wochenkaiender.
Sonntag, 11. Jan. 1. Sonntag nach Epiphanie.
Montag, 12. Jan. Von der Oktav.
Dienstag, 13. Jan. Oktav von Epiphanie.
Mittwoch, 14. Jan. Hilarrus, B. u. Kchl. Donnerstag, 15. Jan, Paulus, Eins. Freitag, 16. Jan. Marcellus, P u. M.
Samstag, 17. Jan. Antonius, Abt.
Erster Sontag nach Epiphanie.
(Evang. Luk. 2, 41—52.)
Als Jesus zwölf Jahre alt war, reisten seine Eltern, wie gewöhnlich, zum Feste nach Jerusalem. Und da sie am Ende der Festtage wieder zuruckkehrten, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem, ohne daß es feine Eltern wußten. Da sie aber meinten, er sei bet der Reisegesellschaft, so machten sie eine Tagereise und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn. Und eS geschah, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel, sitzend unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte, und sie fragte. Undeserstaunten alle, die rhn hörten, über seinen Verstand und seine Antworten. Und als sie ihn sahen, wunderten sie sich, und ferne Mutter sprach zu ihm: Krnd, warum hast du uns daS getan? Srehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht I Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wußtet ihr nicht, daß ich in dem sein muß, was meines Va ers ist? Sie aber verstanden die Rede nicht, die er zu ihnen sagte. Und er zog mit ihnen hinab, und kam nach Nazareth, und war ihnen untertan. Und seine Mutter bewahrte alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade der Gott und den Menschen.
Unter der Kelten
en Frommen ergeht es wie den reifen Trauben, die unter die Ketter kommen, wo sie ausgedrückt und ausgepreßt werden, wo sie von den Kernen und Schalen befreit werden und uns den köstlichen Saft lpen-
den. So werden auch die Frommen von den Böen unterdrückt, verleumdet, verspottet und nicht selten getöiet. Für die Frommen hat das den Vorteil, daß sie von ihren Makeln und Unvollkommenheiten, die ihnen noch ankleben, befreit werden und ihre beste Kraft ans Tageslicht kommt, daß ihre Glaubensstärke, ihr Leidensmut, ihr Gouvertrauen erprobt werden, bis ihre Seele dem Höchsten und ^eiligsten Gott wohlgefällig wird wie köstlicher Wein unserm Gaumen. Dann nimmt der Herr sie auf in seine selige Gemeinschaft, während" die Gottlosen auf ewig verstoßen werden
Diesen Gedanken hat der königliche Sänger am Schluß des 36. Psalmes zum poetischen Ausdruck gebracht
Psalm 36, dritter Teil: Der Gerechte wird von den Bösen verfolgt, von Gott aber beschützt.
31. Der Fromme sinnt auf wahre Weisheit, Und seine Worte atmen Liebe.
32, Er trägt im Herzen Gottes Satzung, Macht sie zur Richtschnur seines Handelns.
