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Selle 10

Samstag, den 31. Dezember 1932

Nr. 307

MOe KaKerGten Die Wiener Dresse zum svanrSKiebe« Ameibe- vei«v uS

Wien, 30. Dez. Zur Ratifizierung der österreichi­schen Anleihe im französischen Parlament meinen Reichspost" undNeues Wiener Jour­nal", daß Lie entscheidende politische und wirt° schaftliche Bedeutung Oesterreichs für die Neuge­staltung Mitteleuropas von Frankreich anerkannt worden sei. Die großdeutschenWiener N e u e ° st e n Nachrichten" schreiben: Das Hauptgewicht legten die Pariser Anlecheredner immer wieder auf die Tatsache, daß es sich um eine politische Anleche handele. Für solche Offenheit könne man nur dankbar sein. Denn jedes Kind weiß, daß die bisherige französische Politik in Mitteln und Süd­osteuropa eine deutliche Einkreisungspolitik gegen Deutschland war, in deren Verlauf man Oesterreich je nach Bedarf stets solange würgte, bis es sich zum mindesten neutral erklärte.

Die nationalsozialistischeDeutsch-Oester- re > chische Tageszeitung" schreibt: Aus den Reden in der französischen Kammer geht hervor, daß der Anlechevertrag von Lausanne die Vernich­tung des letzten Restes österreichischer Selbständig­keit bedeutet und verhindert werden soll, daß der­einst die Grenzpfähle gegen Deutschland nieder­gerissen werden.

DieArbeiterzeitung" erklärt: Unsere französischen Genossen haben mit chrer Haltung in echt internationalem Geiste gehandelt. Aber an un­serer Kritik des Lausanner Vertrages wird dadurch nichts geängert. Man wird bald erfahren, daß dieser Vertrag Oesterreich zwar abermals unter auslän­dische Kontrolle stellt und unsere politische Bewe- gungsfreiheit wieder einschränkt, daß er unserer Wirtschaft aber so viel wie garnichts helfen wird.

DieNeue Freie Presse" schreibt, es werde nun daraus ankommen, weit über den Rah­men der Anleche hinaus, ja über den Rahmen von Oesterreich hinaus diesem Mitteleuropa neue Ener­gien einzuflösen und es aus eigene Füße zu stellen. Die wahre Unterstützung müsse darin liegen, daß die Handelsbeschränkungen beseitigt werden.

SngoNatvleu gegen Zov- «» v« »wische« Italien und

Äl danke«

Belgrad. 30. Dez. Die Meldung von einer be­absichtigten Zoll-Union zwischen Albanien und Italien, die inzwischen sowohl von italieni­scher wie von albanischer Seite dementiert worden ist, hat in der jugoslawischen Oeffentlichkeit stärkste Beachtung gefunden und lebhaftes Aufsehen hervor­gerufen. DiePrawda" erklärt in ihrem heutigen Leitartikel, daß man dem Dementi von italienischer und albanischer Seite keinen Glauben schenken könne, denn alle Ereignisse, die sich fett dem Ab­schluß des Paktes von Tirana 1926 abgespielt haben, seien ein Beweis dafür, daß das Ziel Italiens tatsächlich die Absorbierung Albaniens sei. Die juaoslawische öffentliche Meinung könne gegenüber tiefen Zollunions-Plänen nicht ruhig bleiben, denn kardinale Interessen des fugslowischen Staates stün­den hierbei auf dem Spiel. Die Unabhängikeit Albaniens fei aber auch ein großes internationales Problem und gleichzeitig die Vorbedingung einer friedlichen Entwicklung auf dem Balkan. Man müsse es der ganzen Welt klar machen, daß die italienische Politik gegenüber Albanien nicht nur die Ver­sklavung eines Staates zum Ziele habe, sondern auch den Frieden ernstlich gefährde.

