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Nr. 251

Dienslag, den 25. Oktober 1932

Seite 7

psütifche KaOriMs«

Wiesen Beleidig«»» dee KetGswehv vevuvteSU

Freiberg, 24. Okt. Wegen öffentlicher Beleidi- ung der Reichswehr verurteilte das hiesige chöffengericht den Berliner Schriftsteller Karl > ch u l z zu 300 RM Geldstrafe. Schulz war bis titte Mai d. I. preußischer Landtagsabgeordneter nd wurde durch feinen Rundfunkstreich im Oktober )28 bekannt, wo er anstelle einesVorwärts"- edakteurs im Radio eine Ansprache gehalten hatte, iei einer Gedenkfeier für die im Oktober 1923 bei n Unruhen in Freiberg gefallenen Angehörigen ?r KPD. hielt Schulz eine Ansprache und kam auch af den Rundfunkstreich zu sprechen, wobei er be- idigende Aeußerungen gegen die Reichswehr tat.

Dsv Dottav km RKLebund

Neue Devifenmatznahmen Auch Ausländer, Diplomaten und Journalisten betroffen

Moskau, 24. Okt. Die Umbildung der Tfcher- wnzenwährung zu einem reinen inländischen Geld­richen, die seinerzeit durch ein völliges Verbot der iin» und Ausfuhr russischer Noten eingeleitet und ann durch Einrichtung zahlreicher staatlicher- en, die nur gegen Gold oder ausländische Valuten 8are ab geb en, fortgeführt wurde, ist in den letzten Konaten weiter gefördert worden. Sie wird jetzt urch eine neue Verordnung vollendet: Dom 26 Mob er an wird allen in Moskau ansässigen aus- indischen Staatsangehörigen, Diplomaten und Pressevertretern das bisherige Recht entzogen, in en ihnen zu gewiesenen Läden Lebensmittel gegen Tscherwonzen oder Rubel zu erwerben. Die Aus- inder, mit der einzigen Ausnahme von Spezia- isten, die in russischen Diensten arbeiten, erhalten lebensmittel in Staatsgeschäften jetzt nur noch, Denn sie in Dollar oder anderer a u s l ä n - ui]cf) er Valuta bezahlen.

Londons« Kathans im Belasevnnssrnstand

London, 24. Okt. Das Londoner Rathaus wurde m Montag in einen polizeilichen Belagerungszu- iand versetzt, da man im Zusammenhang mit dem empfang einer Arbeitslosenabordnung eine Wieder­holung der großen Unruhen der vergangenen Woche «efürchtete. Insgesamt wurden etwa 1000 Schutz- eute zu Pferde, zu Fuß und im Kraftwagen auf- eboten, die das Rathaus und die anliegenden Straßen besetzten. Sämtliche Tore des Gebäudes saren fest verriegelt und von innen mit Stühlen inb anderen Möbeln verbarrikadiert worden. Auch außerhalb des Rathauses wurden an einem gefähr- ichen Punkt Barrikaden errichtet, die mit Schutz- euten besetzt wurden.

Der Arbeitslosenausschuß verlangte vom Lon- wner Stadtrat u. a. Vorbereitungen für die Un- erbringung von über 3000 Arbeitslosen zu treffen, lie sich an einem Hungermärsche beteiligen und die Ium Mittwoch aus allen Teilen Nordenglands in London eintreffen sollen. Diese Arbeitslosen wollen roße Kundgebungen im Hydepark und auf anderen i;j entliehen Plötzen veranstalten.

Die Frage der Hungermarschierer wurde am Nontag auch im Unterhaus zur Sprache gebracht. Der Gesundheitsminister Sir Hilton Poung erklärte, r wisse wohl, daß es sich um eine von Kommunisten m gestiftete Angelegenheit handele. Er werde jedoch ie Behörden ermahnen, nicht so scharf gegen die Hungermarschierer vorzugehen.

