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Religiöses Wochenblatt

für die kakholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag u. kostet vierteljährl. Ausg. A 1.50 Mk., B 1.80 Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 40 Pfg. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunst-Anzeigen 30 Pfg. extra. In Konkursfällen wird der bewilligte Rabatt hinfällig. Erfüllungsort für das EinNagen von Forderungen ist Fulda. Anzeigen muffen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.

Druck und Berlag der Fuldaer Actiendruckerei. "

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Wochenkalender.

Sonntag, 22. Febr. Erster Fasten-Sonntag. Petri Stuhlfeier zu ^ntio.tna.

Montag, 23 Febr. Petrus DamianuS, B. u Kchl. Dlenstag, 2 t. Febr. Bo n Tage, Vi il d. hl. Matthias Mittwoch, 25 Febr. Quatember, Matthias, Apostel Donnerstag, 26. Febr. Vom Ta 'e.

Freitag, 27. Febr Quatember, vom Tage.

Sa:nstag, 24. Febr. Quatember, vom Taxe.

Erster Hasten-Zonmaz.

<Ev. Matth. 4, 1-12.)

In jener Zeit ward Jesus vom Geiste in die Wüste geführt, damit er vom Tewel versuchet würde. Und als er vierzig Tage und vierzig Nächie gefastet hatte? darnach hungerte ihn Und es trat oer Versucher zu ihm und iprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden Ec aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: 9h ist vom Brote allein lebt der Mensch, sondern von jedem Worte, das aus dem Munde Gottes kommt. Da nahm ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so stürze dich hinab; denn es steht geschrieben: Er hat seinen En ein deinetwegen befohlen, und sie sollen dich auf den Händen tragen, damit du nickt etwa deinen Fuß an einen Stein stoßest. Jesus aber sprach zu ihm: Es steht wieder geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen! Abermat nahm ihn der Teufel auf einen sehr hohen Berg und zei te ihm alle Königreiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, wenn du nieöerfäUft und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Weiche Satan! denn es steht geschrieben: Du sollit Gott, deinen Herrn, anbeten und ihm allein dienen Alsdann verließ ihn der Teufel und siehe, die Engel traten hinzu und dienten ihm.

Heimweh.

n der Verbannung dieses Erden- lebens seufzt der Psalmensänger und mit ihm jeder Eroenp ger nach der himmlischen Heimat. gram ig« seit bedrückt ihn, Leiden stürzen auf

«r^ "««^zs ihn, Verlassenheit quält ihn. Do !> die unverrückbare Hoffnung auf Goit hält ihn auf­recht mitten in allen Stürmen und Fluten. Seinem Heimweh nach dem H rrn, nach dem Heiligtum des Teinpe s und nach des Himmels Herrlichkeit macht er Lust in den wehmütigen Klängen des 41. P.almes.

Psalm 41: Neimw.h nach dem Himmel.

1. Gleichwie der Hirsch nach Wasserquellen, So te^zt nach dir, o Gott, die Seele.

2. Ich dürfte nach dem starken Gotte; Wann darf ich kommen, dich zu schauen?

3. Ein süßer Trost sind mir die Tränen, Solang ich fern dec Heimat walle.

4. Mich faßt ein Heimweh nach dem Himmel, Zum Zelte Gottes möcht' ich wallen.

5. Betreten möcht' ich seinen Tempel Mit Lovgesang und Saitenspiet.

6 Warum, mein Herz, warum so traurig? Vertrau auf Gott, er ist dein Netter.

7. Gar kummervoll ist meine Seele, Im Tränental gedenk' ich deiner.

8. Ein Ab rund ist dem anderen nahe; Mich schrecken Deine Wasserfälle.

0 All deine Wogen, deine Fluten, Sie schießen donnernd auf mich nieder.

10. Das sind die Trge des Erbarmens: Dank zei dem Herrn für alle Prüfung.

11. Mit Beten will ich zu dir kommen, Du bist mein Trost, bist mein Beschirmer.

12. Warum denn willst du mich ver essen? Dem Hatz der Feinde überlassen?

13. Sie rufen höhnisch mir entlegen: Wo ist dein Gott, daß er dir helfe?"

14. Warum, mein Herz, warum so traurig? Verwirrest mich mit bangen Zweifel».?

15. Vertrau auf Gott und dank ihm allzeit: Er ist dein Gott, ist dein Erretter.

Wäre für Sänger dieses Psalmes, bemerkt der hl. Johannes Chryfoftomus. ein gewöhnlicher Mann gewe­sen, von niedrigem Stand, bedrückt von Armut selbst in diesem Falle wäre die Geringschätzung des Irdischen, die Sehnsucht nach dem Himmlischen etwas Großes ge­wesen. Nun aber sehen wir einen Herrscher, der so viele Annehmlichkeiten genießt, der mit so großem Ruhm bedeckt ist, der viele Siege erfochten, der mächtige Feinde niedergeworfen, dessen Glanz hinstrahlte über die ganze Welt den sehen wir Reichtum, Ehren und alle irdischen Güter verachten und verlangen nach den Gütern des Himmels; das ist die Tat eines hoch­herzigen Geistes, einer Seele, die himmlische Weisheit verkostet und ihren Flug nimmt zur himmlischen Liebe.