Die fran,Ssik«tzamev'- kaniiKe« Saude SvevtvasS- vsvvandiunse« »uSsoietzt

Paris, 30. Dez. Havas meldet aus Washington, daß dort das Gerücht verbreitet gewesen sei, Staats­sekretär Stimson habe Botschafter Claudel offiziell davon in Kenntnis gesetzt, daß die Verhandlungen über den Abschluß eines französisch-amerikanischen Handelsvertrages vollständig abgebrochen seien. Unterstaatssekretär Castle hat dieses Gerücht dahin | richtiggestelll, daß die Verhandlungen nicht völlig zum Stillstand gekommen, aber vorläufig ausgesetzt seien.

SoUevkd ««se« k« Beladen

Brüssel. 30. Dez. Die belgische Regierung hat heute die Zölle und Verbrauchs st euern durch eine sofort in Kraft tretende Verordnung e r - höht bzw. neue Zölle und Steuern e i n g e s ü h r t. Die Zölle sind nicht als protek­tionistische Maßnahme gedacht, sondern sollen als Finanzzölle zum Ausgleich des Defizits tm Staats­haushalt beitragen. Die Zölle auf Tee, Kaffee und Zündhölzer werden verdoppelt; Kakao, der bisher zollfrei mir wird ebenfalls verzollt. Der Marga­rinezoll w'rd von 115 auf 119,60 belgische Francs je 100 Kg. erhöht, der Zoll pro Hektoliter Bier von 138 auf 149.50 Francs. Mineralöle und Zucker werden germger belastet. Es findet eine Nachver­zollung statt Die Zölle sollen nur für das Jahr 1933 gelten.

Die sozialistische Opposition greift in ihrem Par­teiblattPeuple" die Regierung heftig an, weil die Belastuna notwendiger Kon'iumartikel zu einer all­gemeinen Verteuerung der Lebenshaltung der brei­ten Masse führen müsse.

Dev Bambenkund i« Barcelona

Aufdeckung einer anarchistischen Verschwörung

Barcelona. 30. Dev Durch die zufällige Ent­deckung des großen Bombenlagers scheint man einem' anarchistischen Komplott auf die Spur ge kommen zu fein. In ebenfalls gefundenen Doku­menten sollen 54 Verschwörer namentlich aufge­führt sein. Die Polizei hat bereits drei Personen festgenommen. In einem großen Möbellager hat sich Donnerstag abend ein eigenartiger Vorfall ab­gespielt, dessen Hintergründe noch nicht aufgettärt werben konnten. 15 bewaffnete Männer drangen in den Laden ein und zerstörten das gesamte In ventar. Der Schaden wird auf 300 000 Peseten ge-

Die Vavteien tüv Aussprache im Neichsias

Anträge ssse« die rna»gar!«e-vrv»rdm»»s und zur Wtrtschaftspputtk der Regierung

Berlin, 31. Dez. Me das Nachrichtenbüro des vdZ. meldet. wird in parlamentarischen Krei­sen des Reichstags angenommen. daß das Reichs- tagsplenum bei seinem Wiederzusammentritt in der zweiten Januardekade eine längere politische Aussprache durchführen wird, die etwa eine Woche dauern soll. Grundlage dieser Aussprache sollen außer den Wißtrauensanträgen noch eine große Zahl weiterer Anträge verschie­dener Fraktionen vor allem über wirtschaftspolitische Dinge sein. Am Ende der Aussprache würde dann über die Mißtrauensvoten abgestimmt werden. Ls heißt, daß diesmal auch die Nationalsozialisten den Wunsch haben, vor Abstimmung über die Miß- trauensanträge die Regierungserklärung zu hören und die politische Debatte durchzusühren. weiter verlautet, daß unmittelbar nach dem Zu­sammentritt des Aeltestenrals. also nach dem 4. Jan., die Koalitionsbesprechungen zwischen Nationalsozialisten und Zentrum wieder aufgenom. men werden. Wie bekannt, werden dann am 10. Januar die Ausschußarbeiten des Reichstags fort­gesetzt. und zwar zunächst mit Tagungen des Haus- Halts- und des Sozialpolitischen Ausschusses. Auch soll der Handelsausschuh des Reichtags sehr bald zusammenberufen werden.

