieses Kampfes. Es gilt überspannte Ansprüche des StaateS auf die Kinderseele abzuwehren und das Recht der Eltern und der Kirche auf Kind und Schule zu wahren, nicht aus Herrschgelüste, nicht aus Furcht, nein, aus Liebe zu unserem armen, zusammenge­brochenen Vaterlande, das sich nur wieder auf­richten kann, wenn ein von Religion durchdrungenes Geschlecht heranwächst, geziert durch Arbeitsamkeit, Spar­samkeit,Genügsamkeit u.Gemeinsinn, alleSEdelfrach1e,die im Schatten des Kreuzes reifen. Deshalb darf aus der Schule das Kreuz nicht entfernt werden. Denn tm Kreuz ist Sieg, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Heil.

Dem stürmischen Beifall, den die Begrüßungs­worte auslösten, folgte nach entsprechender Teklama- tion aus dem Heliand, dem Christusepos unserer germanischen Vorjahren, ein liebliches Bild „Der Jesusknabe in Nazareth". Darauf ergriff Herr Mittelschullehrer Börner -Frankfurt zu längerer, eindrucksvoller Rede das Wort:

Mit sachlicher Gründlichkeit und doch auch mit hinreißender Ueberzeugungskraft und packender Be- peifteriinj verbreitete sich der Redner über die Stellung der Katholiken im Kampf um die Schule. Er gab ein lebendiges Bild von den parla. mentarischen Kämpfen, die in der Nationalversammlung um die Schule geführt worden sind und die schließlich durch das zweite Schulkompromiß die Simultanschule zur Regel u. die Konfessionsschule zur Ausnahme machten. Interessant, aber auch beunruhigend waren die genauen Nachweise, wie heute von liberaler und sozialistischer Seite in mannigfacher Form versucht wird, den knappen

Spielraum, der der Konfessionsschule noch verblieben ist, weiter einzuengen. Weiterhin wurden die gesetzlichen Maßnahmen bezüglich der Privatschule erörtert und dagegen protestiert, daß der notwendige Schulzwang zur ZwangSschute auSgebaut würde. Eingehend befaßte sich der Redner mit den Bestimmungen über den Religionsunterricht. In dieser Frage habe die Sozialdemokratie ihren religionsfeindlichen Charakter hüllenlos an den Tag gelegt. Der 10 Gebote-Hoffmann und dann der Atheist Hänisch haben mit ihren Erlassen deutlich verraten, wohin die Reise gehen sollte. Wieder holt von Beifall unterbrochen, verlangte der Redner gegenüber diesen Bestrebungen Achtung vor dem Willen der katholischen Eltern, die für ihre Kinder eine religiöse Erziehung auch in der Schule verlangen. Er äußerte sich in überzeugender Weise zu dem Aufsichtsrecht der Kirche über den Religion?, unterricht und wies nach, wie seit der Revolution ein dauernder Kampf gegen jeglichen kirchlichen Einfluß auf die Schule geführt worden ist. Wer mit der jetzigen Schulgesetzgebung zufrieden sei, das ist kein Katholik, höchstens dem Namen nach. Nieder mit dem Kultur­kampf, cs lebe die religiöse Freiheit I Es gilt die Ret­tung der Jugend! Man versuche die Intf^lifSje Lehrer­schaft vom katholischen Volke abtrünnig zu machen. Umsonst. Die organisierten katholischen Lehrer fordern eine katholische Lehrerbildung. Die katholischen Lehrer stehen zum Volle und stehen zur Geistlichkeit; sie wol- len keine Büttel des Staates sein, sondern Vertrauens­männer des Volkes (Stürmischer Beifall.) Nachdem Herr Börner sich noch über die Bedeutung der Elternbeiratswahlen verbreitet batte, schloß er in hinreißender Steigerung mit einer Verherrlichung des christlichen ErlösuugsgedankenS, mit "iner Apotheose auf das soziale Programm der Bergpredigt und mit dem Rufe: Hinweg mit dem BarabaS, Christus gib uns frei! (Stürmischer, langandauernder Beifall.)

