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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat 95 N-Pfg für den ganzen Monat NM. 1.90 ohne Trägerlohn, durch die Post bezogen monatlich NM. 1.90 ausschließlich Postzeitungsgebühren / Einzelnummer 10 N-Pfg., Samstag 12 N-Psg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 N«pfg.. im NeNameteil von 68 mm Breite 25 N-Pfg. , Osferiengebühr SO Npsg.

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Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch aus Lieferung ober Nachlieferung oder au, Rückzahlung des Bezugspreises. / Für platzvorschrifi u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet. / Geschäftsstelle: Hammerstraße 9 / Fernsprecher 3956, 3957, 3958 / Bankkonto: Stadtsparkasse Hanau / Postscheckkonto: 26659 Frankfurt a. M.

8. November

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Nach der Wahlschiacht

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destrebuase« - Aètiee kündigt Soetsednng des Kampfes gegen die Regierung Vaven an

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3n Regierungskreisen verlautet, daß der neue Reichstag kaum vor Anfang Dezember zusammen­treten werde. Es scheint, als ob man innerhalb der Reichsregierung entscheidenden Wert aus die Wan- datsverschiebung aus der Rechten legt. die geeignet sein könne, den Druck zu mildern, der von der NSDAP, ausgehen könnte.

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Reichspräsident v. Hindenburg empfing gestern die von dem früheren Reichsverwefer Finnlands General Freiherrn von Manndrheim geführte fin­nische Offigiersdelegation, welche als Vertretung Finnlands an der gestrigen Gustav-Adolf-Feier in Lützen teilgenommen hat.

Der Polizeipräsident von Berlin hat die periodische DruckschriftDie Internationale" mit so­fortiger Wirkung bis zum 1. Mai 1933 wegen Auf­forderung zum politischen Massenstreik und An- reizung zum Ungehorsam gegen Gesetze verboten.

Der deutsche Weltflieger Wolfgang v. Gronau ist gestern um 13 Uhr MEZ. von Rom aus in Genua gelandet.

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Der schweizerische Bundesrat hat gestern die «tauen Abmachungen über den Handelsverkehr mit Deutschland ratifiziert

Der neu« deutsche Botschafter beim Quirin al enb Frau v. Hassel sind gestern abend in Rom ein- oetrosfen. Zum Empfang im Hauptbahnhof waren erschienen der Chef des Protokolls Gesandter Taliani, die Mitglieder der deutschen Botschaft beim Quirmal mit chren Damen sowie eine größere An­zahl Mitglieder der deutschen Kolonie und der deut­schen Presse. Als erstes Blatt widmetSavoro 1 Fascista" dem neuen deutschen Botschafter einen sehr I herzlich gehaltenen Begrüßungsartikel.

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Zur Feier des 15. Jahrestages der Begründung der Sowjet-Union hatten der Berliner Sowjetbot- fchafter und Frau Chintfchuk gestern nachmittag zu einem Tee-Empfang geladen, zu dem u. a. Reichs­banner v. Papen, Reichsaußenminister Freiherr v. Neurath und Gattin. Reichswirtschaftsminister Pro­fessor Dr. Warmbold, Staatssekretär Meißner, Staatssekretär v. Bülow, der Chef der Heereslei ^ hing General v. Hammerstein sowie eine Reihe an­derer höherer Beamter erschienen waren. Das Diplo­matische Korps war gleichfalls überaus zahlreich vertreten.

Der Präsident des Wiener Hockey-Klubs und ehemalig österreichisch-ungarischer Botschafter in Berlin Gottfried Prinz Hohenlohe-Schillingsfürst ist gestern in Wien im Aller von 65 Jahren gestorben.

Für die heutigen Präsidentschaftswahlen in Amerika wird allgemein mit einem Sieg Roose­velts gerechnet. *

Im schweizerischen Kanton Schaffhausen wurde der kommunistische Nationalrat Bringolf mit Hilfe der Sozialdemokraten zum Stadtpräsidenten ge­wählt. Dies ist der erste Fall, daß ein Kommunist in der Schweiz einen leitenden Beamtenposten er­hallen hat.

Die Arbeit in den englischen Baumwollspinne­reien ist gestern wieder ausgenommen worden. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer werden heute ein Abkommen unterzeichnen, das eine Lohnkürzung um 7,7 Prozent vorsieht.

Die Zahl der Arbeitslosen in Großbritannien be- kief sich am 24. Oktober auf 2 747 006, was eine Verminderung um 111005 gegenüber dem Stand vom 26. September bedeutet.

