Spott vergehen wird. Dafür steht das Gottesivort der hl. Schrift. Vor 3000 Jahren ist schon vorsusgesagt Wooden, waS *in weiteren tausenden von Jahren sich erfüllen wird. Einmal kommt Lie große Abrechnung. Im Buche der Weisheit steht: „Mit großer Zuversicht werden dastehen die Gerechien" gegenüber den Genußmenschen. Dann kommt es nicht darauf an, daß du eine Unzahl von Vergnügen und Weltfreuden genoßen hast. Oder doch! Du wirst dich dann über die in Müßiggang und Sünde verbrachte Zeit zu verantworten haben. Dann wird der Strich gemacht unter die Rechnung. Dann kommt das Resultat, die große Abrechnung deö Lebens, dann kommt endlich das „ergo erravimus", also haben wir uns doch geirrt. Wir sind abgeirrt vom Wege. Schwierige Wege sind wir aewan- delt, wir haben der Leidenschaft große Opfer georocht. Für Diesseitsbehaglichke'.t, für verkehrte Weltfremde dür- fen wir dann nicht als Lohn auf die frühere verachtete Himmelsfreude rechnen. Wir haben jene für Toren gehalten, die nur den Dornenpfad der strengen hl. Pflicht gingen. Wir sahen in unserer Blindheit nicht, daß ihre Hand Rosen pflückte für die Ewigkeit. Das ist dann der schauerliche Schlußakkord vom Hohenlieds der Weltfreude. Möchte uns bei aller Weltfreuds und im Ser» gnügungStaumcl die wahre Freudensonne niemals untergeben, bis einmal das Wort in Erfüllung geht: Euer Herz wird sich freuen, und diese eure Freude wird niemand von euch nehmen? J. F.
Betende Müller.
In dem Tagebuch eines jungen Priesters „Mein Heiligtum" wird erzählt: Aus meiner frühesten Jugend steht mir eine Episode ganz klar und deutlich vor Augen. Die Mutter kam den Gartenweg entlang in ihrem dunklen Kleide, das schwarze Gebetbuch in der Hand. Ich hatte mir die ganze Mütze voll Löwenzahn gepflückt und war eifrig beschäftigt, Ringel zu nm^en, eine lange, kunstvolle Kette, ohne mich darum zu kümmern, daß der weiße Saft der Stengel meine Hände über und über befleckte. Da flirte ich auf und fragte: „Gehst Du schon wieder zur Kirche?" Es war ein Sonntag-Nachmittag. „Was tust du so oft und so lange in der Kirche?" „Ich bete." „Aber warum denn?" „Ich muß so viel beten für dich, daß du fromm wirst." Darüber vergaß ich für eine Weile meine Kettenblumen vollständig und schaute der Mutter nach. Das Wort war mir ins Herz gedrungen und ich sann nach, wie wichtig es wohl sein müsse, fromm zu werden, da die Mutter so viel darum bete, und wie traurig sie wohl sein würde, wenn ich nicht brav und fromm würde. Dann nahm ich mir fest vor, ganz brav zu werden, und wandte mich wieder zu meiner Kette. Ich habe dies Wort der Mutter nie vergessen und sehr oft daran gedacht.
Des elfen Jahres Abschied.
Diloer von H. Brey.
Das alte Jahr hatte feinen Kreislauf beinahe vollendet, seine letzte Stunde war angebrochen. Und der Engel des alten Jahres rüstete sich, zurückzukehren in ' den Schoß der Ewigkeit, von der er gekommen. Nun war seine Aufgabe zu Ende und er kehrte heim.
Zuvor jedoch wollte der Engel Abschied nehmen von den Menschen, mit denen er ein Jahr lang Freude und Leid geteilt. Er mußte erforschen, ob er sie zu- friedner, glücklicher, besser gemacht hatte, damit er, wenn er vor Gottes Thron Rechenschaft über seine Sendung abzulegen hatte, es mit frohem Herzen tun konnte.
