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8. November
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Nach der Wahlschiacht
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destrebuase« - Aètiee kündigt Soetsednng des Kampfes gegen die Regierung Vaven an
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3n Regierungskreisen verlautet, daß der neue Reichstag kaum vor Anfang Dezember zusammentreten werde. Es scheint, als ob man innerhalb der Reichsregierung entscheidenden Wert aus die Wan- datsverschiebung aus der Rechten legt. die geeignet sein könne, den Druck zu mildern, der von der NSDAP, ausgehen könnte.
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Reichspräsident v. Hindenburg empfing gestern die von dem früheren Reichsverwefer Finnlands General Freiherrn von Manndrheim geführte finnische Offigiersdelegation, welche als Vertretung Finnlands an der gestrigen Gustav-Adolf-Feier in Lützen teilgenommen hat.
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Der Polizeipräsident von Berlin hat die periodische Druckschrift „Die Internationale" mit sofortiger Wirkung bis zum 1. Mai 1933 wegen Aufforderung zum politischen Massenstreik und An- reizung zum Ungehorsam gegen Gesetze verboten.
Der deutsche Weltflieger Wolfgang v. Gronau ist gestern um 13 Uhr MEZ. von Rom aus in Genua gelandet.
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Der schweizerische Bundesrat hat gestern die «tauen Abmachungen über den Handelsverkehr mit Deutschland ratifiziert
Der neu« deutsche Botschafter beim Quirin al enb Frau v. Hassel sind gestern abend in Rom ein- oetrosfen. Zum Empfang im Hauptbahnhof waren erschienen der Chef des Protokolls Gesandter Taliani, die Mitglieder der deutschen Botschaft beim Quirmal mit chren Damen sowie eine größere Anzahl Mitglieder der deutschen Kolonie und der deutschen Presse. Als erstes Blatt widmet „Savoro 1 Fascista" dem neuen deutschen Botschafter einen sehr I herzlich gehaltenen Begrüßungsartikel.
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Zur Feier des 15. Jahrestages der Begründung der Sowjet-Union hatten der Berliner Sowjetbot- fchafter und Frau Chintfchuk gestern nachmittag zu einem Tee-Empfang geladen, zu dem u. a. Reichsbanner v. Papen, Reichsaußenminister Freiherr v. Neurath und Gattin. Reichswirtschaftsminister Professor Dr. Warmbold, Staatssekretär Meißner, Staatssekretär v. Bülow, der Chef der Heereslei ^ hing General v. Hammerstein sowie eine Reihe anderer höherer Beamter erschienen waren. Das Diplomatische Korps war gleichfalls überaus zahlreich vertreten.
Der Präsident des Wiener Hockey-Klubs und ehemalig österreichisch-ungarischer Botschafter in Berlin Gottfried Prinz Hohenlohe-Schillingsfürst ist gestern in Wien im Aller von 65 Jahren gestorben.
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Für die heutigen Präsidentschaftswahlen in Amerika wird allgemein mit einem Sieg Roosevelts gerechnet. *
Im schweizerischen Kanton Schaffhausen wurde der kommunistische Nationalrat Bringolf mit Hilfe der Sozialdemokraten zum Stadtpräsidenten gewählt. Dies ist der erste Fall, daß ein Kommunist in der Schweiz einen leitenden Beamtenposten erhallen hat.
Die Arbeit in den englischen Baumwollspinnereien ist gestern wieder ausgenommen worden. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer werden heute ein Abkommen unterzeichnen, das eine Lohnkürzung um 7,7 Prozent vorsieht.
Die Zahl der Arbeitslosen in Großbritannien be- kief sich am 24. Oktober auf 2 747 006, was eine Verminderung um 111005 gegenüber dem Stand vom 26. September bedeutet.
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Gandhi wiederholte gestern in einem Interview mit einem Vertreter des Reuterbüros, das im Büro des Gefängnisses in Puna stattfand, feine Entschlossenheit, sein Fasten bis zum Tode wieder aufzunehmen, falls der berühmte Tempel in Guru- vagur bis zum Neujahrstage nicht den „Unberührbaren geöffnet werde.
