irr. 279
Bezirkssparkafsenverfammluug
£ Büdingen. 26. Nov. In einer ordentlichen Atgliederversammlung der Bezirkssparkasse Büdin- an wurde die Rechnung für Rechnungsjahr 1931 itgegengenommen. Der gesamte Jahresumsatz be- Mß im Rechnungsjahr 28 Millionen RM, die Bi- mzziffer erreichte die Höhe von 2 709 460.72 RM, ierin sind jedoch Aufwertungsumsätze, das Verlogen und die Verbindlichkeiten nicht enthalten, te Spareinleger haben sich um das Jahr um 200 -höht, so daß die Gesamtzahl der Einleger 2900 2trägt Jeder sechste Einwohner des Bezirks hat -mit ein Sparbuch. Die bei der Kasse angelegten anten, mehrfach Darlehnskonten, belaufen sich auf mb 2000. Die Genehmigung der Rechnung, wie e Entlastung des Vorstandes wird einstimmig er- iilt Auf Antrag der Verwaltung wird der 1 ahresüberschuß, welcher 41922.49 RM beträgt, : ’r Rüchlage überwiesen, so daß dieselbe sich auf i 21 588.89 RM erhöht. Sodann werden die Wah- n zum Aufsichtsrat vorgenommen. Ein drittel ;s Aufsichtsrats ist von der Aufsichtsbehörde zu er- muen. Das Hessische Kreisamt hat darauf hin e Herren Altbürgermeister Knecht, Mittelgründau rd Kaufmann Wilhelm Bube, Büdingen ernannt, us der Wahl gehen hervor die Herren Bürger- eister Albrecht, Bürgermeister Geiß, Bürgermeister eiche rt und Bürgermeister Reutzel, sämtlich auf 4 ähre. Nach anerkennenden Worten der Herren ustizrat Dr. Reh und Kreisdirektor Dr. Gaßner ier die vorzügliche Arbeit der Kassenoerwaltung ab des Herrn Direktor Kmietsch im besonderen, itte die Versammlung ihr Ende erreicht.
$ Büdingen, 26. Nov. Aus Hannover kommt die achricht, daß dort, 80jährig, der Geheime Baurat rof. Dr. Albrecht Haupt, ein geborener üdinger und Sohn des früheren Direktors des esigen Wolfgang-Ernst-Gymnasiums, Dr. Georg aupt, verstorben ist. Der Verblichene hatte in Giern Architektur studiert, wirkte lang« Jahre als «ier Architekt, baufachlicher Schriftsteller und röter als Dozent an der Universität Hannover, Alendete zahlreiche bemerkenswert« Bauten eutschlands und war vor allem durch eine große ab wertvoll« Schriftstellertätigkeit bekannt.
Aus Svaukkuvt a. M
Erhöhte Strafe in einem Devisenschieberprozeß
: Im Juni wurde vor dem Großen Schöffen- :richt ein Deoisenschieberprozeß verhandelt, der h gegen den Bankier Dr. Walter Jnhäuser, den aufmann H. und einen dritten Beschuldigten richte. Von den Angeklagten wurde letzterer freisprochen, Dr. Jmhäuser zu einem Jahr und neun Sonaten Gefängnis und 20 000 RM Geldstrafe, H. i sechs Monaten Gefängnis und 5500 RM Geld- rafe verurtoiU. Zur Sicherung der Geldstrafen uvde das Vermögen der Deruteilten beschlag- ihmt. Wähend Dr. Jmhäuser die Strafe annahm, e er gegenwärtig verbüßt, legte H. Berufung n. Auch die Staatsanwaltschaft war mit dem Er- nntnis nicht zufrieden und legte ebenfalls Be- lfung ein. So mußte der Fall bezüglich des An- Alagten H. von der Großen Strafkammer nachprüft werden. Hier beantragte der Vertreter der nklage eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und ) 000 RM Geldstrafe. Nach mehrstündiger Der- inhlung gelangte das Gericht zu der Verwerfung r Berufung des Angeschuldigten. Auf die Be- I fung der Staatsanwaltschaft wurde die gegen H. kannte Strafe auf neun Monate Gefängnis und ) 000 RM Geldstrafe erhöht. Der Angeklagte itte in der Schweiz ein Vermögen von etwa I 000 Franken. Dieses Vermögen hat er nicht i gemeldet.