Gandhi wiederholte gestern in einem Inter­view mit einem Vertreter des Reuterbüros, das im Büro des Gefängnisses in Puna stattfand, feine Entschlossenheit, sein Fasten bis zum Tode wieder aufzunehmen, falls der berühmte Tempel in Guru- vagur bis zum Neujahrstage nicht denUnberühr­baren geöffnet werde.

Daily Telegraph" meldet aus Mukden zwischen chinesischen Irregulären und japanischen Truppen sind heftige Kämpfe ausgebrochen. Bei Schuang- Tschengpu nördlich von Charbin stehen die Japaner gegen 3000 Chinesen. Die Stadt Schuang-Tschengpu ist geplündert. 100 Häuser sollen niebergebrannt

»

Dev Kanzler

beim Reievsvväsidenie«

Berlin, 7. Rov. Reichskanzler v. Pap en hak heute dem Reichspräsidenten v. Hin­denburg Vortrag über die Ergebnisse der Wahlen und über die Möglichkeiten gehalten, die sich für die Auswertung des Ergebnisses bieten. Aus Regierungskreisen wird zu dem Wahlergebnis erklärt, daß das Kabinett v. Papen keine Veranlassung habe, von seinem bisherigen Kurs abzugehen. Es werde jetzt Sache des Reichstages sein, ob die Parteien in der Lage fein werden, positive Ar beit zu leisten. Die Regierung werde bestrebt sein, ohne Aenderung ihres Grundcharakters ihre Grundlagenzu erweitern. Die schon seinerzeit vom Reichskanzler betont. Halte die Regierung für jeden die Arme offen, der bereit fei. mit ihr gemeinsam politische Arbeit zu leisten.

Sroni ttaitonMoriaMen-Senivum

Man rechnet damit, daß die Verhandlungen zwi­schen der Regierung und den Parteien und die Er­weiterung der Regierungsbasis etwa anfang näch­ster Woche beginnen werden. Man will zunächst eine gewisse Zeit der Ruhe einschieben, um den Parteren Zeit zu lassen, ihrerseits ihre Wahlbilanz zu ziehen.

Die Regierung dürfte dann wohl so verfahren, daß sie den für eine Mehrheitsbildung in Be­tracht kommenden Parteien, also Rational- sozialisten, Deutschnationalen und Zentrum, einen Ueberblick über ihr Pro­gramm gibt und sie zur Mitarbeit ersucht.

Bei diesem Programm handelt es sich bekanntlich um die Durchführung des zwölfmonatioen Wirt­schaftsplanes der Reichsregierung, die R e - form von Reichsverfassung und Wahl­recht und schließlich die Reichsreform. Die Erweiterung der Basis ist also offenbar so gedacht, daß die Regierung Persönlichkeiten aus Kreisen der Nationalsozialisten, der Deutschnationalen und Zentrum zum Eintritt in die Regierung auffordern wird. Ein parlamentarisches Kabinett dürfte auch künftig nicht in Frage kommen, viel­mehr wird man an dem Präsidialkabinett festhallen, das sich jedoch auf die Parteien stützt. Ob dieser Versuch zu einem Erfolg führen wird, läßt sich heute natürlich noch nicht sagen. Einstweilen liegen von nationalsozialistischer Seite nur Absagen vor.

Morgen Kabinettssttzung

Berlin, 7. Noy. Nach dem heutigen Vortrag des Kanzlers beim Reichspräsidenten wird für die wei­tere Klärung der innerpolitischen Lage zunächst eine Sitzung des Reichskabinetts von Bedeu­tung fein, die für Mittwoch vorgesehen ist Die Reichsregierung wird sich am Mittwoch darüber schlüssig werden, in welcher Weise sie nun vorgeht Im Augenblick steht deshalb auch der Termin für einen Empfang der Parteiführer noch nicht fest, ebenso wie die ganzen Moda­litäten kommender Verhandlungen erst vom Mitt­woch abhängen. Weiter wird die Reichsregierung sich in dieser Kabinettssitzung grundsätzlich über den sachlichen Arbeitsplan der nächsten Wochen aus­sprechen. Dabei stehen vor allem zwei Fragen im Vordergrund Die eine ist das große Problem der Verfassungsreform, für die bekannt­lich die Vorarbeiten im Reichsinnenministerium be­reits weitgehend im Gange sind; wie diese Pläne aber technisch behandelt werden sollen, darüber muß die Reichsregierung noch Beschluß fassen. Den zweiten wesentlichen Gegenstand der Kabinettsbe­ratungen bildet die Kontingentierung, die nun auch so schnell wie möglich zum Abschluß ge­bracht werden soll. Ob das noch in dieser Woche möglich sein wird, wie man noch heute vormittag glaubte, muß man abwarten, da es sich ja um eine der schwierigsten wirtschaftlichen und außenpoliti­schen Fragen überhaupt handelt.

