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Samsfag, den 19. November 1932

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NorMsche KaÄâbteu

Dee Reichsvat sese« die Regiemms

Berlin, 18. Nov. Der Rcichsrat stimmte in einer am Freitag abgehaltenen Vollsitzung der von sei­nem Verfâssungsausschuß am 12. November ge­faßten Entschließung zur Frage des grundsätzlichen Verhältnisses zwischen Reich und Ländern zu. Die Billigung der Entschließung erfolgte mit 54 gegen 7 Stimmen der preußischen Provinzen sowie Berlin bei Stimmenthaltung von Mecklenburg-Schwerin, Oldenburg, Braunschweig, Anhalt und Mecklenburg- Strelitz. Die Entschließung vertrat bekanntlich die Auffassung, daß die Maßnahme« des Reiches vom 29. und 3. Oktober über die Einsetzung von Reichs Ministern ohne Geschäfts­bereich weit hinausgingen, und über diejenigen Maßnahmen, die auf Grund der Notver­ordnung vom 20. Juli getroffen worden feien. Ohne bei diesem Anlaß, so heißt es in der Entschließung, die Frage der Rechtsbeständigkeit dieser Anord­nungen weiter zu berühren, stellt der Reichsrat fest, daß durch die Maßnahmen eine grundlegende und tiefgreifende Veränderung im bisherigen ver­fassungsmäßig festgelegten Kräfteverhältnis zwischen dem Reich und Preußen, dem Reich und den Län­dern und den Ländern untereinander herbeigeführt worden ist. Der Reichsrat erwartet, daß die Reichsregierung so rasch wie möglich die zur Be­hebung der eingetretenen Gleichgewichtsveränderung erforderlichen Maßnahmen trifft.

Einmütige Zustimmung ohne besondere Ab­stimmung fand derjenige Teil der Entschließung des Verfassungsausschusses, der angesichts der großen Bedeutung der Reichsreform an die Reichsregierung das dringende Ersuchen richtet, unter Vermeidung überstürzter Maßnahmen und einer übereilten Be­handlung die Länder bei der Gestaltung der Ent­würfe rechtzeitig maßgebend zu beteiligen.

Die Sovdevuuse« des «-kor. «»lksdlenstes

Berlin, 18. Nov. Die Reichsführung des Christl, sozialen Volksdienstes hat zur politischen Lage eine Entschließung gefaßt, die unter Ablehnung eines überspitzten Parlamentarismus eine starke, im Ver­trauen des Volkes verwurzelte Staatsführung for­dert. Stußenpolstisch müsse der Kampf um die Gleichberechtigung Deutschlands bis zum endgültigen Erfolg durchgeführt werden; innenpolitisch sei die vordringlichste Aufgabe die Inangriffnahme eines umfassenden Arbeitsbeschaffungsprogramms. Die Entschließung fordert ferner die Beseitigung der sozial unerträglichen gärten der Notverordnungen und den gerechten Ausgleich der hohen Gehälter in staatlich subventionierten Betrieben. Der Christlich­soziale Volksdienst stehe geschlossen hinter dem Reichspräsidenten.

Gbvins und Seldte bei Mussolini

Bom, 18. Nov. Reichstagspräsident Göring hatte vorgestern eine zweistündige Unterredung mit Mussolini. Die Nachricht von dem Rücktritt Papens erhielt er während eines Essens beim Duce. Dieser stellte ihm ein italienisches Militärflugzeug zur Verfügung, mit dem er heute früh nach Venedig flog, wo ihn ein Hitler-Flugzeug erwartete. Er glaubt, wenn es zur Bildung eines Hitler-Kabinetts kommen sollte, das Ministerium des Auswärtigen

zu erhalten. Franz Seldte ist gestern vor­mittag von Mussolini empfangen worden, der mit ihm sowohl wie mit Göring deutsch sprach. Es fiel das gute Verhältnis auf, das sich in Rom zwischen Stahlhelmern und Nationalsozialisten entwickelt hat.

Sinfübmms desRoMystsms

bei der Gehaltszahlung für die anhaltischen Beamten.

