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Sein goldenes Priesterjubiläum kann im Jahre 1920 kein einziger Priester der Diözese feiern; erst das Jahr 1921 wird unS, so Gort will, drei gol- dene Priesterjubiläen bringen (Domkapitular Her- bener, Pfarrer Rey, Dipperz und Pfarrer Zimmer, Eisurtshausen). Dagegen können auf eine 25jährige priesterliche Wirksamkeit im Jahre 1920 zurückblicken die Herren Sladrpfarrer Dr. Lammeyer (Naumburg) und Pfarrer Kraus (Spahl) am 30. März und am L1. Dezember die Herren Pfarrer Dangel (Somborn), Ernst' (Gelnhausen), Gnau (Uttrichshausen), Gramm (Fulda), Kramm (Schröck) und Herr Prof. Dr. Lübeck (Fulda). Ihr 25jähriges Ortsjubilünm können begehen am 22. Februar Herr Geistl. Rat, Jubilar- priester Krah in Amöneburg und am 28. März bezw. 16. April Herr Pfarrer Kienemund in Hosenfeld.
In Essen, wo er zu-Eesuch bei einer Tochter weilte, ist am vorigen Sonntag infolge eines Herzleidens Herr Fabrikbesitzer Max Eickenscheidt im Alter von 59 Jahren gestorben. Einer der besten Bürger Fuldas ist mit ihm dahingegangen. Im virtschaftlichen Leben Fuldas nahm der Ber- torbene als Mitinhaber der Firma Wachswaren- abrik Franz Emil Berta eine führende Stellung ein. Die allangesehene Firma, vor bald 100 Jahren gegründet, hat in der Zeit, da Max Eickenscheidt ihr angehörte (seit 1889), ihren Ruf in die weite Welt getragen und Fulda als Sitz einer hochwichtigen Wachswarenfadrikation in ganz Deutschland bekannt gemacht. Als Schwiegersohn und Mitarbeiter des verstorbenen Kommerzienrats Franz Emil Berta, später als selbständiger Leiter und zuletzt in Gemeinschaft mit Herrn Robert Berta hat Max Eickenscheidt an der Entwicklung des Unternehmens einen großen Anteil genommen. Aeußerlich ist diese Entwicklung gekennzeichnet durch die Verlegung des Febrikbetriebcs vom Luckenberg in die großen Neuanlagen an „Dierzehnheiligen". Max Eicken- scheidts Name hatte guten Klang in den weitesten Kreisen des einheimischen und auswärtigen Unternehmertums, weil feine geschäftliche Tüchtigkeit und Redlichkeit nicht anzuzweifeln war. Auf der anderen Seite war er aber auch ein Arbeitgeber von hohem sozialen Verständnis. Einer seiner Angestellten, der sonst in wirtschaftlichen Kämpfen sehr radikal war, gestand uns einmal, daß Max Eickenscheidt, vom menschlichen und sozialen Standpunkt aus betrachtet, als Vorbild eines Arbeitgebers bezeichnet werden müsse. Pflichtbewußtsein und Verantwortungsgefühl gegenüber der Allgemeinheit waren auch wohl die Triebfedern, die Max Eickenscheidt veranlaßten, schon seit 1898 seine Kraft, fein Wissen u. seine Erfahrungen in den Dienst der Oeffentlichkeit zu stellen. Seit dieser Zeit gehörte er der Stadtverordnetenoersammlung an, lange Zell als Schriftführer. Noch bei den letzten Wahlen im März 1919 wurde er als Kandidat der Zentrumspartei zum Stadtverordneten gewählt. In den städtischen Körperschaften hat Max Eickenscheidt seine besondere Aufmerksamkeit den Wasserwerksfragen geschenkt. Um die Wasserversorgung Fuldas, diesen Glanzpunkt unserer kommunalen Einrichtungen, hat er sich zahlreiche Verdienste erworben, nicht durch große, entscheidende Taten, sondern in zäher, aber hingebungsvoller Kleinarbeit bei der Beratung und Durchführung der zweckmäßigen Maßnahmen. Getragen war die gesamte Tätigkeit des Entschlafenen, sowohl die private als die öffentliche, von festverankerter katholischer Ueberzeugung. Als Sohn des katholischen Westdeutschlands hat Max Eickenscheidt auch in der geistesverwandten Boni« satiusstadt mutig und ohne Schwanken seiner hl. Kirche die Treue gehalten, hat sich nicht nur zu ihr bekannt, sondern auch 'ür sie gekämpft. Wenn nun ein schönes, von edlem Streben erfülltes Mannesleben zu Ende gegangen ist, so wird das Wort des Heilandes dem Heimgegangenen entgegenschallen: „Gehe ein, Du guter und ‘teuer Knecht, in die Frei den Deines Herrn."
