Freitag, Sen 25. November 1932
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iainufers auf, doch sprangen diese bei Ansichtio- j! erden ihrer Verfolger schleunigst in den Main uA, reichten auch glücklich das rettende hessische Ufer Zegen Hausfriedensbruch erhielten 5 Anaeklaate eldstrafen von 20-30 RM. Vier Angeklagte muß- n außerdem das Steinwerfen mit je 50 RM i&en. Drei weitere Angeklagte wurden freiae- eisenwar" ^"^" eine Beteiligung nicht nachzu-
Das alle Lied
<1 Ein 29jähriger Kaufmann von hier, der sich be- its einer größeren Gerichtspraxis erfreut, hatte im
* Ommer 1930 bei einer hiesigen Firma eine Schlaf- mmereinrichtung pp. unter Eigentumsvorbeholt af Ratenzahlung erstanden. Als ihn später seine rau verließ, verkaufte er einen Großteil der Möbel )ne daß die Ansprüche der Firma voll befriebigt laren. Die Lieferantin erlitt durch dieses üble ianöver einen Schaden von zirka 750 RM. Mit ucksicht auf seine verschiedenen Vorstrafen, die auf reichen oder doch ähnlichen Gebieten liegen, sah sich is Gericht zu einem gehörigen Denkzettel in Geilt von 3 Monaten Gefängnis bewogen.
* Stadtthealer. Am Samstag, 26. Nov., abends Uhr, findet zu Gunsten der Hanauer Winterhilfe ie Aufführung des Frontstückes „Die endlose -traße" statt (und nicht wie es in unserer gestrigen 'otiz irrtümlich hieß: „Freie Bahn dem Tüchtigen" ieses Stück wird am Sonntag, 27. Nov., gegeben.)
* Zugunsten der Hanauer Winterhilfe. Der ierband der Hanauer Wohlfahrtsorganisationen hreibt uns: Am kommenden Samstag, 26. Novem- er, gelangt im hiesigen Stadttheater „Die end ° o f e Straße", ein Frontstück in 4 Akten, von Kaff und Hintze, erstmals zur Aufführung. Der i e i n e r I ö s dieser Vorstellung ist von der Direk- on des Stadttheaters der Hanauer Winter- il fo zu ged acht. An die Hanauer Bevölkerung rgeht die herzliche Bitte, diese Wohltätigkeitsver- nftaltung durch zahlreichen Besuch zu unterstützen.
* Freibank-Verkauf am Samstag, 26. Novellier, von 8 bis 10 Uhr norm. Zum Verkauf kommt Schweinefleisch, Preis pro Pfund 40 Pfennig, löchstgewicht 5 Pfund. Der Verkauf erfolgt nur in er genauen Reihenfolge der ausgegebenen Karten, «artenausgabe im Schlachchof am Sanistag, 26. loomber, von 7.50 Uhr vorm. ab bis zum Ende cs Verkaufs.
tvettevbevjcht
Das umfangreiche Nordmeertief wird durch Zuuhr polarer Luftmassen langsam aufgefüllt. An einer Südseite führen die aus dem Azo reich och i-eranftrömenben Warmluftmassen bei dem Zusam- nentreffen mit der nördlichen Kaltluft immer noch ,u kleinen Störungen. — Vorhersage bis Freitag ibend: Stärker bewölkt, einzelne Regenfälle, Tem- ieraturen wenig geändert, frische westliche Winde. — Witterungsaussichten für Samstag: Nieder- chlagstätigkeit weiter abnehmend, aber noch meist ledeckt, kälter.
Landkreis Sana«
Dörnigheim, 24. Nov. Obstbaumdie b ft a h l. In hiesiger Gemarkung wurden an vier Stellen in >er Richtung Hanau dreizehn frisch gepflanzte Obst« mume gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen über Den Diebstahl sind an die Landjägerei in Dörnigheim zu richten. Die Mitteilungen werden vertraulich behandelt.
Dörnigheim. 25. Nov. Goldene Hochzeit. Samstag, 26. November, feiern in unserer Ge- neinde als sechstes Paar in diesem Jahre Herr Landwirt Wilhelm Degelmann und Frau geb Lapp, Untergasse 5, das Fest der goldenen Hochzeit
c Marköbel, 25. Nov. Winterhilfe. In der vergangenen Woche wurde hier unter der Leitung Des Herrn Bürgermeisters Goldacker eine Sammlung für die Winterhilfe veranstaltet. Eine Abordnung von Erwerbslosen hatte die Aufgabe Die- Liebesgaben abzuholen. Trotzdem die 9t ot seit dem vorigen Jahre noch weiter Einzug gehalten hat, ist die Sammlung recht zufriedenstellend ausgefallen. Es wurden gesammelt: 20—22 Zentner Kartoffeln, 3—4 Zentner Kraut und Gemüse, 7^ Pfund Fett, 18 Pfund Mehl, 7 Laib Brote, verschiedene Kleidungsstücke und 7.20 RM Bargeld. Der Geldbetrag wurde in Brot und Lebensmitteln angelegt. Von' einer Kommission unter Vorsitz des Bürgermeisters wurden die Gaben, die nicht aufbewahrt werden können, an die Notleidenden verteilt.
