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Schleicher will mit Gitter verhan-etn
Die Enttcheiduns des ReichspröKdente« «ochmats HMaussetchobe« Heute Vekvvechuns Schleicher-Httler über die Form der Opposition der «SNAV 7
Hitler in Weimar
(Letzte Meldung.)
München, 30. Jtov. wie der «völkische Beobachter" mitteilt, ist Adolf Hiller nicht nach Berlin gefahren, sondern befindet sich i n w e i m a r, da in Thüringen die Wahlkämpfe für die Gemeinderatswahlen stattfinden. Auch Dr. Goeb- bels ist in Thüringen. Göring und Strasser haben sich zur Berichterstattung nach Thüringen begeben.
Berlin, 30. Rov. 3n der Umgebung des Generals von Schleicher rechnet man damit, daß die Besprechungen mit Hiller doch heute nachmittag zustande kommen. Hitlers Fahrtunterbrechung war dem Reichswehrministerium schon in den frühen Vormittagsstunden bekannt. Man kann also annehmen, dah Hitler den Reichswehrminisler unterrichtet hat. Vermutungen, dah die Besprechung außerhalb Berlins oder durch Mittelmänner des Generals von Schleicher stattfinden könnte, sind nach unseren Informationen abwegig. 3n Weimar ist über die Dispositionen Hitlers nichts zu erfahren. Ls wird dort nur darauf hingewiesen, dah Hitler ja von Weimar aus jederzeit mit dem Flugzeug nach Berlin reifen und nach feinem Abflug innerhalb von zwei Stunden in Berlin eintreffen kann.
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Der Reichspräsident empfing am Dienstag den <ms Genf zurückgekehrten Reichsaußenminiister Frhr. von Neurath zum Vortrag.
Aus Karlsruhe wird gemeldet: Der sozialdemokratische Abg. Rückert hat in einem Schreiben an den badischen Landtag sein Amt als Staatsrat und stellvertretender Innenminister niedergelegt. Damit ist die Sozialdemokratie endgültig aus der badischen Regierung ausgetreten.
* Ueber die Entwicklung der öffentlichen Finanzen seit dem Jahre 1925 sprach gestern abend der Reichsfinanzmimster in der Hochschule für Politik in Berlin.
• Der Präsident des Statistischen Reichsamts, Professor Wagemann, äußerste sich optimistisch über die Weiterentwicklung der Wirtschaft.'
Der Reichskommissar für das preußische Ministerium des Innern hat an Stelle des Ministerialdirektors im preußischen Ministerium für Volkswohlfahrt Dr. Peters, Ministerialdirektor im preußischen Ministerium des Innern Dr. Surèn zum preußischen Staatskommissar für die Regelung der Wohlfahrtspflege mit Wirkung vom 1. Dezember 1932 ernannt.
Die thüringische Staatsregierung gibt soeben ein Arbeitsbeschaffungsprogramm bekannt, für das fünf Millionen Reichsmark vorgesehen sind, die restlos der thüringischen Wirtschaft, dem Bauhandwerk, dem Gewerbe und dem handel zufliehen sollen.
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Der Reichsrat hält heute wiederum eine Vollsitzung ab Ms wichtigster Punkt steht auf der Tagesordnung die Wiedereinlbringung des auf internationalen Abkommen beruhenden Gesetzentwurfes über die Vereinheitlichung des Wechsel- und Scheckrechtes. Der Reichsrat hatte sich mit diesen Entwürfen schon mehrfach beschäftigt und sie verabschiedet; im Reichstage konnten die Gesetzentwürfe infolge der Parlamentsauflösung nicht erledigt werden. Sie sollen nun unverändert dem neuen Reichstag vorgelegt werden, *
Die Aussonderung nicht entschuldungsfähiger landwirtschaftlicher Betriebe im Osthikfegebiet hat, rote WTB -Handelsdienst erfährt, in der letzten Zeit starke Fortschritte gemacht, womit auch der Siedlung wieder ein starker Austrieb verliehen wird. Bisher sind, wie verlautet, bereits ca. 300 000 Morgen für die Siedelung geeignete Ländereien auf diese Weise bereitgsstellt worden. Zur Durchführung der Siedlung ist. wie weiter verlautet, Kulturamts- präsident Boddin, Kassel, als Ministerialdirigent in das Reich-ministerium für Ernährung und Landwirtschaft berufen worden.