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Ungesehen wandelte er durch die Straßen der alten Stadt und blickte durch die Spiegelscheiben eines vornehmen, palastähnlichen Hauses. -
In dem Hause schien ein Silvesterball gefeiert zu werden. Man hörte bekannte Walzerklänge, fröhliches Lachen, Plaudern, Gläserklingen und das Knallen der Champagnerpfropfen. Ji, einem Zimmer saß der Hausherr allein. Er hatte sich aus der Gesellschaft eine Weile entfernt. Sein Gesicht war leichenpfahl. Mit zitternder Hand zerknitterte er eine soeben empfangene Depesche und wischte sich die Tropfen von der Stirn.
„Verloren, alles verloren," stöhnte er, „das ist das Letzte, nun bricht alles zusammen."
Er horchte eine Zeitlang auf die Musik. „Die Toren, wie sie tanzen und lachen und wissen nicht, daß sie auf einem Vulkan stehen! Wie sie wohl schauen und sich vor die Stirne schlagen mögen, wenn morgen Bankier Hemfeld seinen Bankerott erklärt, dessen Gaste und „Freunde" sie noch heute gewesen. — Er vergrub das Gesicht in d e Hände.
Erschrocken trat der Engel zurück und wandte sich einem anderen Hause zu. — —
In diesem Hause stand ein junges Mädchen am Fenster und starrte in d-e Dunkelheit hinaus. Sie rang in tiefstem Schmerze die Hände und preßte die Stirn gegen die kalten Scheiben. Vor ihr auf der Fensterbank lag ' c und ein "nldsner Ring. In
dem Brief standen glatte, schöne Worte von „entsagen, wenn auch mit schwerem Herzen . . . unübersteigliche Hindernisse . , . Rücksicht auf den reichen Onkel . . . trotzdem stets Ihr Freund ... Sie nie vergessen" — glaste, tönende Worte, aber sie konnten die Herzenskälte und Treulosigkeit nicht bemänteln.
„Verlaßen," flüsterte das Mädchen mit erstickter Stimme, „— und ich hatte ihn so lieb und vertraute ihm . . .! Wie werden meine Eltern es ertragen!"
Der Engel seufzte und ging weiter.--
In einem alten Patrizierhause am Markts saß eine in Trauerkleider gehüllte Frau vor dem florumgebe- nen Bilde eines Mannes mit klaren, gütigen Zügen Die Frau hob das von Schmerzen überströmte Gesicht, in welchem unendlicher Schmerz lag, zu dem Bilde empor.
„Bernhard, Bernhard, ach, daß du mich verlassen konntest! Wie glücklich sind wir noch vor Jahresfrist gewesen, und nun — mein Leben ist zerstört; dieses Jahr hat mir alles genommen!"
Wehmütig blickte der Engel auf die Trauernde und lenkte seine Schritte einem kleinen Häuschen zu. —
Ein altes Mütterchen in schneeweißem Haar saß dort am kalten Ofen. Krampfhaft hielt sie ein Briesblatt fest, und obgleich die Buchstaben vor chren Augen tanzten, las sie immer wieder, was dort mit grausamer Deutlichkeit stand: daß ihr Sohn in fernem Lande, wo er fast fünf Jahre in Gefangenschaft geschmachtet hatte, gestorben sei.
Ihr Peter, ihr lieber Jungr, ihr einziges Kind — tot!? Im fernen Lande begraben--sie konnte es nicht fassen. Nein, es war nicht möglich, es mußte ein Irrtum sein. Er mußte doch heim zu seiner alten Mutter, er mußte . . . und bitterlich schluchzend sank der Stopf der Alten auf die Tischplatte.