„Daily Telegraph" meldet aus Mukden zwischen chinesischen Irregulären und japanischen Truppen sind heftige Kämpfe ausgebrochen. Bei Schuang- Tschengpu nördlich von Charbin stehen die Japaner gegen 3000 Chinesen. Die Stadt Schuang-Tschengpu ist geplündert. 100 Häuser sollen niebergebrannt
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Dev Kanzler
beim Reievsvväsidenie«
Berlin, 7. Rov. Reichskanzler v. Pap en hak heute dem Reichspräsidenten v. Hindenburg Vortrag über die Ergebnisse der Wahlen und über die Möglichkeiten gehalten, die sich für die Auswertung des Ergebnisses bieten. Aus Regierungskreisen wird zu dem Wahlergebnis erklärt, daß das Kabinett v. Papen keine Veranlassung habe, von seinem bisherigen Kurs abzugehen. Es werde jetzt Sache des Reichstages sein, ob die Parteien in der Lage fein werden, positive Ar beit zu leisten. Die Regierung werde bestrebt sein, ohne Aenderung ihres Grundcharakters ihre Grundlagenzu erweitern. Die schon seinerzeit vom Reichskanzler betont. Halte die Regierung für jeden die Arme offen, der bereit fei. mit ihr gemeinsam politische Arbeit zu leisten.
Sroni ttaitonMoriaMen-Senivum
Man rechnet damit, daß die Verhandlungen zwischen der Regierung und den Parteien und die Erweiterung der Regierungsbasis etwa anfang nächster Woche beginnen werden. Man will zunächst eine gewisse Zeit der Ruhe einschieben, um den Parteren Zeit zu lassen, ihrerseits ihre Wahlbilanz zu ziehen.
Die Regierung dürfte dann wohl so verfahren, daß sie den für eine Mehrheitsbildung in Betracht kommenden Parteien, also Rational- sozialisten, Deutschnationalen und Zentrum, einen Ueberblick über ihr Programm gibt und sie zur Mitarbeit ersucht.
Bei diesem Programm handelt es sich bekanntlich um die Durchführung des zwölfmonatioen Wirtschaftsplanes der Reichsregierung, die R e - form von Reichsverfassung und Wahlrecht und schließlich die Reichsreform. Die Erweiterung der Basis ist also offenbar so gedacht, daß die Regierung Persönlichkeiten aus Kreisen der Nationalsozialisten, der Deutschnationalen und Zentrum zum Eintritt in die Regierung auffordern wird. Ein parlamentarisches Kabinett dürfte auch künftig nicht in Frage kommen, vielmehr wird man an dem Präsidialkabinett festhallen, das sich jedoch auf die Parteien stützt. Ob dieser Versuch zu einem Erfolg führen wird, läßt sich heute natürlich noch nicht sagen. Einstweilen liegen von nationalsozialistischer Seite nur Absagen vor.
Morgen Kabinettssttzung
Berlin, 7. Noy. Nach dem heutigen Vortrag des Kanzlers beim Reichspräsidenten wird für die weitere Klärung der innerpolitischen Lage zunächst eine Sitzung des Reichskabinetts von Bedeutung fein, die für Mittwoch vorgesehen ist Die Reichsregierung wird sich am Mittwoch darüber schlüssig werden, in welcher Weise sie nun vorgeht Im Augenblick steht deshalb auch der Termin für einen Empfang der Parteiführer noch nicht fest, ebenso wie die ganzen Modalitäten kommender Verhandlungen erst vom Mittwoch abhängen. Weiter wird die Reichsregierung sich in dieser Kabinettssitzung grundsätzlich über den sachlichen Arbeitsplan der nächsten Wochen aussprechen. Dabei stehen vor allem zwei Fragen im Vordergrund Die eine ist das große Problem der Verfassungsreform, für die bekanntlich die Vorarbeiten im Reichsinnenministerium bereits weitgehend im Gange sind; wie diese Pläne aber technisch behandelt werden sollen, darüber muß die Reichsregierung noch Beschluß fassen. Den zweiten wesentlichen Gegenstand der Kabinettsberatungen bildet die Kontingentierung, die nun auch so schnell wie möglich zum Abschluß gebracht werden soll. Ob das noch in dieser Woche möglich sein wird, wie man noch heute vormittag glaubte, muß man abwarten, da es sich ja um eine der schwierigsten wirtschaftlichen und außenpolitischen Fragen überhaupt handelt.
