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Samstag, den 19. November 1932
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tückstände des Pächters der Sammelwaisenmeisterei n Gemeindegârn empfohlen wird und vom 'reis eine Teilübernahme in Aussicht gestellt wird, ne Angelegenheit findet keine Zustimmung. Zum ichluß übte der KPD -Vertreter Haas noch Kritik n dem immer noch nicht reibungslosen Verkehr ruschen dem Gemeinderechner und dem Publikum, ierauf konnte die Sitzung geschlossen werden.
ö Rotzdorf, 16. Nov. Jahreshauptversammlung, m Sonntag, 12 November hielt der hiesige Ge- mgversin Eintracht in seinem Vereinslokal Gast- aus zum Schwanen seine diesjährige Jahres- auptversammlung ab. Sie wurde durch den Prädenken, Herrn Hch. Eiter, eröffnet. Bei seinem Rückblick über das abgelaufene Vereinsjahr kam er uf den Gesangswettstreit in Großauheim zu spre- ,en, bei dem der Verein einen guten Erfolg trotz arker Konkurrenz erringen konnte. Danach sprach r über das 50jährige Bestehen des Vereins. Zur leit nehmen noch zwei von den Gründern an den iefanqsstunden teil Es erfolgte der Kaffenbericht, üe Kaffe ist geprüft und für recht befunden waren. Daraufhin wurde dem Kassierer und dem Vorstand Entlastung erteilt. Dann erfolgten die teuwahlsn, die die einstimmige Wiederwahl des !ten Vereinsvorstandes ergab. Die Notzeit machte ch auch im Verein bemerktbar, so daß er Sparraßnahmen treffen muß, deren Auswirkungen sich tft nach entsvrechenden Rücksprachen zeigen wer- en. Am Schluß der Tagesordnung wurde noch ber die Feier des 50jährigen Jubiläums verhan- elt. Es wurde deshalb beschlossen, im nächsten ahre das Jubelfest in Verbindung mit einem na- analen Wettstreit zu begehen. Die Eröffnung der feierlichkeiten soll durch einen Familienabend eschenen. Im Mai nächsten Jahres wird der Ver- in dann ein Jubiläumskonzert abhalten. Der De- iaiertenfaq findet am ersten Sonntag im Februar att, während das eigentliche Fest, verbunden mit inem nationalen Wettstreit, am 3. Juli abgehalten »«den soll.
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; Rommelhausen, 18. Nov. Gemeinderakssitzung. Die Frage der Pachtermäßigung des Günderodischen wfgutes war Gegenstand der gestern abend statt- lefundenen Verhandlungen des Gemeinderates, der derzeitig vertraglich festgelegte Pachtpreis beträgt pro Morgen 29 RM, inkl. Ueberlafsung des jvfhauses und der Wirtschaftsgebäude. Ferner hat ne Gemeinde die auf dem Gut lastenden land- und ortstwirtschaftlichen Beiträge, welche jährlich 321 VIM betragen, zu entrichten und für Instandhaltung er Gebäude Sorge zu tragen. In Anbetracht der Urzeit herrschenden Notlage, hatte die Gemeinde ine 30prozentige Pachtermäßigung beantragt. Don en hierbei gepflogenen Verhandlungen gibt der Bürgermeister dem Gemeinderat Kenntnis, nämlich >aß der Dervächter. Freiherr von Closen zur bean- raqten Pacbtermäßigung eine ablehnende Haltung innimmt. Der Gemeinderat beschließt hierauf die leantragke Pachtpreisermäßigung durch das Pacht- iniqunasamt zu erwirken. Betreffs der von der Gemeinde beantragten Notstandsarbeit, teilt der Bürgermeister mit, daß die Arbeit vorläufig abge- chnt sei, doch wolle er noch einmal einen Versuch im Genehmigung machen. Der Bürgermeister teilte roch weiter mit, daß die geplante Arbeit für den Freiw. Hilfsdienst vom Landesarbeitsamt wieder genehmigt ist. Zur Ausführung gelangen die Her- v ichtung eines neuen Sportvlatzes, die Einfriedi- ;ung einer Gänsweide und Anlegung einer Tränke inb eine Wegchaufsisrunq. Die Zahl der dabei in Betracht kommenden jugendlichen Arbeiter beträgt 27.
