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Nr. 270

Donnerstag, den 17. November 1932

Seite 9

MANDEIL UND WODTSCHÄET

^ieiti des wavenhausvevban- $ aus dev SauvtsemeiniEaft ) erlin, 16. Nov. Wie WTB.-Handelsdienst jrt, hat der verband Deutscher Waren- ^ > Kaufhäuser e. V., Berlin, heute nach- ig beschlossen, aus der Hauptgemei n- t list des Deutschen Einzelhandels pusche iden; dieser Beschluß ist der Haupt-

: :inschast brieflich zugegangen. Der Austritt des enhausverbandes aus der Hauptgemeinschaft te mit den in der heutigen Mitgliederversamm- ! der Hauplgemeinschaft gefaßten Beschlüssen i mmenhängen.

*

Zn der Mitgliederversammlung der Hauptge­rschaft war mit 134 gegen 71 Stimmen be- , ssen worden, die vereinigten Steuerausschüsse Hauptgemeinschaft zu beauftragen, auf der ndlage einer Warenhaus- und Filialsteuer räge auszuarbeiten und- der Mitgliederver- nlung der Hauptgemeinschaft im nächsten Jahr 1 ulegen. Ferner war beschlossen worden, den rerausschuß mit der Prüfung zu beauftragen, außerdem noch eine allgemeine Groß- riebssteuer im Einzelhandel zweckmäßig »eint, und auch hierüber der nächsten Mitglie- ersammlung zu berichten.

Stwas belebter Autzeubandel

sm Oktober 84 Will. RM Ausfuhrüberschuß

X Im deutschen Außenhandel haben tm Ok- r sowohl die Einfuhr (398 Mill. RM) als auch Ausfuhr (482 Mill. RM) um den gleichen Be- p von 38 Mill. RM zugenommen. Der .fuhrüberfchuh beträgt demnach ebenso wie im tember 84 Mill. RM. Für die ersten 10 Mo- ! des Jahres 1932 stellt sich der Ausfuhrüber- rc ß auf 930 Mill. RM.

Die Einfuhr hat sich wertmäßig um 10,5 v. H.

)ht. An dieser Steigerung sind sämtliche irengruppen beteiligt. Es haben im aber die Lebensmittel mit 21 Mill. RM oder 20 h. einen stärkeren Anteil an der Mehreinfuhr die Rohstoffe, deren Einfuhr um 13 Mill. RM : 6,5 v. H. gestiegen ist.

Mengenmäßig ist die Lebensmitteleinfuhr um o. H., die Röhstoffeinfuhr um 7 v. H. gestiegen.

den Fertigwaren ist infolge Rückgangs des chschnittswertes um 4,5 v. H. die Einfuhr wert- zig um 3 Mill. RM oder 5 v. H., mengenmäßig 10 v. H. gestiegen. An den vermehrten Waren- 'rungen sind die einzelnen Bezugsländer gleich- zig beteiligt. Zurückgegangen ist nur die Ein- c aus Rußland und in geringerem Umfange Argentinien.

Die Ausfuhr ist wertmäßig um 8,5 v. H., igenmäßig um 7 v. H. gestiegen. Diese Steige- g geht über die saisonmäßig erwar - e Steigerung hinaus. An der Mehr- fuhr sind mit 31 Mill. RM ausschlaggebend die 'tigwaren beteiligt, deren Ausfuhr wertmäßig 9 v. H., mengenmäßig (infolge Steigerung des cchschnittswertes um 1 o. H.) nur um 8 v. H. enommen hat.

Die Zunahme der Ausfuhr von Rohstoffen und bfertigen Waren, auf die 6 Mill. RM entfallen, bei finkendem Durchschnittswert stattgefunden, daß die Mehrausfuhr der Menge nach 8 v. H, 1 Werte nach nur 7,5 v. H. ausmacht. Der slandsabsatz deutscher Waren konnte im Oktober rerkenswerterweise nach fast allen Absatzgebieten leigert werden, insbesondere auch nach den über- fchen Ländern, so daß deren Ausfuhrüberschuß tenüber Deutschland teilweise eine Verringerung ähren hat.