Die Ausgrabungen innerhalb und außerhalb des Domes, die wahrend der lebten Monate durch- geführt worden sind, haben bekanntlich Ergebnisse von großer wissenschaftlicher Bedeutung und Tragweite zu Ta,e gefördert. Die maßgebenden Stellen in dec Regierung legen den Grabungen so große Bedeutung für diè alige« meine wissemchafiiiche Fo. schn g bei, daß sie sich dafür ausgeipcocben haben, den Lener der Aus- ^"'" Vonderau, im In
teresse der Bearbeitung der Ergebnisse vo sonstigen Dienstgeschäften zeitweilig zu enbiuben. Wie wir zuverlässig hören, hat demgemäß die Stadwerwal- iung die Befreiung des Herrn Professor Bonderou von seiner Lehrtätigkeit für ein halveS Jahr be° ichlossen. Die Leitung der Dom chule behält er bei. Möge es dem hochverdienten Gelehrten beschieden fein, die wissenschaftliche Frucht seiner Mühen in die Scheune zu bringen, jur Bereicherung der Wissen- schaft und zu Ehren unserer beben Heimatstadt.
Der Versuch der Fuldaer TN-hchrllssozlallfie«, in dem „Fuldaer Kreisblatt" sich ein eigenes Lokoldtav zu lchaf- n letzter Stunde gescheitert. Wie das Leisblatt feinen Lesern mifteilt, wird es ,,m unveränderter Weise nach wie vor weiter erscheinen" Wie man hört, hat die demokratische Voitel sich maßgebenden Einfluß auf das Kreisblatt verschafft. Die sozialdemokratische Parte! soll nunmehr beabsichtigen, ber Frankfurt«! „Dolksstimme" die sich ja schon msycr als sozialdemokratisches Organ für den Kreis Fulda bezeichnete, eine besondere Beilage für Fuldaer Angelegenheiten bei zu legen.
Ist das Neutralität'? Im Fuldaer Land wird von den Funktionären der „freien" d. h. sozialistisch orientierten Gewerkschaften immer wieder behauptet, diese Gewerkschaften ständen der Religion neutral gegenüber. Zu den vielen Beweisen, die gegen diese Behauptung sprechen, ist ein neuer gekommen von überzeugender Kraft. Das Stettiner sozialdemokratische Gewerkschastskar- tell fordert durch öffentlichenAnschlagzum Austritt aus der Kirche auf, angeblich, um dadurch den Einfluß der Kirche, die ein Hort der Reaktion sei, auf das gebührende Matz herab» zusetzen. Dieser Vorgang ist ein neuer Beweis oa« für, wie die Neutralität bet' sozialdemokratischen Gewerkschaften aufgcfaßt werden muß.
