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schulen, die sm Laâ VM hundert I/ahren durch kalho- tischen Opfcrsstm Zeschcrfsen worden sind würden durch solche Verschmelzung erwürgt, unb eine tatholische Vollsschulerziehung hätte in Sachsen aufgehört zu be. stehen . . In solcher Not. und zumeist nicht unter, stützt von den evangelischen GlaubenZbrüdcrn im Lande, wenden sich die sächsischen katholischen (Elternräte durch den katholischen LandeHelternrat um Hilfe an ihre Brü- der im Reiche."
Der PräsidenLenwechse!
Ki Frankreich ist am Dienstag erfolgt. Paincare ist durch Deschanel ersttzl worden. Seine siebenl'Krige Amtszeit umfaßt einen Abschnitt der franzöiitchen Po- litik, der ein Kapitel bewegtester und entscheidungs- reichster Weltgeschichte darstellt. Er war der Erwählte des französischen Nationalismus, der in der immer stärker werdenden Spannung zu Deutschland feine Na'rnng suchte und fand. Als er zum Präsidenten ge< wählt war, sagte der alte Ribot: Das ist der Krieg! Wie weit Poincare persönlich für den Ausbruch des Krieges verantwortlich ist, wie weil er auf die schweren Entscheidungen des Sommers 1914 eingewirkt hat, welche Bedeutung dabei vor allem die Reise Poincares und seines Ministerpräsidenten Diviani im Juli 1914 nach Petersburg gehabt hat, darüber läßt sich heute noch kein abschließendes Urteil fällen. Jedenfalls wird er selbst nicht auf den Ruhm verzichten wollen, be- ftinlmend in den Gang der Ereignisse eingegriffen zu haben. Er verläßt seinen Pesten nach dem höchsten Triumph seiner Politik, Frankreich hat Elsaß-Lothringen wieder und das Parlament hat ihm zum Abschied die gebührende .Huldigung dargebracht, indem er ihm durch Gesetz die Anerkennung bewilligte: »Herr Poincare hat sich um das Vaterland verdient gemacht!"
Derselbe Men
nur eine andere Nummer — ist Millerand, der neue französische Ministerpräsident. In seinen „Noten" ist kaum ein Unterschied gegen Clemenceau. Die letzte Kammcrabstimmung hat bewiesen, daß sein Ministerium nur vom Haß gegen Teuudjland -ebe > kann. Bei der ersten Abstimmung hatte er noch nicht einmal die Hälfte der Abgeordneten auf seiner Seite (ein großer Teil enthielt sich der Abstimmung), bei der zweiten aber holte er sich mit Drohungen gegen Deutschland 500 Stimmen, also fünfsechstel des Hauses. Nur die Sozialisten wa-en neuen ibn und es in bezeichnend, daß er sie mit der Beschuldigung totschlägt, sie sprächen nur wie klitsche. Von einer Wandlung zum Bessern für uns ist noch nichts zu merken. Die . ' nahmen", die er wegen der rückständigen Kohlenlieferungen verhängt hat, zeigen das. Frankreich ist dazu freilich nicht berechtigt, aber es kümmert sich nicht darum! Wir heben es nur mit der Wiedergulmachungskommission zu tun. Diese allein hat die Entscheidungen darüber zu treffen, ob Deutschland seine Verpflichtungen erfüllt oder nicht, und ob Strafmaßnahmen am Platze sind. Wir können wirklich nicht mehr liefern, wenn das Elend bei uns nicht noch größer werden soll. Wir sehen und spüren es doch alle täglich selber am eigenen Leib, noch größere Einschränkung des Ko- lenverbrauchs ist ja kaum denkbar. Wenn die französische Note wieder auf die Zerstörung der Gruben in Nordfrankreich hinweist, so darf man doch auch nicht die 12 Millionen Tonnen des Saarkohlengebiets vergessen, über bi? $ <wb eich je^t ner iigt. 'Jlnfterbem hatten mir scbon letzten Herbst, 4 Monate vor der Ratifikation, also der eigentlichen Fälligkeit, mit der Lieferung be- pounen, ohne dazu b rpfbebtet zu ,ein. Franreich irM aber nur eine Gelegenheit zu einem gesonderten Vorgehen, um im Rheinland freie Hand zu bekommen.
