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Seife 4

Donnerstag, den 29. Dezember 1932

ttt. 305

ÄAkSAe durch eSeADEMesZ Gtesm

Wie der Amtl. Preuß. Pressedienst den Aeuße­rungen der technischen Deputation für Gewerbe bei dem Ministerium für Wirtschaft und Arbeit zu den gemeldeten Unfällen durch elektrischen Strom entnimmt, umfaßt die Sammlung der Unfalls­berichte im Kalenderjahr 1931 728 Unfälle. Hier­von entfallen auf Gleichstromanlagen 201, d. s. 27,6 v. H., auf Wechselstromanlagen 527, d s 72,4 v. H. Von den Unfällen verliefen 75, also etwa 10,3 v. H. tödlich. 84 der gemeldeten Unfälle, von denen 8 tödlich verliefen, entfallen auf Lampen und deren Leitungen, 32 auf elektrisch betriebene Bohrmaschi­nen und 30, davon zwei mit tödlichem Ausgang, auf Krânanlagen Ein tödlicher Unfall ereignete sich bei einer Spannung von 120 Volt Wechselstrom durch Körperschluß eines elektrischen Harrtrockners in einem Friseurgeschäft. Aus den Unfallanzeigen und den besonderen Untersuchungsbefunden ergibt sich, daß die Errichtungsvorschriften des Verbandes Deutscher Elektrotechniker im wesentlichen erfüllt waren und Unfälle auf Mangel der Vorschriften nicht zurückzuführen sind. Dagegen wurden die Betriebsvorschriften des VDE. nicht oder nur man­gelhaft beachtet.

* Drei üolli-Diebstähle. Am 23. Dez. wurden einem hiesigen Spediteur in der Nordstraße von einem Rollwagen eine Kiste mit InhaltForm- Puder" im Gewicht von 55 Kg. mit den Zeichen B. R. u Co. gestohlen. Ferner wurden an dem­selben Tage einem anderen hiesigen Spediteur im Auheimer Weg 2 Kisten, und zwar eine mit 36 Pfund Margarine und die andere mit 24 Pfund Fische gestohlen. Am Mittwoch, 2b. Dez wurde in der Zeit zwischen 17 und 17.30 Uhr von einem Rollfuhrwerk, das sich auf dem Wege von der Stadt zum Haupt-Eilgutbahnhof befand, ein über 30 Pfund schweres, an die hiesige Firma Wronker gerichtetes Paket mit Baumwollwaren (Hemden­stoffe) entwendet. Das Rollfuhrwerk nahm feinen Weg von der Langstroße aus durch die Frankfurter Straße, Heumarkt, Glocken-, Gärtner-, Ostbahnhof­straße zu obengenanntem Bahnhof. Der Fahrer bemerkte den Verlust des Paketes erst am Eil- güterbahnhos. Personen, welche über diese Fälle irgendwelche vertrauliche Angaben machen können, werden gebeten, dies dem hiesigen Krimi­nalkommissariat, Zimmer 248b, mitzuteilen.

* Der gemeinnützige Hausfrauenverein Hanau veranstaltete am Donnerstag, 22. Dezember, nach­mittags im Vereinslokal, Sandeldamm 12, eine Weihnachtsbescherung. Die Vorsitzende Frau Kloha richtete an die zahlreich Erschienenen zu Herzen gehende Worte, worauf das WeihnachtsliedStille Macht, heilige Nacht" gesungen wurde. Herr Pfarrer Scheig wies in feiner Ansprache auf das Symbol des Weihnachtsfestes hin, das ein Fest der Liebe, ein Fest der Freude und des Gebens fei Nachdem noch einige Weihnachtslieder erklungen waren wurde mit der Bescherung begonnen, die bei den Beschenkten allgemeine Freude auslöste. Ferner konnte die Vorsitzende bekanntgeben, daß nach den Weihnachtstagen noch einige alte Leute vom Verein Lebensmittel erhalten würden, bedrängte Familien könnten sich vertrauensvoll an den Verein wenden. Der Wahlspruch:Wir wollen helfen", soll auch 1933 vom Verein weiter befolgt werden.