weite Versammlung der Inhaber dec frankfurter Schätzanweisungen
: Die Inhaber der Schatzanweisungen d«r Stadt rankfurt von 1929 werden zu einer weiteren Der- mmlung eingeloden, die am 19. Dezember im Ä olksbildungsheim Frankfurt stattfinden soll. Auf >r Tagesordnung stehen: 1. Berichterstattung des läubigervertreters, 2. Beschlußfassung über die «Währung einer Stundung auf längstens drei ahre unter Festsetzung der Bedingungen, 3. ev. rmächtigung des Gläübigervertreters im Interesse agestörter Fortführung der Verhandlungen, eine irläufige Stundung bis längstens 31. März 1933 i gewähren, 4. ev. Ermächtigung des Gläubiger- irtreters und Beschlußfassung wegen Geltend- achunq der Rechte gemäß § 14 Absatz 2 des Ge- tzes betr. die gemeinsamen Rechte der Besitzer von chuldverschreibungen vom 4. Dezember 1899. Entbrechend dem Wunsche der ersten Jnhaber- wsammlung ist der Kreis der Hinterlegungsstellen wesentlich erweitert worden.
Versuchter Raubüberfall
: Freitag abend gegen 21 Uhr wurde ein Den- st in der Zeppelinallee von zwei unbekannten tännern überfassen. Ein Täter schlug ihm mit nem Gummiknüppel über den Kopf, während der weite versuchte, ihn zu würgen und feine Taschen 1 berauben. Der geistesgegenwärtige Dentist gab sm einen Täter einen Stoß und tonnte flüchten.
Festnahme einer Geflügel-Diebesbande
: In letzter Zeit wurden vielfach Geflügel- und aninchendiebstähle in der näheren und weiteren imgebung Frankfurts zur Anzeige gebracht. Gestern konnte nun eine vierköpfige Diebesbande rmittelt und festgenommen werden. Dieses Diobes- eeblatt borgte sich kürzlich von einem Bekannten
Montag, den 28. November 1932
ASA will die Schutdeuvateu nicht mehr stunden
Attes fragt nach Rosemarie
Rosemarie Boddiv-Pokorra, das
Berlin, 26. Nov. Im Berliner Lazarus-Krankenhaus liegt ein Kind, das in den sechs Jahren seines kurzen Lebens das Leid und die Dual eines ganzen Lebensalters tragen mußte, das alle menschlichen Niederträchten erfuhr, alle überhitzten Gefühle des Hasses, nur das eine nicht — Liebe.
Rosemarie Boddin, nun außer Lebensgefahr, Opfer unvorstellbarer menschlicher Bestialität, jahrelang gefoltert von der Frau, zu der das Kind „Mutter" sagen wollte, weiß, was ihr geschehen ist. Rosemarie weiß aber nicht, was ihr noch geschehen wird. Wenn man es ihr sagte, dann würde sie es nicht begreifen, weil sie es nicht kennt.
Ein unendliches Maß an Fürsorge, an Güte und Zärtlichkeit scheint die Zukunft für das Kind be- reitzühalten.
Eine ganze Wettstadt und über deren Grenzen hinaus vielleicht ein ganzes Land sorgen sich um das Kind Rosemarie.
Das Kind ohne Glück, ohne Liebe und Freude. Bald wird Weihnachten sein, und wenn man vor der kleinen Kranken im Lazarus-Krankenhaus das Wort „Heiligabend" erwähnt, dann wird sie an den letzten denken, wo nicht ein kleines Stück Schokolade, ein Bonbon, ein Zuckerstück oder ein gutes Wort der Mutter für sie da war, wo sie in den dunkelsten und kältesten Keller des Hauses gesperrt wurde und dort allein und frierend meinen durfte, bis zum frühen Morgen.