Der GiandvunA bet KeiOS- renietund im Gviesel bet »reffe

Berlin, 8. Nov. Einige Blätter beschäftigen sich mit den offiziösen Erklärungen über den Stand­punkt der Reichsregierung zum Ausgang der Wah­len, in denen der Wille zum unveränderten Fest­halten an dem bisherigen Regierungskurs zum Ausdruck kommt. DieGermania" sieht in der Aeußerung, daß sie ihre Arme für jeden offenhalle, der zur Mitarbeit bereit sei, bereits po­litische Erkenntnisse eingeschlossen, die noch nicht mit jener befreienden Deutlichkeit benannt würden, die sie eigentlich verdienten. Vor allem die Erkenntnis,

daß eine sogenannte autoritäre Staatsführung ohne jeglichen Rückhalt im Volk in einem uferlosen Meer von Experimenten enden und scheitern muß und daß deshalb alles geschehen müsse, um ihr wieder einen festen Boden unter den Füßen zu verschaffen. DieVoss. Ztg." bezeichnet die Verlautba­rung als ein Verhandlungsangebot. Die Reichs­regierung wolle offenbar die Frage der Verfassungs­reform zum Prüfstein für den guten Willen der Parteien machen. DieDAZ.", die wiederum ihre Forderung nach einer Regierung der nationalen Konzentration in den Vor­dergrund stellt, berichtet, daß der Reichspräsident sich zwar im ganzen von dem Wahlergebnis be­friedigt ausgesprochen haben dürfte, doch dürfte

wie sieben die »arieien?

Eine Ilmsvage bei den Navieken

Das Vdz.-Büro hat durch eine Umfrage bei den Parteien eine erste Stellungnahme zum Er­gebnis der Reichstagsmahl ermittelt, wobei je­doch zu beachten ist, daß durchweg die beschlie­ßenden Parteigremien erst nach einiger Zett, wahrscheinlich erst in der kommenden Woche, zu- fammentreten werden.

NationMor'aMe«

In nationalsozialistischen Kreisen wurde dem Vdz.-Büro erklärt, daß eine offizielle Stellungnahme der Münchener Parteizentrale bevorstehe. Schon jetzt könne man aber darauf Hinweisen, daß nach dem Ergebnis dieser Reichstagswahl die NSDAP, berechtigt fei, weiterhin- ihren Anspruch auf Füh' rung der Reichsregierung zu vertreten. Dabei fei die Frage von nicht so großer Aktualität, ob die NSDAP, anstelle Adolf Hitler Gregor Strasser als Nachfolger von Papens Vorschlä­gen wolle. Es sei noch hevvorzuheben, daß unter den gewählten Nationalsozialisten sich auch der greife General Litzmann befinde, der vermutlich als Alters­präsident den neuen Reichstag eröffnen wird.

Deuifdmai. SoMvavtel

In Kreisen der DNBP. wird heroorgehoben, daß diese Partei mit dem Wahlergebnis sehr zufrieden sei. Dou politischem Wert sei für die Deutschnatio­nalen besonders, daß eine ..schwarz-braune Koalitionsmehrheit" jetzt nicht mehr allein tm Reich möglich sei. In dem Wahlergebnis zeigt sich nach deutschnationaler Auffassung zugleich ein moralischer Erfolg für die Regierung von Papen. Politische Folgerungen könne man zur Zeit aus dem Wahl­ergebnis noch nicht ziehen, weil sich die Konsequen­zen bisher noch nicht übersehen ließen.

<£bti«litb-f»t, SEsÄlenft

Beim Christlich-Sozialen Dolksdienst wird dem Vdz.-Büro erklärt, daß diese Bewegung jetzt end­gültig fünf Mandate zugesprochen erhalten habe, und daß sie außerordentlich befriedigt sei mit einem Stimmenzuwachs von 10 Prozent, der in der Spitze sogar 30 Prozent betrage Nach Meinung des Volks­dienstes müsse aufgrund des Wahlergebnisses das Kabinett von Papen seine Politik liquidieren. Auch im neuen Reichstag sei es möglich, mit Hilfe der kleineren Gruppe eine positive Mehrheit zu bilden, zumal man annehmen könne, daß die National­sozialisten nun in ihren Forderungen etwas zurück­haltender sein wülden. _

Gorka demokvaon

Von sozialdemokratischen Parlamentariern wird zum Ausdruck gebracht daß die SPD. insofern mit dem Wahlergebnis zufrieden sei als sie mit stär­keren Verlusten an die Kommunisten gerechnet

auch von dieser höchsten Stelle auf eine nachdrück­liche Bemühung um eine Zusammenfassung aller positiven Kräfte hingewirkt werden. Das Blatt meint, daß nicht so sehr der Kanzler, als viel­mehr der Reichspräsident jetzt die Entscheidung in dieser Frage zu treffen habe.