Der Engel wendete sich schweren Herzens weiter. —
Er sah in ein freundliches Zimmer hinein, wo rings an den Wänden hohe Bücherschränke standen. Dort schritt ein junger, schlanker Mann ruhelos auf unb nieder. Auf seinem schönen, bleichen Gesichte lag der Ausdruck unbeschreiblichen Schmerzes und tiefster Seelenqual. Er war krank; ein schweres Leiden, gegen welches die Kunst der Aerzte f ch als machtlos erwies, hatte ihn getroffen und zerstörte unaufhaltsam sein Leben. In stummem Flehen schauten die dunklen, schwermütigen Augen auf das Kreuzbild an der Wand. Der Tod in voller Jugendkraft ist ja so unsagbar bitter. Er preßt die gefalteten Hände gegen die Brust.
„Ein neues Jahr — aber ich werde sein Ende nicht mehr erleben! Die ersten Blumen des neuen Jahres werden auf meinem Grabe blühen . . . Herr, gibt es keine Rettung? . . . Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst, fiat voluutas sua . . ." sprach er mit zuckenden Lippen.
Da wurde der Engel traurig: „Gibt es denn nur Leid und Schmerz? Laß mich doch, lieber Vater, ehe ich heimgehe, auch sehen, was mich tröstet!"
Wieder wandelte er die Straßen entlang und schaute durch die Spitzenvorhänge eines Fensters. Eine junge Frau hielt einen prächtigen Buben auf dem Schoß. „Denke dir, Viktor," sagte sie glückstrahlend zu dem Manne, der neben ihr saß, „unser Felix hat heute zum ersten Male gelocht! O, er sah zu lieb aus, schade, daß du gerade nicht da warst. Sind wir nicht glücklich, Liebster?" fragte sie dann innig, den Kopf an seine Schulter lehnend. „Wie reich hat uns dieses Jahr gemacht! Es hat uns unser liebes Kind geschenkt! Ich bin so froh und dankbar."
Der Engel lächelte gerührt. „So habe ich doch auch Glück gebracht," sagte er im Weitergehen und wanbte sich einem anderen Hause zu.--
Hier saß zur Seite einer Frau ein Jüngling und streichelte zärtlich ihre Hände.
„Bist du in diesen, Jahre zufrieden mit mir gewesen, Mütterchen?" fragte er.
„Mehr als das, liebster Wilhelm, wir find glücklich und stolz auf dich. Du host uns nie Kummer gemacht, aber in diesem Jahre erfreust du uns dop pelt: der erste deiner Klaße und erster Preisträger!"
„Mutter," sagte er nach einer Pause, „in den, jetzt beginnenden Lahre muß ich mich für einen Beruf entscheiden ..." er zögert.
„Und — hast du schon gewählt, Wilhelm?" Ihre Stimme zitterte. Er kniete vor ihr nieder.
„Ja, Mutter, ich habe gewählt! Und du mußt mir helfen, den Vater mir geneigt zu machen. Ich weiß, daß er große Zukunftspläne für mich hegt, mich in glänzenden Stellungen sehen möchte. Ich ober, Mutter — ich will ein Diener des Herrn, ich will Priester werden!"
„Wilhelm, mein Liebling! Gott segne deinen Entschluß," sagte die Mutter, mit Tränen des Glücke-
ihn umarmend. „So erfüllt sich mein geheimster, liebster Wunsch..."--- •
Ein Segenöwort flüsternd, wandte der Engel sich ab und schritt einem Hause nahe der Kirche zu.
Im Lehnstuhl am Schreibtische saß der alte Pfarrer. Sein Kopf mit den spärlichen, weiß über das große Kirchenbuch gebeugt. Die zitternden allen Hände zählten die Namen des Totenregisters.
„Zweiundfünfzig aus meiner Gemeinde find in diesem Jahre dohmgeschieden," sagte er leise, „eine große Zahl — Gott fet Dank, nur wenige plötzlich, und keiner unvorbereitet, wie ich hoffe, Herr, laß doch fei» rres von denen, die du mir anvertraut, verloren gehen . . . Herr, gib ihnen die ewige Ruhe . . ~ Wer mag im neuen Jahre der erste fein? Vielleicht ich? Herr, wenn du rufst, ich bin bereit Ich habe mein Tage- werk vollbracht — Nun laß du deinen Diener in Frieden scheiden..."