*Die Durchführung der Winterhilfe im Bezirk Kassel". In dem unter vorstehender Ueberschrift veröffentlichten Artikel über eine Pressekonferenz bei der Kasseler Regierung hatte sich Regstrungsrat Dr. Elze gegen die politischen Sammlungen mit fol­genden Worten ausgesprochen:Es bestehe keine Garantie, daß die von den politischen Parteien ge­sammelten Gaben wirklich für Wohlfahrtszwecke verwandt würden. E'N Fall in Kassel, wo ein SA.-Führer einen Waggon Kartoffeln verkauft habe, um den Gelderlös für Partei,zwecke zu ver­brauchen, beweise das nur zu deutlich." Vom Kreis- leiter der NSDAP in Hanau wird uns zu dieser Meldung mitgeteilt:Unwahr ist die von Regie- rungsrat Elze ausgestellte Behauptung, ein SA.- . Führer habe das Geld für einen verkauften Waggon Kartoffeln dazu benützt, Schulden der Partei. Uni= formistücke der SA. usw., zu bezahlen. Wahr ist, daß ein Waggon, der für die SA.-NoUandsküche

bestimmten Kartoffeln, verkauft wurde, um mit dem Erlös die Bahnfracht der anderen Waggons bezahlen zu können Da dieser Verkauf trotz des genannten Motives mit den Anordnungen des Gauleiters nicht in Einklang zu bringen ist, wurde der betreffende SA.-Führdèr seines Amtes enthoben."

* Wandernde Strichvögel. Der Winter hat die in der Heimat zurückgebliebenen Vogelarten zu Hun­gerscharen vereinigt, die als Strichvögel oder Strei­cher durch die Wälder, Felder und Gärten wandern, in den Obsthainen und Dörfern Einkehr halten und gemeinsam in kurzer Zeit Nahrung für den hung­rigen Vogelmagen suchen. Da kein Vogel langes Fasten vertagt eine Blaumeise z. B. schon nach 16= stündigem Fasten rettungslos dem Hungertode ver­fällt, so ist die Bedeutung des winterlichen Umbep streifens unserer he'matlichen Strichvögel für die Erhaltung unserer Dogelwelt überaus wichtig. Der Naturtrieb, das eigene Leben zu erhalten, ist somit die Ursache der winterlichen Vogelversammlungen und Wanderfluge unserer Meisen, Spechtmeisen, Haubenlerchen, Rotkehlchen, Buch- und Bergfinken, Amseln, Wachholderdrosseln, Cmmeritzen, Häher, Spechte und Raben. Wie wichtig diese winterliche ä^pkeit mancher dieser Streicher als Feldpolizei ist, ergibt sich aus der Tatsache, daß auf solchen Wanderungen eine einzige Kohlmeise täglich oft über 10 000 SchmeUerlingseier, vorzüglich der Baumfalter wie der schädlichen Nonne und des verderblichen Frostlnanners, verzehrt. Andere der umberftrsifenden Vögel leeren die winterkahlen Hecken von den letzten Deerenresten und helfen so in der Natur mit, für Blatt und Blüten im kom­menden Früblahr reines, fruchtleeres Gezweig zu bereiten. Store niemand der winterlichen Vogel- Scharen Wanderzüge Ein unerlaubtes Eingreifen in s;e weissen Gesetze würde zum Abwandern der hei­matlichen Streicher aus unseren Wäldern und £>W= bainen führen und zu furchtbarem Schaden für stand und Volk werden. Der Ruf: .Schützt die wan­dernden Winterstreicherl" ist nur zu berechtigt.

wettevbevicht

Ueber Nordeuropa setzt sich erhebliche Wirbel­tätigkeit fort, so daß die sonst um diese Jahreszeit kalten nördlichen Gebiete von milden ozeanischen Luftmasien überflutet sind, die sich bis nach Ruß­land hinein bemerkbar Machen. Ueber dem Kon­tinent wird das kräftige osteuropäische Hochdruck­gebiet immer weiter abgebaut, doch setzt es dem Eindringen stärkerer Tiefdruckstörungen vorerst im­mer noch beträchtlichen Widerstand entgegen. Vor­hersage für Donnerstag: Vielfach dunstig, sonst zeit­weise aufheiternd, doch überwiegend bewölkt, höch­stens vereinzelte leichte Niederschläge, Temperaturen in den Niederungen über null, schwache um Süden schwankende Winde. Aussichten für Freitag: Bei südwestlichen Winden Fortdauer der verhältnismäßig milden und vorwiegend bewölkten Witterung mit Neigung zu vereinzelten Niederschlägen.

