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Narck, den er „einen unbändigen Mann mit niedrigem kharakter" nennt. *
Ans Katholiken
Küeressiert besonders eine Bemerkung aus dem Jahre 1895:
»Mein Reichstag führt sich so schlecht wie nur möglich »uf: er schwingt vorwärts und rückwärts zwischen den Sozialisten, die von den Juden angetrieben werden, uni >en ullramonlanen Katholiken; beide Parteien ^nb, soweit ich sehen kann, bald reif, samt und sonders gehenkt zu Werden."
Bekanntlich haben die Handlungen lind Worte Kaiser Wilhelms II. sich sehr oft widersprochen, so daß es kaum eine Frage gibt, in der er nicht zwei ver- fcknedsne Ansichten ausgesprochen hat. Ebenso wechselten seine Sympathien und Antipathien und manchmal zeigte er sich huldvoll gegen Leute, die er gar nicht gern mochte. Es hat auch bei uns leichtgläubige Leute gegeben, die aus einzelnen Aeußerungen des Kaisers oder aus den Liebenswürdigkeiten gegen die Benediktiner schließen wollten, er sei katholikenfreundlich oder neige gar zum Katholizismus. Don Herren, die mit dem Hofe in nahen Beziehungen standen, ist schon in früheren Jahren zuverlässig berichtet worden, daß diese Annahme total irrig sei, vielmehr sei das Gegenteil der Fall. Don der Kaiserin wurde das in erster Linie gesagt; Tatsache ist, daß ihre intimste Freundin, die Oberhofmeisterin Gräfin Brockdorff, einmal zu einem Hausmädchen sagte: „Was, Sie sind katholisch? Pfuit“ Daß Wilhelm II. im innersten Herzen nicht viel anders gedacht habe, erhält eine starke Stütze durch seinen oben veröffentlichten Herzenserguß, auch der bekannte Brief an die verstorbene Landgräfin von Hessen atmete diese Gesinnung. Das war also seine wahre Empfindung für die Katholiken: trotzdem hat er in damaliger Zeit mit den Katholiken offiziell in der „gnädigsten" Form verkehrt und den Eindruck zu erwecken gesucht, er sei ein wohlwollender Schützer der katholischen Kirche. Diese Auffassung hat noch kürzlich Prof. Sieglerschmidt in der „Kreuzztg." ausgesprochen; er war sogar der Ansicht, die Hohen- zollern hätten den Katholizismus in ganz Mitteleuropa gestützt. Wenn aber sein Gedeihen von dieser Stütze abhängig gewesen wäre, so würde er schwerlich noch existieren. __
Ueber Zentrum und LanowirtschafL. verbreitete sich kürzlich in einer Versammlung in Dü- trn der parlamentarische Nnterstaatssekretär im Land- Wirtschaftsministerium, der Zentrumsabg. Busch. Er wies u. c. darauf hin, daß die Landwirtschaft seit jeher vom Zentrum gefördert worden sei und sich auch hi Zukunft auf die Partei verlassen könne. Auch in der jetzt tagenden Nationalversammlung, sowohl in der Vollversammlung wie in den Ausschüssen, hat das' Zentrum zur Rettung, Erhaltung und Förderung des deutschen Bauernstandes das Möglichste getan, wie wir unseren Lesern gelegentlich im Einzelnen nachweisen werden. Es ist ganz verkehrt, zu sagen, das Zentrum vertrete einseitig die Arbeiterinteressen, das Zen- 1mm ist auch jetzt noch eine wahre Bolkspariei, es sucht die Interessen der einzelnen Erwerbsstände, wie es in einem geordneten Staatswesen sein muß, auszugleichen und auf einer gesunden Mittellinie zu verfolgen und zu wahren. Darum haben auch die Vertreter anderer Stände, trotzdem sie mit dieser Haltung oft einen sehr schweren Stand haben, den Sozialdemokraten u. ihren eigenen Leuten