33. Der Sünder schaut auf den Gerechten, Sucht ihn zu quälen, zu verderben.
31. Doch harre aus auf deinen Wegen, Erleben wirst du die Vergeltung.
35. Den Bösen sah ich auf gestossen Gleich einer hochgewachsenen Zeder.
36. Doch als ich wieder nach ihm schaute, War jede Spur von ihm verschwunden.
37. Der Herr ist der Gerechten Retter, Ihr Helfer in der Zeit der Trübsal.
38. Den Sündern aber droht Verderben, All ihre Werke sind vergebens.
39. Bewahre Unschuld und Geradheit, Dein Lohn wird herrlich dir erblühen.
40. Er schützt sie vor der Macht der Bösen, So lohnt er reichlich ihr Vertrauen.
Die ganze Weltgeschichte ist eigentlich eine solche Klter. Immer und überall wurden die Guten von den Bösen drangsaliert und angefeindet. Wie ging es dem rammen Abei? Kain wurde neidisch auf ihn und chlug ihn tot. Wie ging es Joseph, Iakobs zweitjüng- ten Sohn? Die Brüder verkauften ihn und brachten hn an den Rand des Todes. Wie ging es dem Propheten Elias, als er dem gottlosen Achab seine Laster vorhielt? Er ward geächtet und auf seinen Kopf ein Preis gesetzt. Wie ging es den Propheten insgesamt, als sie das Volk zur Buße auf sortierten und auf den Messias hinwiesen? Der Heiland hat es der Stadt Jerusalem ins Gesicht gesagt: „Jerusalem, das du die Propheten mordest und steinigst diejenigen, die zu dir gesandt werden! . ..." Wie ging es dem Täufer Johannes? Nur zwei Worte hat er zu Herodes gesprochen: non licet — es ist dir nicht erlaubt, im Ehebruch zu leben, da wurde er gefangen gefetzt und um einen Kopf kleiner gemacht. Wie ist es dem Heiland selbst ergangen? Nicht eher ruhte der Haß der Pharisäer und ihrer Gesinnungsgenossen, bis sie ihre Hände gewaschen im Blute des Gerechten. Wie ist es den Aposteln gegangen? Sie wurden verfolgt, vertrieben, eingekerkert, gemartett, getötet? Wie ging es den. ersten Christen, deren Leben vom Treiben der Heiden abstach wie die Sonne von der Nacht? Lies die Legende eines hl. Laurentius, Sebastianus, Pankratius, einer hl. Agnes, Cäcilia, Agatha Und ein hl. Athanasius, ein hl. Chrysostomus, ein hl.Papst Gregorius VII., ein Bischof Siemens August, Paulus Melchior Konrad Martin und so viele andere Bischöfe der alten und der neuen Zeit, welche gegen die Laster der Mitwelt und gegen die Bedrückung der Kirche aufgetreten sind, haben sie nicht ein unblutiges Martyrium mitgemacht? Selbst gewöhnliche Laien, die niemand etwas in den Weg leg
ten, die jedermann ihre Straße ziehen ließen, dabei aber das Stehlen, das Trinken, die wüsten Reden und dis Schlechtigkeiten nicht mitmachten, mußten oft Spießruten laufen durch die Reihe der Spötter. Wie erging es dem hl. Stanislaus Kosta, als er zum Studium in Prag weilte? Sein eigener Bruder Paul hat ihn miß» handelt und mit Füßen gcucün nur aus dem einen Grund, weil ihm die Frömmigkeit und Zurückgezogenheit des Bruders ein Dorn im Auge und ein stumme» Vorwurf war. Vom hl. Gerard Majella lesen wir, daß er als Schneiderlehrling gar oft von einem rohen Gesellen mißhandelt wurde. Und jene Mitglieder des Gesellenvereins, die jüngst in der Bayerischen Hauptstadt von bluttrunkenen Menschen so abscheulich hingemordet wurden, wurden sie nicht gerade wegen ihres katholischen Bekenntnisses, wegen ihres Gebetes und ihres Gottvei trauens auf gemeinste Weise beschimpft und mißhandelt? Ja
„Der Sünder schaut auf den Gerechten, Sucht ihn zu quälen, zu verderben".
Die nämliche Wahrheit ist auch im Buch der Weisheit ausgesprochen: „wir wollen den Gerechten Hinter- gehen und aus dem Wege schaffen, denn er ist uns unnütz und wir können ihn nicht brauchen; er widerspricht unseren Werken und die Sünden wider das Gesetz wirft er uns vor und bringt uns in üblen Ruf wegen der Sünden unseres Wandels. Schon fein Anblick ist uns unerträglich; denn sein Leben ist ganz verschieden von anderen, und seine Wege sind anders. Er hält uns für Leichtfertige und entfernt sich von unseren Wegen als von unreinen Dingen und zieht das Ende der Gerechten vor". (Weish. 2, 12 ff.)
Solchen Quälereien und Feindseligkeiten sind die Gerechten ausgesetzt von feiten unverständiger und gottloser Menschen. Gott aber schützt die Seinen und läßt sie nicht zu Grunde gehen. Höre darüber den hl. Kirchenvater Augvsiinus: „Bon all diesen Gerechten gilt das Wort der Schrift: ihr Fleisch ward den Händen der Gottlosen übergeben. Gott aber hat seine Gerechten nicht verlassen; denn aus den» Fleisch hat er herausgeführt ihre unbesiegte Seele. Ihr Geist entflieht zum Himmel und das Fleisch folgt nach in der Auferstehung. Dazu paßt auch das Wort des Heilandes an feine Jünger: fürchtet nicht diejenigen, die nur den Leib töten können, die Seele aber nicht".
Halte auch du stand im Glauben und in der Trk. gend und fetze jeder Verführung, jedem Spott einen unzerbrechlichen Damm entgegen. Zuletzt wird ein jeder, ernten, was er gesät. Der Burgpfarrer.
Mit Sott ins neue Iah".
Der große Kanzelredner Abraham a Santa Clarck fing das neue Jahr mit folgenden Sprüchlein an:
Lauf und schnauf, daß du schwitzest wie ein Post- gaul; schab und grab, daß dir die Hände hundert Blattern bekommen; treib' und schreib', daß dir fast alle Finger erkrummen; reif und streit', daß dir fast die gesamten Kräfte vergehen; wetz' und betz'. daß dir der