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Ausgabe ^.

^ Religiöses Wochenblatt ^ für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatl. Ausg. A 1.50 Mk., B 1.80 Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 40 Pfg. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunft-Anzeigen 30 Pfg. extra. In Konkursfällen wird der bewilligte Rabatt hinfällig. Erfüllungsort für das Einklagen von Forderungen ist Fulda. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda fein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.

30. Iahrg

Wochenkalender.

Sonntag, 4. Jan. Fest des hl. Namens Jesu.

Mont aa, 5. Jan. Mail v. d. Erscheinung d- Herrn, TeleLphorus, B. u. M.

Dienstag, 6. Jan. Erschein, d. Herrn. (Hl. 3 Könige.)

Mittwoch, 7. Jan. Von der Oktav. Donnerstag, 8. Jan. Von der Oktav. Freitag, 9. Jan. Von der Oktav. Samstâg, 10. Jan. Von der Oktav.

Seit der hl. Hamens Jesu.

(Evang. Luk. 2, 21)

Als acU Tage um waren, und das Kind beschnitten werden sollte, ward sein Name Jesus genannt, wie ihn schon der Engel genannt hatte, ehe er im Mutterleibe empfangen war.

Glückliche Hmut

iehst du, wie das tl che Kind lächelt in ter Krippe? Wie es trotz Armut und Kälte glücklich ist? Ihm wurden alle Güter der Erde zum Besitze angeboten und das Kind hat sie verschmäht und sich entschlossen zum Leiden. In dieser freiwilligen

Armut fühlte sich der Heiland glücklich und hat auch uus glücklich und reich gemacht.Obwohl er reich war", sagt der Apostel,ist er arm geworden, um uns mit seiner Armut zu bereichern". (2 Kor. 8, 9).

Dreie Armut, die uns aus der Krippe so traut entgegenstrahlt, diese Armut. in lebendiger Verbin­dung mit wahrer Frömmigkeit, mit Zufiiedenheii und Barmherzigkeit, hat sich David im 36. Psalm und besonders im zweiten Teile desselben zum Ge­genstand seines Liedes genommen.

Psalm 36, zweiter Teil: Armut mit Wohltun.

16. Ein Wenig ist dem Guten besser Aks Ueberfluß dem Knecht der Sünde.

17. Der Arm des Bösen wird zerschmettert, Doch stark tm Herrn ist der Gerechte.

18. Gezählt sind seine guten Werke, Der Herr verwahret sie auf ewig.

y 19. Er läßt ihn nicht in Elend schmachten Und sättigt ihn zur Zeit des Hungers. 20. Kaum hat sich aufgebläht der Sünder, Zerfließt er spurlos gleich dem Rauche. 21. Mit List bereichert sich der Böse, Doch der Gerechte übt Erbarmen. 2A. Gesegnet werden die ihn segnen, Verflucht sind jene, die ihm fluchen.

23. Es lenkt der Herr des Frommen Schritte Und schaut auf seinen Wen mit Freuden.

24. Kein Unglück kann ihn niederschmettern: Die Hand des Herrn ist seine Stütze.

25, Bin jung gewesen, alt geworden; Doch yab' ich nie erlebt das eine:

26, Daß der Gerechte war verlassen Und seine Kinder betteln mutzten.

27. Mit Wohltun ist gefüllt se.n Leben, Auf seine Kinder strömt der Segen.

88. DaS Böse meide, wirke Gutes Und ewig wird dein Glück bestehen.

29. Der Ungerechten harrt die Strafe, Verworfen wird die Brut der Bösen.

80. Den Frommen gibt der Herr die Erbschaft, Läßt sie iw Himmel ewig wohnen. . . .

In d?r freiwilligen Armut waren so viele Heilige nicht bloß zufrieden. nein, sie fühlten sich glücklich und reiche buchstäblich findest du an ihnen das Wort des Heilandes erfüllt: , Selig die Armen im Geiste." Wenn sie tatsächlich arm waren, so wünschten sie, noch ärmer zu sein. Höre den hl. Philippus Neri:Ich wünschte, daß ich genötigt wäre, mein Brot von Haus zu Haus zu betteln; ich wünschte, daß ich so weit herunterkäme, daß ich von einem Sechser oder Groschen leben müßte und niemand sich fände, der ihn mir gäbe; für eine besondere Gnade Gottes müßte ich es halten, wenn ich in einem Armenspital sterben müßte!"

Der hl. Vinzenz von Paul aber pflegte zu sagen: Welches Glück wäre es, wenn wir in Wahrheit sagen konnten: die Liebe hat mich arm gemacht; wenn wir als Missionspriester genötigt wären, unser Brot zu betteln oder halbnackt unter freiem Himmel zu schla­fen, welches Glück wäre es, wenn man einen solchen fragen würde: armer Missionar, wer hat dich in einen solchen Zustand versetzt? und er könnte antworten: die Liebe hat mich zum Bettler gemacht."