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Hauptgemeinschaft

Einzelhandels eine Rede, in der er nach einer Begrüßung der Versammlung als Vertreter der Reichsregierung u. a. ausführte:

Ihre Tagung fällt in einen Zeitpunkt, in dem nur die ersten Anzeichen einer gewissen Besse­rung nach jahrelanger Krise beobachten können. Wan darf daher die berechtigte Hoffnung haben, daß diese Besferungszeichen auch in den nächsten Monaten anhalten werden, und daß, wenn keine besonderen Ereignisse eintreten, im kommenden Frühjahr ein noch deutlicher sicht­barer Umschwung in der Wirtschaftslage der wichtigsten Länder und auch Deutschlands ein- treten wird.

Diese ersten Keime der Hoffnung müßten aber ehr pfleglich behandelt werden. Welche Anze en )er Besserung können wir nun beobachten? Es ist keine Frage, daß auf dem Weltmarkt schon vor einigen Monaten die Rohstoffpreise eine Besserung erfuhren. Die Pessimisten können in die­sem Zeitpunkt mit gewissem Recht darauf hin- weisen, daß der Höchststand schon wieder etwas unterschritten ist; aber demgegenüber muß doch mit allem Nachdruck betont werden, daß diese Aus­legung der Pessimisten den Tatsachen nicht gerecht wird, weil der gegenwärtige Stand der Rohstoff- preise noch immer bedeutend höher liegt. Es ist ferner darauf hinzuweisen, daß die Lagervor­räte der Welt nicht mehr ansteigen, sondern daß zum mindesten Erzeugung und Verbrauch zum Aus­gleich gebracht sind und daher die Lagervorräte das erreichte Niveau bewahren können.

Von nicht geringerer Bedeutung ist die außer­ordentliche Verflüssigung der Geldmärkte in den wichtigsten Wirtschaftsgebieten der Welt. Die Verflüssigung der Geldmärkte hat außerhalb unserer Grenzen bereits begonnen, auf die Kapital­märkte überzugreifen. Das muß als ein weiteres Zeichen der Besserung gewertet werden. Die Besse­rung des niedrigen Reichsbankdiskonts auf den Ka­pitalmarkt hat sich auch in letzter Zeit bemerkbar gemacht. Die Kurse der festverzinslichen Papiere sind g e st i e g e n, und das ist ja das erste Zeichen dafür, daß auch der Kapitalmarkt eine Belebung erfährt, die die Vorbereitung für den wirtschaft­lichen Aufschwung darstellt.

Nach allen diesen Anzeichen dürfen wir auch für unser Land den Standpunkt vertreten, daß die Krise den Tiefpunkt erreicht hat. und daß wir erwarten dürfen, daß wenn keine inner­wirtschaftlichen Störungen den Betlauf der Dinge beeinträchtigen in den kommenden Monaten eine langsame Besserung unserer Ber- Hällnisse eintritt.

Das Ihnen bekannte Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung hat daher, soweit sich heute übersehen läßt, den richtigen Zeitpunkt für Er­leichterungen in den Belastungen, für Belebung auf den Kreditgebieten und für das Wachrufen einer neuen Wirtschaftsinitiative gefunden. Es kommt infolgebessen alles darauf an, die bereits aus na­türlichen Gründen wirksamen Kräfte und die Stär­kung, die sie durch das Wirtschastsprogramm er­fahren haben, durch den Willen und den Entschluß gerade in den Kreisen der selbständigen Existenzen zu unterstützen und zu fördern. Das ist das sicherste Mittel der Selbsthilfe, das in diesem Augenblick jedem einzelnen empfohlen werden kann. Die Tat­sache, dgß die Rentenkurse verhältnismäßig stärker