Aus Stelnbelm und
Ilmgebuus
— ftlein-Sfeinfjeim, 24. Nov. Die 3. Bezirks- GeflügelaussteUung des Starkenburger Provinzialverbandes Bezirk 6 verbunden mit SOjährigem Jubiläum des Geflügelzuchtvereins Klein-Steinheim findet am 26. und 27. Nov. in Klein-Steinheim in den Räumen von M. Herty statt. Sämtliche Bezirksvereine haben zu dieser Schau überaus zahlreich gemeldet. Der beste Beweis, daß die Ausstellungs-Leitung den richtigen Weg gefunden hat, um allen Züchtern Gelegenheit zu geben ihre Tiere zur Schau zu bringen. Nahezu 700 Hühner, Tauben, Enten, Gänse und Ziergeflügel die zur Parade stehen, werden den Besuchern ein lebhaft prächtiges Bild bieten. In Anbetracht der Reichhaltigkeit an Rassen und Farben ist den Freunden und Züchtern der Besuch dieser Ausstellung die am Samstag, vormittags 10 Uhr eröffnet wird, nur zu empfehlen.
«eselttevtev Empfang des deutschen KeeureeS »Kavlsvuhe^ in «etvsovk
Kapitän Waßner
der Führer des deutschen Schulkreuzers „Karlsruhe", wird von dem Newyorker Bürgermeister Mc. Kee begrüßt. Ganz links der deutsche Generalkonsul in Newyork, Dr. Kiep D.e Behörden und die Bevölkerung der Stadt Newyork bereiteten dem deutschen Kreuzer „Karlsruhe" bei seiner ""Eunft einen überaus herzlichen Empfang. Es ist dies der erste Besuch eines deutschen Kriegsschiffes im Newyorker Hafen seit 1912.
Das heivaisluMse Vrudevauartett
LnftaUat on eines ÄlutovevmretnnssrnftttuteS
Frankfurt a. W., 24. Nov. Die vier Gebrüder Schmidt, zwei Schlosser, zwei Kraftfahrer, betrieben Schäfergasse 17 ein Autoverleihinstitut, das nicht nach den strengen Regeln eines wohldurchdachten kaufmännischen Prinzips aufgezogen war. sondern das nach einem freien System funktionierte oder nicht funktionierte, und bei dem jeder tat, was er Zollte und nicht alle gleichmäßig mitwirkten. Willi, Jdsef, Jakob und Robert Schmidt hatten auch ganz andere Dinge im Kopf, als durch redliche Arbeit ihr Brot zu verdienen. Die Basis ihrer Unternehmens bildeten Heiratsschwindeleien, die je^t das in Haft befindliche vierblätterige Kleeblatt vor Gericht brachte. Heiteres und Ernstes zog in buntem Wechsel in der Beweisaufnahme aus dem Leben der Vier an dem Zuhörer vorüber, und der Fall begann mit der Erörterung der verwickelten Liebesaffären des 38jährigen Jakob, der früher Eisenbahnschaffner war. Jakob ist verheiratet und hat Kinder.
Das hinderte ihn nicht, jahrelang ein Verhältnis mit einem Hausmädchen zu haben. Dieses heiratete 1929 einen Maschinenschlosser. Schon nach drei Monaten ging die Ehe auseinander, das Scheidungsurteil sprach beide schuldig. Die geschiedene Frau setzte das Verhältnis mit Jakob Schmidt fort und gab ihm sogar Geld für Frau und Kinder. In der Hoffnung auf ein Ehebündnis mit Jakob kaufte sie sich Möbel. Als der Galan von der Bahn abgebaut wurde und sich eine Existenz gründen wollte, verkaufte sie die Möbel und lieh ihm einen Teilbetrag, damit er bei der Bornheimer Bank ein Auto kaufen konnte. Damit war der Grundstein zu dem Autoverleihinstitut gelegt. Iakob ist heute noch nicht von seiner Frau geschieden, aber die Beziehungen zu dem wieder in Stellung weilenden Hausmädchen erlitten aus einem anderen Grunde einen jähen Bruch, denn das Hausmädchen kam dahinter, daß sich ihr Jakob für eine Erna interessierte.
