Nr. 261
Samstag, den 5. November 1932
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- GvspavttlSmaSnaSme« der kommissaviicken Nveuken-Resievuns
rlin, 4. Nov. In einer Reihe von Bläf- >erden Mitteilungen verbreitet, nach denen die ssa rische preußische Staatsregierung beabsich- mmlttelbar nach den Wahlen eine große hl von Winislerialbeamten — es >on etwa 110 höheren und 200 mittleren Be- gesprochen — z u verabschieden.
rzu erfahren wir von zuständiger Stelle: Die mung über die Vereinfachung und VerLil- der Zentralmstanz bedeutet eine Ersparnis- hme, die vom allen Kreisen der Steuerzahler, len Selbstverwoltungskürperschaften seit Jahr ig gefordert wurde und die auch seit geraumer on der alten preußischen Regierung als not- [ anerkannt worden ist. Die kommissarische sche Regierung hat diesen Man verwirklicht. Naßnahmen wären sinnlos, wenn i abei an dem Punkte halt machen würde, an re Ersparnisse in die Praxis ein - n. Dabei kann an Personalerispavnissen nicht ^gegangen werden. Sonst kann der „Masst f Berlin", der zum Schlagwort in der $ geworden ist, nicht in Ordnung gebracht i. Gegenwärtig sind Verhandlungen im , um die personellen Konsequenzen aus den s-ihmen zu ziehen. Wann diese Beratungen lassen werden können, und in welchem Um- eine Verabschiedung von Beamten erforder- rd. läßt sich z. Zt. noch nicht übersetzen. Die benen Zahlen stützen sich nicht auf amtliche igen oder Entwürfe. Schon jetzt aber kann werden, daß mit allem Nachdruck versucht Jie Mehrzahl der in der Zentralinstanz frei- rden Beamten in anderen Teilen der preußi- öerwaltumg unterzubringen.
kommissarische preußische Regierung ist sich ilsten Ernst der staatspolitischen und gesetz- Wicht bewußt, die Arbeitskräfte der Beamten als möglich dem Staat zu erhalten. Die ähmen sind aber nicht Zweck, sondern müssen allgemein anerkannten Ausgaben einer Vereng des Staatsapparates eingeglisdert werden, in einem Blatt geäußerten Besorgnisse, Last Spareffekt nicht ausschlaggebend sei, n die Absicht, den katholischen Volksteil zu (eiligen, entbehrt jeder Grundlage. Allerdings Jie kommissarische Regierung die Auffassung inerkennen, daß die Interessen des katho- Volksteils ebenso wie die anderen Teile des mit besonderen rein parteipolitischen In seien und diesen untergeordnet
i gleimges i müßten.
Dev Schtvetduttzev Vvoretz
Schweidnitz, 4. Nov. An dem heutigen Verhandlungstag im Schweidnitzer Sondergerichtsprozeß wegen des Reichenbacher Attentats beantragte Justigrat Dr. Luetgebrune die Vernehmung zweier Sachverständiger darüber, daß der in Reichenbach verwandte Körper kein Sprengkörper im Sinne des Gesetzes sei. Das Gericht lehnte diesen Antrag ab. Auf Antrag des Oberstaatsanwalts wurde dann ein umfangreiches Geständnis des Angeklagten Polomski verlesen, in dem dieser seine Autofahrten in Reichenbach, seine Teilnahme und später seine Flucht, insbesoâre auch seinen Aufenthalt im Braunen Haus eingehend schildert. Potomski gab jedoch auf Vorhaltungen zu, daß seine Darstellung in dem Geständnis nicht richtig sei.
Am Ende der Mittagspause kam es vor dem Schweldnitzer Gerichtsgebäude zu Zusammenstößen zwischen Nationalsozialisten und Polizeibeamten. Ein gsschlossoner Trupp SA.-Leute wollte dem Angeklagten Heines das Geleit bis zum Gerichtsgebäude geben, wurde aber von der Polizei daran gehindert. Im Laufe der Abriegelung wurde den polizeilichen Anordnungen nicht Folge geleistet, so daß die Beamten von dem Gummiknüppel Gebrauch machen mußten und darauf auch Angehörige der SA. festnahmen.