Und doch, wer war reicher als Vinzenz von Paul? Welcher Kaiser, welcher König, welcher Papst hat so viele Millionen verwendet, um Spitäler, Findelhäuser, Zufluchthäuser zu bauen, um Witwen und Waisen zu unterhalten, um Arine und Notleidende jeder Art zu unterstützen wie gerade der hl. Vinzenz? Er hatte keinen Pfennig und verfügte über Millionen. Was der heil. Paulus von sich und feinen Mitaposteln agt, das gilt in gleicher Weise vom hl. Vinzenz:Wir ind zwar selber arm, machen aber viele reich; wir laben sozusagen nichts und besitzen doch alles." (2. Kor. 6, 10). Ueberdenke den Satz aus dem Buch der Sprüche, ob er nicht eine große Lebensweisheit enthält:Es gibt scheinbar Reichs, die tatsächlich nichts haben, und cs gibt scheinbar Arme, die Reichtum be­sitzen." tSpr. 13, 7.) Wer war reicher, der König von Israel oder Elisäus? Zum ersteren schickte der aussätzige Naaman Boten um Heilung zu finden von feinem Aussatz; dieser hielt eine solche Bitte für eine Beleidigung und sprach:Bin ich denn ein Gott, daß ich tot und lebendig machen kann? Er sucht wohl nur Gelegenheit zu einem Kriege wider mich." Als aber Naamann zu dem armen Elisöus sich begab, machte ihn dieser gesund. (-1. Kön. 5.) Und so kannst du selber entscheiden, wer reicher war, der König oder der Prophet.

So steht das Wort des Psalmisten nicht bloß auf dem Papier, sondern auch im Leben der Frommen und Heiligen:Ein Wenig ist dem Guten besser als Ueberfluß dem Knecht der Sünde."Der Gute, d. h. der Gottesfürchtige, der Gottes Gebote hält, der vor Sünde sich sorgfältig hütet, der im Willen Gottes

und in seiner Vorsehung verankert ist, der ist eben zu­frieden mit allem und darum allzeit glücklich. Trotz seiner Armut oder vielmehr gerade wegen seiner Ar­mut ist sein Lebenswandel nochmit Wohltun ge­füllt" (V. 27) und darum ruht ein Segen auf seinem lun und Lassen, auf seinen Arbeiten und Leiden. War nicht jene Witwe von Sarepta arm? Bestand nicht ihr ganzer Vorrat an Lebensmitteln in einer Handvoll Mehl unb einem Tropfen Del? Fehlte nicht sogar das Holz, zum Bereiten der kärglichen Mahlzeit? Und dennoch, sie gibt in großmütigem Wohltun ihre ganze Habe dem Propheten Elias und wird dafür wunderbar belohnt. Und war es nicht ähnlich bei jener Witwe, von welcher der Heiland erzählt, daß sie ihr ganzes Vermögen von zwei Pfennigen als Opfer ge­geben hat? Immer noch machen wir die Erfahrung, daß der Arme, der am eigenen Leib verspürt hat, wie bitter Armut ist, geneigter ist zum Wochltun als der Reiche, der von Entbehrung nichts weiß. Möge dieser Psalm Zufriedenheit und Heiterkeit verbreiten unter deinem Dach. Und wo immer Not zu lindern ist, wo immer Hunger zu stillen ist, wo immer Tränen zu trocknen sind, sei cs nun bei den Armen einer be.it» schm Großstadt, fei es bei den Kindern in Wien, dein Grundsatz sei immer: ich bin dabett

Gottes Gluck zum neuen Jahre!

Zum erstenmal im neuen Jahre tritt der Boni- fatiusbote heute vor seine Leser und als guter Haus­freund ruft er ihnen allen den Segenswunsch zu: Glückseliges neues Jahr!" Glück braucht man im neuen Jahre mehr denn je und wir können es auch erlangen trotz all dem Jammer, der uns umgibt. Seht das Glück liegt nicht in einem sorgenfreien, üppi­gen Leben, nicht in einem voll gepfropften Geldsack, in hohen, prächtigen Häusern, in schönen Feldern, in rauschenden Lustbarkeiten und äußeren Genüßen, son­dern es liegt einzig und allein in einem vollen, be­friedigten Herzen. Nun kann aber unser Herz nur durch etwas ganz ausgefüllt werden: durch Gott. Das Menschenherz ist, wie der hl. Augustin sagt, immer­fort unruhig, es zappelt und zittert, es fiebert wie das Treibwerk in der Uhr, bis es Ruhe findet im Herrn. Ruhe, Frieden, das ist in den gegenwärtigen schweren Zeiten unser aller Herzenssehnsucht, aber nur in Gott lieat der Frieden, in ihm unser volles Glück. Was den Menschen am meisten beglückt, ist die Liebe. Das gilt schon von der irdischen Liebe. Sagt selber, ruht nicht in dem zarten Gefühl, welches Mann und Weib, Eltern und Kinder, Braut und Bräutigam, Bruder und Schwester, den Freund mit dem Freund verbindet, das größte irdische Glück? Nicht Reich­tümer, nicht EhrensteUen, keine äußeren Freuden bese­ligen so das Menschenherz wie die Liebe. Aber die heißeste, beseligendste irdische Liebe verhält sich zur Eoltesliebe wie ein armseliges Talglichtlein zum über» strömenden, brennenden IW+wer der Sonne . dwtt ist die Ciebe, sagt der hl. Geist; das will h.^en, jsd Liebe außer Gott ist ein bloßer Schatten, ein Schel