Selfe 6
Arâg, den 23. Dezember 1632
Re. 301
v Düdelsheim, 22. Dez Wie sehr auch die hiesige Gemeinde in schwerer finanzieller Bedrängnis ist, ist aus der letzten Bekanntmachung der Bürgeranerstere' zu ersehen. Es wurde durch die Ortsschslle die Bürger aufgefordert schon jetzt den Holzhauer- iohn an die Gemeivdekasse zu entrichten, andernfalls könne man den Holzhauern nicht die Löhne aus- gahlen und die Holzhauerei müsse eingestellt werden.
Aus KvauVkuvt a. M
Die Mordaffäre Busse vor dem Schwurgericht
: Die Verhandlung gegen Stubenrauch und Ge- nossen wegen des an'der Emma Busse begangenen Niordes bzw wegen Beihilfe findet am 5. Januar vor dem Schwurgericht statt.
Der Präsident des Frankfurter Landeskirchen- rats gestorben
: Am 20. Dezember ist der Präsident des Evan- tzelifchen Landeskirchenrats Frankfurt a. M., D. Richard Schulin, nach kurzer Krankheit im 70. Lebensjahr gestorben. Del Verstorbene war seit 1. Oktober 1919 Konsitorialpräsident im Nebenamt und stand feit 11. Februar 1925 an der Spitze der Frankfurter Landeskirchenverwaltung. Nach dem Wegfall des landesherrlichen Kirchenregiments hat er den Umbau der Frankfurter Kirchenverfassung geleitet und die neue Verfassung der Landeskirche zur Durchführung gebracht. Sein Tod bedeutet für die Frankfurter Landeskirche einen schweren Verlust. Die Beisetzung Schulins findet am Heiligen Abend in Kassel statt.
Erwerbslosenkrawalle in Frankfurt
': In den gestrigen Abendstunden kam es in den Hauptgeschäftsstraßen der Stadt, namentlich auf der Zeil, zu Demonstrationen von Erwerbslosen. An mehreren Stellen, besonders vor den großen Kaufhäusern, bildeten sich plötzlich größere ©raunen von Erwerbslosen, die fortgesetzt „Hunger" riefen Die Polizei griff überall energisch ein und zerstreute die Ansammlungen. In einem Falle wurde bei der Säuberungsaktion ein Polizeibeamter von den Demonstranten arg bedrängt, so daß er sich nur durch Abgabe einiger Schreckschüsse befreien konnte. Es sind einige Festnahmen erfolgt.
Aus SM «ttd Seen
Der Wiesbadener Magistrat erhöht seine Gehälter
— Wiesbaden. 22 Dez. Auf Grund des Urteils des Staatsgerichtshofs, das die preußische Sparnotverordnung vom 12. Dezember 1931 für ungültig erklärte, hat der besoldete Magistrat mit einigen Stimmen Mehrheit beschlossen, ab 1. Dezember die Magistratsgehälter in der früheren Höhe vor Inkrafttreten der Sparnodverordnung wieder zur Auszahlung anzuseifen. Diese Maßnahme des besoldeten Magistrats, die insbesondere in der jetzigen Notzeit sehr befremdlich wirkt, erfährt in der Oeffentlichkest schärfste Kritik.
Plündecungsversuche in Mainz
— Mainz, 22. Dez. Gestern abend versuchten Demonstranten, die aus der Seiler- und Korbgasse überraschend herauskamen, ein Lebensmittelgeschäft am Liebfrauenplatz zu plündern. Sie schlugen eine Fensterscheibe ein und entwendeten verschiedene Gegenstände Die rasch eintreffende Bereitschafts- yeligei verhinderte weitere Ausschreitungen. Die Täter entkamen unerkannt.
