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. Christliche Eltern, ich möchte, daß ihr euch eurer Verantwortung wirklich ganz bewußt werdet in dieser Stunde. Darum soll heute Gott selbst zu euch sprechen! Menschenworte scheinen mir zu klein und schwach. Einst ließ Gott durch den Propheten Ezechiel mit er­schütternden Worten die nachlässigen Hirten des israeli­tischen Volkes ermahnen. Christliche Eltern, ihr seid auch Hirten eurer Schäflern für eure Kinder! Die Prie­ster der Familie hat man emh oft und mit Recht ge­nannt. Gottes Worte gelten heute, wo die Kinder­seelen in Gefahr sind, auch euch.

Wenn ihr gleichgiltig wäret und euch um den Schul- kampf nicht kümmertet, gälte euch die Klage:Da zer­streuten sich meine Schafe, weil sie keinen Hirten hat­ten . . . Auf allen Bergen irrten sie umher . . ., auf der ganzen Erde zerstreuten sich meine Schafe, und es war niemand, der nach ihnen fragte." (31, 5 f.)

Und wenn euch dieses Wort nicht aufrütteln sollte, dann die schauerliche Drohung:Siehe, ich will über die Hirten kommen und meine Schö stein aus ihrer Hand fordern." (34, 10.)

Hört ihrs! Von euch werden die Kindsrfeeèru ein­mal geforderi werden! Und ein Versprechen fügt Gott hinzu, das uns wie eine tröstende Verheißung für den kommenden Kampf klingen muß:Siehe, ich selbst will nach meinen Schäslein sehen und sie besuchen... ich will sie erretten aus allen Orten, in welche sie zer­streut werden am Tage dss Gewölkes und der Finster­nis." (34, 11 f.)

Gott also will mit euch lein in dem kommenden Streit. Sure Kinder sind ia noch viel mehr auch seine K'nLer.

Ich wünschte euch, ihr hättet im bevorstehenden Kampfe alle den Gerst bet makrabAschen Mutier. Sechs ihrer Kinder sterben vor ihren Augen eines entsetzlich grausamen Todes für das Gebot Gottes. Jede»» ihrer Söhne ermahnt sie. Lieber will sie zusrhen, wir sie unter grausamen Qualen sterben, als daß sie der Reli­gion der Väter untreu werden. Nun kommt der sie­bente an die Reihe. Antiochus verspricht ihm Reichtum und Ehre, wenn er untreu wird. Der Jüngling aber bleibt fest. Da läßt der König die Mutter rufen, und legt das Schicksal der Sohnes in ihre Hände. Sie soll ihn bereden, daß er dem König und nicht feinem Ge­wissen folge. Sie bedenkt sich keinen Augenblick; für sie scheint es gar keinen H«mps Zwischen Mullerlieke und irdischem Verseif einerseits, zwischen Gslies&bet und Wills andererseits zu geben.Fürchte dich nicht vor diesem Henker, sondern sei würdig deiner Vrüder und nimm, ihrer selben teilhaftig, den Tod an." So spricht sie starkmüèig und sieht auch den Jüngsten sterben (2 Makk.7, 290

Gewiß war der Kampf dieser Mutter schwerer als der Schulkampf, vor bem wir stehen. Aber hier wir dort handelt es sich um dasGrsrh der Väter. bie Relizism hier wie dort handelt es sich um die Seelen der Kinder, hier wie dort liegt die CuifchLtdung in der Hsnd bet Stiern, hier wie dort drohen irdische Nachteile und Lei­den, wenn wir uns für Sott entscheiden, hier wie dort kommt es auf seclenstarke Frauen und Mütter an.

O, daß wir etwas vom Geists der makkabaifchen Mutter hätten!

Es war in der Karwoche 1018. Irgendwo in einer Pfarrkirche wird eben das Heilige Grab her-gerichtet. Da sieht man einen siebenjährigen Knaben durch die Kirche gehen. Mau merkts: er sucht etwas. Auf eine Frage antwortet er ernst und bekümmert:Ich suche den lieben Gott."Warum denn das?"Ja", anl- antwortet er,die großen Jungen sagen immer: es gibt keinen lieben Gott. Lud ich weiß doch, er ist in der Kirche. Da wollte ich ihn eben suchen kommen."