Der GiandvunA bet KeiOS- renietund im Gviesel bet »reffe
Berlin, 8. Nov. Einige Blätter beschäftigen sich mit den offiziösen Erklärungen über den Standpunkt der Reichsregierung zum Ausgang der Wahlen, in denen der Wille zum unveränderten Festhalten an dem bisherigen Regierungskurs zum Ausdruck kommt. Die „Germania" sieht in der Aeußerung, daß sie ihre Arme für jeden offenhalle, der zur Mitarbeit bereit sei, bereits politische Erkenntnisse eingeschlossen, die noch nicht mit jener befreienden Deutlichkeit benannt würden, die sie eigentlich verdienten. Vor allem die Erkenntnis,
daß eine sogenannte autoritäre Staatsführung ohne jeglichen Rückhalt im Volk in einem uferlosen Meer von Experimenten enden und scheitern muß und daß deshalb alles geschehen müsse, um ihr wieder einen festen Boden unter den Füßen zu verschaffen. — Die „Voss. Ztg." bezeichnet die Verlautbarung als ein Verhandlungsangebot. Die Reichsregierung wolle offenbar die Frage der Verfassungsreform zum Prüfstein für den guten Willen der Parteien machen. — Die „DAZ.", die wiederum ihre Forderung nach einer Regierung der nationalen Konzentration in den Vordergrund stellt, berichtet, daß der Reichspräsident sich zwar im ganzen von dem Wahlergebnis befriedigt ausgesprochen haben dürfte, doch dürfte
wie sieben die »arieien?
Eine Ilmsvage bei den Navieken
Das Vdz.-Büro hat durch eine Umfrage bei den Parteien eine erste Stellungnahme zum Ergebnis der Reichstagsmahl ermittelt, wobei jedoch zu beachten ist, daß durchweg die beschließenden Parteigremien erst nach einiger Zett, wahrscheinlich erst in der kommenden Woche, zu- fammentreten werden.
NationMor'aMe«
In nationalsozialistischen Kreisen wurde dem Vdz.-Büro erklärt, daß eine offizielle Stellungnahme der Münchener Parteizentrale bevorstehe. Schon jetzt könne man aber darauf Hinweisen, daß nach dem Ergebnis dieser Reichstagswahl die NSDAP, berechtigt fei, weiterhin- ihren Anspruch auf Füh' rung der Reichsregierung zu vertreten. Dabei fei die Frage von nicht so großer Aktualität, ob die NSDAP, anstelle Adolf Hitler Gregor Strasser als Nachfolger von Papens Vorschlägen wolle. Es sei noch hevvorzuheben, daß unter den gewählten Nationalsozialisten sich auch der greife General Litzmann befinde, der vermutlich als Alterspräsident den neuen Reichstag eröffnen wird.
Deuifdmai. SoMvavtel
In Kreisen der DNBP. wird heroorgehoben, daß diese Partei mit dem Wahlergebnis sehr zufrieden sei. Dou politischem Wert sei für die Deutschnationalen besonders, daß eine ..schwarz-braune Koalitionsmehrheit" jetzt nicht mehr allein tm Reich möglich sei. In dem Wahlergebnis zeigt sich nach deutschnationaler Auffassung zugleich ein moralischer Erfolg für die Regierung von Papen. Politische Folgerungen könne man zur Zeit aus dem Wahlergebnis noch nicht ziehen, weil sich die Konsequenzen bisher noch nicht übersehen ließen.
<£bti«litb-f»t, SEsÄlenft
Beim Christlich-Sozialen Dolksdienst wird dem Vdz.-Büro erklärt, daß diese Bewegung jetzt endgültig fünf Mandate zugesprochen erhalten habe, und daß sie außerordentlich befriedigt sei mit einem Stimmenzuwachs von 10 Prozent, der in der Spitze sogar 30 Prozent betrage Nach Meinung des Volksdienstes müsse aufgrund des Wahlergebnisses das Kabinett von Papen seine Politik liquidieren. Auch im neuen Reichstag sei es möglich, mit Hilfe der kleineren Gruppe eine positive Mehrheit zu bilden, zumal man annehmen könne, daß die Nationalsozialisten nun in ihren Forderungen etwas zurückhaltender sein wülden. _
Gorka demokvaon
Von sozialdemokratischen Parlamentariern wird zum Ausdruck gebracht daß die SPD. insofern mit dem Wahlergebnis zufrieden sei als sie mit stärkeren Verlusten an die Kommunisten gerechnet
auch von dieser höchsten Stelle auf eine nachdrückliche Bemühung um eine Zusammenfassung aller positiven Kräfte hingewirkt werden. Das Blatt meint, daß nicht so sehr der Kanzler, als vielmehr der Reichspräsident jetzt die Entscheidung in dieser Frage zu treffen habe.