Im Verlauf der Nachmittagssitzung wurden dann einige SA.-Leute und Freunde des Nebenklägers vernommen. Ueberraschung bereitete die Vernehmung der Fr a u des getöteten Jähnke, die an jenem Tage mit Wagner und anderen SA.-Leuten zusammen im Cafe Monopol gesessen hat. Sie vermutete ihren Mann in Schweidnitz, wo er ein Geschäft abschließen wollte. — Auf Antrag der Verteiidgung wird bei der Vernehmung weiterer Zeugen ein Artikel aus dem „Proletarier aus dem Eulengibirge" verlesen, der sich mit einem Zusammenstoß zwischen Nationalsozialisten und Anhängern der Eisernen Front im Eulengebirge befaßt. Dieser Artikel, der scharfe Angriffe gegen die SA. enthält und den Angeklagten Heines als Meuchelmörder bezeichnet, hat zur Folge, daß unter den anwesenden SA.-Leuten gegen den Nebenkläger Stellung genommen wird. Dem Eingreifen des Vorsitzenden gelingt es jedoch, auch hier die aufgeregten Wogen zu glätten. Ein Antrag des Rechtsanwalts Bandmann, einen Artikel aus dem „Berliner Tageblatt" zu verlesen, in dem Heines ebenfalls als Mörder bezeichnet wird, wird durch den Vorsitzenden abgelehnt. — Zum Schluß der Freitagverhandlung werden dann Zeugen über den Aufenthalt Wolters vernommen, der bekanntlich behauptete, nicht am Tatort gewesen zu sein. Die Zeugenaussagen widersprechen sich. — Um 20 Uhr wird die Verhandlung auf Samstag vertagt.
Llationalsoziattstiichev Erfolg bet de« SSchfifche« Gewevbekammevwahlen
Dresden, 4. Nov. Die Wahlen der sächsischen Gewerbekammer brachten für die Nationalsozialisten große Erfolge. In Dresden erhielte die NSDAP, die Mehrheit aller abgegebenen Stimmen. In Chemnitz erhielte die NSDAP, sowohl bei der Gruppe Handwerk wie bei der Gruppe Handel die Mehrheit. In Plauen erhielten die Nationalsozialisten 474 Stimmen, die angeblich unpolitische Linke 115. Weiter erhielten die Nationalsozialisten in Freiberg 345, andere 161 Stimmen, in Werdau 186, andere 60, in Marienberg 116, andere 21, in Sayda 136, andere 14, in Dippoldiswalde 135, andere 36, in Schmiedeberg 33, andere 11 Stimmen.
Raubmord m Dortmund
Dortmund, 5. Rov. Als der Former August Schmidt gestern abend nach Hause zurückkehrte, fand er in seiner Wohnung seine Frau und die Hausangestellte Thiemann mit schweren Verletzungen tot auf. Die Mordkommission stellte Raubmord fest. Den Tätern fielen 300 RW in die Hände. Zwei Männer wurden unter dem Verdacht der Täterschaft festgenommen.
Großer Schmuggellranspork abgefangen
Duisburg, 5. Rov. Zwei Beamte der Düsseldorfer Zollfahndungsslelle brachten gestern einen verdächtigen holländischen Lastkraftwagen nach Beschießen zum Halten. Dem Führer des Wagens gelang es, zu entkommen. Auf dem Wagen befanden sich 22 Zentner Tabak und 65 000 Zigaretten.
Eine GuÜanstocktev kovdeet 14 Mein ruvKB
Die Prinzessin Dayang, die Tochter des Sultans der Sulu-Inseln im Archipel von Borneo, hat in aller Form von der Regierung der Vereinigten Staaten die Zurückerstattung von vierzehn kleinen Inseln des Archipels gefordert, die ihr nach chrer Behauptung widerrechtlich vorenthälten werden. Nach der Versicherung der Prinzessin wurden ihr die Inseln vor Jahren von chrer Großmutter, der Königin Lana, zum Geschenk gemacht. Es handelt sich um kleine Fesieneilande, Schildkröteninseln genannt, die nur wenige Hektar groß und von ein paar Dutzend Eingeborenen bewohnt sind, die sich mit Fischfang beschäftigen. Die Inseln liegen im Nordosten von Britisch-Borneo und wurden von England
den Vereinigten Staaten überlassen, worüber vorigen Jahre ein Vertrag abgeschlossen wurde. Die Prinzessin stützt ihre Ansprüche auf dw Tatsache daß der zwischen dem Sultan der Sulu-Inseln und Großbritannien abgeschlossene ^Vertrag sich auf die in Frage kommenden Inseln bezieht.
sich nicht
Vereine, Versammlungen
Vogelsberger höhen-Elub (V. h. E)' S®^- verein Hanau. Montag, 7. November, abends 8.30 Uhr, Monatsoersammlung im „Hotel Riesen . Fest- legung des Wanderplans 1933.