Aus SrauSßuvt a. M
Droge Unterschlagungen in verschiedenen Betrieben
: Vor kurzem wurde der Kassierer eines hiesigen zroßen Unternehmens plötzlich entlassen, da sich Unregelmäßigkeiten in der Kassenführung ergaben. Der Kassierer befand sich seit Jahrzehnten bei dem
Son dev Not des Ruhrgebiets
Ob en: Fran und Kind eines Arb eitslosen auf der Suche n ach Schlamm kohle aus den Rückständen einer Kokerei.
Unten: Der Schiffs-Friedhof in Duisburg-Ruhrort. Unaufhörlich vergrößert sich die Zähl der stillgelegten Schiffe, da der Waren-Berkehr immer mehr einschrumpft.
Unternehmen und es wurde ihm großes Vertrauen entgegengebracht, zumal er auch gesellschaftlich eine große Rolle spielte. Die betreffende Firma nahm Abstand von einer Anzeige und bewilligte dem Kassierer in Anbetracht seines vorgeschrittenen Alters und feiner jahrelang bewiesenen Pflichttreue eine kleine Pension. Der Kassierer war Mitglied einer hiesigen Loge und es hat sich ergeben, daß er auch dort sich Verfehlungen zu Schulden kommen ließ. Man konnte feststellen, daß die Loge einen Verlust von etwa 6000 RM zu verzeichnen hat. Der Kassierer bekleidete dort das hohe Amt des stellvertretenden Meisters vom Stuhl. Die Unterschlagungen bei der Firma belaufen sich auf etwa 35 000 RM. — In einer hiesigen Privatschule ergab sich bei der Nachprüfung der Geschäftsbücher ein Defizit von etwa 40 000 RM, das durch Verschulden eines Buchhalters entstanden ist, der seit vielen Jahren die Buchhaltung in der Lehranstalt ausführte.
Lohnkonflikt bei den Adlerwerken
: Der Schlichter für den Bezirk Hessen hat auf Grund der Notverordnung eine Entscheidung ver
kündet, wonach bei den Adlerwerken die Löhne ab 14. November um 11 bis 12 Prozent gekürzt werden, In einer Betriebsversammlung stellte sich heraus, daß statt der ca. 1200 bis 1300 Stimmen, die für einen Streikbeschluß nnotwendig wären, nur etwa 800 Mann für Niederlegung der Arbeit stimmten. Bei dieser Sachlage unterstützen die Gewerkschaften einen Streik nicht. Immerhin ist die Lage im Werk noch ungeklärt.
Die Polizei geht gegen rasende Lraftfahrer energisch vor
: Das Polizeipräsidium hat zwei Kraftfahrern, einem Motorradfahrer und einem Autofahrer, mit sofortiger Wirkung den Führerschein für dauernd entzogen. Beide haben durch ihre unverantwortlich rasche Fahrweife zwei Menschenleben auf dem Gewissen. Der eine riß in der Mainzer Landstraße einen Radfahrer um, der seinen Verletzungen erlag, der andere überfuhr gleichfalls eine Person auf dem Rade, die ebenfalls ihr Leben dabei einbüßte.
Aus «ab und Set*
Eine Sean evhânst ihven Mann
Beginn des Mordprozesses 3öf(.
— Darmstadt, 18. Nov. Unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Weiß begann heute vor dem Schwurgericht der Provinz Starkenburg der Prozeß gegen die 31jährige Frau Georgine Jost aus Niederliebersbach im Odenwald wegen Mordes und gegen ihren Liebhaber, den 22jährigen Fabrikarbeiter Georg Kochendörfer, und dessen rsreuno, den 22jährigen Taglöhner Peter Keßler, beide aus Weinheim, wegen Mitwisserschaft. Frau Jost hatte am 9. Mai d. I. ihren Mann, den Steinhauer Peter Jöst, im Speicher ihres Hauses mit etnei Wäscheleine an einem Dachbalken aufgehängt
Der erste Sitzungstag war vor- und nachmittags' fast nur mit der Vernehmung der Angeklagten Jöst ausgefüllt. Die Angeklagte
versuchte dabei etwas Theater zu spielen.