Aus den neuen Präsidenten Deschanel
setzen die französischen Katholiken große Hoffnungen. Er hat in religiösen Fragen früher eine maßvolle Haltung eingenommen, wie er überhaupt die Eigenschaften des AuSoleichens unh Abwagens als Kam> erprandent in hervorragendem Maße bewiesen hat. Er hat sich im Jahre 1900 in der Kirche St. Germain in Paris mit der Tochter des katholischen Abgeordneten Vrice katholisch trauen lassen. Dieses offene Bekenntnis zur Kirche hat ihm damals
durch Hunger umgekommen sein. Die katholischen Ma. ... , ....,, „ roniten des Libanon sind an Zahl um die Hälfte ver.
. ..,, .rr ■ , .. . ,r, ^0,5 l"r srauzosyche Ver- § ändert. Die Waisenkinder im Libanon belaufen sich
tjaltnqg bezeichnend ist — viele grobe Anwurse und auf 10 000. Da Frankreich diesen Teil der Landes be. einen Protcststurm der Presse vom Schlage der „La- setzt hat, ist von dort aus durch bebentenbe Sendungen >ev e" und ,Huwa tiefem -elcaaeu. VibP' aerobe h e>e,- von Lebensmitteln der Hungersnot ein Ende bereitet. Stellung Decchanels als eines treuen Sohnes feineren Persien fanden noch im Mai 1919 Christenmetze- Kirche, wie es in seinem christlichen Ehebund zum Aus-: feien in Urmisch statt nachdem schon im Juli 1918 der Ä™^ m - t6"“^ ^“irÄ Ä ,ÄS Ä % L, \ ‘cm ârganger poincare, ber woht in einer ge- § x)pf„ mohammedanischer Blutgier gewo den waren. In «etzUchen, aber nmi-lckia^en Dervindung lebte, aus j Tauris haben die Ucberledenden einen Zufluchtsort be, veren ydüjtancrrennung sich dessen unentwegter kalter'der Lazaristenmission gefunden
Haß gegen die Kirche erklären läßt, die ihm stets als Richterin und als eine stumme Anklägerin vor Augen schwebte. Deschanel wollte auch, daß die Regierung offiziell an der Siegesfeier in Notre Dame teilnehmen solle, was aber am Widerspruch Clemenceaus schei- terte. Er selbst hatte auch den Mut, im Institut de France und selbst in der Kammer den Namen Gottes und der göttlichen Vorsehung ouszusprechen, in Frankreich auch etwas seltenes. Auch sonst ist er ein Ehrenmann, eine der wenigen französischen Persönlichkeiten, die, wie man zu sagen pflegt, eine „reine Weste" hoben, was ihm zu amtiern An^lun verhelfen । at Jedenfalls haben die Katholiken recht, wenn sie in Des/ Manet den Mann zu e> bhefen < m b n, be- ihrem Lande das unschätzbare und so lange entbehrte Gut des religiösen Friedens bringen wird .