Warmvold vorm Ginrelhandel

mit aller

X Berlin, 15. Nov. Röichswirtschaftsminister Dr. I als die Aktienkurse gestiegen sind, läßt , a r m b o i o hielt heute nachmittag vor der Deutlichkeit erkennen, daß das Vertraue a u p t g em e l n s ch a f t des Deutschen Stabilität unserer Wäährungsverhältnisse

Vertrauen in die

Stabilität unserer Wäährungsverhältnisse sich fort- chreitend verbessert hat. Ich dars auch an dieser Stelle die Versicherung hinzufügen, daß die Reichs­regierung und die Reichsbank an dem Grundsatz esthaltön, an der Währung nicht zu rütteln und alles zu tun, um die Währung stabil zu halten.

Auf dieser Grundlage besteht auch für den Einzelhandel keinerlei Risiko, sich in das allgemeine Belebungsprogramm der Reichs­regierung auf der ganzen Linie einzuschalten.

Das wirksamste Mittel die Kreditbereitschaft der Banken zu erhöhen, scheint mir auf dem Gebiet der Selbsthilfe zu liegen. Es ist mir bekannt, daß die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels n rechtzeitiger Erkenntnis der hohen Bedeutung )er Selbsthilfe gerade für die mittelftändischen Kreise hier wertvolle Arbeiten ausgenommen hat, ne auf den Gebieten der Betriebskontrolle, der Be- riebsberatung und der Buchführung liegen. Ich bin überzeugt, daß die energische Fortsetzung dieser Arbeiten und ihr Uebergreifen auf die breiten Schichten des Einzelhandels auf dem Gebiet des P e r f o n a l k r e d i t s eine völlig neue Lage zu schaffen vermögen.

Es ist mir bekannt, daß Sie die schon lange in Aussicht stehenden Aenderungen der Gewerbe­ordnung mit Ungeduld erwarten.

Ich darf Ihnen Hierzu mitteilen, daß die Novelle, in der eine wirksame Bekämpfung der Auswüchse im Hausier- und Wandergewerbe vorgesehen ist, sich schon seit einiger Zeit im Reichsrat befindet. Ich hoffe und wünsche, daß sie dort alsbald beraten und verabschiedet werden möge. Zu dieser Novelle ist in jüngster Zeit noch eine Ergänzung vorge­schlagen und von der Reichsregierung angenommen worden, die die Möglichkeit geben soll, unzuver­lässige Elemente des Handels durch Entziehung der Handelserlaubnis auszuschsiden. Durch die Not­verordnung vom 9. März ist endlich die reichs­rechtliche Grundlage für die Errichtung von Eini- gungsämtern geschaffen worden. Sie werden die Möglichkeit geben, die wertvollen Erfahrungen, welche in Ihren Kreisen gemacht werden, in der Praxis bei den Verwaltungsbehörden und den Ge­richten zur Geltung zu bringen und damit über den Rahmen des vorgeschriöbenen Rechts hinaus die besten Sitten und Gebräuche des Kaufmanns wirksam zu machen.

Zusammenfassend darf ich sagen, daß wichtige Forderungen des Einzelhandels teils in den letzten Monaten ihre Erfüllung gefunden haben, daß teils ihre Erfüllung binnen kurzem bevorslehl. Ich weiß, daß viele Wünsche des Einzelhandels noch nicht be­friedigt find; ich darf Ihnen die Versicherung ge­ben, daß das Reichswirtschaftsministerium gerne bereit sein wird, alle diese noch osfenskehenden wünsche mit Ihnen zu erörtern und sie eingehend zu prüfen. Die Reichsregierung wird sich, bei allem was sie tut, einzig von dem Gesichtspunkt leiten lassen, alles für einen einzelnen Wirtschaftszweig zu tun, was diesem nutzt und dabei gleichzeitig das wohl des Ganzen fördert. Dieser Aufgabe müssen wir dienen, weil nur auf diesem Wege unsere eigenen Interessen gewahrt werden können, wenn wir uns in diesem Vorsatz zusammenfinden, so dür­fen wir fest an eine bessere Zukunft glauben. Der Herbeiführung dieser besseren Zukunft möge auch Ihre heutige Tagung dienen.