Warum aber David in diesem Psalm von seinen Leiden erzählt, die Schlag auf Schlag über ihn herein­brechen wie Meereswogen, das hat seinen guten Grund: die Leiden sind die Scheren, mit denen die Fä­den zerschnitten werden, diè uns an das Irdische fesseln, damit das Schiff des Geistes, gelöst von den Kelten ir­discher Liebe .ungehindert sich ausschwinge zur Höhe des Himmels.

Nach dem hl. Augustinus hat Gott sogar die An­nehmlichkeiten des Lebens vermengt mit mancherlei Bitterkeiten, damit wir in ihnen nicht unsere Befriedi­gung suchen, damit wir nicht einen Stall lieben, die wir doch geschaffen sind für den Palast des Himmels.

La, das Irdische ist vergänglich, damit^wir verlan- oeu !. dem Ewigen. Das Irdische ist wechselvoll, damit wir verlangen nach dem Unveränderlichen. Das Irdische ist mangelhaft damit wir verlangen nach der unendlichen Vollkommenheit. Selbst die Vesten unter den Menschen haben ihre Eigenheiten und Schatten­seiten, unter denen ihre Umgebung zu leiden hat, damit wir verlang m nach dem unendlichen heiligen Gott, des­

sen Vollkommenheit und Güte dereinst unsere Wonne i bilden für eine ganze Ewigkeit.

Je größer die Finsternis, desto größer das Verlan­gen nach Licht, je größer der Schmerz, desto ungestü­mer das Verlangen nach Linderung; und je größer die Leiden dieser Welt uns bedrücken, desto mehr sollen wir uns erfreuen in der Hoffnung des Himmels, desto mehr uns trösten mit dem Heimweh nach den Freuden im Hause des Vaters. Darum ist unsere Zeit ganz dar­nach angetan, die Flamme des ewigen Heimwehs wie mit f eftbarem Del zu unterhalten und anzufachen. Gerade die Leiden und Trübsale bildeten für die ersten Christen die Duelle ihrer Hoffnung und Freude.Die gegenwärtige Trübsal ist augenblicklich und leicht, be­wirkt aber eine ganze Last der Himmelsseligkeit". (2 Kor. 4, 17). Und abermals sagt Paulus:Trübsal wirkt Geduld. Geduld Bewährung, Bewährung ober Hoffnung und die Hoffnung läßt nicht zu Schanden werden". (Röm 5, 3) Gerade darum, weil es den Rei­chen, den Satten, den Mächtigen an Leiden, Entbeh­rungen und Verdemütigungen fehlt, haben sie so wenig Verlangen nach einem Himmel im Jenseits und laufen deshalb Gefahr, ihn für immer zu verlieren. Sie ver­graben sich in den Boden wie Maulwürfe, versenken sich in ihre Lustbarkeiten wie die Bienen in den Blüten­kelch Kein Gedanke an die Zukunst, kein Gedanke an die Rechenschaft, kein Gedanke an das Jenseits, kein Gedanke, an den Himmel; daher auch das fürchterliche Weh des göttlichen Heilandes:Weh euch, ihr Reichen, denn ihr habt euren Trost; weh euch, ihr Satten, denn ihr werdet darben; weh euch, die ihr jetzt lachet, denn ihr werdet weinen".

Fliehe also, mein Christ, fliehe aus dem Meer der gegenwärtigen Wirren, Mißstände, Unordnungen, Un­gerechtigkeiten, Bedrückungen, aus dem Sumpf des wirtschaftlichen und sittlichen Elendes, in den Hafen der Ruhe und Ordnung des Friedens und der Gerechtigkeit, nach dem wir jetzt verlangen in geduldiger Hoffnung und tröstlichem Heimweb, in dem wir einst ausruhen in ewiger Vereinigung mit Gott, dem höchsten Gut.Unser Wandel ist im Himmel". Der Burgpfarrer.

EllernÄriräte.

(Rektor Dietrich.)

1.Schulen sind Veranstaltungen des Staates." So stand im preußischen Allgemeinen Landrecht des Alten Fritz. Die Verfassung von Weimar hat den Satz aus­genommen:Die Erziehung des Nachwuchses zur leib­lichen, seelischen und gesellschaftlichen Tüchtigkeit ist oberste Pflicht und natürliches Recht der Eltern, über bereit Betätigung die P liehe Gemeinschaft wacht. (Art. 120)"

Die geschichtliche ( ig hat also ni ch t dahin geführt, die Bildungss. es Heranwachsenden Men­schen und Staal sbürgers dem Willen des Hauses mehr und mehr zu etlichen und die Kinder, die kostbarsten Schätze der Gliern, ganz dem Staate und dem Geiste seiner öffentlichen Schnleinrichtungen auszuliefern. Weite Volkskreise und Parteien beklagen das. Wir>