Kämmerzell.' Am letzten Adventssonntag fand in der hiesigen Gastwirtschaft die feierliche Begrüßung der Heim gekehrten Kriegsgefangenen der hiesigen Pfarrei statt. Eine große Anzahl Pfarran rehörige batte sich hierzu ein* gefunden. Sieben Gefangene sind glücklich in die Heimat zurückaekeh-tt, während noch 4 unter dem harten Joche der Gefangenschaft schmachten. Entsprechende Lieder und Gedichte umrahmten den herzlichen Willkommengruß des Ortspfarrers. Dann hielt Herr Pater Bruno Katterbach aus dem Kloster Frauenberg einen Lichtbildervortrag über Venedig, Siena, Florenz, Neapel und eingehend über die Stadt Rom. Der Redner, welcher über 5 Jahre in Rom sich ausgefallen hat und sih a!s kundiger Führer durch diese bedeutendste Stadt der Welt erwies, verstand es ungemein, die Hauptsehenß- Würdigkeiten der Stadt der Päpste ins rechte Licht zu setzen. Die innen und außen in architektonischer Schönheit sich zeigenden vielen Kirchen Roms und anderer großen Städte Italiens nahmen die Blicke der Schauenden ganz gefangen. Der gewaltige S. Petersvom und der weite Petersplatz wurden ausführlich beschrieben. Tie unerreichten Kunstschätze des Vatikans Würd.« gebührend gewürdigt. Auch die Katakomben wurden besucht. Einige Bilder aus dem römischen Volksleben erregten großes Interesse. Der Vortrag war sehr lehrreich, begeisterte die Anwesendem für die christliche Kunst der verschiedenen Jahrhunderte und erfüllte mit Liebe zur hl. katho- lifchen Kirche, durch welche die edelsten Künste stets mit Eifer gepflegt worden sind.
Oberbimbach. Unter Teilnahme der ganzen Pfarrgemeinde und zahlreicher geistlicher Mitbrüder wurde am Tien-tag Herr Strafanstaltspfarrer Maurus Schlitzer zu Wehlheiden auf dem heimatlichen Kirchhof zur letzten Ruhe bestattet. Im besten Mannesalter hat ihn der Tod dahmgerafft, nachdem er vergeblich in einem Sanatorium zu Olsberg Heilung von schwerer Krankheit gesucht hatte. Geboren am2l. September 1865 in der Wiesenmühle zu Oberbimbach, machte der Verstorbene seine Studien in Fulda, Telgte und Warburg wwie am P iesterseminar m Fulda und empfing am 29. Juli 1892 die hl. Priesterweihe. Als Kaplan wirkte er zu Fiiy'ar, Hattenhof und Volkmarsen und seit 1. Sept. 190) an der Strafanstalt iuWehlhttden.UcberaU moerwuk'echatersichdurch eine große Herzensgute und Mit Stätigkeit, diedas her- vorstechendjtS Merkmal fernes Wesens bildeten, die Zuneigung der ihm anvertrauren Seelen erobert und ein dankbares Andenken hinterlassen. Und so war er wirklich das Bild eines tren n frommen Priesters, das Herr Domkapitular Dr, Leimbach in einem herzlichen, tiefempfundenen Nachruf der großen Trauergemeinde vor die Augen führen sonnte. Er schilderte, wie er als junger Priester in den ersten August! aasn des Jahres 1892 gen jungfräulichen Kranz auf dem Haupt, das Kreuz in der Hand, von Orgelton und Alockenklang bc» größt, zur feierlichen Primir in die heimatliche Pfarr
kirche elngezogen sei, deren neues Geläute heute für ihn die erste Totenklage angeftimmt habe, wie er in Fritzlar unter dem hochgebildeten, kunstsinnigen Dechant Kreisler, dem hehren Vorbild eines eifrigen, musterhaften Seelsorger?, und an der Seite deS hetligmâßigen Rektors Kramer seins priesterliche Tätigkeit begonnen und dann fast 20 Jahre lang daS opfervolle, schwere Amt eines Seelsorgers an der Strafanstalt in Wehlheiden verwaltet habe, um auch bieirn Armen die frohe Botschaft der Erlösung zu verfünbigen. Wer will sie zählen alle, die hier seine Bfarrkrnder waren, jene, denen km Morgenland ihreZ Lebens der Stern des Glaubens aufgegangen war, die ihn aber dann auS dem Auge verloren haben, andere, deren Leben schon in der Wurzel verdorben war, die durch schlechte Erziehung