Laudßerls Sanaa

SbstevlSs des Gemâde«

Den Gemeindekassen im Landkreis Hanau ünd burch Verkauf des im Jahre 1932 geernteten Obstes 2362.19 RM zugeflossen gegen 7359.44 RM im Jahre 1931. Dieser bedeutende Rückgang erklärt sich daraus, daß 1931 eine Rekordernte erzielt wer­den konnte.

1. Großkrotzenburg, 28. Dez. Hohes Alter. Am Samstag, 31. Dezember, feiert der Kaufmann Markus Hirschmann seinen 80. Geburtstag. Hirschmann, der sich in hiesiger Gemeinde des besten Rufes erfreut, gehörte über 20 Jahre der Ge- meindevertetung an.

c. Marköbel, 29 Dez. Familienabend. Am 2. Feiertag abend veranstaltete der Gesangverein Frohsinn" im vollbesetzten SaaleZum weißen Roß" eine Familien- und Weihnachtsfeier. Nach dem Begrüßungschor der Sänger und einer kurzen

Ansprache des 1. Vorsitzenden folgten in bunter Reihenfolge Weihnachtslieder, Gedichtsvorträge von Kindern, Musikeinlagen, zwei Theaterstückchen Knecht Rupprechts Rache" undOnkel Theodor als Weihnachtsonkel" von Kindern und Mitgliedern gespielt. Die am Schluß stattgefundene Tombola fand wie alle Darbietungen reichen Beifall. Am 3. Feiertag abend hielt der Kirchenchor seine Weih- nachtsfeier. Auch hier war im vollbesetzten Saal frohe Weihnachtsstimmung.

ÄteiS Gelnhausen

8 Gelnhausen, 29. Dez. Der Bau der neuenVo­gelsberger Südbahn" BirsteinHartmannshain (als Verlängerung der Kreisbahn WächtersbachBir- stein) ist trotz der Ungunst der Wirtschaftsverhält­nisse in der Zeit erheblich fortgeschritten; die Erd- und Oberbauarbeiten sind bereits bis zum End­bahnhof Hartmannshain (Bahnstrecke Frankfurt- Lauterbach) bewerkstelligt, so daß nunmehr nur noch die Schienenlegung, die Erbauung der neuen Bahnhöfe und die Schaffung der Lagerplätze blei­ben; die Zufahrtswege sind bereits durch die Ge­meinden meist hergerichtet. Die Gleisanlagen sind bereits von Birftein aus bis zum neuen Bahnhof WettgesRadmühl = 8,8 Km. ausgeführt und wer­den mit Hilfe der produktiven Erwerbslosenfür­sorge durch Notstandsarbeiter aus den Vogelsberg- aemeinden erledigt. Ausführende ist eine Gießener Fach-Arbeitsgemeinschaft. Durch den Bahnbau selbst ist bereits ein erhebliches Stück Geld in den wirt­schaftlich sehr verarmten Vogelsberg geflossen und demselben ein großer Teil seiner seither brachliegen­den Arbeitskräfte genommen, zumal auch in den allermeisten Gemeinden des Gebietes der Freiw. Arbeitsdienst mit der Vollendung von Oedlandmelio­rationen und der Schaffung von Jungviehweiden be­schäftigt ist. Man hofft, daß die neue Bahnlinie im nächsten Vorsommer wird eröffnet werden können.