• Herriot und Dowgalervski unterzeichneten den französisch-russischen Nichtangriffspakt.
* ) Näheres stehe politischen Test
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Berlin, 29. Rov. Der Dienstag hat eine Fülle sensationeller Nachrichten über die Versuche zur Lösung der Regierungskrise gebracht, aber ebensoviele Dementis sind all diesen Kombinationen auf dem Fuße gefolgt, so daß man eigentlich kaum weiß, wie die Dinge tatsächlich liegen. Wenn man am Vormittag in der Wilhelmstraße vernehmen konnte, daß Herr Schleicher bereits seine Bemühungen als erfolglos eingestellt habe, nachdem ihm die Vertrauensleute Hitlers, Strasser und Frick, eine Absage des Führers der Nationalsozialisten übermittelt hatten, so wurde wenige Stunden später von derselben Stelle aus das gerade Gegenteil behaupet. Es wurde festgestellt, daß die Bemühungen Schleichers unentwegt weitergehen, und daß nach wie vor Versuche gemacht würden, alle sich bietenden Möglichkeiten zur Ueberwindung der Hindernisse auszuschöpfen. Die letztere Darstellung scheint zuzutreffen, denn von Schleicher hat Adolf Hitler zu einer Besprechung zu sich gebeten. Die Be-
sprechung soll am Mittwoch stattfinden.
Sevtvovvene Lase
Die Verwirrung, die das ständige hin und Her der Verhandlungen zur Lösung der Regierungskrise angerichtet hat, dürfte Dienstag ihren Höhepunkt erreicht haben, wenn nicht noch weitere Ueber- raschungen eintreten. In der Umgebung des Reichspräsidenten und in den der Wilhelmstratze nahestehenden politischen Kreisen hatte man damit gerechnet, daß bis Dienstag abend endlich die notwendige Klärung eingetreten fei und daß der Reichspräsident am Mittwoch vormittag seine Entscheidung über die Ernennung des neuen Präsidialkabinetts treffen würde. In gewissen politischen Kreisen war am Dienstag mittag das Gerücht verbreitet, daß die Wiederernennung des bisherigen Reichskanzlers von Papen wieder im Vordergrund stehe, da Herr von Schleicher auf die weitere Verfolgung von Kabinettsplänen unter feiner Führung verzichtet habe. Dieses Gerücht wurde auch von dem Conti-Nachrichtenbüro verbreitet und von uns wiedergegeben. Dieses Gerücht war falsch — bereits die Berliner Abendblätter wandten sich scharf gegen diese falsche Information, wobei der „Vorwärts" von „alarmierenden Gerüchten" sprach und erklärte, diese Nachricht habe in den Betrieben eine ungeheure Erregung bei der Arbeiterschaft ausgâöst. Eine Wiederbeauftragung Papens werde als schwerste Provokation empfunden. — Die „D. A. 3" glaubte hinter dieser Nachricht absichtliche Störungsversuche vermuten zu sollen und meinte, wenn auch eine „Tolerierung" Schleichers durch die NSDAP, nicht in Frage komme, so bestehe durchaus die Möglichkeit, die Nationalsozialisten daran zu interessieren, daß die innerpolitische Entwicklung einen anderen Kurs nehme, als in den letzten Monaten. Das Gleiche gelte für andere wichtige Machtgruppen, besonders für das Zentrum.
Konkeve«» bei Sinbenbues
Berlin, 29. Rov. Die Unterredung v. Schleichers mit den nationalsozialistischen Unterführern Gregor Straffer und Frick, der man mit großer Spannung entgegengesehen hatte, hat nicht stattgesunden. Die beiden Abgeordneten waren zwar in Berlin eingetroffen, hatten jedoch dem Reichswehr- minister mitgeteilt, daß Verhandlungen nicht von ihnen, sondern nur von Hitler selbst geführt werden könnten. Falls ein derartiger Wunsch bestünde, könnte Hitler am Mittwoch in Berlin eintreffen. Daraufhin hat Herr v. Schleicher eine Einladung an Herrn Hiller ergehen lassen, sich mit ihm an den Konferenztisch zu setzen.