Trautes heim — Sonnenschein
Erna befand sich bei der Herrschaft in Stellung, die den fleißigen Jakob als Chauffeur benutzte. So ganz allmählich kamen sich die Herzen näher, denn Erna war von zurückhaltender Natur. Aber schließlich gab sie doch insgesamt 280 RM, denn es wurden in Jakobs kleinem Betriebe Gelder für Wagenreparatur, Garagenmiete und Betriebsstoff gebraucht. Erna bekam dafür Liebesbriefe, die die heiligsten Schwüre enthielten: „Nie liebte ich eine andere als Dich" usw. In einem Schreiben war die Rede vom trauten Heim und vom Sonnenschein.
Jakob hatte ferner noch eine Else im Schlepptau, die er in Verlegenheit der Erna als seine Schwester vorstellte.
Der Betriebsunfall
Die Zeugin Anna ins ein Inserat. Für einen Werkmeister in staatlicher Stellung wurde von dem Bruder desselben eine Frau mit Barvermögen gesucht. Anna schrieb und Josef kam, um das Nichterscheinen seines Brudes Willi mit dessen angeborener Schüchternheit zu entschludigen. Später kamen die edlen Brüder im Auto oorgefahren und Willi erzählte, daß er schon zwanzig Jahre beim Elektrizitätswerk sei. Willi war aber garnicht so schüchern wie er tat, er ging Anna alsbalb um 350 RM für den Josef an, der schlechte Geschäfte mache. Anna ließ sich betören und gab die Summe. Der schüchterne Willi tischte nach einigen Tagen eine neue Mär auf. Er sei wegen eines Betriebsunfalles vom Dienst suspendiert worden und komme als Angeklagter vor Gericht. Und dann sollte es geschehen sein, daß er zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden sei, daß man ihn aber bedingt begnadigen werde, wenn er 700 RM Buße zahlte. Auf einem Spaziergang führte Willi die gutgläubige Anna an der Strafanstalt Preungesheim vorbei und zitternd deutete er auf das Gefängnis: „Da muß ich hinein, wenn ich nicht die Buße zahle". Welch empfindende Seele wäre da nicht weich geworden. ^Anna steuerte 600 RM bei. Willi wollte hierfür Sicherheiten geben und zu dem Zweck mußte er in die Tschechoslowakei reifen, weil er bei einem Freund Aktien holen wollte. „Konnten die nicht geschickt werden?" fragte der Richter: „Das ging wegen der Devisenverordnung nicht", war die schlagfertige Antwort des Angeklagten, der von dec Zukünftigen vierzig RM Reisegeld erhalten hatte und ihr herrliche Liebesbriefe aus der Tschechei sandte, in denen er ihr ein Gute Nacht. schlafe gut, zuvief.
Man stellt vor
Jakob suchte für einen Bruder Robert, den am geringsten vorbestraften Angeklagten, eine Ehehälfte, und als sich Emilie meldete, war Jakob der erste, der sich bei ihr einfand, um den Robert als schüchtern zu bezeichnen. Emilie hat die Bekanntschaft mit Robert ersparte 857 RM gekostet. Robert hatte noch zwei andere Eisen im Feuer, darunter eine Martha, die der Emilie als Cousine vorgestellt wurde. Willi Schmidt wurde als ein Herr Brügge-
mann ausgegeben. j
Der stille Teilhabe»
Zu den Opfern der Betrugsgesellschaft gehörte auch die Hausangestellte Christine, die von Jakob den Robert oorgestellt bekam. Jakob erzählte von dem großen Geschäft, das man habe. Vier 21utos feien ständig unterwegs. Robert war bei dem ersten Zusammentreffen wortkarg und schrieb. etwas. Christine wunderte sich und sagte: „Der is ja so ruhig, der redd nix, aus dem muß erst was gemacht wern". . Als es ihr auffiel, daß Robert seinen Namen nicht schrieb, wurde erwidert: „Ja der ist stiller Teilhaber". Jakob saß in der Geschäftsstelle in der Schäfergasse und sprach fortwährend ins Telefon. Nachher ist Christine dahinter gekommen, daß das Telefon gar nicht ging, sondern abgestellt war.