gegenüber, diese Zenlrums- polMk zugunsten des Bauernstandes milgemacht. Wenn man hier und da in landwirtschaftl. Kreisen glaubt, mit einer eigenen Bauernpartei mehr zu erreichen, so ist das eine Täuschung, eine solche kann bei dem jetzigen Prozentsatz der ländlichen Bevölkerung nie allein eine Mehrheit im Parlament erlangen und sich erfolgreich durchsetzen. Nur wenn die Landwirte im Zentrum bleiben und in der Partei sich durchsetzen, ist das möglich. Es ist bis zu einem gewissen Grade richtig, daß die ausübenden Bauern in der Nationalversammlung und auch im Zentrum schwächer als früher vertreten sind, es herrscht aber" in allen maßgebenden Kreisen Uebereinstimmung darüber, daß darin bei den nächsten Wahlen eine Besserung eintreten muß, auch die Arbeitervertreter selbst sehen das ein. Man darf eben nicht vergessen, daß bei den letzlen Wahlen noch sehr stark die Revolution nachwirkte und daß diese Revolution ganz besonders auch eine sozialpolitische Revolution war, getragen hauptsächlich von den Arbeiter- massen. Das mußte sich natürlich auch in der Aufstellung der Kandidaten für die Wahl zur Nationalversammlung zeigen. Es war eine ganz natürliche Abwehrmaßregel, daß die christlich organisierte, im Zentrum vertretene Arbeiterschaft in einer verhältnismäßig stärkeren Welle emporgehoben wurde. Gerade dadurch hat das Zentrum aber seine gesunde Lebens«
kraft an den Tag gelegt. Wie kn menschlichen Kör« per gegen das Eindringen jeglicher Krankheit sich eine besondere Art Abwehrkörperchen bildet, so im Staats- körper gegen die sozialistischen Arbeiterbestrebungen die christliche ArbeUerschsfsi Wäre diese nicht gewesen, dann hatten die beiden sozialistischen Parteien bei den Wahlen unzweifelhaft die Mehrheit erlangt und damit die Macht. Und wie sie diese ausüben, und wie schwer es hält, sie wieder zu brechen, das lehrt uns Rußland. Bei den nächsten Wahlen wird die sozialistische Arbeiterbewegung sicherlich zuruckgehen. Da- mü ist von selbst eine stärkere Vertretung des Bauernstandes gegeben. Darum sollen die katholischen Bauern sich nicht vom Zentrum trennen, sondern in demselben bleiben und Mitarbeiten. Namentlich sollen sie sich nicht durch die
deutschnalionale« Agitatoren
betören lassen, die die Bauern nur als Vorspann für ihre parteipolitischen Zwecke mißbrauchen wollen. Daß aber die Ksnservalivxn, denn das sind die jetzigen Deutschnationalen, für uns Katholiken nichts übrig haben, weiß man ja aus der Vergangenheit zur Genüge, und wer die deutschnationale Presse und ihre Versammlungsberichte verfolgt, muß sich überzeugen, daß
die Feindseligkeit gegen „Rom"
immer häufiger und schärfer nach der Ruhepause während des Krieges wieder durchbricht. Groß find sie allerdings in der Herabsetzung der gegenwärtigen Regierung. Das ist aber ein billiges Vergnügen, in der Opposition, wenn man keine Verantwortung hat, ist leicht politisieren und kritisieren, aber besser machen, ist schwer. Wir können einen furchtbaren, verlorenen Krieg und die entsetzlichen Wirkungen der Revolution nicht in einigen Monaten gut machen. Und wenn heute die Deutschnationalen und die Monarchie wieder an die Regierung kämen, könnten sie auch nicht sofort wieder die Zustände wie vor dem Krieg herbeiführen, so wenig wie die Sozialdemokratie ihren „Zukunftsstaat" verwirklichen kann.