Weiter wird gemeldet: Sozialdemokraten und Kommunisten haben bereits Anträge auf Aufhebung der Margarineverordnung ge- tellt, mch da auch bei den National- o z i a l i st e n gegen den Dutterbelmifchungszwang chwerste Bedenken bestehen, ist es nicht aus­geschlossen, daß sich eine Mehrheit für die Anträge findet. Die Ansichten im Zentrum sind geteilt. Während der Gewerkschaftsflügel die neue agrar- politische Maßnahme aufs heftigste bekämpft, nimmt dieGermania" eine auffallend reservierte Haltung ein. Die wirtschaftspolitischen Anträge, die sonst noch in reicher Fülle vorliegen und zum Teil schon vom Haushaltsausschuß angenommen worden sind, wer de« nach aller Voraussicht in Plenum 5U lebhaften Auseinandersetzungen Anlaß geben.

In der Außenpolitik wird die Diskussion sich vor allem um die Stellungnahme der Regierung zu der demnächst wieder beginnenden Abrüstungs­

Drösel Labuken am 44. Februar

Bremen, 30. Dez. Die Strafkammer beim hiesi­gen Landgericht hat den Beginn der Hauptoerhand­lung gegen die Brüder G. Karl und Heinz Lahusen auf den 14. Februar 1933 angesetzt. Das Haupt­verfahren ist am 16. September 1932 eröffnet wor­den. Die beiden Brüder werden sich wegen Bilanz­verschleierung und Untreue zu verantworten haben. Alle übrigen gegen sie vorgebrachten Anklagen, w'e beispielsweise Konkursverbrechen, Prospektbetrug, übermäßiger persönlicher Aufwand und noch wei­tere Punkte, sind bei der Eröffnung des Hauptver­fahren fallengelassen worden.

StveSe«veSlame auf dem GOeliesbauke«

Wie sich die Amerikaner gegen die Verschan­delung der Landschaft wehren Wo es mehr Reklameschilder als Bäume gibt Strecken­schilder, eine Gefahr für den Verkehr- Der

Feldzug der Frauen

Wer hätte sich auf einer Fahrt durch eine früh­lingshaft lachende Landschaft nicht schon über die grellbunten Reklamebilder geärgert, die zu beiden Seiten der Eisenbahnen oder Landstraßen aufge­stellt sind, um für irgend ein Erzeugnis Reklame zu machen! Grüne Wiesen, reizvolle Gebirgsgegenden, die Wände von Bauernhäusern werden mit solchen Anpreisungen verschandelt. Auch diese Art der Reklame, deren Wirksamkeit im übrigen höchst zweifelhaft ist, kommt aus den Vereinigten Staa­ten, wo sich diePublizität unter freiem Himmel' lange Zeit ungeheurer Beliebtheit erfreute, um schließlich solche Formen anzunehmen, daß eine heftige Gegenwehr einsetzte. Ja, man kann zurzeit von einem richtigen Krieg gegen diese Strecken­reklame sprechen, die in zahlreichen Staaten der Union zu einer radikalen Umkehr geführt hat Selt das Automobil die Landstraße beherrscht, hatte die Streckenreklame an Ausdehnung noch zugenom­men, und lange Zeit nahm der in ästhetischen Din­gen nicht sehr empfindliche Amerikaner diesen Zu­stand unbesehen hin. Die ersten, die sich dagegen erhoben, waren die amerikanischen Frauen. Sie organisierten eine Protestbewegung gegen diese Verschandelung der Landschaft und machten sich außerdem ein sehr wirksames Argument zu eigen, das im Lande des Verkehrs vielleicht noch schwerer wog als sentimentale Klagen über verlorene Reize einer anmutigen Gegend: das Argument nämlich, daß der Verkehr durch diese zahllosen Strecken­schilder nur noch gefährlicher werde, als er schon sei, weil nämlich die Aufmerksamkeit des Auto­mobilisten ganz im Sinne der Reklame, die ja sonst sinnlos wäre von der Landstraße selbst ab­gelenkt werde Ein solcher Kampf wird in Amerika nie ohne Statistik geführt, und selbstverständlich war bald erwiesen, daß ein überraschend hoher Prozentsatz von Autounfällen ausschließlich auf das Schuldkonto der Streckenreklame zu setzen sei.