ss. Gondsroth. 28. Dez. Familienabend. Am 1. Weihnachtsfeiertag hielt der hiesige Turn­vereinJahn" in seiner Halle den diesjährigen Famllienabend ab, der mit einer Weihnachtsbe­scherung für die Kinder der Mitglieder verbunden war. Die Veranstaltung war gut besucht und nahm einen schönen Verlauf. Nach einem gemeinsam ge­sungenen Weihnachtslied hieß der Vorsitzende alle Erschienenen aufs herzlichste willkommen und wünschte dem Abend einen guten Verlauf. Das SingspielPitt und Pott als Kavaliere" gab den Auftakt zu einem abwechslungsreichen Programm und gefiel wie auch das folgende, StückMe als Straßenhändler" aufs beste. Die Weihnachtsbe­scherung brachte für jedes Kind ein kleines Ge­schenk. Auch die beiden EinakterNäppchen in Amerika" undHans und Peter auf der Braut­schau" wurden gut gespielt Nach einem gemein­samen Essen wurde als Abschluß des Programms das SingspielDie Dorfgirls" gegeben. Der Vor­sitzende bat in seiner Schlußansprache die Eltern, ihre Kinder zum Besuch der Turnstunden anzuhal­ten und den Turnwart in feiner Arbeit zu unter­stützen.

&rei£ Wüdlnaen

L Bübingen, 28. Dez. Zu einer ordentlichen Generalversammlung hatten heute die Oberhessi­schen Obstwerke e. G. m. H. Büdingen ihre Mit­glieder im Gasthaus Albert eingeladen. In Ver­hinderung des 1. Vorsitzenden des Aufsichtsrates eröffnete und leitete der 2. Vorsitzende Herr Wolf- Effelderbach die Verhandlungen. Der Vorsitzende des Vorstandes Herr Saum-Nidda erstattete so­dann zum 1. Punkt der Tagesordnung den Bericht des Vorstandes über das Geschäftsjahr 1931, worin nochmals auf die Liquidation der Obstwerke hingewiesen wurde. Nach der Vorlage der Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung beträgt der der Genossenschaftsbank infolge der Uebernahme ent­standene Verlust am 20. November 1931 57 663.58 Mark. Die Oberhessischen Obstwerke haben sich nunmehr nach ihrer Liquidation wieder neu kon­struiert und ein Barvermögen von 2815.15 Mk. aufzuweisen. Der Geschäftsanteil beträgt 10 Mk.

und die Haftsumme 50 Mark. Gegenwärtig sind 97 Mitglieder mit 105 Anteile vorhanden. Nachdem der Revisionsbericht zur Kenntnis gebracht, wurde dem Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt Bei der Ergänzungswahl zum Vorstand und Auf­sichtsrat wurden die ausgelosten Mitglieder wieder gewählt und an Stelle des zurückgetretenen Vor­standsmitgliedes Herrn Ginnow wurde Herr Reinh.! Schneider-Rohrbach gewählt. Unter Punkt Verschie­denes wurde beschlossen, daß die Geschäftsanteile je zur Hälfte aus dem Vermögen ersetzt werden. Außerdem wurde dem Vorstand anheim gestellt, eine Bereinigung der Mitgliederliste vorzunehmen.

Aus Staatfaet a. Ä

Brand in einer Eisenbabn-Ausbe^erungswerkstälte

Schaden 80 bis 100 000 RM

: Donnerstag abend gegen 9 Uhr brannte in einer Halle des Eisenbahn-Ausbesserungswerke« in der Idsteiner Straße ein Personenwagen vollstän­dig aus, auch ein zweiter Personenwagen fing Feuer und wurde beschädigt. Durch das Feuer in der Halle geriet auch das Dach in Brand. Die Dach- decke und ein Teil der Elsenkonstruktion wurden be­schädigt. Die Ursache des Brandes dürfte auf Selbst» entzünduna zurückmfübren sein, dg tagsüber in der Halle Schweißarbeiten ausgeführt worden firtb. Die Feuerwehr, die den Brand aus 6 Leitungen be­kämpfte, konnte nach l^stünd'aer Arbeit den Brand laschen Der Wächter, der 2 Stunden nach Arbeits­schluß seinen Gang durch die Halle oemaebt hatte, batte von dem Feuer noch nichts wahrgenommen. Der Schaden beträgt Schätzungsweise 80 bis 100 000 Reichsmark.