Segnend breitete der Engel die Hände über das Bild des Friedens aus und wandelte dem letzten Häuschen zu, das einsam draußen und verwahrlost abseits lag.---
Draußen lehnte ein düster aussehender Mann am Fenster und schaute in wildem Jammer in das kleine Stübchen, in dem ein junges, bleiches Weib saß, den Kopf in die ^Hände stützend. Der Mann war heute aus dem Zuchthause entlassen worden, aber sein Weib wußte es nicht, sie erwartete ihn erst morgen.
Sie mußte ein Geräusch gehört haben, denn sie stand auf, lauschte ängstlich und ging vor die Türe. Einen Blick warf sie auf die dunkle Gestalt — „Anton, Anton," schluchzte sie auf, sich an feinen Hals werfend.
Der Mann war erschüttert. „Gertrud, du heißest mich willkommen? Du — die ich . . ." Er riß sich plötzlich los und stöhnte. „Gertrud, ich wollte dich nur noch einmal sehen — ich gehe wieder fort . . ."
Sie klammerte sich an ihn und zog ihn ins Haus. „Nein, Anton — bleibe hier! Drei lange Jahre habe ich auf dich gewartet, mich nach dir gesehnt, bu darfst nicht gehen —"
„Gertrud, ich habe nur Elend und Schande über dich gebracht. Mit Fingern werden sie auf den Zucht- häusler weisen — ousgc stoßen bin ich . . ." Seins Stimms brach in Qual.
Das zitternde junge Weib schlang fest die Arms um ihn und drückte ihren Kopf an seine Brust.
„Trage es zur Sühne. Ich verlasse dich nicht Wenn du gehst, gehe ich mit dir, und sei es ihnans in Nacht und Elend . . ."
Da sank er vor ihr nieder. In gewaltigem Krampf packte es ihn.
„Ich bin deiner Liebe nicht wert,,, rang es sich erschüttert über seine Lippen. „Gertrud — kannst du mir vergeben?" Und der starke Mann weinte. —
Die Salesianer, die von dem bekannten Jugend- opoftel Don Bosko gegründete Ordens-Genossenschaft haben auch fünf Niederlassungen in Deutschland, fünf in Oesterreich und zwei in Ungarn. Diese sind jetzt zu einer eigenen deutschen Ordens- Provinz zilsammengeschlossen worden. Damit ist die Entwickelung des salesianischen Werkes auf beut schein Boden in einen neuen Abschnitt getreten, und der starke Zuzug der deutschen Jugend jur Gesellschaft der Salesianer läßt hosf.n, daß dieselbe bald auch die großen deutschen Industriestädte in den Bereich ihrer Wirksamkeit wird einbeziehen können, da ja gerade die Tätigkeit unter den Kindern des Volkes und ben jugendlichen Arbeitern das ureigenste Arb irsfeld bet Söhne Don Boscos ist.
. Des UardingtZkâgrum
besteht mit Hinzurechnung der kürzlich erwählten Kir- chensürsten aus 33 Italienern und 32 Nichtitalienern und zwar setzen tiefe sich folgendermaßen zusammen: 8 Franzosen, 6 Spanier, 3 Amerikaner, je 2 Polen, Portugiesen, Ocsterreicher (Pissl und Fruhwirth in Rom), Engländer, je 1 Deutscher, Irländer, Holländer, Ungar, Tschecho Slowako, Kanadier, Belgier. Sämtliche sieben neuen Kardinäle gehören der Ordnung der Priester an, die nunmehr 53 umfaßt, währens sich 5 in der der Bischöfe unb 7 in der der Diakons befinden. Fünf Kardinalshüte bleiben noch vakant. Von den gegenwärtigen Kardinälen sind zwölf von Leo XIU., 31 non Pius '<., und 22 von dem jetzt regierenden Papste kreiert. Papst Benedikt XV. hat während seines Pontifikats genau so viele Mitglieder ins Heilige Kollegum laufen, als selche während des-