Am Dienstag nachmittag waren der Wehr- minister, Reichskanzler v. Papen und Staatssekretär Meißner beim Reichspräsidenten. Sie haben einen Zwischenbericht erstattet und wohl auch bei dieser Gelegenheit dem Reichspräsidenten nahegelegt, sich mit dem nochmaligen Versuch einverstanden zu erklären, Hitler in den Kreis der Besprechungen einzubeziehen Reichspräsident v. Hindenburg dürfte hierzu seine Einwilligung gegeben und die Entscheidung* vertagt haben.
Häife’eaten um Ä«
Berlin, 29. Nov. Die neue Aussprache Schleichers mit Hitler ist, wie erinnerlich, die zweite, ölè innerhalb kurzer Zeit Schleicher und Hitler haben. In jener ersten, die kurz vor Hitlers letzter Entscheidung über seine Ansprüche auf das Kanzleramt war, hatte er dem Reichswshrminister auf dessen Frage erklärt, daß für ihn nur seine eigne Kandidatur in Frage komme und daß jedes
andre Kabinett, auch ein vom Reichswehrminister geführtes, nicht auf Duldung durch die National- sozial'sstische Partei rechnen könne. Diese Erklärung Hitlers ist in der Zwischenzeit durch die Presse seiner Partei nicht zuletzt den „Völkischen Beobachter" von heute. nachdrücklich unterstrichen worden. Dennoch muß die neue Aussprache Hitlers mit Schleicher irgendwie einen politischen Sinn haben. Hitler wird immerhin Genugtuung empfinden, daß man ihn schon nach wenigen Tagen wieder nach Berlin zu einer Aussprache beruft und nicht erst einige Monate verstreichen läßt, wie er selbst am Sonntag in Weimar vorausgesagt hatte. Für ihn spricht also bei der Annahme der Berliner Einladung sicherlich Prestigebedürfnis mit. Der Re ich s- wehrminifter wird sich wohl kaum großen Hoffnungen hingeben, daß es ihm etwa gelingen werde, Hitler eine andre Auffassung beizubringen und ihn zu einer andern Haltung gegenüber einem etwaigen Kabinett Schleicher zu bewegen. Für ihn ist aber wohl das Entscheidende, daß er eine nochmalige und damit allerletzte Feststellung trefen will, wie weit Hitler in seiner Ablehnung überhaupt zu gehen entschlossen ist.
Es wäre denkbar, daß der Reichswehrminister Wert darauf legt, von Hitler persönlich über die Stimmung in der gesamten Rationalsozialistischen Partei, auch in den SA. pnd SS., unterrichtet zu werden: denn für den Fall einer erneuten Reichslagauflösung muß der dann amtierende Kanzler vorher Klarheit gewinnen, welche Haltung die einzelnen Parteien, zumal die Rationalsozialislische, außerhalb des Parlaments einnehmen werden.
Nle innrvvolitische Lage im Spiegel de* Mette
Berlin, 30. Nov. In den Berichten und Kommentaren zur innerpolitischen Lage in der Morgenpresse spielt naturgemäß die für heute erwartete Unterredung zwischen General von Schleicher und Adolf Hitler die Hauptrolle. Die „Börsenzei - t u n g", die es für möglich hält, daß General von Schleicher auch dann den Auftrag zur Kabinettsbildung bekommen könnte, falls die Verständigung mit der NSDAP, scheitere, hält es für verfrüht, schon jetzt anzunehmen, daß die Verständigung mit der größten Rechtspartei auf keinen Fall gelingen werde. Es handle sich um ein Ziel, dem sicherlich noch sehr beträchtliche Hindernisse im Wege stünden, doch seien diese Hindernisse nicht so groß, als daß sie von vornherein unüberwindbar erscheinen müßten. Ein Versuch sei jedenfalls notwendig und — bei aller gebotenen vorsichtigen Schätzung der Erfolgchancen — zum mindesten nicht ganz aussichtslos.
Die „D. A. Z." bezeichnet als die Frage, die an Hiller zu richten fei, nicht die Frage nach einer Tolerierung eines etwaigen Kabinetts Schleicher. Daß die Rationalsozialisten auch gegen ein Kabinett Schleicher in Opposition verharren würden, sei nach Hitlers früheren Erklärungen eine Selbstverständlichkeit. Es handele sich vielmehr angesichts der drohenden Gefahren für Staat und Volk nur um die Form der Opposition, oder, noch genauer aus- gedrückt, darum, ob diese Opposition weiter eine legale Opposition bleiben werde.
