Wschenkalender.
Son ntag, 25. Jân. 3. nach Epiphanie. Pauli Bekehrung.
Montag, 26. Jan. Polykarp, Bisch. u. M.
Dienstag, 27. Jan. Johannes Chrhsostomus, B. u. Kchl.
Mittwoch, 28. Jan. Agnes (2. Fest).
Donnerstag, 29. Jan. Franz v. Sales, Bisch, u. Kchl-
Freitag, 30. Jan. Martina, Jgsr. u. M.
Samstag, 31. Jan. Vom 4. Sonntag nach Epiphanie.
Petrus Nolaskus, Bek.
Des Gebetes VsrWmr,
er hl. Johannes Chrysostomus, dessen Andenken wir am 27. Januar begehen, dieser redegewaltige Bischof, dieser flammende Eiferer für Gott und die Seelen, nennt in- einer seiner Predigten die Demut „den
Vorspann des Gebetes". Und ganz mit Reckt. Wie nämlich ein Fuhrwerk, mag es auch mit Steinen beladen sein, rascher'vorwärts kommt und zum Ziele gelangt, wenn die Zugtiere durch „Vorspann" verstärkt werden, so findet auch das Gebet eher Erholung, wenn es begleitet und gleichsam gezogen wird von der Demut. Ist nicht der Hauptmann im heutigen Evangelium der beredteste'Zeuge füv diese Wahrheit? Er erklärt sich für unwürdig, daß der Heiland persönlich sein Haus betrete; von weiten, soll er seine Bitte erfüllen und seinen Knecht gesund machen. Und siehe, da folgte der Bitte die Erhö- rung wie das Licht der Sonne. „Geh hin", spricht . der Heiland, „und wie du geglaubt hast, so soll dir geschehen". Und zur gleichen Stunde ward der Knecht gesund.
Demütige, reuevolle Gesinnung im Gebete duftet uns auch gleich köstlichem Weihrauch aus den Psalmen entgegen. Der Psalm 37, besonders in seinem zweiten Teile, ist dafür ein sprechender Beweis. Psalm 37, zweiter Teil: Demütige Litte bei gänzlicher Verlassenheit.
11. Die Freunde treulos mich verlassen, Von ferne stehen meine Nachbarn,
12. ES stürmen auf mich los die Feinde, Die wild nach meinem Blute lechzen.
13. Verfolgen mich mit Stichelreden, Beraten immer mein Verderben.
14. Doch ich bin taub für ihre Reden Und wie ein Stummer bin ich sprachlos.
15. Ich will nicht hören, was sie sagen, Verzichte auf die Gegenrede.
-16 . Denn du, o Herr, bist meine Hoffnung; Mein Gott, du wirst mich nicht verlassen.
17, Nicht soll der-Feind sich lustig machen« Soll nicht erleben, daß ich wanke,
18; Bereit bin ich für deine Geißel, Und Schmerz durchwühlt mich unaufhörlich.
19. Mein Unrecht will ich eingrstelren, Gedenke reuig meiner Sünden.
20. Doch sieh, wie mächtig meine Feinde, Wie zahlreich, die mich grundlos hassen.
21. Das Gute zahlen sie mit Bösem, Sie schmähen mich ob meiner Unschuld.
22. O Gott, entreiß mich ihren Händen, Herr, weiche nicht von meiner Seite.
23. Sei stets bedacht auf meine Hilfe, Du bist mein Heil und mein Erretter. —
Der Psalmist schildert also seine gänzliche Verlassenheit. Nicht genug damit, daß die Feinde mit allerlei Sticheleien und Bosheiten gegen ihn grunzen wie Schweine und nach seinem Blute lechzen wie Wölfe, sieht er sich auch von seinen Freunden schmählich im Stiche gelassen.' Obwohl nun der König seine Unschuld verteidigen und in glänzender Rede sein Tun und Lassen rechtfertigen könnte, so verzichtet er doch auf jede Entgegnung und nimmt die Borwürfe in demütigem Schweigen an in der Ueberzeugung, daß Gott diesen Sturm zugelassen zu seiner Bestrafung und Läuterung. Ja, er bekennt in diesem Lied vor der ganzen Welt seine Schuld und gibt seiner reuigen Gesinnung ergreifenden Ausdruck. (Vgl. Vers 19.)
