50. Zahra
Kassel, den 29. Februar (920.
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag u. kostet vierteljährl. Ausg. A 1.50 Mk., B 1.83 Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 40 Psg. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Opfert* und Auskunft-Anzeigen 30 Pfg. extra. In Konkursfällen wird der bewilligte Rabatt hinfällig. Erfüllungsort für dar Einklagen von Forderungen ist Fulda. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckeret in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.
....... -. - Drmt mid Serie) bet Fuldaer Sctienbrifrferel. -
Wochenkalender.
Tanntag. 29. Febr. 2. Fasten-Sonntag,
Montag. 1. März. Boni Tage.
Die« Stag, 2. März. Bom Lage.
Mittwoch. 8. März. Kunigunde, Jungfrau.
Donnerstag,4.März. Kasimir Bek.LuriuS, P. «. M.
Freitag, 8/ März. Herz-Jesu-Freitag.
SamStag, & März. Perpetua u. Felizitas, M»
Zweiter zaften-ZonnSag.
(Ev. Matth. 17, 1—9.)
In jener Zeit nahm JesuS den Petrus, Jakabus und Johannes, dessen Bruder, mit sich, und führte sie abseits auf einen hohen Berg. Da ward er vor ihnen verklärt: und sein Angesicht glänzte wie die Sonne, seine Kleider aber wurden weiß wie der Schnee. Und siehe, es erschienen ihnen Moses und ElmSr die redeten mit ihm. Petrus aber nahm das Wort und sprach zu JesuS: Herr, hier ist gut sein für unS: willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, dem Moses eine und dem EliaS eins. Als er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe: diesen sollt ihr hören! Da die Jünger dieses hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr. Und JesuS trat hinzu, berührte sie und sprach zu ihnen: Stehet auf und fürchtet euch nicht! AIS sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand, als Jesum allein. Und da sie von dem Berge herabstiegen, befahl ihnen Jesus und sprach: Saget niemanden dieses Gesicht, bis dec Sohn des Menschen von den Toten auferstanden sein wird.
Strahlen aus der Sreubenfonne.
ie eine Freudensonne strahlt der Heiland auf dem Tabor, eingehüllt in Licht und Glanz, das Herz voll Jubel und Seligkeit. Äus dieser Freudensonne fallen crquickendeStrahlen auf dieApostel, ischen Jammer und alles irdische
vergeben und am liebsten diese Augenblicke in eine Ewigleit verwandeln möchten. „Hier ist gut sein", ruft Petrus freudetrunken aus; .hier wollen wir Hutten bauen", und immer bei dir bleiben.
Der Gedanke an Gott, das Vertrauen auf seine Rahe und Hilfe hat die hochgemuten Seelen immer weggetragen über die Abgründe der Verzweiflung und Traurigkeit und hat sie ausgerüstet mit Trost und Freude. So war es bei jenem frommen Sänger auf dem Königsthron, der im Psalm 42 seine Verlassenheit, aber auch seinen Trost in Gott in lieblichen Tönen aussingt.
^ Psalm 42: Trost und Srende in Sott. ^' ^^^ 1"^' H-cr, zu meinem Rechte und schlichte meine gute Sacye.
2. O scheide mich bom bösen Menschen, Von Missetätern und von Heuchlern.
3. Mein Gott, nur du bist meine Stärke — Warum hast du mich jetzt verlassen?
4. Warum verzehrt mich stille Trauer ? Warum bedrücken mich die Feinde?
5. Send' aus dein Licht und deine Wahrhr t Als Leuchter auf den Weg des Lebens.
0. Zu deinem Berge sie mich führ^. Geleiten mich zu deinem Zelt«.
7. Und furchtlos tret' ich zum Altare Zu Gott, dem Spender ewger Frendeu.
8. Frohlocken will ich auf der Harfe, Ein Lied anstimmen meinem Gotte.
9. Warum, mein Herz, bist du so trauri ? Verwirrest mich mit bangem Kummer?
10. Vertrau auf Gott und dank ihm allzeit: Er ist mein Gott, ist mein Erretter.
In unserer hl. katholischen Liturgie bildet dieser Psaün bekanntlich einen wesentlichen Bestandteil des Staffelgebetes. Der siebente Vers: „Jntroibo ad aUare Dei ..." — Ich trete furchtlos zum Altare zu Gott, dem Spender ewiger Freuden — geht dabei dem Psalm als Antiphon voraus und beschließt ihn, sodaß dieser Vers dreimal gesprochen wird und den Grundton oder das Leitmotiv des ganzen Psalmes ausmacht. Damit will die Kirche andeuten, daß die hl. Mesie die Kraft besitzt, die Wolken der Sorgen zu zerstreuen, den Nebel der Traurigkeit zu verscheuchen, die Last des Kleinmutes abzuwerfen und über die Seele den Lonnen- scheln dec Freude und die Fülle geistlicher Kraft auszugießen.