auf Abwege geraten waren, wieder andere, die tn einer unseligen Stunde, von der L idenschaft verblendet, sich zu einer Untat fortreißen ließen, und solche, deren Leben eine foufaufenbe Kette von Berbrechen war. Allen war er ein liebender Vater, und nur Gott ist eS bekannt, wie viele er aus der Gefangenschaft der Sünde zur Freiheit der Gnade und der Kindschaft Gottes zuruckgeführt hat. Seine Tätigkeit als eines pflichttreuen urtb allzeit liebenswürdigen Beamten wurde in einem ehrenden Noch ruf der Direktion anerkannt. Wie sehr die Gefangenen an ihrem guten Hirten hingen, dafür legen die Tränen Zeugnis ab, die in ihren A gen erglänzten, als ihnen die Nachricht von seinem Tove mitgeteilt wurde. Während des Krieges beherbergte die Strafanstalt an 400 Belgier aus allen Gesellichaftsklassen, darunter auch manche Priester. Ihrer hat sich Der Verstorbene mit besonderer Liebe angenommen, sie haben ihm nach der Rückkehr in die Heimat herzlich dafür gedankt, daß er ihnen ihr schiveres Los ertrag- lich gemacht hat. — So war das ganze Leben des Verewigten, wie der Prediger aussührie. von echter Frömmigkeit getragen, von der Lixbe zu den un.teib» tiefen Seelen, zu den Armen und Unglücklichen, zu seinen Mitbrüdern verklärt und durch standhaft erduldetes Leiden geläutert. Darum dürfen wir auch die tröstliche Hoffnung hegen, daß der Herr an ihm die Verheißungen erfüllt, bte er für isine treuen Priester gegeben hat..
Kleinlüder. Am verflossenen So
hier eine von Männern und Jünglingen, H-rauen und Jungfrauen gleich gut besuchte Versa mm- lung des Bolksvereins statt, die von Herrn Kaplan Füller unter Hinweis auf die hohe Bedeutung des Volksvereins in der heutigen Zeit eröffnet wurde. Herr Volksvereinssekretär Frank-Fulda verbreitete sich in einem längeren Vortrage über die neuzeitlichen Aufgaben des Volksvererns und der deutschen Katholiken. Er sprach eingehend über die Aufgaben, die dem Volksverein als katholisch-sozialem' Verein, als Semrumsverein und Schulverein erwach) en und wandte sich eindringlich an die anwesenden Väter uns Mütter und auch an das Heranwachsende Geschlecht mit der Mahnung, der Schulfrage die ernsteste Aufmerksamkeit zu schenken und immer nnd überall für die Erhaltung der konfessionellen Schule und die Förderung der christlichen Erziehung mannhaft einzutreten. Daß sein Aufruf in den Herzen der Zuhörer ein lebhaftes Echo geweckt hatte, zeigte dre gespannte Ausmerksamkeit der Zuhörer und deren lebhafter Beifall am Schluffe ves Vortrages. Nachdem Herr Kaplan Füller leine Pfarrkinder an die Pflichterfüllung als Katholiken und Staatsbürger erinnert hatte, fand die Versammlung durch ein von der Gesangsabteilung Oes katholischen Jungfrauenvereins gut vor getragenes Lied einen würdigen Abschluß.
Großenlüder. Der katholische Arbeite"- Verein beging ant 2. Weihnachtsfeiertag für die Mitglieder und deren Angehörige seine Wuhnachts- feier. Das Programm enthielt zwei Wechnachts- stückö', eine Pantomime und ein komisches Stück „Der p ycholvgische P owzraph". Den Spielern maßte man volle Anerkennung für ihre Meinungen zollen. Das Vereinsmitglied Herr Becker gab ein Liev für Trompete zum Besten.
Großenlüder. In einer großen Volksv-'reins- verfammlung sprach am Sonntag Herr EmilR itter aus M.-Gladbach über bte Zukunft derchrl ft L Schule. Ausgehend von oer außer armö änlichen Bedeutung der Schulbildung für den Wiederaufbau unseres unglücklichen Vaterlandes legte er die Not- menbigfeit der konfessionellen Volks chnle für die Katholiken als eine der strengsten, Gewissensforde- rungen, für bte keine Mühe, tein Schweiß und kein ®Jb zuviel fein büife, mit unübertrefflicher Schlagfertigkeit bar. Nahezu zwei Stunden dauerte b^r