Eintracht — Lehrersängerchori Auf den heute im Sängerheim statfindenden gemütlichen ^"eno wird nochmals besonders hingewiesen und zahlreiche Beteiligung erwartet. 10^
Werkmeister-Orlsverein Hanau. Heute abend 8.30 Uhr, Generalversammlung im Turnerheim am Sandeldamm. Wegen der Bedeutung der Tagesordnung ist das Erscheinen aller Mitglieder dringend nötig. , 1064
* Zentrumsparlei. Sonntag abend Zusammenkunft im „Hecht". Parteifreunde, die abgeholt zu werden wünschen, geben heute und morgen dort ihre Adresse ab. 1069
Verein ehem. 80er Hanau. Am Dienstag, den 8. November, abends 8.30 Uhr, Monatsversammlung im Vereinslokal. Die Kameraden wollen zahlreich erscheinen. 1063
G. D. A. Gewerkschaftsbund der Angestellten, Ortsgruppe Hanau. Dienstag, 8. November, abends 8.15 Uhr, im Ortsgruppenheim Philipp-Ludwigs- Anlage 13, Monatsversammlung. Vortrag: Miet- und Wohnrecht. Arbeitsbeschaffungsaktion 1932. u. Wohnrecht. Arbeitsbeschaffungsaktion 1932. 1066 Rugbyabteilung der h. R. E. Hafsio. Spiel gegen B. S. C. Offenbach fällt wegen Absage aus, dafür um 10 Uhr Training am Bootshaus.
um 10 Uhr Training am Bootshaus. und
T. F. E„ Handballableilung. Das Spiel der 2. Mannschaft findet um 1.30 Uhr auf unserem Platze statt. 1061
Dlsch. Schwimmverein Guths Wuths. Montag, 7. November, keine Fahrt zum Hallenbad Fechenheim. 1068
«StLdtische VekarrutmaKuusen
Das städtische Wahlamt ist an dem Wahltage (6. November 1932) von 9 Uhr ab geöffnet und telephonisch unter Fernsprechnummer 2860 zu erreichen. 157
Hanau, 2. November 1932.
Der Magistrat, gez. Dr. Müller.
öszass
Die Wahl ist erledigt
es hat auch wirklich keinen Zweck, daß wir uns jeden Sonntag streiten. Am Mittwoch, bei meinem Kaffee-Kränzchen, hat mir Frau Schmidt und auch Frau Müller erzählt, daß Sie sich jetzt jeden. Sonntag mit ihren Männern einig sind, wo sie ihre Abendstunden gemütlich und bei fröhlicher Stimmung verbringen. In der Langstraße 3 ist doch jetzt das Zillertal in recht origineller Art eröffnet worden, durch die vorzügliche und staunend billige Küche will auch ich mir jetzt meine Sonntagsarbeit etwas erleichtern und essen wir einfach regelmäßig im Zillertal. Unsere Männer kommen in großartiger Weise auf ihre Rechnung. Durch eine flotte Bedienung wird das köstliche Steinbräu, das ganze Maß mit nur 64 Pfg. und das halbe Maß mit 32 Pfg. verabreicht. Ucbrigens ist ja in dem Zillertal tagtäglich von abends 8 Uhr, Sonntag nachmittag von 4 Uhr an, ein großer bayer. Rummel. Dieser Kapellmeister Hans I Kraft mit seinen lustigen und schalkhaften Oberlandlern versteht es, die Alltagssorgen unseren Männern auf kurze Stunden abzunehmen. Wir verabreden uns auch jetzt einfach mit all unseren Freunden, und unsere Parole ist und bleibt immer _ _ _ —
Auf ins Zillertal!
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