Es ist gut, zu wissen, daß diesmal Rosemaries Weihnachten ein anderer fein wird. Ununterbrochen treffen im Berliner Polizeipräsidium Schreiben ein, waschkorbweise. Man will Rosemarie in Pflege nehmen und will das Kind adoptieren. Vor dem Zimmer des Kriminalkommissars Zapfe, dem die Aufklärung des furchtbaren Verbrechens her Martha Boddin zu verdanken ist, drängen sich Haufen von Menschen. Hauptsächlich von Frauen. Alle wollen helfen, wollen unterstützen, wollen raten, Fürsorge tragen, Güte bringen. Manche bringen gleich Geld mit. Sie wollen das ihrige tun, um die Zukunft des Sorgenkindes von Berlin sicherzustellen.
Ist der Ansturm der reinen Menschlichkeit, der auf dem Berliner Polizeipräsidium abzuwehren ist. schon groß, so haben Pförtner und Pflegerinnen, Assistenzärzte und Leiter des Lazarus-Krankenhauses
ein Auto, das bereits bei der Steuer abgemeldet war und versah dieses mit einem falschen Erkennungszeichen. Mit dem Wagen fuhren sie nach Dauernheim und stahlen am 24. November aus einer Hühnerfarm 108 Hühner und sechs Gänse. Um an die Hühnerställe gelangen zu können, durchschnitten üe an drei Stellen einen Drahtzaun, schlachteten di« Hühner dann ab und verfrachteten sie in dem Auto. Auf der Rückfahrt nach Frankfurt a. M. hingen sie unterwegs noch in Dorn- Assenheim Wäsche, die zum Trocknen aufgehängt war, von verschiedenen Seinen ab. Einer der Täter verlor am Tatort einen Zettel mit einer Frankfurter Adresse: dieser wurde den Dieben zum Verhängnis. Die Gießener Landeskriminalpolizei setzte sich sofort mit der Frankfurter Polizei in Verbindung, die die Täter bereits am Freitag ermitteln und feftnebmen konnte. Bei der Durchsuchung der Wohnungen der Diebe wurde noch der größte Teil der gestohlenen Wäsche oorgefunden. Zwei der Täter wohnten in Wohnwagen und haben vermutlich beim Umherzichen günstige Gelegenheiten für Diob- stähle ausbaldowert. In einem der Wohnwagen fand man abgeschlachtet Hühner und Gänse, 25
Statistik der ungeheuren Summen, die europäische Staaten als sogenannte „politische Schulden" an die Vereinigten Staaten zu zahlen haben. Die Summen sind in jeweils verschiedener Höhe als ' „ Halbjahresraten zu begleichen. Zur einfacheren Uebersicht sind sie hier „kapitalisiert", d. h. es ist errechnet, welches der Nominalwert wäre, wenn die Summen nach Abrechnung eines Zinssatzes von 5,5 Prozent jetzt bezahlt würden. In Wirklichkeit vermögen aber die Staaten noch nicht einmal die Halbjahresraten aufzubringen, die am 15. Dezember fällig sind. Im Zusammenhang mrt der Unnachgiebigkeit Amerikas hat der Pfundkurs sich in den letzten Tagen wieder erheblich abgeschwächt.
Sorgenkind der Reichshauptstadt kaum noch eine Möglichkeit, dem Strom all derer, die hlfen wollen, zu entgehen.
Ununterbrochen geht es. Viele Besucher kommen, die wollen das Kind nur einmal sehen. In erster Linie sind es Frauen. Nur einmal gut sein wollen sie zu der kleinen Märtyrerin, ihr einmal nur die Händchen streicheln dürfen.
Sie müssen abgewiesen werden, denn das Kind ist noch schonungsbedürftig. Dazwischen kommen Boten und die Paketpost, Geldbriefträger und sogar Bankboten, Lebensmittel und Kleider für Rosemarie, Geld und Früchte, Briefe, Diel Briefe. Man wird sie alle einmal dem kleinen Mädchen vorlesen. Sehr bald vielleicht wird eine Schwester einige Tage damit zu tyn haben. Dann kommen sie in einen großen Kasten, und vielleicht nach zehn, fünfzehn Jahren wird eine glückliche, junge Frau sie wieder vorpacken. Das war damals, wird sie dann wohl denken, als Millionen von Menschen mir bie Mutter ersetzen wollten, die ich nie gehabt habe . . .