Seien auch wir demütig im Gebete. Wenn wir beten, stehen wir als Bettler vor Gottes Thron, sagt so schön Sankt Augustin. Steht nicht der Bettler in demütiger Haltung da und gibt sich mit jeder Behandlung gufrieSen? Trägt einer ein hochmütiges, selbstgefälliges, anmaßendes Wesen zur Schau, so mag er tausendmal bitten und klopfen, Hand und Türe bleiben ihm verschlossen. Ebenso demütig sollen auch wir vor Gottes Thron erscheinen. Wir sollen der Ueberzeugung leben, daß wir Schläge verdient haben von Gott, nicht aber Gnaden. Als arme Sünder fallen wir uns vorkommen, die der Erhörung ganz unwürdig sind. Betrachte den Zöllner im Evangelium. Er hat nichts Gutes aufzuzählen: die Demut allein ist fein Schmuck, sein Anwalt und sein Retter. Nicht wagt er die Augen zum Himmel zu erheben;. gesenkten Hauptes schlägt er an die Brust und spricht: Gott, sei mir Sünder gnädig. Und siehe, die Demut hat den Zorn Gottes entwaffnet. Der Zöllner ging „gerechtfertigt" nach Hause, befreit von der Last seiner Sünden.
Wie ging es aber dem hochmütigen Pharisäer, der mit seinem Fasten und Almosen Pch groß machte? Ohne Rechtfertigung, beladen mit der ganzen Last seiner Sünden, kehrte er nach Hause zurück; es war nur schade um die Zeit, die er dem Kirchgang gewidmet. Da siehst du den Unterschied zwischen dem Gebet des Denlütigen und des Hochmütigell. Das demütige Gebet steigt kerzengrade zu Gott auf, das hochmütige aber kann sich nicht einmal vom Boden erheben. Der hl. Geist selber bezeugt die Wirksamkeit des demütigen Gebetes mit folgenden Worten: „Das Gebet des Demütigen dringt durch die Wolken und es bot keine Ruhe, bis
es nahe beim Throne Gottes ist und es geht von da nicht weg, bis es Erhörung findet." (Sir. 35, 2i.)
Auch im Stetigeren sollst du der Demut dich bc- fleifjtyi. Klein sollen wir werden vor dem Unendlichen, Allmächtigen. Mit dem Täufer sollte jeder Beter sprechen: ich muß abnehmen. Wie nimmst du ab? Wie wirst du klein? Wenn du zum Gebete msderkniefl. obwohl man auch im Stehen, im Sitzen, im Gehen und selbst im Liegen beten kann, so ist doch die beste und demütigste Haltung beim Gebet das Knieen. Deshalb hat die Kirche für die ganze hl. Messe das Knieen vorgeschrieben mit Ausnahme der beiden Evangelien, bei denen das Stehen vorgeschriebcn ist. Zwischen Knieen und Knieen ist aber ein Unterschied wie zwischen einem gesunden und einem faulen Apfel. Siehst du diese Christen, wie sie imGotteshaus vielfach daliegen, wie sie hin und her rutschen wie ein Perpendikel an der Uhr, gähnen und schwatzen u. alleZeichen derLangeweils von sich geben ? Das sind keine Christen, sagt der htz Chry- sostomus, das find nicht einmal Menschen, das ist Unkraut. — Mein Christ, befleißige dich immer der Demut im Gebet sowohl in der Gesinnung wie in der Haltung; nur so wird dein Gebet eine mächtige Waffe, mit der du Gott besiegst und den Himmel erstürmst.
Der Burgpfarrer.
Der Kampf um die schule
ist entbrannt und wir stehen schon mitten drin in bk,. n Kampf. Soll unsere Schule auch in Zukunft vom Geiste 'des Christentums erfüllt sein oder soll von nun an der Zeitgeist des religionsfeindlichen SozkaNsmus sie durchtränken, — das ist die entscheidende Frage, um die der Kampf geht.
Vor einem Jahre glaubten viele aus uns, die christliche Schule sei nicht nur gefährdet, sondern verloren. Da erhob sich bei den Januarwahlen das christliche Volk und sandte so viele christlich gesinnte Männer in die Nationalversammlung, daß wir wieder von neuer Hoffnung für die Zukunft der christlichen Schule beseelt waren. Und unsere Abgeordneten haben treu und zäh und lange gekämpft, aber zu ihrem eigenen Schmerz ihr Ziel nicht völlig erreichen können. Zu groß war die Uehermachl. aber dankbar müssen wir ihnen sein, daß sie mitgearbeitet und dadurch das Schlimmste verhütet haben. Die Entscheidung ist durch die neue Verfassung in die Hände der Erziehungsbe- rechiègèen, also vor allem in die Hände der Eltern gelegt. Eine Folge dieser Bestimmung ist auch die bevorstehende Wahl der Ellernbeiräle. Ihr Sinn ist wohl, die Eltern sollen sich selbst die Schule formen, bilden, so wie sie sie haben wollen. Man mag über diese Einrichtung denken, wie man will, sie ist nun einmal angeordnet, die Wahlen werden bald stattfinden und damit wird schon ein Teil der großen Entscheidung fallen, die das kommende Schulgesetz vollenden wird. Ob die Eltern den tiefen Ernst, die gewaltige Deranl- Wartung, die furchtbare Schwere dieser Entscheidung ganz verstehen? Ob sie der großen Stunde gewachsen sein werden? >