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Kassel, den (8. Januar (920.
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Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag u. kostet vierteljährl. Ausg. A 1.50 Mk., B 1.50 Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 40 Pfg. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunft-Anzeigen 30 Pfg. extra. In Konkursfällen wird der bewilligte Rabatt hinfällig. Erfüllungsort für das Einklagen von Forderungen ist Fulda. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.
Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei. ------
Wochenkalenèer.
Sonntag, 18. Jan. 2. nach Epiphanie. — Stuhlfeier des hl. Petrus zu Rom; Priska, Jungfrau u. Mart. Montag, 19. Jan. Marius, Martha, Audisax und Abachum, M. Kanut, König und Märtyrer.
Dren Stag, 20. Jan. Fabian u. Sebastian, M, Mittlvoch, 21. Jan. Agnes, Jafr. u. M. Donnerstag, 2?. Jan. Vincentius u. Anastasius.M. Freitag, 23. Jan. Raymund v. Pennaforte, Bek. Ernercntiana, Jgfr. u. M.
Samstag, 24. Jan. Timotheus, Bisch, u. M.
Zweiter Sonntag nach Epiphanie.
(Evangel. Joh. 2, 1—12.)
In jener Zeit ward eine Hochzeit gehalten zu Kana in Galiläa: und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Höchzeit geladen. Und als es am Weine gebrach, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein. Jesus aber sprach zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Da sagte seine Mutter zu den Dienern: Was er euch sagt, das tuet. Es standen aber daselbst sechs steinerne Wasserkrüge zu den bei den Juden üblichen Reinigungen, wovon ein Jeder zwei bis drei Maß hielt. Jesus sprach zu ihnen: Füllet die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis oben. Und Jesus sprach zu ihnen: Schöpfet nun, und bringet es dem Speisemeister! Und sie brachten's ihm. Als aber der Speisemeister das Wasser kostete, welches zu Wein geworden war, und nidjt wußte, woher das wäre (die Diener, welche das Wasser geschöpft hatten, wußten css, rief der Speisemeister den Bräutigam und sprach zu ihm: Jedermann setzt zuerst den guten Wein auf, und dann, wenn sie genug getrunken haben, den geringern: du aber hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt. Siefen- Anfang der Wunder machte Jesus zu Kana in Galiläa: und er offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.
Setter Psette.
er ist dieser § füge, den man so oft bargeftellt findet in den Legenden und auf den Altaien, die stämmigen Glieder an einen Pfahl gebunden, das junge, blühende r , v n Fleisch mit Pfeilen" gespickt, das suchende Auge zum Himmel gerichtet? Es ist der hl. Sebastian, dessen Gedächtnis wir am 20. Januar begehen, ein christlicher Offizier der kaiserlichen Leib- parde zu Rom, der wegen seiner Treue gegen Christus auf Befehl des Kaisers Diokletian mit Pfeilen erschossen wurde. —
Auch uns treffen mancherlei Pfeile, und Gott selber ist es, der sie abschickt uns zum Heile. Es sind die körperlichen und seelischen Leiden/mit denen der Himmel uns heimsucht. „Pfeile Gottes" nennt David diese Leiden, die er im Psalm 37 so erschütternd beschreibt-
Psalm 37: Pfeile GottrS.
1. Herr, straf mich nicht in deinem Grimme, In deinem Zorn mich nicht vertilge.
2. Es stecken in mir deine Pfeile, Und deine Hand drückt mich zu Boden.
3. Nichts Heiles ist an meinem Fleische, Kein Friede mehr in meiner Seele,
4. Mein Haupt ist cingehnllt in Sünden, Gleich einem Alp sie auf mir liegen.
5. Es eitern, faulen meine Wunden, Die mir die Missetat geschlagen.
6. Ich bin gebückt und wie gebrochen, Und schleiche traurig meine Wege.
7, Es schwindet hin die Kraft der Lenden, Am ganzen Leib ist nichts Gesundes.
8. Zerschlagen bin ich, ganz ermattet, Laut brülle ich in meinem Kummer.
9. Zu dir, o Herr, steigt auf mein Flehen, Mein Seufzen ist dir nicht verborgen.
10. Entschwunden sind mir Kraft und Ruhe. Die Augen hüllen sich in Dunkel.---
Es ist ein Bild zum Entsetzen, das David vor unseren Augen aufrollt: er ist gleichsam ein Edelwild, auf das Gott Jagd macht und das er verwundet mit vielen Pfeilen des Zornes Und der Liebe zugleich. Körperliche und seelische Leiden wirbeln auf ihn nieder wie Schneeflocken. Nichts Gesundes ist mehr an seinem Fleisch; Eiter und Wunden starren ihm überall entgegen. Sein Gemüt ist verdüstert von Gram, zerrissen von Schmerz und Beschämung über die Sünden, in denen er die Ursache seiner Leiden erblickt. Dennoch verliert er nicht das Gleichgewicht, da er Golles hand erkennt, welche diese Pfeile absendet. Mit Ergebung und Demut nimmt er die Leiden an und fleht um baldige Abwendung der göttlicher« Heimsuchung.