Kommunisten verlangen sofortige Sinbernknn» des «eiGstases

Berlin, 7. Rov. Die neugewählle kommuni­stische Reichsèagsfraktion Hal die sofortige Einbe­rufung des Reichstages verlangt. Sie wird u. a. einbringen ein Mißtrauensvotum gegen das Ge­samtkabinett und einen Antrag, die im Verlaufe des Verkehrsarbeilerstreikes Inhaftierten freizulassen und alle durch die ordentlichen oder Sondergerichle gefällten Urteile aufzuheben. Der genane Wort­laut der Anträge wird im Verlaufe des morgig: Tages veröffentlicht.

Aendevnns in bet MandatsvrvteNnns

Berlin, 7. Rov. Rach den neuesten Zahlen, die vom Büro des Reichswahlleiters mitgeteilt wer­den, tritt in der bisher mitgeteilten Verteilung der Mandate insofern eine Aenderung ein, als das Zentrum 69 und die Bayerische Volkspartei 19 Mandate erhalten.

hätte. Politisch würden wohl jetzt Versuche einsetzen, Deutschnationale, Nationalsozialisten und Zentrum unter einen Hut zu bringen, wobei vermutlich weniger der Gedanke einer parlamentarischen Koalition eine Rolle spielen werde als der der Dul­dung oder Stützung eines Kabinetts, das nicht Kabi­nett von Papen zu heißen brauche. Es sei anzu­nehmen daß die Nationalsozialisten, deren Verluste vor allem auf die bürgerlichen Kreise zurückgingen, im Interesse der Erhaltung dieser Kreise stärker ge­neigt sein würden, sich positiv einzustellen. Man müsse abwarten, ob der Versuch eines Kabinetts von Schleicher-Grsgor Straffer gemacht werde.

Denistbe Soiksvavter

In deutsch-volksparteilichen Kreisen wird dis Meinung geäußert, daß auch nach dieser Wahl die Ansicht gelten dürfte, daß das Parlament als sol­ches aufgehört habe, die entscheidende Rolle zu spie­len. Es werde an die Nationalsozialisten noch ein­mal die ganz klare Frage zu stellen sein, ob sie positiv Mitarbeiten wollten oder nicht. Das könne aber nichtparlamentarische Kuhhandelei" bedeu­ten. Wenn darauf hmgewiesen werde, daß im neuen Reichstag eine Mehrheitsbildung möglich fei durch Beteiligung der Nationalsozialisten, des Zentrums und der DDP., so könne erklärt werden, daß die DDP. sich kaum dazu hergeben werde, die erfor­derlichen Reststimmen für eine schwarz-braune Mehr­heit zu stellen. Hinsichtlich der Reichsregierung bzw. ihrer Umbildung komme es nicht auf Namen an, sondern auf das Programm.

Senittttn

Bei der Zentrumspartei hört das Nachrichten-- das Zentrum unter den gegebenen Ver­hältnissen mit dem Ergebnis der Reichstagswahl durchaus zufrieden sei. Welche Konsequenzen sich für das Zentrum aus dem Wahlverlauf ergäben, darüber könne man tm Augenblick nichts sagen. Es sei auch noch nicht festgesetzt, wann die maßgeben­den Parteiinstanzen sich mit diesen Dingen beschäf­tigen würden Die großen Grundlinien der Zen­trumspolitik, die diese Partei auch tm neuen Reichs- tag vertreten werde, habe der Parteiführer Kaas vor allem in feiner Rede in Münster dargelegt. In lener Rede hatte Kaas in den Mittelpunkt feiner Ausführungen die Warnung vor Experimenten mit der Verfassung gestellt.

iRommnnifien

In gut unterrichteten kommunistischen Kreisen wird das Wahlergebnis als außerordentlich zufrie* denstellend für die KPD bezeichnet, die trotz ge- rmgerer Wahlbetelliguug im Reich sehr zut abge- schnitten habe. Der kommunistische Zuwachs in Ber­lin wird zurückgeführt auf den Erfolg der komm»-