Der Feldzug gegen diesen Auswuchs der Pro­paganda hat bereits beträchtliche Erfolge zu ver­zeichnen. Mehrere Staaten haben die Strecken­reklame scharfen Einschränkungen unterworfen, wo­durch die Zahl der Schilder stark zurückgegangen ist. In Pennsylvanien sind im Laufe von 14 Ta­gen nicht weniger als 32 225 Schilder beseitigt wor­den. Der Staat Newyork hat sich auf andere Weise geholfen. Er stellte einfach vor die Schilder, die sich besonders an schönen und besuchten Straßen geradezu drängten, hölzerne Wandschirme auf, die die Sicht auf die Reklame völlig verdeckten. Es gab darüber heftige Auseinandersetzungen, der Staat weigerte sich aber, die Hindernisse zu be­

konferenz drehen. Bei der Festlegung des Ter­mins für den Zusammentritt des Reichstags, über den der Aeltestenrat des Reichstags in feiner Sitzung am 4. Januar zu befinden hat, dürfte man sich, wie schon angedeutet, auf den 16. oder 17 Januar einigen. Die Entscheidung über die Mißtrauensanträge wäre also, wenn die Dispositionen inzwischen nicht geändert werden, kaum vordem 23. oder 24. Januar zu er­warten.

Leivart an die EewevkkAakte«

Berlin. 30. Dez. DerVorwärts* veröffentlicht einen Neujahrsgruß des Vorsitzenden des ADGB. Leipart , an die Funktionäre und Mitglieder der Gewerkschaften, in dem es heißt:

Unsere Ideen haben sich in der Oeffentlichkost mehr und mehr durchgesetzt. Heute versucht die Re­gierung von Schleicher einen Teil unserer Forde­rungen zu erfüllen. Den Sozialismus wird diese Regierung nicht verwirklichen. Das wissen wir wohl. Sie will im Gegenteil, ebenso wie die Re­gierung von Papen, die kapitalistische Wirtschaft be­festigen. Aber können wir in dieser Si­tuation die Aufforderung der Regie­rung ablehnen, an der Durchführung der Arbeitsbeschaffung mitzuwirken? Wenn mir als die berufene Vertretung der Arbeiter­schaft zu dieser Mitarbeit bei der Durchführung der Arbeitsbeschaffung bereit sind, so geben wir von unseren letzten großen Zielen kein Jota auf. Die Verantwortung für die Arbeiterschaft, die auf uns lastet, ist aber zu groß, als daß wir es ablehnen können, mit diesem oder jenem zu verhandeln, der uns auf Grund feiner Vergangenheit nicht an­genehm ist. Ich weiß, daß die Funktionäre der Gewerkschaften diese Haltung verstehen. Um so mehr erwarte ich, daß sie der Masse der Mitglieder und den Massen der Unorganisierten gegenüber mit aller Entschiedenheit diese Haltung verteidigen, daß sie sich durch alles Geschrei von Verrat nicht er­schüttern lassen."

seitigen, und hatte die Genugtuung, daß die Ge­richte ihm recht gaben. Den Unternehmen der Streckenreklame blieb unter diesen Umständen nichts anderes übrig, als chre Schilder zu besei­tigen, die keinen Daseinszweck mehr hatten. In Maryland führte ein neues Gesetz innerhalb von zwei Tagen zur Beseitigung von 15 250 Reklame­schildern. In New Jersey ging es etwas lang­samer; immerhin wurden auch dort in einem Mo­nat rund 4000 Schilder beseitigt. In diesem Staat gab es bisher mehr Reklameschilder als Bäume auf den Feldern; man kann sich denken, mit wel­cher Freude die Bevölkerung die Vernichtung dieser Schandflecke in ihrer Landschaft begrüßt! Ander­wärts haben Bürger und Bauern zur Selbsthilfe gegriffen, weil ihnen der Gesetzgeber zu langsam arbeitete. So haben sich die Einwohner von Cherry Valley, eines reizenden Städtchens in einer Ge­birgsgegend des Staates Newyork, in einer schönen Nacht mit Spitzhacken aufgemacht, sämtliche Re­klameschilder umgehauen und zu einem Scheiter­haufen zusammengetragen. Um das Feuer wurden mabre Freudentänze aufgeführt.