Geständige Mörderin
— Mainz, 22. Dez. Kürzlich wurde über die Festnahme der 20jährigen Kindergärtnerin Johanna Degen von hier berichtet, die verdächtig erschien, in Gemeinschaft mitn dem 21jähr'gen Gastwirtssohn Hans Rommel aus Augsburg in einer Siedlung bei Wahrendorf in Holstein den 21 jährigen Sied- lungsb-fitzer Fritz Möller aus Kiel ermordet, in einen Sack eingenäht und in ein Wasserloch geworfen zu haben. In der Wäsche der Degen wurde bei 'ih'""- n^bastung eine blutdurchtränkte Schürze vor- gefunben. Vor dem Mainzer Amtsgericht bestritt sie l-icheindni Mundes, irgend etwas mit dem Mord Ian dem Möller zu tun zu haben. Ebenso bestritt aber auch der Rommel, der in Augsburg festgenommen worden ist, von der Mordtat etwas zu wissen. Die Degen wurde nach ihrer Festnahme und Ver- ncbmung sofort noch Kiel ins dortige Untersuchunas- gesänanis gebracht. Nach längerem Leuanen hat nunmehr gestern die Degen vor dem Untersuchungsrichter m K'el tun?neben, dost sie den Möller durch ieinm RevoGer^cbuß in den Kopf getötet habe. Sie w^ll dann den Koni des Erschossenen durch Schläge mit e'n-r Art unkenntlich gemacht die Lüche in leinen Sack eingenöbt und dann in das Wasserloch geworfen haben. Nach ihren Bebauvtunaen will sie in Notwehr -gehandelt haben. da der Tote üe des Nackts in ihrem Timmer überfallen habe. Sie be« sstreit-t. bah bor Rommel in irgend einer Weise an der Tat beteiligt sei.
Rhön-„Frühling" vor Weihnachten
— Von der Rhön, 22. Dez. Während vor ein paar Tagen eine gute „Neue" die Bergkuppen der Rhön in reinstes Weiß gehüllt hatte, und in den Tälern der Nebel in dicken Schwaden sich lagerte, ist nunmehr auf den Höhen über 500 bis 600 Meter ein wahres Frühlmqswetter eingekehrt. Der Schnee ist bis auf wenige Reste in den Talgründen von den Bergen ganz verschwunden und die Sonne schien am letzten Sonntag so warm, daß das Thermometer in der Mittagszeit in den hochgelegenen Rhönorten lauf 12 bis 15 Grad im Schatten stieg. In den
KeTosd-Wah« dev DausviSmrr
Der Start zur Madrider Weltmeisterschaft im Dauertangen.
Es soll versucht werden, mit kurzen Unterbrechunen 1000 Stunden, d. h. bis zum Februar hinein, im Fox- und Rumba-Rhythmus zu verbringen.
GiN Dsama ist des Dâ
Liebesroman in der Wüste — Der Scheid) und die englische Lady — Die geheimnisvolle Entführung — Wie die Lady gerettet wurde
Ein Drama, das sich am Rande der Sahara in der Nähe der Oase Biskra abgespielt hat, würde einen vorzüglichen Stoff für einen romantischen Film abgeben, denn die handelnden Personen, die geheimnisvolle Oertlichkeit und die leidenschaftliche Handlung sind nach englischen Zeitungsmeldungen für einen spannenden Tonfilm wie geschaffen.
Eine englische Lady aus dem uralten Hause Somersat erregte durch ihr kühnes Umherstreifen die Besorgnis der Freunde. Sie blieb oft lange Zeit weg und schien verschollen, bis sie plötzlich wieder heiter und frisch erschien und von ihren Bekanntschaften mit Araberscheichs erzählte. Vor einiger Zeit geschah es wieder einmal, daß sie nicht Zurückkehrte. Alle nahmen an, daß die Lady einen größeren Ausflug gemacht hatte. Niemand besorgte sich mehr um sie, denn alle früheren Verschollenheiten der Lady waren günstig ausgegangen. Es vergingen aber Tag auf Tag, ohne daß die kühne Reifende ein Lebenszeichen von sich gab. Schließlich wurden ihre Freunde unruhig und beschlossen, sie zu suchen. Unterwegs erfuhren sie, daß ein Araberscheich offenbar eine große Leidenschaft für die schöne blonde Frau gefaßt hatte und es sickerten Gerüchte durch, daß die Frau gefangen gehalten werde. Staatliche Mittel wollte man nicht anwenden, da man dadurch vielleicht das Leben der jungen Lady gefährdet hätte E>n Mann, der die Sitten und Gewohnheiten der Araber gut kennt, erbot sich, allein auf eigene Faust, die Rettung der weißen Frau zu übernehmen. Ihre Freunde sollten bewaffnet in der Nähe sein, um ihn zu schützen, falls bei dir Flucht die Lady entdeckt würde. Es war nicht einfach, den Aufenthalt der Lady auszukundschaften und an sie heranzukommen, ohne daß die Araber es merkten. Als der Mann den Aufenthalt der Lady erforscht hatte, ging er ans Werk. Da er mit den Leuten bekannt ist und viel Handel mit Arabern treibt, so fiel es nicht auf, als er im Zeltlager erschien. Er hatte ein nagelneues Gewehr bei sich, das aufs prächtigste
Tälern dagegen hielt sich der Nebel sehr lange, und so waren Temperaturunterfchiäde von über 10 Grad zwischen Höhen und Tälern zu verzeichnen, eine Seltenheit in dieser Jahreszeit.