Ich war tief ergriffen, als ich das hörte. Das ist das Suchen und Verlangen Der Kindcsfeele nach dem ewigen Gott. Man muß in den Augen der Kinder selbst den erschütternden Gruft lesen, mit dem ihre in­nerste Seele Gott sucht. Das ist der Kampf, der heute schon in sehr früher Kindheit in der Seele ausbricht. Las ist ein Stück Schullamvf in der Kinderbruft. Die Kinder sind oft viel tiefer religiös als die Eltern.

Ihr Eltern, führt ihn mit demselben heiligen Ernste, mit dem jener Knabe ihn führte!

Grausamkeit und Frevel wäre es gegen des Kindes Heiligtuni, wollte jemand aus euch lässig sein!

prätischs herra^regslu

sind vielen Lesern gewiß nicht unwillkommen, zumal wenn ihre Befolgung viel Jammer, Elend und Not aus den Häusern nimmt und verhindert, daß der Ehestand, wie es leider manchmal her Fall ist, zu einem Wehe- stand wird.

Also paß auf und merk dir folgendes:

Rekate niemals einen Mann. der keinen Glauben und keine Religion im Herzen hat, ©taube ja nicht, du

werdest ihm die Religion schon beibrmgen, sobald du ihn in deine Schule betommfi. Wer ein richtiger Achaz gewesen ist vor der Heirat, der wird nachher kein Ezechias, sondern bleibt ein Achaz, und macht c'ch viel­leicht zur Jezebel. Glaube und Religion muß in jun­gen Jahren, vor der Hochzeit schon da sein, muß trei­ben und blühen. Spüler ist der Boden schon hart und vertrocknet und bringt da diese edle Pfl i ze nicht mehr zum Aufgehen. Ferner heirate keinen jotnig? Vor der Heirat ist er sanft und zart wie ein Hasenfell und ein paar Wochen später brummt er schon wie ein Waschbär, und von Glück kannst du sagen, wenn der Grobian über Jahr und Tag nicht aus beinern Rücken den Takt schlägt. So wenig wie aus einem Birken- holj ein Krautstengel, wird aus einem zornigen Wetter­hahn ein Friedensengel. Heirate auch keinen, der be­deutend jünger ist als du. Das gibt auf die Dauer keine gute Ehe. Wenn du mit ihm auf der Straße gehst, meinen die Leute, er sei dein Sohn unb er sche- niert sich. Im Hause aber meinst du, bas Gehorchen schicke sich nicht für dich, weil du älter und gescheiter bist, der Mann aber hat zum Gehorchen auch feinen Appetit und da ist der Spektakel da. Darfst natürlich auch keinen heiraten, der nichts hat als einen großen Schnurrbart und eine glitzerige breite Uhrkette und nichts kann als Zigarren rauchen und Sprüche machen. Damit kann man keine Familie ernähren. Das find einige Wegweiser fürsie".Er" soll kein Mädchen heiraten, den» die Flicknadel und der Kochlöffel ein un­bekannter Plunder find, sonst magst du über Jahr und Tag mit dem Bettelstab durchs Land ziehen. Nimm dir auch keine von den vornehm tapezierten Klavier­spielerinnen und solche, die viel ins Theater und Kino laufen. Eine solche Kleiderpuppe muß gleich noch eine Köchin und eine Zimmermagd haben, weil sie selber nichts tun will als schon sein und morgens schon an ihrer Dreschmaschine, will sagen, an dem Klavier sitzen. Dazu komm» noch ein langes Skonto, das die Putz­macherin jährlich liefert für das weitläufige Gefieder. Heirate auch kein Dämchen von Seidenpapier und Muf- felin, welches das ganze Jahr mit allerlei Krankheiten, Kränklichkeiten und Einbildungen zu tun hat und in die Ohnmacht sinkt, so bald es ihr einfällt, sie habe zarte Nerven und das Umfirrken mache sich hübsch.