Dessau, 18. Nov. Zwischen der anhaltischen Staatsregierung und Vertretern der Beamtenschaft fanden im Ministerium Besprechungen zu dem Zweck statt, das sogenannten Rollsystem bei der Gehaltszahlung der Beamten einzuführen. Bisher erhielten die anhaltischen Staatsbeamten ihr Mo­natsgehalt im voraus. Die Regierung be­absichtigt nun, die Zahlung derart zu ge­stalten, daß das Gehalt in der Zeit von acht Monaten nicht am 1., sondern am 5. im Februar, am 9. im März, am 13. im April usw. bezahlt wird, so daß innerhalb von acht Monaten ein Monatsgehalt eingespart sein würde. Damit würde dann aus der Vorauszahlung eine Nachzah­lung geworden sein. In Wirklichkeit tritt eine Kür­zung der Bezüge nicht ein.

Die Kvase des GieilbbeveOtisuus in der Simon-Rede

Berlin, 18. Nov. Die gestrige Rede des bri­tische« Außenministers $ir John Simon in Genf wird in hiesigen politischen Kreisen als eine Antwort auf die deutscherseits immer gestellte Frage gewertet, ob die Vereinbarungen der Abrüstungskonferenz in gleichem Umfange zeitlich und materiell auch für Deutschland gültig sein sollen. Wenn Sir John Simon in de« punkten 2 und 3 der englischen Vor- schlage sagt;Die Beschränkung der deutschen Rüstungen sollte in der gleichen Äbrüstungskonven. tion enthalten sein. die auch die Rüstungsbegren­zungen der anderen Staaten bestimmen wird" und weiter:Deutschlands Rüstungsbegrenzungen sollten für dieselbe Zeit gelten und denselben Revisians- Methoden unterliegen, die für die anderen Staaten Selten, so bedeutet das die Anerkennung der eutschen Forderungen. Nachdem "nun- mehr also England und Italien im wesentlichen unserem Standpunkt in der Frage der Gleichberech­tigung beigetreten sind, liegt das Schwergewicht jetzt bei Frankreich. Gegenüber den gestern in der Sitzung des Büros der Abrüstungskonferenz an Deutschland gerichteten Aufforderungen, nunmehr nach Genf zu kommen, wird es in hiesigen politischen Kreisen als für Deutschland unmöglich bezeichnet, sozusagen versuchsweise wieder an der Konferenz teilzuneh­men, ehe der französische Standpunkt eindeutig ge- klärt ist.

Die Stvettfvage« »wischen Danri» und Voten

Eingreifen des Völkerbundskommissars

Danzig, 18. Nov. Nachdem die Warschauer Verhandlungen zwischen Danzig und Polen über die schwebenden Wirtschaftssragen gescheitert sind, hat laut amtlicher Mitteilung der Välkerbunds- kommissar d^m Präsidenten des Senats und dem Vertreter der Republik Polen in einer Besprechung einen modus vivendi für drei Jahre vorzuschlagen.

Zu gleicher Zeit legte der Kommissar beiden Parteien einen Entwurf zur sofortigen Regelung der in Genf anhängig gemachten Streitfragen we­

gen der Einführung des Zloty auf den polnischen Eisenbahnen im Gebiet der Freien Stadt Danzig vor und ebenso einen Entwurf zur Aufhebung aller Zeilungsverbote der Danziger Zeitungen in Polen und der polnischen Zeitungen in Danzig.

Der Senat erblickt in dem Entwurf zu einem modus vivendi eine geeignete Grund­lage für eine praktische und sofortige Lösung der bestehenden Schwierig­keiten. Der Präsident des Senats hat in diesem Sinne den Hohen Kommissar unterrichtet. Er hat ferner erklärt, daß der Senat die sofortige Lösung der schwebenden Streitfragen wegen der Einführung des Zloty auf den polnischen Eisenbahnen und der Zeitungsverbote begrüße.

Der Vertreter Polens dagegen hat mitgeteilt, daß die polnische Regierung den vom Hohen Kom­missar vorgelegten Entwurf für einen modus vi­vendi anzunehmen nicht in der Lage ist.

Der hohe Kommissar wird seine Entscheidung am 20. November morgens vor seiner Abreise nach Genf den Parteien zustellen.

ÄttevSei wissenswertes

Von 100 Ehepaaren haben 45 Aussicht darauf, ihre silberne Hochzeit feiern zu können, aber nur ein Paar von tausend lebt lange genug um seine goldene Hochzeit begehen zu können.