Großfeuer vernichtet zwei Anwesen
— Eschwege, 22 Dez. Gestern früh brach in dem Anwesen des Landwirts Eduard Deist im Kreisort Rambach Feuer aus, das sich rasch verbreitete und auf die benachbarten Gehöfte Übergriff. Sämtliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Landwirte Eduard und Georg Deist brannten nieder, das Wohnhaus der Witwe Sennhenn wurde zur Häffte zerstört. Mitoerbrannt sind die gesamten Erntevorräte und landwirtschaftlichen Maschinen. Der Schaden ist nur teilweise durch Versicherung gedeckt.
Raubüberfall auf eine 75'ährige Greisin
— Oberstem, 22. Dez. Ein Raubüberfall wurde auf eine 75jährige Greisin im Hause des Eisenbahners Kuhn verübt. Durch ein Geräusch geweckt, rief die alte Frau in der Meinung, es sei ihr he'im- kehrender Enk ei den Räuber an, der sich sofort auf die Wehrlo! stürzte Ec würgte sein Opfer so lange, bis es besinnungslos wurde. Dann durchstöberte er mit seinen Kumpanen sämtliche Schubladen. Dabei wurde ein Flasche umgefto^en, wodurch die übrigen Bewobner de? Haufes wach wurden. Die Räuber
aussgestattet war und von dem er annehmen konnnte, daß der Scheich dafür Neigung haben werde. Tatsächlich hatte er richtig gerechnet, denn der Scheich erklärte sich sofort zum Kauf bereit. Um den Handel abzuschließen, ließ sich der Kaufmann in das Zelt des Scheichs führen. Aber hier war niemand. Aus einem Hüsteln erkannte er, daß abgetrennt von den anderen Frauen eine einzelne Frau in einem kleinen Raum sich aufhalten müsse Als der Scheich einen Augenblick das Zelt verließ, nannte er flüsternd den Namen der Lady Diana, woraufhin aus dem kleinen Versteck ein un erdrücktes „Pes" erklang. Nun wußte der Mann Bescheid Noch in derselben Nacht gelang es ihm, sich an das Versteck der gefangenen Frau heranzuschleichen und die Frau zu befreien.
In rasender Eile rannten beide zu dem Pferd des Kaufmanns und flohen. Aber schon hatten die Araber die Entführung der Frau entdeckt und rasten hinter dem flüchtenden Paar her. Als die Gefahr am höchsten mar,, erreichte das Paar die Stelle, wo die Freunde, unterstützt von zahlreichen Soldaten warteten. Nun wurden die Araber mit einer Gewehrsalve empfangen und ebenso schnell, wie sie gekommen waren, verschwanden sie. Die junge Engländerin hatte nicht mehr viel Hoffnung, gehabt, in die Zivilisation zurückzukehren, denn sie war offenbar für den Harem des Scheichs ausersehen worden. Sie hatte vorher mit dem Mann, der vorzüglich englisch sprach, sich des öfteren unterhalten, ohne daß sie gemerkt hätte, daß er Absichten auf sie hatte. Seine glühenden Blicke hielt sie für den Ausdruck eines Mannes der Wüste Sie glaubte auch nicht in Gefahr zu sein, da sie immer wieder unbehelligt geblieben war. Offenbar hatte aber der Scheich schon längst seine Pläne für die Entführung der Engländerin gefaßt und nur einen oünstigen Augenblick abgewartet, um dies ohne Ge- lährdung durchführen zu können. Die Lady wird in Zukunft kaum noch ihre Ausflüge in die Wüste ohne Schutz fortsetzen.
ergriffen die Flucht. Eine Verfolgung erwies als zwecklos.
Dreijähriger Knabe tödlich verbrüht
sch
ein
— Limburg, 22. Dez. Als in Hintermeilingen Einwohner das Vieh fütterte, machte sich das dreijährige Söhnchen in der Futterküche zu schaffen.