Ein internationaler llnlerstühuagsbelrüger festgenommen

: Kürzlich wurde der frühere ungarische Eisen­bahner Attila Kelenen in Düsseldorf wegen Unter­stützungsbetruges festgenommen. Kelenen, der unter den verschiedensten Namen auftrat, hat sich in den letzten Jahren in fast allen europäischen Städten aufgehalten und nach seinen eigenen Angaben nur vom Unterstützungsbetrug gelebt. In Deutschland war er angeblich in Frankfurt a. M., München, Nürnberg, Würzburg, Erfurt, Leipzig. Dresden, Hannover, Köln, Bremen, Hamburg, Kiel, Mainz, Karlsruhe und zuletzt in Düsseldorf. Er suchte mit Vorliebe die freigewerkschaftlichen Eisenbahnoraam« fatiönen auf, bei denen er erklärte, früherer Eisen­bahner und ungarischer Flüchtling zu fein. Zur Be­kräftigung seiner Angaben zeiate er von ihm ge­fälschte Entlassungsscheine von Polizeibehörden bzw. Gefängnissen verschiedener europäischer Staaten. Bei seiner Festnahme wurde bei ihm auch ein deut­scher Reisepaß auf den Namen Karl Wilh. Fehler aus Detmold vorgefunden. Personen, die in der hiesigen Gegend von Klenen betrogen worden sind, werden aufgefordert, sich beim Betruaskommissariat des Polizeipräsidiums Frankfurt a. M. zu melden.

Aus Stab und Bev«

GaStod ewss Ghevaares

Ein UnglüdsfaU

Ludwigshafen. 28. Dez. Im Laufe des Mitt­woch Vormittag wurden im Hause Rohrlachstraße 8 ein 68 Jahre alter pensionierter Angestellter der 3. G. Farbenindustrie und dessen 54 Jahre alte Ehefrau durch Gas vergiftet auf einem Sofa in der Küche tot aufgefunden. Die sofort angestellle polizeiliche Untersuchung ergab, daß ein Unglücks­fall infolge irrtümlichen Oeffnens eines Gasherd- hahnes vorliegt.

Mit Gas vergiftet

Offenbach, 28 Dez. Ein feit längerer Zeit herz­end nervenleidendes 33jähriges Dienstmädchen, das in der Lessingstraße wohnte, wurde hier am Morgen des 2. Weihnachtsfeiertages mit Gas ver­giftet tot in feinem Bette aufgefunben. Sein schwe­res Leiden dürfte die Ursache des Selbstmordes gewesen sein.

Die âsnKmiMs« Gvekgnisse Ses Sabves 1033

Bon Dr. Dr. Carl G. Cornelius.

o Nur wenigen Men'chen unserer Kulturfchicht bildet auch der Anfang ei.vs r 1 a Jahres einen Merkstein für die Verbundenheit d-s dZh'N'l eßen­den Ze.wblauses un'eres Lebens mit dm ^.gen Rhythmus des kosmischen Geschehens, und doch sind die Abschnitte jener Zeiteinheit, die der Erdball zu seinem Umlauf um die Sonne braucht, die Jahres­zeiten, mit ihrer wechselnden Sonnenstellung und den dadurch bedingten Klimaänderungen Voraus­setzungen für alles organische Leben in unseren Breiten überhaupt. Hier muß auf den verbreiteten Irrtum hingewiesen werden, daß es um o wärmer sei je dichter die Erde sich an chrem Zenrr.uqesticn befinde. Das Umgekehrte trifft zu: Das erste astro- nomisch bedeutungsvolle Datum des neuen Sahres ist der 3 Januar, wo um 20 Uhr mitteleuropäischer Zeit unser Planet den s o n n e n n ä ch st e n Punkt erreicht, während er am 2. Juli an der sonnenfernsten Stelle seiner Elipjenbahn angelangt sein wird. In der für uns kältesten Zeit beträgt der Abstand von der Sonne 147 Millionen Kilometer, in der heißesten dagegen 152 Millionen Kilometer, also etwa 3 o. H. mehr, und die Wärme, die uns von ihr zugestrahlt wird, vermehrt sich dann den physikalischen Gesetzen entsprechend in noch höherem Maße. Bemerkbar macht sich die gesteigerte Wärme­zufuhr insofern, als die Eiskappe um den Nordpol herum lange nicht so ausgedehnt und stark ist wie um den Südpol der Erde, wo Winter und Sonnen­ferne zusammenfallen. Sonst liegt in der schiefen Stellung der Erdachse der Hauptgrund für die ver­schiedene Sonnenbestrahlung und den sichtbaren Wechsel der Jahreszeiten. Diese beginnen am 21. März (Frühling), 21. Juni ^Sommer), 23. Sep­tember (Herbst) und 22. Dezember.(Winter) für die Nordhalbkugel, während auf der südlichen Hemi­sphäre die jeweils entgegengesetzten Quartale an= ^Zwei Sonnenfinsternisse werden im Jahre 1933 die Aufmerksamkeit auf sich lenken, eine am 24. Februar und eine am 21 August. Beide sind ringförmig, b. h. die Sonne wird vom