Bei der ererbten Idiotie und Geistesschwäche der Kinder ist in ungefähr 8 v. Hundert der Fälle der Alkohol allein und in fast 40 Prozent mit anderen Schädlichkeiten zusammen als Ursache anzusehen.

Das sogenannte Gottesurteil wurde in England erst 1819 gesetzlich ab geschafft.

gemeine, Versammlungen

Vereinigung des ehem. Res.-Jnf.-Regl. 88. Heute Samstag, 19. Nov., Spaziergang nach Dörnigheim, GasthausZum Schiffchen". Treffpunkt 3 UhrRo­senau", Zahlreiche Beteiligung erbeten. 1206

DSV. Guts Muths. Montag, 21. Nov., abends 7 Uhr, Marktplatz, Fahrt Hallenschwimmbad Fechenheim. Teilnahme melden. Gäste willkommen.

1208

Turn- und Fechtklub. Besprechung aller Ski­läufer und -Läuferinnen am Dienstag in der Turn­halle. 1209

Gesangsabteilung der Turngemeinde. Sonntag vormittag 10.30 Uhr Totengedenkfeier, vollzähliges Erscheinen ist Ehrensache. 1207

Kavallerie-Verein Hanau. Morgen, Sonntag, Zusammenkunft mit Verein Drag. 24 aus Offen­bach in DörnigheimZur Mainlust" (Fischer). Unsere Mitglieder wollen sich mit Familien zahl­reich einfinden. Abmarsch: pünktlich 1.45 Uhr nach­mittags, VorstadtKinzigbrücke. 1213

GDA. Gewerkschaftsbund der Angestellten. Mittwoch, 23. November, abends 8.15 Uhr spricht im Ortsgruppenheim, Philipp Ludwiganlage 13, der Vorsteher der Gaufachgruppe, Kollege Baus­mann-Wiesbaden über das Thema: Bchördenange- stellte in der Gewerkschaft. 1212

TFE. Bett. Besuch des Hallenbades Fechenheim.

Auf vielseitigen Wunsch haben mir uns entschlossen, jetzt eine Badestunde für uns allein zu nehmen. Es steht nunmehr das ganze Schwimmbecken und alle Kabinen zur Verfügung. Erstmalige Fahrt am Mittwoch, 30. November, Abfahrt 19.05 Uhr, Cafe Schneider. 1. RM für Erwachsene, 0,75 für Ju­gendliche. Teilnahme für jedermann frei. Voran­meldung erbeten schriftlich an TFE., Grünerweg oder Tel. 3077 bis zum 29. November. 1211

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Dem Andenken des erstem deutschen Moto«Klegers

Der Gedenkstein für Hans Grade, der in diesen Tagen auf dem Krakauer Ang« ü Magdeburg enthüllt wurde, wo dieser Pionier de Flugwesens vor nun 32 Jahren mit feinem selbst- konstruierten Flugzeug den ersten Motorflug übe identischen Boden zurücklegte.

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Städtische Neratmtmachtmse«

Hausierhandelserlaubnis für 1933.

Anträge auf Erteilung der Erlaubnis zur Aus. Übung des Straßen- oder Hausierhandels im Stadt-- kreis Hanau für das Kalenderjahrjahr 1933 find unter Angabe der Personalien somit der feilzubietenden Waren bis zum 5. Dezember 1392 schriftlich beim Stadtausschuß des Stadtkreises Hanau (Rathaus) einzureichen. Von der Erlaub-! nispflicht befreit ist der Straßenhandel mit Obsts Gemüse und Südfrüchten.

Die Gültigkeit der Mr das Jahr 1932 erteilten Genehmigungen endigt mit dem 31. Dezember 19322

Hanau den 15. November 1932.

Der Stadtausschuß des Stadtkreises Hanau.

J. V.: gez. Dr. Müller.

Anmeldungen zu den Mittelschulen

Die Anmeldungen zu den Mittelschulen für Ostern 1933 werden in den Rektorzimmern Eberhardschule in der Zeit von Montag, 21. vember bis Samstag, 26. d. M., von 1012% entgegengenommen.

bet i

Bei der Anmeldung sind Geburtsurkunde (Fa-- milienstammbuch) und Impfschein vorzulegen.

Hanau, den 15. November 1932. 163

Der Magistrat. Dr. B e r e n s m a n n.

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