Kommunisten verlangen sofortige Sinbernknn» des «eiGstases
Berlin, 7. Rov. Die neugewählle kommunistische Reichsèagsfraktion Hal die sofortige Einberufung des Reichstages verlangt. Sie wird u. a. einbringen ein Mißtrauensvotum gegen das Gesamtkabinett und einen Antrag, die im Verlaufe des Verkehrsarbeilerstreikes Inhaftierten freizulassen und alle durch die ordentlichen oder Sondergerichle gefällten Urteile aufzuheben. Der genane Wortlaut der Anträge wird im Verlaufe des morgig: Tages veröffentlicht.
Aendevnns in bet MandatsvrvteNnns
Berlin, 7. Rov. Rach den neuesten Zahlen, die vom Büro des Reichswahlleiters mitgeteilt werden, tritt in der bisher mitgeteilten Verteilung der Mandate insofern eine Aenderung ein, als das Zentrum 69 und die Bayerische Volkspartei 19 Mandate erhalten.
hätte. Politisch würden wohl jetzt Versuche einsetzen, Deutschnationale, Nationalsozialisten und Zentrum unter einen Hut zu bringen, wobei vermutlich weniger der Gedanke einer parlamentarischen Koalition eine Rolle spielen werde als der der Duldung oder Stützung eines Kabinetts, das nicht Kabinett von Papen zu heißen brauche. Es sei anzunehmen daß die Nationalsozialisten, deren Verluste vor allem auf die bürgerlichen Kreise zurückgingen, im Interesse der Erhaltung dieser Kreise stärker geneigt sein würden, sich positiv einzustellen. Man müsse abwarten, ob der Versuch eines Kabinetts von Schleicher-Grsgor Straffer gemacht werde.
Denistbe Soiksvavter
In deutsch-volksparteilichen Kreisen wird dis Meinung geäußert, daß auch nach dieser Wahl die Ansicht gelten dürfte, daß das Parlament als solches aufgehört habe, die entscheidende Rolle zu spielen. Es werde an die Nationalsozialisten noch einmal die ganz klare Frage zu stellen sein, ob sie positiv Mitarbeiten wollten oder nicht. Das könne aber nicht „parlamentarische Kuhhandelei" bedeuten. Wenn darauf hmgewiesen werde, daß im neuen Reichstag eine Mehrheitsbildung möglich fei durch Beteiligung der Nationalsozialisten, des Zentrums und der DDP., so könne erklärt werden, daß die DDP. sich kaum dazu hergeben werde, die erforderlichen Reststimmen für eine schwarz-braune Mehrheit zu stellen. Hinsichtlich der Reichsregierung bzw. ihrer Umbildung komme es nicht auf Namen an, sondern auf das Programm.
Senittttn
Bei der Zentrumspartei hört das Nachrichten-- das Zentrum unter den gegebenen Verhältnissen mit dem Ergebnis der Reichstagswahl durchaus zufrieden sei. Welche Konsequenzen sich für das Zentrum aus dem Wahlverlauf ergäben, darüber könne man tm Augenblick nichts sagen. Es sei auch noch nicht festgesetzt, wann die maßgebenden Parteiinstanzen sich mit diesen Dingen beschäftigen würden Die großen Grundlinien der Zentrumspolitik, die diese Partei auch tm neuen Reichs- tag vertreten werde, habe der Parteiführer Kaas vor allem in feiner Rede in Münster dargelegt. In lener Rede hatte Kaas in den Mittelpunkt feiner Ausführungen die Warnung vor Experimenten mit der Verfassung gestellt.
iRommnnifien
In gut unterrichteten kommunistischen Kreisen wird das Wahlergebnis als außerordentlich zufrie* denstellend für die KPD bezeichnet, die trotz ge- rmgerer Wahlbetelliguug im Reich sehr zut abge- schnitten habe. Der kommunistische Zuwachs in Berlin wird zurückgeführt auf den Erfolg der komm»-