Der Wert des Menschen
Willi Schmidt, der sich früher einmal in Amerika befand und tatsächlich auch das Aussehen eines Deutsch-Amerikaners hat, gab sich als wohlsituierter Ingenieur aus, der die Absicht habe, von Amerika nach Deutschland überzusiedeln, ein Haus zu kaufen und ein deutsches Mädchen zu heiraten. Als auf sein Inserat eine Zeugin antwortet, schreibt er ihr pharisäisch: „Geld macht bei mir nicht den Wert des Menschen aus — ich muß ihn lieb haben". Ihn die Zeugin von Erkundigungen abzuhalten, teilt er ihr mit, daß er sich nach ihr nicht erkundigen werde.
Das Urteil
Nach langer Verhandlung kam das Gericht zu folgendem Urteil: Willi Schmidt zweieinhalb Jahre Zuchthaus, 150 RM Geldstrafe und fünf Jahre Ehrverlust, Josef Schmidt zweieinhalb Jahre Zuchthaus, 200 RM Geldstrafe und fünf Jahre Ehrverlust, Jakob Schmidt ein Jahr Gefängnis und zwei Jahre Ehrverlust, Robert Schmidt ein Jahr Gefängnis.
Kreis Gelnhausen
s Hailer, 24. Nov. Die derzeitige älteste Einwohnerin unserer Gemeinde, Frau Witwe P u t h geb. Mohn, wurde in leidlicher Körper- und Geistesfrische soeben 89 Jahre alt. — Der Freiw. Arbeitsdienst hat nunmehr in der hiesigen Gemeinde vollen Einzug gehalten. Beschäftigt werden etwa 30 jugendliche männl. Personen, und zwar mit Wegebau- und Entwässerunasarbeiten. Die Maßnahme wird betreut vom Wiesenbaumeister des Kreises Gelnhausen Metz. — Mit dem Holzeinschlag aus dem hiesigen Gemeindewald wird in den ersten Tagen der neuen Woche begonnen werden.
s Niedermittlau, 25. Nov. Der hiesige, seit 40 Jahren bestehende Gesangverein „Liederwald" wird am 18. Dezember unter Mitwirkung von Irl. K. Grebe-Hanau mit einem großen Gesangskonzert vor die Oefsentlichkeit treten.
^«elS Vüd!«aeu
i Bübingen, 24. Nov. Die 31. Oberhessische Verbandsgeflügelschau fand unter reger Beteiligung im Bolkshause zu Vilbel statt. Die Ausstellung war mit etwa 500 Nummern beschickt. Eine große Anzahl Ehrenpreise waren von allen Seiten gestiftet worden. Die Oberhessische Geflügelzucht verfügt über ein vorzügliches Zuchtmaterial. Das kaum auch diesmal bei der Provinzial-Verbands-Ausstellung erneut zum Ausdruck, war doch die Qualität der ausgestellten Tiere im Durchschnitt recht gut, denn von 500 Tieren konnten 230 die Note „sehr gut" erhalten. — Voraussichtlich findet am kommenden Montag, 28. November, im Hotel Stern zu Bübin» gen eine Versammlung des Kreisrechnerverbandes statt, um einen Vortrag über „Die <5teuergutfcheine nach der neuen Notverordnung" entgegenzunehmen«
Aus Avank-urt a. SIL
12 Willionen-Defizik im Frankfurter Haushalt
: Der Magistrat der Stadt Frankfurt hat des Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage über den Ablauf des ordentlichen Haushalts 1932 auf Grund der Wirtschaftsberichte nach dem Stande von Ende September zugehen lassen. Danach ist mit einem tatsächlichen Defizitbetrag von rund 12 Mill. RM für das laufende Etatsjahr zu rechnen. Die wesentlichen Ursachen für die Höhe des nunmehr geschätzten voraussichtlichen Fehlbetrags, der noch nach den Berichten von Ende Juni auf „nur" 8 Blut RM geschätzt wurde, liegen vor allem in den weiteren wesentlichen Einnahmeverminderungen. So ist bei den Zuweisungen aus der Reichs- )Hfe nach den gegenwärtigen Berechnungsgrundlagen mit einem Ausfall von rund 3,8 Mill. RM gegenüber den etatisierten Summen von 9,6 Mill. RM zu rechnen, und zwar trotz der inzwischen er» olgten Erhöhung der Reichswohlfahrtshilfsmittel. Ein weiterer erheblicher Ausfall ist bei den Ueber« weffungssteuern zu erwarten, wo gegenüber den an» gesetzten 7 Mill RM nur höchstens 4 Mill. RM eingehen werden.
Todesopfer eines alten Leichtsinns
: Donnerstag mittag kurz nach 12 Uhr ereignete ich in der Hanauer Landstraße ein schwerer Unfall, dem ein junges Menschenleben zum Opfer fiel. Der 26 Jahre alte Kaufmann Karl Horst aus Bruchköbel fuhr auf seinem Fahrrad die Hanauer Land-