Herr Domkapitular Dr. Leimbach fand herzliche Dankesworte für den Redner, dessen Ausführungen er unterstrich. Nachdem noch einmal das Orchester gespielt, „JesuS, der göttliche Kinderfreund" in lieb­lichem Bilde in den Saal gegrüßt batte, fang der Dom- und Alumenchor den vierstimmigen Mannerchor von Thelen „Dort, wo m^in Mütter­lein". Ein hoher Genuß, diesen gewaltigen, von Herrn Regens Professor Dr. Schreiber geleiteten Chor, zu hören! Zum Schlüsse nahm der Hochwürdigste Herr Bischof das Wort zu herz­lichem Danke an alle Beteiligten. Wärmste Aner­kennung sprach er den katholischen Lehrern aus, die so mutig für die katholische Sache eintreten wie Herr Mittelschullehrer Börner. Elternschaft, Lehrer­schaft und ©eiftlidifeit müssen vereint den Kampf um die christliche Schule führen. Mit der Bitte an alle Eltern, das Jesuswort zu beherzigen: Laßt die Ktndlein zu mir kommen verknüpfte der Hochwür­digste Herr die Mahnung, daß jeder Katholik bei den ElternbeirÄswahlen und bei den sonstigen Wahlen, von denen das Schicksal der Schule ab- hängt, seine volle Schuldigkeit tun möchte. Er er­teilte der Versammlung den bischöflichen Segen. Unter dem allgemeinen Gesang des Bonifatinsliedes fand die Kundgebung einen imposanten Abschluß.

Der Ruf unseres Hochwiirdigsten Herrn Bischofs „Habt Erbarmen mit dem schwer heimgesuchten stammverwandten Oesterreich", ist nicht vergeblich gewesen. Reichlich flossen die Gaben zu der am 2. Weihnachtsfeiertage v. J. in allen Kirchen un­serer Diözese für Oesterreich und die am meisten bedrängte Hauptstadt Wien abgehaltenen Kollekte, l6,800 Mark konnten als Ertrag der Kirchenkollekte Sr. Eminenz Herrn Kardinal v. Piffl, Erzbischof von Wien überwiesen werden, der für diesen Beweis der Solidarität und christlichen Nächstenliebe allen gütigen Spendern innigsten Dank übermitteln läßt.

Das Andenken des Domkapitulars Leopold Stoff. In dem kürzlich erschienenen Januarheft der Unitas, Organ be§ Verbandes der wissenschaftlichen katholischen ©tubentenvereine Unitas, eröffnet Dr. Christoph Weber-Berlin eine „Literarische Ehren­tafel", in der verstorbene Mitglieder des UnitaS- Verbandes, die wissenschaftlich hervorgetreten sind, eine Wüldignng erfahren sollen. Der erste, dessen Andenken in dieser Weise gefeiert wird, ist der im Juni vergangenen Jahres hier in Fulda verstorbene Domkapitular Leop. Stoff. Sein Amtsnachfolger, Domkapitular Prof. Dr. Leimbach, ebenfalls A. H. der Unrtas, der mich die Gedächtnisrede bei der Bi- wtzung in Kassel hielt, hat ihm einen warmen Nach­ruf gewidmet. Nach kurzer Darstellung seines Le­bens und Wirkens gedenkt er insbesondere seiner umfangreichen schriftstellerischen Tätigkeit, zu der er sich trotz seiner zahlreichen seelsorglichen Arbeiten immer noch die Zeit zu schaffen wußte. Da der Verewigte die beste Zeit seines Lebens im Dienste der Diözese Fulda verbrachte und sich zahl­reiche Freunde erworben hat, verzeichnen wir

die überaus herzlichen und tief emp|mwcne« Worth mit denen Prof. Leimbach seinen Nachrul schließt: „Wir haben den fei. Domkapitular gekannt als den Mann mit dem sonnigen, heißeren Sinn^ seiner rheinischen Heimat, der ihm auch in trübens schweren Stunden treu geblieben ist. Wir haben gekannt sein offenes, gerades Wesen, seine Gesellig« keit und Gastfreundschaft, seine vielseitige Bildung seine Energie und gediegene Frömmigkeit, die iht^ noch in den letzten Tagen unter Aufbietung alle« Kräfte mit fast übermenschlicher Anstrengung diH hl. Messe lesen ließ. Wir haben ihn vor allem aud^ gekannt als einen begeisterten Jünger deH Unitas, die ihm seit seinen Studentenjahren an^ Herz gewachsen war. Auf sein Betreiben Würbet der Fuldaer Philisterzirkel ins L-ben gerufen. Nie! versäumte er eine Sitzung, Wenn es i in irgend, möglich war, zu erscheinen. Manchmal erfreute et. uns durch gediegene Vorträge. Regen Anteil nahm, er an der Vorbereitung der G. B. 1912 in Fuldas Noch kurz vor seinem Tode nahm er an der zuß Frankfurt teil. Wir werden dem lieben A. H. ethj treues Andenken bewahren." — Im Anschluß an den Nachruf hat Dr. Weber die Schriften mtb. Aufsätze des Verstorbenen zusammengestellt. Es ist eine stattliche Reihe von 14 Nummern, von denen mehrere zwei, drei und vier Auflagen erlebten.