Aber noch ist Rosemarie erst ,«chs Jahre alt, und was sie jetzt denken kann, wird, wenigstens für die nächsten Tag«, die Freude, das wundergläubige Staunen sein.
Da kommen täglich klassenweise — und das ist vielleicht am rührendsten in dem unerwarteten Bild der Güte in dieser Affäre des Furchtbaren — gleichaltrige Kinder und bringen ihr Lieblingsspielzeug, Puppen und Puppenküchen, Wägelchen und was eben so zum Schatze sechsjähriger Menschlein gehört.
Alles für Rosemarie! Alles fragt nach Rosemarie, alles sorgt sich um sie, und die ewig in der Lortzing- straße zusammengeballten Menschenhaufen, die immer noch glauben, eines Tages müsse doch die unmenschliche Mutter-Martha Boddin zum Lokaltermin im Hause Nr. 15 geführt werden, denken auf ihre Art an das gequälte Kind. Sie wollen vergelten.
In der Lortzingstraße von Berlin will man Dolksgericht halten nach Art 'des Richters Lynch, doch wenn diese stummen und drohenden Menschen auseinanbergeben, dann sind immer wieder einige unter ihnen, die schnell in das nächste Lebensmittelgeschäft eilen und dann nach dem Lazarus-Kranken- Haus fahren. Mit Früchten oder Süßigkeiten in der Tasche.
Und dann fragen sie nach Rosemarie . . .
Hühnerköpfe und das Fell eines frisch geschlachteten Rindes. Dieses Rind wurde vor einigen Tagen in Lardenbach gestohlen. Eine ganze Reihe weiterer Diebstähle kommt aus das Konto dieser Bande. Die Polizei ist mit der Aufklärung weiterer Fälle beschäftigt. Als Täter kommen in Frage: Friedrich Mettler, am 15. Februar 1904 in Offenbach geboren, Stephan Hahn, am 17. November 1901 in Iserlohn geboren, Ferdinand Dillmeter, am 27. Februar 1898 in Ulfar geboren und Wilhelm Wahn, am 14. März 1892 in Oberreichenbach geboren. Einige der Täter sind als gewerbsmäßige Diebe bereits bekannt.
Sechs SiMichkeilsverbrecher festgenommen
: Kürzlich wurden fünf Sittlichkeitsverbrecher im Alter von 55—77 Jahren festgenommen, well sie sich an noch nicht schrilpflichtigen Kindern vergangen hatten. Gegen alle hat der Richter Haftbefehl erlassen. Ferner wurde der 59jährige Samuel Perlhefter wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen an seinem eigenen Kinde, festgenommen und einge- Biefert. Die Eltern der Kinder können nur immer wieder daraus aufmerksam gemacht werden, diese
__________________Sette I
nicht unbeaufsichtigt zu lassen. Di« alten Männer haben die Kinder durch klein« Geschenk« aus ihr Zimmer ober auch in Gartenhütten gelockt und sich dann an ihnen vergangen. Sie suchten auch auf Kinderspielplätzen die Bekanntschaft der Kinder.
Aus «ab «ud Seen
«in Lèebeèdeama in Obeebeffen
Ein Toler, eine Schwerverletzte
— Gedern, 27. Nov. Samstag nachmittag gab der 26jährige alte Arbeiter Fritz Wagenbach, der seit mehreren Jahren in der Familie der hiesigen Landwirtswitwe Ladner tätig war und auch dort wohnte, auf die 19 Jahre alte Tochter des Hauses, mit der ihn ein Liebesverhältnis verband, einen Schuß ab, durch den das Mädchen schwer verletzt wurde. Dann schoß sich der junge Mann eine Kugel in den Kopf, die ihn so schwer verletzte, daß er bald darauf im hiesigen Krankenhaus verstarb. Das Mädchen liegt mit einem Bauchschuß in lebensgefährlichem Zustand im Krankenhaus darnieder.