Diese offene Feindschaft des Publikums hat die Unternehmer kovfscheu gemacht, und niemand zeigt mehr rechte Lust, Geld in diesem Gewerbe anzu­legen. Die großen Firmen selbst haben erkannt, woher der Wind weht und sich umgestellt. Die Standard Oil z. B. zieht immer mehr Reklame­schilder zurück und verkündet in der Oeffentlichkeit mit Nachdruck, daß sieaus Ehrfurcht vor der Schönheit des Vaterlandes" verzichtet habe, usw. Die Landbevölkerung war zunächst keineswegs für diesen allgemeinen Kreuzzug gegen die Strecken­reklame zu haben. Warf doch die Miete, die der Unternehmer für die Benutzung des Grundstückes zahlte, einen erwünschten Nebenverdienst ab. Auch das ist jetzt anders geworden. Wer heute ein Bauerngut kauft und bei der herrschenden Aqrarnot sind die Fälle von Besitzwechsel recht häufig macht zur Bedingung. daß Grund und Boden ohne jede unerwünschte Beigabe in Gestalt von Reklamefch'ldern übergeben werden. Andere Staaten sind allerdings noch nicht so weit, daß sie die Aufstellung solcher Schilder einfach verbieten.

Ke!«« SvovtmSqttArette« rum Labvesende

Von der Frankfurter Wetterwarte wird uns ge­meldet: Das Eindringen feuchtreicher Luft hat in den Gebirgen des West- und Mitteldeutschland fast überall zu Regen und Erwärmung geführt. Neue Temperaturzunahme und Schneefälle sind über das Wochenende nicht wahrscheinlich.

Von dev F^rnobübne.

Modernes Theater.Der weiße Dämon". Hans Albers spielt; das bedeutet stets ein lOOpro» zentiger Erfolg für die Kasse. So war auch gestern nachmittag das Theater schon fast ausverkauft. Albers ist längs der Dolksliebling, der richtige Held unserer Tage, der Draufgänger und Sieger, der aber bei aller Rauheit im Aeußeren ein gutmütiger echter Kerl bleibt, der Humor genug hat, um allen Situationen gerecht zu werden. Diesmal ist er hinter einer Bande von Rauschgifthändlern her. Seine Schwester haben sie zu demweißen Dä­mon", dem Rauschgift verführt, sie, die gefeierte Sängerin ist ein willenloses Werkzeug in den Hän­den der Verbrecher. Der aus Amerika heimgekehrte Bruder erkennt bald, was in dem Theater vorgeht, er spürt wo die Verbrecher sitzen und nun beginnt fein Kampf mit diesen Mächten, die nicht so ohne weiteres zu fassen sind. In Hamburg übertölpeln

So e'Ks ist es letzt an de« amevikauiftder» Külte

Ein Fischdampfer, der in völlig vereistem Zustand« in den Hafen von Boston einlief.

In den letzten Tagen wurde die Küste der Vereinig­ten Staaten von furchtbaren Stürmen heimgesucht, die von einem Temperatursturz begleitet waren. Welle auf Welle überschüttete die Dampfer, an denen das herabrinnende Wasser zu bizarren Eis- s formen gefror.