Seine verMerrslle
hat Italien von langer Hand vorbereitet, das wird uns jetzt auch durch amtliche französische Dokumente bestätigt. Danach hat schon 1902 Italien — neben dem Dreibund — mit Frankreich einen sog. „Rückversiche- rungsvertrag" abgeschlossen, wonach es sich verpflichtete, sich von Deutschland zu trennen, falls dieses Frankreich in die Zwangslage versetzen sollte, zur Wahrung seiner fëfore an Deutschland den Krieg zu erklären. Bei dieser „wohlwollenden Neutralität" konnte Frankreich schon zu Beginn des Krieges seine ganze Grenze nach Italien von Truppen entblößen und sie gegen Deutschland verwenden. In Deutschland scheint man daran nicht gedacht, sondern auf Italiens Treue gebaut zu haben. Unsere Diplomaten hatten sich auch hier, wie so oft, getäuscht bezw. sich täuschen lassen. Bekannt ist, daß Fürst Bülow die Verhandlungen
eine
zwischen Italien und Frankreich im Reichstag 1904 — also zwei Jahre nachher — scherzweise als '"
„harmlose Walzertour" Italiens behandelt hat.
Das englisch-französische Abkommen über Calais ist bis Ende 1920 verlängert worden.
Da
mit bleibt Calais auch weiter von den Engländern besetzt. — Man hat es ja gleich zu Beginn des Krieges gewußt, daß Frankreich es nicht leicht haben werde, die Briten wieder aus Calais htnausznLAngen.
Die Diözese Fulda hat im verflossenen Jahre durch den Tod sechs noch im Dienste stehende Pfarrer verloren, die freilich zum größten Teil schon hoch im Greisenalter standen. Im Februar starb Dechant Breitung-HilderS, 78 Jahre alt; im April starben Pfarrer Noll-Hofbieber (74 Jahre) und Pfarrer Danz-Schröck (87 Jahre); im Juni starb Pfarrer Wiegand-Steinbach (63 Jahre); im Dezember Dechant Schmelz-Hünfeld (71 Jahre) und Strafanstaltspfarrer Schlitzer (54 Jahre). Ferner starben im Ruhestand die Herren Pfarrer Malkmus (72 Jahre alt) und Psarrer Trabert- Hünfeld (71 Ihr. alt). Am 27 Juni entschlief Herr Dom- lapitular Stoff im Alter von 73 Jörn. Im Kloster auf dem Frauenberg ist im Februar P. Euitach Kircher 82 Jahre alt) und im November P. Bernhard Nold (39 Jahre all) gestorben.
Eine heilige Missior wird, wie der Hochwürdigste Herr Bischof in seiner Neujahrspredigt im Kachedral- amt mitteilte, im Herbste dieses Jahres in der Stadt Fulda abgcbalten werden.
Eine große Trausrversammlung erwies am Samstag nachmittag dem heimgegangenenFabrikanten und Stadtverordneten Max Eickenscheidt die letzte Ehre. Tie Beerdigung, die auf dem Friedhofe am Frauenberg erfolgte, nahm HerrStadtpfarrerG ramm vor. Fahnenabordnungen des St. Josephsvereins, des Gesellenvereins und des kath. kaufm. Vereins gingen dem Sarge voraus. Im Traueigefolge befanden sich der Magistrat der Stadt Fulda, die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung, die Vertreter zahlreicher geistlicher und weltlicher Körperschaften.^ Der Präfekt der Bürger- und Junggesellen« Sodalität sprach am Grabe die ehrwürdigen Gebete, die nach den Satzungen der Sodaliiät bei der Beisetzung von Sodalen üblich sind.
^ 25 Jahre waren es am 1. Januar, daß Herr Stadlkämmerer Joseph Kalb sein schwieriges und verantwortungsvolles Amt zur vollen Zufriedenheit seiner vorgesetzten Behörde verwaltet hat. Im Verkehr mit dem Publikum stets liebenswürdig und taktvoll, erfreut er sich der Achmng der Bürgerschaft. Möge es ihm beschieden fein, noch viele Jahre seines Amtes zu walten.