Mond'schatten nicht gong verfinstert, sondern nur ihr Kern, so daß um den dunklen Mondrand noch ein schmaler Lichtring sichtbar bleibt. Die erste Fin­sternis ist als Teilverfinsterung im zentralen Süd­amerika, Nord- und Mittelafrika, in Griechenland und Dorderasien, als ringförmige in einer schmalen Zone Argentiniens, des südlichen Atlantik, des Kongostaates und Abessiniens zu sehen. Von der zweiten Finsternis werden wir auch in Deutsch­land etwas ab bekommen, wo allerdings nur ein Drittel des Sonnendurchmessers bedeckt wird, wäh­rend die Kurve der Ringförmigkeit durch Nord­ägypten, Mesopotamien, Indien, Borneo und Nord- australien verläuft.

Die Planeten werden einige recht schöne und bemerkenswerte Konstellationen bilden. Merkur und Venus, die sonnennächsten Wandler, Jinb in der ersten Jahreswoche morgens im Schützen und in der zweiten Junihälfte abends in den Zwillingen in dichter Nachbarschaft zu finden. Als ähnliche Sternenpaare stellen sich Jupiter und Mars in der ersten Jahreshälfte im Löwen dar, wo sie im März die ganze Nacht sichtbar sein wer­den und im ersten Junidrittel besonders eng^bei- sammen stehen, und ferner Venus und Sa­turn zur Dezembermitte abends im Steinbock, de­ren Annäherung die stärkste der hier beschriebenen ist. Venus beginnt im Mai ihre Rolle als Abend- stern, die sie bis Jahresende beibehält, wobei ihre H e l'l i g k e i t ab August ständig bis zur drei­zehnfachen des Sirius ansteigt. Die größte Licht­stärke von Merkur fällt in den September, von Mar« in den März, von Jupiter in den Februar und von Saturn in den Juli.

Der Mond erleidet keine Verfinsterung, ^wie dies oewöhnlich 14 Tage vor oder nach einer Son­nenfinsternis der Fall ist. Diese Ausnahme von der Regel tritt nur selten ein. Dagegen läuft der Mond zweimal am 3. Februar und am 3. November __ an der bekannten Stern gruppe des Sieben­gestirns vorbei, das erste Mal zwei, das andere Mal drei feiner Lichtpunkte bedeckend. Der hellste Stern, der 1933 durch den Vorübergang des Mon­des verfinstert wird, ist Kappa in den Zwillingen am 11. Januar

Sternschnuppen treten in jedem Jahre in annähernd gleichmäßiger Häufigkeit allf. 1933 sollte

aber insofern Besonderes bringen, als der im November niedergehende Schwarm der Leo­ni den fein etwa alle 33 Jahre wiederkehrendes Maximum erreichen dürfte. Nächst ihm werden die Perseiden, auchTränen des Laurentius", genannt, in der Mitte des August der auffallendste Meteor- cchwarm sein.