Me beide Teile ist _es gut, wenn sie auch etwas be­sitzen, sei es ein eigenes Häuschen oder ein Sparkassen­buch für den Fall der &ot. Die Arbeit kann ausgehen, Krankheit kann kommen ober sonst ein Mißgeschick, da geht es bald schmal her und Hn schwerer Nebel von Kummer und Sorgen steigt am der Seele auf, zu­mal wenn auch nicht viel Religion vorrätig ist und für manche Eheleute heißt es da wie im LiebeAch hätt' ich niemals dich gesehn". Freilich viel Geld bringt auch große Gefahr. Da sitzt so eine, die im Gerüche steht, reich zu sein. Alsbald riechen es die, denen mehr am Geld als an der Person gelegen ist. Wie Schmriter- imge und Käfer um einen Blumenstock flattern, so statten» die Werber um sie herum. Und diefe gold- schwere Person bildet sich ein, ja so eine wie ich bin, sieht man nicht alle Tage, weit und breit gibts keine so schöne zu finden wie ich bin, und wenn sie dann in ihrer Emsalt auf einen der schöntnenden Schwätzer fjer= ringe falle») ist, dauerts gewöhnlich kein Jahr, so ist sie munttot, o. h. sie muß mit sich unb ihrer Sache machen lassen, was er will, und bald Meßt sie zu merken, daß ihm das Wirtshaus angenehmer und andere Weibs­personen schöner Vorkommen als sein eigenes Eheweib, und noch ehe dersiebenjährige Krieg" zu Ende ist, hat der liebliche Mann in vielen Fällen alles durchgsbracht und sie sitzt da, und schämt sich unb friert wie eine gerupfte Gans.Vorher gelan, nachher bedacht, Hal manchen in groß Leid gebrach!."

Bist du aber fd)on verheiratet, da gibts keinen an­deren Rat als: Trag dein Kreuz in Geduld, was deine Ehe dir eingebracht hat. Rüttle nicht daran, sonst tuts noch mein weh; auch mit grämlichen Reuegedanken: Hätte ich es so gemacht",wären die Eltern gescheiter gewesen",der Pfarrer hätt' mich mchr warnen sollen", wird es nicht besser. Es ist nun einmal so und glück­lich ist, wer vergißt, was einmal nicht zu ändern ist, trag Isas .Kreuz, es gehört zu einem christlichen Leben. Denk an das andere Leben nach dem Tod, das um so glücklicher wird, je geduldiger unb frommer du dein Familienkreuz getragen hast.

Die Reichen und dar Himmeireiz s

(Die hl. Paula, 26. Januar.)

Wenn Kinder und Gliern von einandergehen, wenn ein Sohn oder eine Tochter Abschied nimmt, viel­leicht fürs ganze Leben, da ist der Schmerz groß und heiße Tränen fließen. So war es auch, als vor mehr als anderthalb Jahrtausenden in Ostia, bem Hafen von Rom, die hl. Paula Abschied nahm von

ihren Kindern, besonders als sie ihr jüngstes Kind, ihren einzigen Sohn, zuni letzten Mal küßte und für immer der Obhut ihrer Verwandten übergab, weil Gott ste fettrief aus Rom ins heilige Land, wie er einst den Abrahain aus Haran berufen nach Kanaan. So tief war das Weh in ihrem Herzen, daß sie nicht wagte, vom Schiff aus noch einen Blick zu tun auf die Ihrigen, die am Ufer schluchzend Abschied wink­ten.

Als das Schiff auf hoher See dahinzog, und ihre Vaterstadt Ro»n immer mehr hinter ihr perjanh da wurde ihr Herz ruhiger. Sie überschaute im Geiste noch einmal ihr Leben. An ihrer Seele zog vorüber ihre goldene Kiilderzeit in dem vornehmen Hause ihrer Eltern unb ihr späteres Eheglück im Hause ihres Gatten Toxotiris; fünfzehn^Jahre hatte sie die­ses Glück geosfen an der Seite des Gemahls und im Kreise der fünf Kinder, die ihnen erblüht waren.