Hus dem wirrwar im Osten
kann kein Mensch recht klug werden, auch über das Verhältnis der Alliierten zu Rußland herrscht üntlar« heit. In Rußland scheint, wenn man den Nachrichten glauben darf, tatsächlich alles wieder so ziemlich beim alten zu fein; gewechselt hat nur die Person, statt des Zaren regieren ein paar Juden ebenso trie- gerisch und selbstherrlich als der Zar. Die alten Ge- neräle sind wieder im Dienst, die Soldatenräte sind verschwunden und eine äußerst strenge militärische Disziplin soll unter den russischen Armeen wieder herrschen. Die militärischen Erfolge, die sie errungen haben und noch fortgesetzt erringen, und die Ausdauer des russischen Volkes noch im sechsten Jahre des Krieges zwingen zu dem Schluß, daß das russische Wirtschaftsleben doch nicht so zerrüttet sein kann, wie es geschildert wird. Auf die wirtschaftliche Kruftfülle Rußlands gestützte Armeen streben in Sibirien ostwärts gegen Wladiwostok, beherrschen Transbaikalien und Turkestan, haben im Kaukasus Tiflis besetzt, machen sich am Schwarzen Meere breit und haben ihre Fahne in Cherson und Odessa gehißt, haben Denikin zu neuen Operationen von Bedeutung unfähig gemacht und stehen kampfbereit im Herzen der Ukraine und an der polnischen Front. Mit den Csthen aber hat die Sowjctregirnmg Frieden geschlossen und auch den Polen hat sie ihn ungebeten. Polen ist unentschieden, was es tun soll, allein kann es mit Rußland nicht kämpfen und die Unterstützung durch die Alliierten ist mehr als zweifelhaft, besonders nachdem Lloyd George kürzlich erklärt hat, daß der Bolschewismus mit den Waffen nicht zu besiegen fei. In diesem Zusammenhang tauchte sogar die Nachricht auf, man wolle Deutschland zur Unterstützung der Polen für den Kampf gegen den russischen Bolschewismus gewinnen unb dafür die Auslieferungsforderurmen zurückziehsn. Um das gänzlich Unmögliche einer solchen Verhandlungsbasis ins helle Licht zu rücken, sei bemerkt, daß das Verlangen nach Auslieferung deutscher Staats- bürger und Volksgenossen die nationale Ehre berührt, daß die Ablehnung eines solchen Verlangens eine Ehrensache und daß die nationale Ehre kein Kompen- sations- und Schacherobjekt ist. Veranlaßt wurde diese Ente durch eine Unterredung, die der ehemalige russische Dumapräsident Gutschkow einigen Berliner Zeitungs-Korrespondenten gewährte, und in der Gutschkow die vom russischen Bolschewismus dem neuen polnischen Staatswesen und über dieses hinweg zunächst Deutschland ând dann Westeuropa drohende Gefahr mit stärkstem Pessimismus hervorhob. Es hadelte sich dabei um eine rein persönliche Auffassung (ârtschkows, von amtlichen Verhandlungen kann st ine Rede ein, mir halten die Gefahr auch nicht für so groß, wie sie von vielen Zeitungen gemacht wird.
Das Christentum im Grient.
hat infolge der planmäßigen Verfolgung durch die Tür. fen wahrend des Krieges einen furchtbaren Schlag erlitten. Schätzungsweise haben gegen eine Million Ar- menier durch die Seiten der Verbannung, grausame Hinschslackstung oder Hungertod ihr Leben verloren, während gegen 800 000 Armenier gewaltsam zur Annahme des mohammedanischen Glaubens gezwungen wurden. In Syrien sollen nahezu 300 000 Christen
Indien
macht den Herren Engländern schwere Sorgen. ES pährt dort an allen Ecken unb Enden Zur bisherigen Unzufried nheit haben sich auch bolschewistische Ideen gesellt. Der englische Vizekönig hat über das ganze Land den Vela^runa^mtand hc-bönat.
x^* Diözese Fulda. ^^
Die Fastcnprcdigten werten in Fulda in der in den lebten Jahren üblichen Wei e s chalten. Sie beginnen am Donnerstag im Dom, wo abends 8 Uhr Herr Dompfarier Schüler Predlot. In der S tadtpfarrkirche Predigt an den Freitagen der Fastenzeit ebenfalls abends 8 Uhr Herr Stadtkaplan Ackermann. Die Sonutaos- predigten im Dom, die nachmittags um 4 Uhr statlfinden, hat der Franziskan rpater Dr. Ewald übernommen. In der Klo terirrche auf dem Frauenberg wird an den Dienstagen nach dem um l/n9 Uhr beginnenden Sebrtemmt eine Fastenpredigt gehalten; Prediger ist P. Guardian Basilius S chrimpf.