Freitod eines Lehrers
— Jugenheim a. d. B„ 27. Nov. Der fort Samstag vermißte 60 Jahre alte Lehrer Lust ist heute früh im Naturschwimmbad als Leiche ge-r borgen worden. Da Lust an einem Nervenleiden litt,' ist Freitod anzunehmen.
Todessturz eines Segelfliegers
— Dillenburg. 27. Nov. Auf dem Segelsluggelände Hirzenhain ereignete sich am Sonntag ein tödlich verlaufener Unfall. Der Flugschüler Biber, ein junger Hirzenhainer im Alter von 27 Jahren, war im Begriff, seine Schlußprüfung zu machen. Aus etwa 60 Meter stürzte er dabei ab. Schwer verletzt wurde der junge Mann aus den Trümmern der Maschine heroorgezogen. Als er im Krankenhaus eingeliefert wurde, war er bereits tot Er hinterläßt Frau und Kind. Die Teilnahme im Segelfliegerdorf ist allgemein.
Tödliche Verkehrsunfälle
— Groh-llmstadl, 27. Nov. Samstag abend gegen 8 Uhr ereignete sich auf der Straße Höchst— Groß-Umstadt ein tödlicher Unglücksfall. Der mH feinem Motorrad aus Heubach kommend und von dort stammende Schmied Otto Gruber stieß in der Höhe des Umstädter Schwimmbades auf den Wen gen des Mühlenbesitzers Heinrich Martin Hax. Gruber erlitt so schwere Verletzungen^ daß der herbeigerufene Arzt nur noch den Tod feststellen konnte. Die auf dem Sozius befindlichen zwei Mitfahrer kamen mit dem Schrecken davon. Gendarmerie und Gericht nahrnen sofort an der Unfall- stelle den Tatbestand auf.
— Kassel, 27. Nov. Hier kam ein Lastkraftwagen mit Anhänger, der über den Lutherplatz in Richtung Mauerstraße fuhr, an einer Straßenbiegung ins Rutschen und fuhr auf den Bürgersteig. Hierbei wurde der Stratzenmeister Wilhelm Povpe aus Grebenstein angefahren und zu Boden geworfen. Mit inneren Verletzungen wurde Poppe ins Krankenhaus transportiert, wo er bald nach der Einlieferung an den Folgen des Unfalls verstarb.
Aus aller wett
SMtverev Unfall auf der Schauinslandbahn
Freiburg, 26. Nov. Auf der nach dem Schauinsland führenden Seilschwebebahn ist Samstag abend aus noch nicht geklärter Ursache eine Kabine entgleist und abgestürzt. Von den Insassen wurde der Schaffner und ein Tourist getötet Ew zweiter Tourist erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Das Unglück hat sich vermutlich infolge fehler* haften Bedienens durch den Schaffner ereignet.
Der schwerverletzte Insasse ist ein in London wohnender Vertreter eines Freiburger chemischen Laboratoriums, der sich seit einigen Tagen in Frei-, bürg geschäftlich aufhält. Er ist britischer Staatsangehöriger, heißt Wilhelm Kühlental und stammt aus Xanten am Rhein. Sein Zustand ist sehr ernst Sein Begleiter, der bei dem Unfall getötet wurde, ist ein Freiburger Chemiker. Das Unglück ereignete sich auf der Fahrt zur Talstation.
Nach dem vorläufigen Befund ist ersichtlich, daß das Unglück auf Fahrlässigkeit des tödlich verunglückten Schaffners zurückzuführen ist, der den Wagen vor der Fahrt ins Tal nicht auf beide Zugseile kuppelte und auch während der Fahrt bis zur Unfallstelle diesen Fehler nicht rechtzeitig bemerkte. Die Untersuchung hat weiter ergeben/ daß der Schaffner von den verschiedenen Möglichkeiten beim Vorliegen von Fehlern den Bahnbetrieb stillzulegen, keinen oder zu späten Gebrauch gemacht hat. Die Kabine ist etwa drei Meter ziemlich senkrecht abgestürzt. Der schwerverletzte Küh- lental wurde dabei aus der Kabine geschleudert, desgleichen der tödlich verunglückte Freiburger Chemiker. Technische oder Konstruktionsfehler der Bahn liegen nicht vor.