9 mein Christ, ringe auch du dich durch zu dieser heiligen Ueberzeugung, die der Glaube dich lehrt, daß die Leiden nicht einem blinden Zufall, nicht bösen Menschen, nicht unschuldigen „Hexen" zuzuschreiben sind, sondern im Willen und in der Zulassung Gottes ihren letzten Ursprung haben. Diese Auffassung hat unfern David getröstet, gestärkt, geheiligt, geadelt und erhoben. Lange vor ihm war der geduldige Job zu dieser Ueberzeugung vorgedrungen durch die Kraft seines Glaubens. Ihr wißt, daß die Chaldäer und andere feindliche Stämme ihm die Kamele, die Rinder, die Schafe, die Pferde und den ganzen Viehbestand weggetrieben hatten und daß ein fürchterlicher Orkan das Haus umwarf, in dem Jobs sämtliche Einher beisammen waren; alle wurden unter den Trümmern begraben; nicht ein einziges nmt mit dem Leben davongekommen. Hat nun Job die Räuber angeklagt, hat er den Sturm verflucht, hat er das Unglück dem Teufel in die Schuhe geschoben? Keineswegs; auf der Leiter des Glaubens steigt Job bis zum Himmel empor und erkennt die Hand Gottes, in der alle Fäden des Unglücks zusammenlaufen. „Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen; wie es dem Herrn gefallen hat, so ist es geschehen."
Das allcrschönste Beispiel hat indes der Heiland selber gegeben. Waren es nicht die Pharisäer, die in blinder Eifersucht ihn verfolgten? Waren es nicht die Schriftgelehrten und Hohepriester, die das Volk gegen Jesus aufhetzten und das Todesurteil gegen ihn erzwangen? Und dennoch, der Heiland nimmt seinen Tod entgegen nicht aus der Hand seiner Feinde, sondern aus der Hand seines himmlischen Vaters. Als schon am Oelberg die Rotte gegen Jesus losstürmte und Petrus das Schwert zog, um den geliebten Meister gegen die Eindringlinge zu verteidigen, sprach der Heiland zu ihm: „Stecke dein Schwert in die Scheide; soll ich den Kelch, den der Baler mir gegeben, nicht trinken?" (Joh. 18, 11) Welchen Kelch meint er denn? Eben die Gefangennehmung mit all ihren Folgen, die Geißelung, die Dornenkrönung, die Kreuzigung. Die Pharisäer und Schriftgelehrten können nichts ausrichten, will der Heiland sagen, und alle meine Feinde "" nen mir kein Haar krümmen, wenn nicht mein himmlischer Vater es will und zuläßt. Und darum nehme ich aus seinen Händen meinen „Kelch" und mein Schicksal entgegen.
O mein Christ, das soll auch deine Auffassung sein. Mag nun eine Krankheit dich treffen, magst du einer gefährlichen Operation dich unterziehen müssen, mögen die Auslagen für Arzt und Apotheke dir ein großes Loch in den Geldbeutel reißen, mag Not und Entbehrung dich drücken, mag schwarze Verleumdung deine Ehre kränken, mögen Kummer und Kleinmut dir das Herz schwer machen: Gott ist es, der das alles tut, und du kennst das Sprichwort: was Gott tut, das ist wohlgetan. ._____
Ja, Golles Pfeile sind es^ die dich treffen. Daß Gott sein Ziel erreicht, das liegt ganz bei dir, das hängt ab von der Aufnahme, die du Gottes Fügungen ent- gegenbringst. Und welches ist Gottes Ziel? Welches find feine Absichten? Dich zu strafen für deine Sünden, dich zu prüfen in der Tugend, dich hinaufzuführen zur Vollendung, dich reich zu machen an Gnaden und Verdiensten, dir eine strahlende Krone zu erwerben im Himmel. Sprich gern mit der hl. Kreszentia von Kaufbeuren:
O süße Hand Gottes, ermunterst mein Herz Und machest, daß ich mit den Leiden nur scherz.
Der Burgpfarrer.
Gedanken über die Ehe.
Das Herz des Hauses. Der Schöpfer hat der Frau einen mächtigen Einsluß auf die gesamte Haltung der Familie gegeben. Die rechte Ehefrau ist in Wahrheit die Seele und das Herz des Hauses. Diesen Einfluß kann sie nach der guten und nach der bösen Seite hin ausüben. Zu fordern ist von ihr, daß sie das Haus als die eigentliche Stätte ihrer Wirksamkeit ansehe, daß sie die Führung des Haushaltes und die Erziehung der Kinder als das von Gott ihr überwiesene Feld der Arbeit betrachte, hierin ihr Genüge finde. Da hüte sie das Herdfeuer der Religion als christliche Priesterin und pflege die djriftlidie Sitte.