Ueber die Stellung der Katholiken im^Kampf um die Schule wird am heutigen Sonntag Herr Mittel chullehrer Börner aus Frankfurt n. M. im Stadtsaal sprechen. Um in der Zeit banger Sorge um die Zukunft un erer Schule Herz und Gemüt der katholischen Eltern mit Zuversicht zu ei füllen, wn d der stadtpfarrliche K'rchenchor den herrlichen Sonnen gelang aus .Franzickus" von Edgar Tinel zum Fortran bringen. Der Dom- und Alumnenchor singt den v.erslimmigen Männerchor: „Dort, wo mein Mütterlein" von Tbelen. Außerdem werden Musikvorträge vom Orchester bc§ Albertusvereins unb zwei lebende Bil« der bargcboien. Es daif wobl elw,rtet werden, daß alle kath. Eltein zu der Versammlung erscheinen werden.
Im hohen Alter von fast 80 Jabren starb im benachbarten Maberzell, wo er seit 1905 als Starter und Vorstand der Bischöflichen Erziehungsanstalt tätig war, der Geistliche Rat Dr. jur. can. Nikolaus Kircher. Er war am 3\ Oktober 1840 zu Großenbach geboren. Ostern 1862 erwarb er am Gymnasium in Fulda das Reifezeugnis. Im Oktober 1865 wurde er zum P iefter geweiht. Er wlikie in der Scestorge in Großenlüder und Hünfeld, war Lehcer am Bischöflichen Knaben eminar und kam 1874 als Kap'an an die Anima zu Rom, wo er den Grad cines Doktors des kanonischen Rechtes erwarb Inder Kulturkamp zeit begleitete er die Fuldaer Bene- dlki'nerinnen nach Frankreich in die Verbannung und war Aumünier in Diouville. Nach der Rückkehr war er Ausbilfëpriester in Eichenzell, G-oßen- 'über, in der Tonipsarrei in Fulda und zu Jahannes- berg. Am 1. Januar 1883 kam er nach Petersberg, wo er bald darauf Pfarrer wurde. Als Pfarrer von Pe- tctSberg war Dr. Kircher im ganzen Fuldaer Land bekannt und beliebt bei Alt und Jung. Amt. März 1905 verließ Herr Pfarrer Dr. Kircher den Petersberg und übernahm die Pfarrei Maberzell. Gteichze'lig wurde er zum Vorstano brr bischöflichen Erzle ungs- anstalt in Maberzell ernannt. Er war ferner Dechant des Dekanats Großenlüder. Später gab er dieses Amt an d n Herrn Pfarrer in Halmbach ab und wurde zum Geistlicheu Rat ernannt. Der Verstorbene genoß schon im Hinb ick auf seine lange und bielfeitige priesterliche Tätigkeit (im Jahre 1915 bat er sein goldenes Priesterjubiläum gefeiert) die Verehrung aller, die ibn tonnten. Besonders geschätzt wurde er von der Geistlichkeit der Umgebung Fuldas, deren Versammlungen er fa i nie versäumt hat. ©eiftL Rat Dr. Kircher war ein behres Beispiel von Bedürfnislosigkeit. Er stellte keinerlei Ansprüche an das Leben und was ihm an Geld und Gut zufiel, das stellte er für gute Zwecke und für die Be- dü, fugen in freigiebiguer Weile zur Verfügung. Dem edlen Priestergreis, der durch fern jahrzehntelanges Wirken in nachher Nähe der Bonifatiusstadt auch weiten Kreisen unterer Bürgerschaft persönlich - b< sannt war, wird ein frommes Gedenken gewiß icin! R. i. p.
Der 12. Februar war ein geschichtlich denkwürdiger Tag für die Franziskaner auf betn Frauenberg. 300 Jahren waren es an diesem Tage wo zwei Pal'es aus der kölnischen Ordensprovinz, Pater Eberun Frentz und Pater Christop r Juden, in das der Fuldaer Weberzunft gehörige St. Severi- kirchlein und die kleine, an die Sakristei angebaute Wohnung eingesührt mürben. Sie waren die Wieder- begründer der um d. J. 1550 n den Wirren der Refor- mation untergegangenen asten Franziskanern ieder- laflung, die bereits seit 1237 bestanden batte, In