sie den ehrlichen Jungen und in Paris gelingt es ' ihm erst recht nicht die Bande zu fassen; erst in Lissabon kann er den wahren Schuldigen fassen. Mehr sei von der Handlung nicht angedeutet, da sie reich an Ueberraschungen ist Eine Liebes- geschichte darf in einem Publikumsfilm nicht fehlen ' und so findet der blonde Hans auf seiner Der- 1 brecherjagd noch genug Zeit sich gründlich zu ver­lieben. Eine mit Spannung geladene Handlung, eine geschickte Regie und das Hineinverlegen der 1 Vorgänge an interessante Plätze wie Opernhaus, Hamburger Fleeten, Paris und Lissabon machen diese Verfolgung zu einem wirksamen Film. Vor allem ist es natürlich Hans Albers, dessen Schau­spielkunst dies Stück über eine gewöhnliche Ver- ] brecher-Verfolgung hinausgeht. Die übrigen Mit­wirkenden passen sich ihm an. Ein hübsches Bei­programm wird noch gezeigt.

Apollo-Theater.Tarzan*. Eine nerven- kitzelnde Angelegenheit, überreich an Sensationen und ganz erfüllt von dem geheimnisvollen Urwald- j zauber. Im Mittelpunkt des abenteuerlichen Ge-1 schehens der amerikanische Meisterschwimmer | Johnny Weißmüller, dessen akrobatische Glanzleistungen Helle Bewunderung auslösen. Als geheimnisvoller Urwaldmensch schwingt er sich asfengleich von Baum zu Baum, trägt auf­peitschende Zweikämpfe mit Löwen aus und durch­schwimmt einen mit Krokodilen und Flußpferden übersäten See. Prachtvolle Natur- und Tierfilm­aufnahmen schaffen einen eindrucksvollen Rahmen des geisterhaften Spukspieles aus dem Urwald, das in einem Sturme einer Elefantenherde auf ein Zwergneqerdorf ausklingt und Tarzan zum Schluffe sogar auf wenig alltägliche Art eine weiße Lebens­gefährtin gewinnen läßt. Bis dahin hat es frei­lich eine lange Weile, die mit spannenden Szenen ausgefüllt ist. Die glänzende Aufnahmetechnik des eigenartigen Filmwerkes, in dem Affen und Ele­fanten eine tragende Rolle spielen, verdient noch besonders lobende Erwähnung. Auf der Bühne sorgen Harry und Teddy, die beiden urwüch­sigen Clowns, mit ihren drastischen Darbietungen für die nötige Stimmung.

Umsatzsleuerbücher

für den nach § 7 Abs. 1, 2 des Umsatzsteuer­gesetzes steuerfreien Großhandel sind zu haben in der

LVattenhauS-BuOdvuMever

etöbHf»e BerauntmMÄmAsen

Bekanntmachung

Für das Jahr 1933 ist die Erhebung eines Bei­trages (Viehseuchenabgabe) und zwar für Pferde, Esel usw. in Höhe von 2.50 RM, für gekörte Hengste in Höhe von 10 RM und für Rindvieh von 0.35 RM für jedes Stück, vorgesehen worden.

Das Verzeichnis über den Viehbestand ist zur Einsicht der Beteiligten vom 4. bis 17. Janüar 1933 auf dem ftäbt. Polizeiamt im Rathaus, II. Stock, Zimmer 45, während der Sprechstunden von 10 bis 12% Uhr, ausgelegt. Anträge auf Berichtigung des Verzeichnisses sind innerhalb dieser Zeit bei der obengenannten Behörde anzubringen. 176

Hanau, den 29. Dezember 1932.

Der Magistrat, gez. Dr. Müller.

Bekanntmachung

Zur Bekämpfung des Kartoffelkrebses dürfen in den hiesigen krebsoerseuchten Gebieten (Sperrgebie« ten) auch 1933 wieder nur krebsfeste Kartoffel- sorten angebaut werden.

Wer zur Derbillitzung des krebsfesten Kartoffel­pflanzgutes eine Beihilfe beansprucht, wird auf» gefordert, seinen Bedarf an krebsfesten Saatkar­toffeln bis zum 10. Januar 1933 auf dem ftäbt Polizoiamt, Zimmer 45, im Rathaus II. Stock an­zumelden. Dort werden auch die näheren Be­dingungen mitgeteilt. 175

Hanau, den 29. Dezember 1932.

Der Magistrat, gez. Dr. Müller.