Das Kind verbrannte sich derart mit heißem Wasser, daß der herbeigerufene Arzt die sofortige Ueber- lührung ins Vinzenzhospital Limburg anordnete. Der Knabe ist hier unter qualoollen Schmerzen gestorben. Die Eltern waren erst Montag morgen von einer längeren Reise aus Berlin zurückgekehrt.
Vom Hochspannungsmast erschlagen
— Rennerod (Westerwald), 22. Dez. In dem nahegelegenen Orte Rehe ereignete sich ein schwerer Unglücksfall der ein Menschenleben forderte. Als der Installateur Dapprich, der einen neuen Hoch- fpannungsmost gesetzt hatte, an dem alten Mast die Drähte löste, stürzte der über der Erde brechende Mast zusammen und begrub ihn unter sich. Der Installateur war sofort tot.
Brände in Oberhessen
— Aus Oberhessen, 22. Dez. In Romrod (Kreis Alsfeld) entstand gestern früh in der Scheune des Landw'rts Bombay Feuer, dem trotz eifriger Tätig-
k-sit der Feuerwehr die Scheune mit Inhalt zum Opfer fiel. Das Wohnhaus und die anderen angrenzenden Wirtschaftsgebäude konnten gerettet werden. — Gestern nachmittag brach in Schlitz in der Gaftwirtschast und Metzgerei von Weher ein Brand aus, bei dem der Dachstuhl eines Nebengebäudes und eine Scheune mit Heu und Stroh ein Raub der Flammen wurden. In beiden Fällen ist der Schaden erbeb^'ch, die Brandursache noch nicht geklärt.
Atts sWer »$« zzqavetieu-Beesmamt «nies SsNdKM svsSöv Devlken-
M'e^«n«s«
Dresden, 22. Dez. Der Generaldirektor der Zigarettenfabrik Haus Bergmann in Dresden Karl Bergmann und sein Bruder L i g m u u d Bergmann sind auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft vorläufig festgenommen worden. Sie stehen unter dem Verdacht, sich gegen die Devisenbestimmungen vergangen zu haben. Es soll sich um mehrere Millionen RM handeln. Zurzeit schweben Verhandlungen, um die beiden Fesigenommenen neuen Sicherstellung einer Kaution auf freien Fuß zu setzen.
Wie später von der Zigarettenfabrik Haus Bergmann mitgeteilt wird, sind Generaldirektor Karl Bergmann und sein Bruder Sigmund in den späten Abendstunden wieder auf freien Fuß gefetzt worden. Die höhe der Kaution ist nicht bekannt.
Von einer der Verwaltung der Zigarettenfabrik nahestehenden Seite wird für Freitag eine erschöpfende Aufklärung des aufsehenerregenden Falles angefünbiat. Es wird angedeutet, daß es sich nur um eine Denunziation handeln soll Außerdem wird von dieser Seite angenommen, daß die den Brüdern Beramann zur Last geleaten angeb- licben. Deu’ienfdnebunaen mit der in diesen Ionen erfolgten Uebereignung des Aktienbesitzes an die Br'tiib-American Tobacco Co. zusammenbänaen. Ansibp'nend handele es sich darum, den Erlös für den Aktienverkauf sicherzustellen bzw. dafür zu sorgen, daß dieser Erlös im Inland oerbleche.
cZffsAenMMuMs« EfgeNrMr
Stuttgart, 22. Dez. Seit Monaten verfolgt die Zollfahndungsstelle Stuttgart Spuren einer um« fangreichen Effektenschiebung. Ein früherer Bankier aus" Stuttgart hatte über feine Bankkonten und durch andere Privatleute Wertpaviere verkaufen lassen, die nachweislich aus der Schweiz stammten. Gemeinsam mit einem Kaufmann aus Bafel, der als Devisenschieber bekannt ist, hatte er wäbrungs- schädigende Effektenaeschöfte gemacht Weitaus der größte Teil des Erlöses ist wieder ins Ausland zurückgewandert. Bei den unlauteren Geschäften haben die beiden einen bedeutenden Spekulations- aewinn erzielt. Als Kurier zwischen Stuttgart und Basel leistete eine Dame aus Stuttgart Dienste. Das Verfahren gegen die Beteiligten ist eingeleitet.