Aber sie dachte auch daran, wie ihre Seele in dem irdische»» Reichtum und in dem Familienglück allein kein Genügen fand, und wie sie tiefinnerlich ühlte, daß der Menfch für Höheres geschaffen ist als ür ein kleines, kurzes Erdenglück, daß er geschaffen ist für ein Glück ohne Maßen in der Ewigkeit. Des­halb hatte sich Pairla nach dem Tode ihres Saiten auf einige Zeit in ein Kloster zurückgezogen, um sich mit Gott zu beraten und sich darüber klar zu werden, wie sie ihr ferneres Leben am besten anwenden könnte sie machteExerzitien".

- Danach legte sie allen Schmuck ab und verzichtete auf alle Bequemlichkeiten ihres Standes. Von ihrem Vermögen verteilte sie den größten Teil unter die Armen, um sich mit ihren irdischen Gütern Schätze zu erwerben, die Rost und Motten nicht verzehren. Sie suchte Alte, Schwache und Gebrechliche in ihren Häusern auf und ging zu den Kranken und brachte irrten Speise. Als man sie mahnte, mit ihrem Ver­mögen sparsamer zu sein um ihrer Kinder willen, da antwortete sie:Meinen Kindern lasse ich ihr gesetz­liches Teil und überdies noch einen kostbare»» Schatz zurück: die Barmherzigkeit Christi."

Doch ihr Herz schien ihr noch nicht frei genug von der Anhänglichkeit an die Welt und ihre Freu­den. Deshalb faßte sie den Entschluß, die Heimat und bis Ihren zu verlassen, um in der Einsamkeit ihr ferneres Leben ganz Gott zu weihen. Manchen harten Kampf und manche schlaflose Nacht hatte es gekostet, bis der Entschluß zur Reife gediehen war. Doch jetzt war endlich der enischeidende Schritt getan: sie war auf dem Wege zum Heiligen Land. Nur ihre Tochter Eustochiu»n und einige fromme Diene­rinnen durften sie begleiten.

Im heiligen Land sahe»» alle durch Christi Leben und Leiden merkwürdigen Stätten die vornehme- mifche Matrone als arme Pilgerin, alle durch Jesu fielen und Leiden geheiligten Stätten fühlten ihre heißen Tränen und hörten ihre frommen Gebete. In Bethlehem wollte sie bleiben, an der ©eburtsftätfe des Herrn, wo auch ihr greiser Seelenführer, der hei- lrae Hieronymus, lebte. Sie gründete dort ein gro­ßes Kloster und sammelte viele fromme Sungfrauen aus allen Ständen um sich. Ihr Eifer im Guten schien von Tag zu Tag zu wachsen; sie schien sich nicht genug tun zu können im Arbeiten, Beten, Be­trachten, Rasten und Wohltatenspenden. Ihr Seelen- führer mahnte sie bisweilen, sich Schonung aufzuer- legen; dock» Sankt Paula antwortete:Für Gott kann man nie zu viel tun." Er ermahnte sie Almo­sen nicht im Ueberlluß zu geben, da das Uebermaß des Almofengebens zugleich dessen Ende sei; doch sie antwortete:Wenn ich dem Hungerschmachiendcn mein einziges und letztes Brot reiche, so werde ich in meiner letzte»» Not es leichter bei einem andern fin­den, als der arme Bettler, den niemand kennt."

Fromm, wie sie gelebt, ist St. Paula am 26. Januar 404 in Jerusalem gestorben. Sie wurde bei- gesetzt in der Kirche über der ©ebiirtsgrotte des Hei­landes, dem sie so ähnlich war in ihrer Liebe zur Armut, zu>n Gebet und zu allen hilfsbedürftigen Menschen. ,, t

----Der .Heiland hat einst gesagt:Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher ins Himmelreich." (Matth. 19, 24.) Aber er hat gleich hinzugefügt:Doch bei Gott Ist alles möglich (Matth. 19, 26.) Daß es mit Gottes Gnade wohl möglich ist, das siehst du an der heiligen Paula. Sie hat in stetem ^ampf und hochherziger Entsagung ihr Herz losgelöst von den Grbenbingen; sie machte f»ch Freunde aus dem ungerechten Mammon" und pe wurde dafür bei ihrem Abscheiden ausgenommen in die ewigen Wohnungei». Von ihr gilt Jesu .War!: Selig sind die Armen im Geiste, denn ihrer ist bas Himmelreich." Willst auch du 311 denen gehören, die