Herr Karl Joseph Böschen, Regierungs-Sekretär in Kassel, ist Ende vorigen Monats aus dem Staats« dienst ausgeschieden und in dir Geschäftsführung der Mitteldeutschen Basalt werke G. m. H. in Hünfeld, die ihren Sitz in Kürze nach Fulda verlegen werden, eingetreten. Gleichzeitig wird er seine reichen Kenntnisse auf dem Gebiete des gerade jetzt viel erörterten Steuerwesens der All« gememheit zur Verfügung stellen, indem er in schwie« rigcn Fällen als Berater auftreten wird.
Promotion. In der philosophisch-naturwissen«. schaftlichen Fakultät der Universität Gießen erwarb sich der Direktor der landwirtschaftlichen Schule in Limburg, Herr Lutte, der früher als Landwirtschaftslehrer in Fulda tätig war, die Doktorwürde. Dis Dissertation behandelt „die landwirtschaftlichen Verhältnisse in der Rhön, insbesondere in den Kreisen Fulda, Hünfeld und Gersfeld."
Für die Wahlen zu den Elternbeiraten ist, wie das Ministerium für Volksbildung gegenüber unzutreffenden Zeitungsmeldungen mitteilen läßt, ein Termin noch nicht angesetzt. Sie sollen in den ersten Wochen des März statlfinden.
Ter neue Verband der katholischen Schüler höherer Lehranstalten — Neudeurschland — dem auch der in Fulda unter der trefflichen Leitung des Herrn Kaplan Lins stehende Albertusverein ange* hört, wird seine nächste Generalversammlung (die zweite) in Fulda halten.
Alljährlich werden jetzt Vertreter inchokischsr Studenten sich in Fulda versammeln. Damit erhält Fulda für die gesamte organisierte katholische Studentenschaft Deutschlands eine ähnliche Bedeulun z, wie Käsen an der Saale sie für das deutsche Korps« studententum und Eisenach sie für die deutschen Burschenschaften haben. Es haben nämlich die schon lange schwebenden Verhandlungen zwstchen den maßgebenden katholischen Akadeinikerverbänden, C. V., K. V., U. V. süddeutscher K. V., Hochland, Verband katholischer Studenlinnenvereine, Sekretariat sozialer Studenlenarbeit und akademischer Bonifatius-Verein zu einer „Arbeitsgemeinschaft der katholischen deutschen studentischen Verbände" geführt. Unter den in Frankfurt a. M. gefaßten Beschlüssen über das Programm der Arbeitsgemeinschaft findet sich einer, worin bestimmt wird, daß die Arbeitsgemeinschaft jährlich wenigstens zweimal zu ordentlichen Beratungen über schwebende Fragen in Fulda Zusammentritt. Fulda, dessen eigene Universität ja der Gerichte angehört, kann stolz darauf fein, auf diese Weise zum örtlichen Mittelpunkt der katholischen Akademiker-Bewegung in Deutschland zu werden, einer Bewegung, deren Tragweite sowohl in materieller als in geistiger Hinsicht bei dem gegenwärtigen Gärungsprozeß noch gar nicht abzusehen ist.
Im kath. Meister- und Mänuervercin hielt im Nahmen der Meihnachts'-iLr ^exr Professor Dr. Heller nach herzlichen Weihnachtsworlen einen Vortrag über Palästina. Es wurden dazu vortreffliche Lichtbilder gezeigt. Bei Weihnachls- [tebern, Deklamationen der Kinder und einer heiteren Verlosung nahm die Feier einen schönen Verlauf. — Der St. Jojephsvereln fatboL Arbeiter beging im Gesellenhaus feine Weihnachtsfeier, die recht abwechslungsreich und gemütlich verlief. Gemäß den Begrüßungsworten des Vereinspräses soll im kommenden Jahre als leuchtender Stern vor aller Augen schweben das Wort der Väter: „An Gottes Segen ist alles gelegen." Ein- fachhcit, Sparsamkeit und echter deutscher Frohsinn