Poppenh^ikseu. Die älteste Frau dahier, G, Kreuzer/ vollendet im Sommer da? 95 Lebensjahr. Sie hat noch trotz ihres hohen Alters treu von ihrem Wahlrecht! Gebrauch gemacht. Am ValentinnStag war Valentin Ziegler von Kohsstöcken 90 Jahre alt. Schon zehn Jahre ist et blind.

No in merz. In der vergangenen Woche ereignete sich auf der Zecke „Ellers" (neuer Schacht) ein be­dauernswerter Unglückssall, dem zwei blühende Menschenleben zum Opfer gefallen sind. Du ch her« abfallende Holzteile des Schlittens wurden der ©tef* ger Steinberg-Neuhof und Gärtner-Magd^os berat! am Kopf und Genick getroffen, daß der Tod auf be^ Stelle ein'rat. Beide sind verheiratet und hinterlassen mehrere unmündige Kinder. BergmannZlos!

Rückers bei Hünfeld. Hler wurde in einer Ver^ sammlunq der Zentrnmsp^rtei in der die Herren Kaplan Mehlmann mtb Schriftleiter Schmid prachen^ eine Ortsgruppe der Zeutruinspartei gegründet. In den Vorstand wurden geivnhlt die Herren Emir Ebert als 1. Vors., Heinrich Vogt stellv. Vors./ Lehrer Möller Schriftführer, Joseph Mohr Rechner, Alois Bien sack und Karl Plappert Beisitzer.

Mildere (Kr. Hünfeld). Eine Trauerfeier feite netz/ Art vollzog sich am Fastna htsdienstag in unserer Ge^ meinde. Kurz nacheinander war das Ehepaar Friedrich Helfer und Frau geb. Roth gestorben. Sie, die Jahr­zehnte lang im Leben vereint waren, sollten nun auch nn Tode nicht getrennt werden, sie wurden in cinetrt gemeinsamen Grabe zur letzten Ruhe gebettete Der Mann war 72 Jahre und die Ehefrau 69 Jahre alt^

Dermbach tFeldabahn). Die Jungfrauen Kongre­gation veranstaltete Fastnachts-Sonntag und Diensiirg einen humoristischen Unterhaltn rigSabcnd, SMvänke/ Rcigeir und Singspiel beten reiche Abwechselung mcks Belustigung. Die Darsteller spielten vorzüglich, sodass Verein und Publikum über baë schöne Gelingen in^ gleicher Weise befriedigt sein können. __,

Altenmittlau. Freigericht. Durch ein schreckliches Verbrechen wurde unser stilles Torf und das ganze Freigericht in große Aufregung gebracht. Räuber hak- Een in der Nacht vom 19. auf 20. Februar in unseres' Sirene einen schweren Einbruch verübt. Mittels Nach« schlüsscIS, deren die Räuber etiva 70 mit sich führten gelangten sie in die Kirche, stahlen aus der Sakristei! einen Meßkelch, aus bau Tabernakel zwei Speisekelche und die Kustodia mit dem Allerheiligsten. Aus b^ SpcifeteWien hatten die Verbrecher die hl, Hostien auf den Altar geschüttet. Das verabscheuungZwürdige Der«, brechen muß hier gegen 10 Nhr auSgeführt worden sein, Tenn gegen 11 Uhr gelang es dem Nachtwächter Karl Mchael Streb von Somborn, die Räuber, drei an der, Zahl bei der Einmündung des Altenmittlauer WegeS in Somborn .rbzufassen. In der Aksicht. dieselben nach der Wohnung des Gendanueric-Wachimeifter Bandes mer zu bringen gelangte er mit ihnen bis zur Brücke. Hier scheinen die Verbrecher die Absicht, durck'sch'Ut zU haben und ergriffen die Flucht. Als sie der ?luffor»' denmg Strebs, stehen zu bleiben, nicht Folge leisteten, seit eile derselbe auf sie worauf einer der Räuber ge­flossen niederste!, während die anderen enttarnen. Detz Getroffene heißt Ernst Köhler und wohnt in LudimgS^ Hafen, Gellertstr. 46. Nach Feststellung seiner Perso« nalien durch Wachtmeister Bandemer wurde er nach dem Lriidkrankenhanse in Hanau gebracht wo er ge­stern Nachmittag feine Freveltat mit dem Tode geküsst hat, der Schuß hatte die Gedänne durchschlagen. Dis, beiden anderen Frevler werden gerichtlich verfolgt. ^a^ die Kirchenräuber bei der Flucht ihre Beute und bi« Diebeswerkzeuge von sich wa-fen. Wurde sogleich etnä, Streife veranstaltet, bei welcher Teile der völlig zer« trilmmettcn Kelche wieder gefunden wurden dank deS