Leicht« $«i«btina auch im vostveekehv

Die Deutsche Reichspost über das zweite Bierfei des Jahres 1932

X Berlin. 15. Nov. Die Deutsche Reichspvst veröffentlicht ihren Bericht über das Zweite Diesel (Juli bis September) des Rechnungsjahrs _ 1932. Gegenüber dem Vorjahr ist der Verkehr in fast allen Verkehrszweigen zurückgegangen. Gegenüber )em ersten Biertel (April bis Juni) des laufenden Rechnungsjahres hat sich die Verkehrsentwicklung etwas günstiger gestaltet. Die Zahl der Postscheck- 'onten stieg im Berichtsvierteljahr um 1638 auf 1018 479. Der Auslandsüberweisungsverkehr ist nfolge der Beschränkungen für den zwischenstaat- ichen GeLverkehr auf rund 28 Millionen RM ge­sunken, d. h. etwas mehr als die Hälfte des Be­trags im . gleichen. Zeitraum des Vorjahres. Im Schnellnachrichtenverkehr wurden rund 5,7 Mil­lionen Telegramme befördert und rund 533 Mil­lionen Gespräche vermittelt gegenüber 6,8 Mil­lionen Telegrammen und 597 Millionen Gesprä­chen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Funkauslandsverkehr wurden im Berichtsviertel­jahr rund 476 400 Telegramme befördert. Die Zahl der Rundfunkteilnehmer belief sich Ende Sep­tember auf 4 077 347; davon waren von der Zah­lung der Gebühren befreit 481 627 Teilnehmer (Blinde, Schwerkriegsbeschädigte, Arbeitslose usw.) In den Monaten April bis Juni wurden 199 Schwarzhörer rechtskräftig verurteilt. Die Gesamt­einnahmen im Berichtsvierteljahr werden-mit rund 407 Mill. RM, die Gesamtausgaben mit rund 408 Mstionen RM ausgewiesen.

Fvanksuvtev Kkebmavkt

Vorbericht

Frankfurt a. M., 17. Nov. Vormittags 11.30 Uhr war folgende Marktlage: Auftrieb: 73 Rinder, 850 Kälber, 536 Schafe, 353 Schweine. Preise: Kälber 2641, Schafe 1425, Schweine 3544. Markt­verkauf : Kälber, Schafe und Schweine langsam, ruhig.

X Gemilderter Saisonrückgang des Zementabsatze,. Im Oktober ging der Zementabsatz auf 246 000 To. zurück gegenüber 283 000 To. im September. Be­merkenswert ist, daß diese auf faisonmäßigen Ein­wirkungen beruhende Abnahme um rund 13 Proz. gegenüber dem Oktober des Vorjahres, der eine Absatzminderung um 16,5 Prozent brachte, eine Milderung der Abschwächungstendenz erkennen läßt. Ob dies eine etwa in den Witterungsverhältnissen bedingte Zufälligkeit ist oder ob es eine erste Aus­wirkung des Arbeitsbeschaffungsprogramms be­deutet, muß dahingestellt bleiben.

X Elektrische Licht- und Kraftanlagen A.-G. Berlin. Die zum Siemens-Konzern gehörende Ge­sellschaft beantragt gemäß den Börsenerwartungen wieder 6 Prozent Dividende auf 30 Mill. RM St.-A.

Verlagsdirektiou. Paul Nack. HaaptsehriftieiUr: Richard H 0 i t s c it.

Verant- 'Örtlich für Politik nnd allgemeinen Teil: Richard Hult ach für Lokales und Feuilleton: Werner Rühle« mann. für «Sport und Provine: Hane 0 e b 1 « läget für Anzeigen und Reklamen: Fr Sieben« kühner, sämtlich in Hanau Rotationsdruck der Wale«nhanebncbd rackeres Hanau. Fern» eprechanschlnß Nr 3958. 395? 3958

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