Sie hatte im Jahre 1926 in Reissen ihren Mann kennen gelernt und verlobte sich dann mit ihm. Die Verlobung wurde jedoch bald wieder aufgelöst, weil sie nach ihren Angaben von ihren Freundinnen wegen ihres Verlobten ausgelacht worden sei. Später trafen sich beide wieder und heirateten schließlich. Die Angeklagte betonte, die Heirat sei nicht aus Liebe erfolgt, sondern weil sie hoffte, dadurch ihren im Jahre 1926 geborenen unehelichen Sohn versorgt zu sehen. Später war ihr Mann durch Unfälle zeitweilig arbeitslos geworden. Im Jahre 1930 erkrankte er plötzlich und kam für einige Zeit in die Psychiatrische Klinik in Heidelberg. Später sollte ihr Mann dann in die Heil- und Pflegeanstalt in Heppenheim kommen. Peter Jöst kam dann jedoch wieder nach Hause, blieb jedoch vollkommen arbeitsunfähig und war zeitweise geistig nicht ganz auf der Höhe. Im Juli 1929 wurde dann ein zweites Kind geboren. Im Februar dieses Jahres lernte die Angeklagte in Weinheim den Peter Kochendörfer kennen. Sie erklärte ihm unter ihrem Mädchennamen, daß sie ledig sei. Kochendörfer kam dann des öfteren in ihr Haus, wo er natürlich bald erfuhr, daß sie verheiratet war.
Sie versuchte ihren Mann zu veranlassen, eine Ehescheidung einzuleiten, die jedoch bereits im Sühnetermin endete. Im April d. I. verließ sie ihren Mann und ging Zu Kochendörfer nach Weinheim. Eine Woche vor der Tat erklärte sie diesem, sie sei nun geschieden und wolle am Sonntag noch einmal in ihr Haus gehen, um sich nach ihren Möbeln umzusehen. Kochendörfer und sein Freund sollten dann am Montag zu ihr kommen und ihr beim Umzug behilflich fein. Frau Jöst behauptet, der Gedanke, ihren Mann zu töten, sei ihr erst in der Nacht vom Sonntag auf Montag gekommen, während die Anklage die'Auffassung vertritt, daß bereits vorher die Tötungsabsicht bei Frau Jöst feststand und sie das auch ihren beiden Freunden gegenüber ausgesprochen habe. In der Voruntersuchung hat der Angeklagte Keßler das auch zugegeben. Frau Jöst und Kochendörfer bestreiten jedoch das Bestehen der Tötungsabsicht zu jenem Zeitpunkt. Am Montag waren die Angeklagten, ihr Mann und die beiden Kinder nach Laudenbach gegangen, um die Invalidenrente zu holen, man mußte jedoch ergebnislos zurückkehren. Vor dem Haus ging Frau Jöst ihren, Manne voraus, hotte aus der Waschküche eine Waschleine und
richtete auf dem Speicher an einem Dachbalken einen richtigen Galgen her.
Sie schickte ihren Mann auf den Speicher, um Holz zu holen und ging ihm nach. Oben brach sie dann einen Streit vom Zaun und verstand es in geschickter Weise, ihren Mann unter die Schlinge des Stricks zu bringen, die sie ihm plötzlich um den Hals warf und zuzog. Sie schickte dann ein Stinb zu dem in der Nähe wohnenden Hauswirt mit bt r Erklärung, der Bate^ habe sich erhängt. Am nächsten Morgen
gestand sie jedoch in Gegenwart des Bürgermeisters und der Gendarmen, daß sie ihren Mann erhängt habe.
Aus der Vernehmung der beiden Mitangeklagten ist
MONTAG ■ DIENSTAG ■ MITTWOCH
zum letzten Mal in diesem Jahr!
Mehr brauchen wir Ihnen nicht zu sagen. Kommen Sie gleich Montag früh zu uns und suchen Sie sich das Beste aus
WRONKER