Bimstest Aag4
gegen einen nichkveranlworllichen Redakteur
Berlin, 22. Dez. Der hier wohnende Hellseher Erik Jan Hanussen klagte heute vordem Amtsgericht Mitte wegen Beleidigung und Verleumdung gegen Dr Hurtig, den verantwortlichen Redakteur der „Welt am Abend". Im Mai verunglückte bei dem großen Avus-Autorennen der junge tschechoslowakische Rennfahrer Fürst L o b k o w i tz tödlich. Danach soll Hanussen behauptet haben, daß er das tragische Ende des Fahrers vorausgesehen und die Rennleitung des ADAC, vorher vor diesem Rennen gewarnt habe. Aus Anlaß dieser Vorfälle erschien in der „Welt am Abend" ein Aufsatz unter der Ueberschrift: „Ist Hanussen schuld am Tod Lobko- witz'?", worin Hanussen der Vorwurf gemacht wurde, daß er mittelbar am Tod' Lobkowitz schuld sei, da er den Fahrer durch feine Voraussage nervös gemacht habe. Weiter hieß es darin, daß sich das Publikum leider von Hanussen bluffen und neppen lasse, obwohl er keine Spur von Hellseher sei, sondern nur ehrlichen Artisten das Brot meg« nehme.
Zur allgemeinen Ueberraschung erklärte barm Redakteur Hurtig, daß er die preßgesetzliche Verantwortung für den Aufsatz nicht übernehme, da, wie das Impressum des Blattes beweise, nicht er, sondern ein anderer Redakteur verantwortlich gezeichnet habe. Auf die Frage des Vorsitzenden, warum denn dieser Einwand von dem Angeklagten nicht eher erhoben worden sei, erwiderte der Vertel- diger unter allgemeiner Heiterkeit, daß er vorläufig keine andere Möqlickkeit gehabt habe, zu beweisen, daß Hanussens Hellseherei Schwindel sei, da feine großartige Kunst noch nicht einmal dazu ausgereicht habe, vorauszusehen, daß er den falschen Redakteur verklagt habe. Hanussen erklärte er würde nun den richtigen Redakteur verklagen. Das Verfahren gegen Hurtig wurde daraus eingestellt.
Karl Ossietzky aus der Haft entlassen
Berlin, 22. Dez. Der Herausgeber der „Weltbühne" Karl Ossietzky ist, wie das „Berliner Tageblatt" meldet, Donnerstag auf Grund der Amnestie aus dem Gefängnis entlassen worden Ossietzky war wegen Landesverrats zu anderthalb Jahren Gefängnis verurteilt worden.
Verhaftung eines Lustmörders •
Leipzig, 22. Dez. Der Lustmörder von Görnitz, der am Sonntag ein dreijähriges Mädchen erdrosselt und sich hernach an ihm vergangen hat, ist in der Person eines 21jährigen Arbeitslosen ermittelt und festgenommen morden.
Turn- und Sportvereinigung 1860 e. V. Hanau
Am Sonntag, bm 25. Dezember 1932 (1. Weihnachtsfeiertag), feiern wir in den Räumen der Stadthalle unser
72. Stiftungsfest
bestehend in Konzert, Gesang, Bunter Bütun®, Beil — Ansager: Ihm
Die Musik wird von der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr unter Leitung des Kapellmeisters Herrn Otto Lohrey ausgeführt.
Zu der Feier laden wir unsere Mitglieder und deren Angehörige, sowie Freunde und Gönner des Vereins herzlichst ein. K i n der unter 1 4 Jahren haben keinen Zutritt. Saalöffnung 6 Uhr R e sta u r a t i o n b e i B i e r Anfang 7 Uhr«
Eintrittspreise: einschl. Steuer: Mitglieder 60 Pfg., Nichtmitglieder 1.— Mk. Mitgliedskarten sind am 22 und 23. Dezember von 6 bis 8 Uhr abends und am 1. Weihnachtsfeiertag von ■ 10 bis 12 Uhr im Eigenheim Sandeldamm, unter Vorlage des Mitgliedsausweises erhältlich. Im Vorverkauf für Nichtmitglieder im Zigarrenhaus Dörr, Marktstraße. 2 'In der Abendkasse sind nur Karten zu 1.— Mk. zu haben. ' Der Vergnügungsausschuß. W