Von nicht rechnungsmäßig im voraus zu er­mittelnden Ereignissen sind für 1933 wie in jedem Jahre mehrere Kometen zu erwarten. Nur sel­ten freilich erlangt einer dieser Schweifsterne, wenn er in die Nähe der Sonne kommt, eine solche Hellig­keit, daß er dem unbewaffneten Auge sichtbar wirh. Weit seltener ist das Aufleuchten vonNeuen Sternen", was immer durch eine kosmische Kata­strophe hervorgerufen wird, wenn nämlich ein fast oder ganz erkalteter und darum für uns unsicht­barer Himmelskörper durch Zusammenstoß mit einem anderen erloschenen Stern oder leichter beim vlötzlichen Durchgang durch eine Wolke kosmischen Staubes sich rasch zur Weißglut erhitzt. Die ein­drucksvollste Erscheinung dieser Art fand 1572 statt, als in der Kassiopeia urplötzlich ein Fixstern auf­tauchte, der sogar am Tage sichtbar war. 1848, 1866, 1885, 1901 und 1918 traten die letztenNeuen Sterne" auf. Ein solches Schauspiel ist umso reiz­voller, als es nicht der Logorithmentascl des sonst alles vorausberechnenden Astronomen unterliegt, sondern sinnfällig die Wunder der schaffenden All­macht auch unter den astronomischen Geschehnissen offenbart.

o Stadtlheaker Hanan. Aus dem Thsaterbüro wird uns geschrieben: Heute Donnerstag wird die große RevueoveretteDie drei Musketiere" in 11 Bildern von Ralph Benatzky wiederholt. Das ver­stärkte Orchester, die völlig neuen Dekorationen und Kostüme machen die Aufführung zu einer besonders glanzvollen. Freitag. 30. Dezember, geht die an allen Bühnen des In- und Auslandes mit stärkstem Beifall ausgenommen? OperetteNein, nein. Na­nette" in 3 Akten, von Vincent Toumans, in Szene. Samstag, 31. Dezember, wird als Silvesterfeier abends 8 Uhr zu Einheitspreisen 0.80, 1.60, 2. Mk. die RevueoperetteIm weißen Rößl" von Benatzky

aufgsführt Das Werk ist so recht etwas für $n letzten Tag des Jahres und wird mit feiner Schuh­plattlergruppe, seinen vielen populären Schlagern und den Solotänzen das Jahr auf das Angenehmste beendigen

o Bayreuther Bühnenfestspiele. Die Vorberei­tungen für die Festspiele 1933 sind nunmehr soweit gediehen, daß ein Teil der Hauptmitwirkenden ge­nannt werden kann. Unter anderen wurden ver­pflichtet: Frieda Leider Brünnhilde, Kundry, Maria Müller Eva, Sieglinde, Sigrid Onegin

Fricka Waltraute, Max Lorenz Siegfried, Walter, Rudolf Bockelmann Sachs. Wotan, Fritz Wilff Walter, ParsUal, Heinrich Schlusnus Amfortas. Emanuel List Hagen, Hunding, Fafner, Ivar Andrèsen Gurnemanz, Faifolt, Herbert Janssen Amfortas Erich Zimmermann David, Mime, Eugen Fuchs Beckmesser, Eine vollständige Liste der Mitwirkenden wird dem­nächst veröffentlicht.

Humor des Auslandes

Du hast aber einen feschen Ueberzieher!" Nicht wahr, schick! Kamechaarstoff!"Fabel­haft! Wie ang-wachsen!"

KUsvke^ ÄS ^stssweviss

Filligran, ein aus dem lateinischen filum, Fa­den und granum, Korn gebildetes Wort, bezeichnet eine Technik, die die Herstellung von Schmuck­gegenständen aus gebogenen und zusammengelöteten Gold- oder Silberdrähten und auf diese aufgesetzten feinen Goldkörnchen zum Gegenstände hat. Ge­genwärtig werden Filigranarbeiten hauptsäcblich in Italien, Spanien und Portugal, zum Dolks- schmuck auch auf dänischen und friesischen Inseln sowie in den deutschen Alpenländern in Ungarn, Holland und Norwegen hergestellt.