Das Blatt hofft, daß sich Hitler in der heutigen Unterredung allein von staatsmännischen und vaterländischen Gesichtspunken leiten lasse und nicht seinerseits eine Lösung der Regierungsfrage kaputtschlage, die ihm in ganz kurzer Frist, vielleicht zunächst in Preußen, aber demnächst auch im Reich, die größten Aussichten eröffne. Die gleiche staatsmännische Haltung sei aber auch von den amtlichen
. , (Fortsetzung auf Seite 2)
Deutschland und die ^viegsichuldensvase
Wie nicht stark genug betont werden kann, wird Deutschland von den gegenwärtigen Aus« einandersetzungen zwischen den Vereinigten Staaten und ihren Kriegsschuldnern nicht be« rührt. Das Ende der Reparationen ist in Lausanne beschlossen worden und dieser Beschluß kann nicht rückgängig gemacht werden, mag das Abkommen von Lausanne von der Ratifizierung vielleicht auch noch weit entfernt sein. In England und Frankreich konnte man unter dem ersten Eindruck der amerikanischen Ablehnung die Meinung hören, wenn der Kriegsläubiger Amerika jetzt seine Schuldner zur Zahlung zwinge, so müsse auch die Reparationsfrage wieder aufgerollt werden. Man hat inzwischen wohl eingesehen, daß man durch solche Forderungen die Lage nur noch verschlimmert. Nach der heute vorherrschenden Ansicht kommt es vielmehr darauf an, die Vereinigten Staaten von der Undurchführbarkeit ihrer Zahlungsforderung zu überzeugen.
Daß man sich in den Vereinigten Staaten von der wirklichen Bedeutung und Natur der Kriegsschulden immer noch die sonderbarsten Vorstellungen macht, kann keinem Zweifel unterliegen. Selbst in sonst verständigen Kreisen scheint man keine Ahnung von dem wahren Sachverhalt zu haben. So hat, wie wir auf Seite 2 melden, der amerikanische demokratische Senator Harrison vor kurzem eine Rundfunkrede gehalten, über deren Kriegsschuldenweisheit man nur den Kopf schütteln kann. Da Harrison im kommenden Kongreß Vorsitzender des Senatsausschusses werden soll, so kann man über feine Auffassung nicht mit einem Achselzucken hinweggehen. Harrison behauptete, bei einer vollständigen Streichung der Kriegsschulden würde sich die finanzielle Kriegsbelastung auf die einzelnen Länder wie folgt verteilen: Deutschland 1 Prozent, Frankreich 8, Italien 2, Vereinigte Staaten 39 und England 50 Prozent. Er meinte weiter, Deutschland werde dann als ein fast lastenfreies Land bei dem kommenden Konkurrenzkampf in erster Linie stehen und alle seine Mitbewerber schlagen können.
Es gehört eine unglaubliche Unkenntnis dazu, um eine solche Behauptung aufzustellen. Wenn Deutschland auch nach der Streichung der Reparationen keine politische Schulden mehr zu zahlen hat, so ist es doch durch die bisherigen Zahlungen bis aufs Mark ausgesogen worden. Im übrigen stehen wir keineswegs lastenfrei da, sondern sind mit einer privaten Milliardenverschuldung belastet, die wir selbstverständlich an das Ausland zurückzahlen müssen. Diese ausländischen Kredite sind zum größten Teil in der Gestalt von Reparationen wieder in das Ausland zurückgeflossen, so daß also die private Verschuldung eine verdeckte politische Schuld darstellt neben den vielen Goldmilliarden, die bereits in die Taschen unserer Kriegsgläubiger geflossen sind. Deutschland ist zweifellos am schwersten belastet von allen Nationen und wenn man behauptet, es habe mit einem Prozent Belastung einen Vorsprung vor allen anderen, so beweist man damit nur eine abgrundtiefe Unkenntnis der wirklichen Verhältnisse.
Mit der Anführung von blanken Ziffern läßt sich im übrigen in diesem Falle gar nichts beweisen. Die Erfahrung der letzten Jahre hat uns gerade genügsam gelehrt, daß die rücksichtslose Eintreibung politischer Schulden den Schuldner zwar ruinieren kann, aber auch dem Gläubiger den größten Schaden zufügt. Die Londoner „Times" macht darauf aufmerksam, daß England in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres von den Vereinigten Staaten Waren im Werte von 59 Millionen Pfund bezogen hat, während es an die Ver-
V« heutige Nummer umfaßt 12 Setters