Und wie sonnte das anders sein? Erscheint ja bei der hl. Mesie auf den Höhen des Altares der Nämliche, der als Freudensonne über dem Tabor schwebte und der durch seinen Tod auf Golgatha den Zorn des Vaters versöhnt, Frieden zwischen GoÜ und den Sündern stiftete, die Hölle zerschmetterte, den Satan besiegte und uns den Zutritt erschloß zu den Freuden des Himmels. Nun besitzt jedes einzelne Meßopfer die nämliche Kraft wie das Kreuzesopfer. Es erschließt denjenigen, die ihm mit gläubigen und reinen Herzen beiwohnen, ein Meer von Gnaden, einen Brunnen der Freuden und die Pforten der ewigen Seligkeit. Bedenke, o Mensch, sagt der hl. Johannes Chrysosto- mus, daß du bei diesem Geheimnis nicht mehr auf Erden bist und nicht mehr unter Menschen wohnst; die Himniel öffnen sich unsichtbar und Scharen von Engeln schweben hernieder unb. in ihrer Mitte der Herr der Engel Jesus Christus.
Dis hl. Liesse war es von jeher, welche die Seelen der Christen mit himmlischer Wonne erfreute und mit übernatürlicher Kraft stählte. Was taten die Christen, bevor sie zum Martyrium geführt wurden? Sie wohnten womöglich der hl. Mesie bei, die ein Priester in einem Betsaal oder in den Katakomben oder selbst im Kerker ihnen las. Was taten die Katholiken von England, Frankreich, DeutfchlaM und andern Ländern, als
man die Priester verfolgte und die Darbringung des hl Opfers unter Strafe verölt? Ne ließen die hl. Messe keineswegs ansfallen, sondern feierten sie an öffentlichen und verborgenen Orten und gewannen dadurch die Kraft, den Einzug ihrer Güter, die Beraubung der Freiheit, ja selbst den Verlust des Lebens mit freudiger Zuversicht in Kauf zu nehmen.
Was gibt den Katholiken unserer Tage Freude in der Trübsal, Kraft in der Versuchung inmitten einer, bösen Welt? Es ist das hl. Meßopfer. Gni Jahre 1902 starb auf seinem Landhaus zu Suma der hochgelehrte Contardo Acrcini, Professor der Rechte an der Universität zu Pavia. Trostvoll und wundersam ist zu lesen, in welcher Reinheit und Heiterkeit er in verschiedenen Städten Italiens und Deutschlands seine Stu- dentenjahre verlebt hat. Und das Geheimnis feiner Jugendkraft und Jugendfrische? Der Verkehr mit Gott und besonders der Besuch der hl. Messe. Die Worte unseres Psalmes: Jnirvibe usw. bildeten für den frommen Jüngling den Gegenstand öfterer Betrachtung. In Gott erkannte seine Seele den Urgrund aller wahren Freude. Alle Dinge, die er sah, bildeten ihm Sprossen einer Leiter zum Aufstieg zu Gott, bcm Schöpfer des Himmels und der Erde. 3m Kolleg zu Pavia, wo Con- tardo seinen Studien oblag, war nur Sonntags eine hl. Messe. Das genügte indessen unserem gottinnigen ■ Studenten nicht. Er wollte auch an Werktagen der Hs. Messe beiwohnen und begab sich deshalb täglich zur Pfarrkirche, wo seine Andacht, seine Sammlung dein Volke derart auffiel, daß man ihn kurzweg einen Aloisius nannte. Dabei war er wegen seines Frohsinns und seiner Heiterkeit bei Lehrern und Schülern wohlgelitten und übte auf seine Kameraden einen Heilsamen Einfluß aus.
Mein Christ, schätze die hl. Messe wieder höher, schätze sie als eine Quelle der Gnade, der Kraft und Freunde und wohne ihr wenn möglich auch an Werktagen bei. Wenn in der Fastenzeit das eigentliche Fasten nur noch auf dein Papier steht, so suche dafür einen Ersatz im Besuch der hl. Messe, welche der hl. Kirchenlehrer Franz u. Sales die Gönne der geistlichen Hebungen, das Herz der Andacht, die Seele der Fröm- niigkeit, die Flamme der göttlichen Liebe nennt.
; Der Bnrgpsarrer.
Da ward er vor ihnen verklärt.
(Aus dem Evangelium am 2. Fastensonntag.)
Es ist für den Christen, der mit inniger Liebe feinem Herrn und Herland nachsolgt, mehr meberbrücfenb als erhebend, wenn er ihn auf der Laufbahn seines öffentlichen Berufes begleitet. Obschon viele Wunder ihn verherrlichen, die ebensovrele Ausstrahlungen seiner Gottheil sind, so erscheint sie dennoch als die Laufbahn vielfacher Demütigungen und Grniebrigungen, denn er sieht Jesum, den eingeborenen Sohn Gottes, in niedriger Menschengestalt wandeln, feine Tage in drückender Armut hinbringen, er sieht ihn verfolgt, verachtet, verspottet imb endlich von Sündern gerichtet und gekreuzigt. . Wie wohltuend, wie „tröstlich muß es. daher