3# weebe England ans aßen veâeibe« .. *

Trebitsch-Lincolns Kampfansage Ein Interview im D-Zug-Abteil

Brüssel, 27. Okt. Er ist zwar eine theatralische, aber nichtsdestoweniger durchaus ernst zu nehmende Figur, dieser ehemalige englische Parlamentarier, Spion und Ränkeschmied, dieser jetzige Mönch Chao-Kung-Trebitsch-Lincoln.

Seine Ausweisung aus Belgien hat ihn offen­bar schwer getroffen, muß einen für ihn sehr wich­tigen Plan zunichte gemacht haben. Anders läßt sich nicht die Ungeschminktheit erklären, mit der er im rollenden Zug, der ihn aus Belgien führte, eine Kampfansage in die Welt schrie, die niemand ge­ringerem den Fehdehandschuh hinwirft als dem britischen Imperium.

Vielleicht nur eine Geste, vielleicht aber doch ein leises Wetterleuchten am Himmel der Weltgeschichte.

Einem Berichterstatter gelang es, in letzter Se­kunde in das Abteil Trebitsch-Lincolns zu sprin­gen. besser gesagt, regelrecht einzudringen. Er redete ungarisch, und nach anfänglichem Miß­trauen taute der Mönch Chao-Kung auf. Daß die­ser geheimnisvollen Persönlichkeit die Zunge mit der Empörung durchging, ist nicht anzunehmen. Er wußte, daß jedes Wort, das er während der Fahrt von Brüssel nach Köln sprechen würde, den Weg in die Welt finden mußte.

Vielleicht führt dieser Weg sogar in die Welt­geschichte. Auf alle Fälle sind Trebitsch-Lincolns Aeußerungen so interessant und bedeutsam, daß sie zumindest registriert werden müssen:

Ich weiß", erklärte er,daß meine Auswei­sung aus Belgien nur den diabolischen Masch i- nationen der britischen Regierung zu verdanken ist. Ich weiß, daß ich seit der Sekunde, da ich Tibet verließ, vom britischen Geheimdienst überwacht wurde.

Warum, werden diese Herren am besten wissen.

Ich warne aber damit die englische Regierung. Man soll mich allein lassen, sonst entfessele ich eine Katastrophe.

Ich habe schon einmal gegen England gekämpft. Das ganze Weltreich hat mich gejagt und gehetzt und mich doch nicht bekommen, und ich habe ge­siegt, wann auch immer ich England besiegen wollte.

Ich habe aber jetzt genug . . ."

Der Befrager berichtet, daß Trebitsch-Lmcoln diesen Satz dreimal rot vor Zorn und Empörung hinausschrie.

Ich habe genug von dem Ränkeschmied Eng-' land! Nur zu rein geistigen Zielen bin ich nach Europa gekommen, ober wenn England mid) so weiter verfolgt wie bisher, dann werden sich diese Ziele ändern . . ."

Ich werde England aus ganz Asien vertreiben! Ich kann es tun Ich habe die Macht dazu! Kein Mensch, auch nicht die bestinformiertesten Köpfe des englischen Nachrichtendienstes haben eine Ah­nung, wie weit meine Macht reicht!

Ich warne England. . "

Große Worte, aber neben den Worten standen bei Trebitfch-Lincoln stets auch die Taten. Und jetzt drängt sich die Frage aus, ob dieser Abenteurer einzigartiger Prägung den Namen Chao-Kung und das Kostüm des buddhistischen Mönches wirklich nur aus seelischer Ueberzeugung und zurein gei­stigen Zwecken" angenommen hat.

Zwei tödliche Abstürze von der Kampenwand

Rosenheim, 24. Okt. Am Sonntag abend gegen 8 Uhr wurde die hiesige Rettungsexpedition der Bergwacht benachrichtigt, daß gegen 5 Uhr nach­mittags zwei Touristen vom Hauptgipfel der Süd­wand der Kampenwand abgestürzt seien. Die Ex­

pedition brach sofort auf. Um %11 Uhr nachts mel­dete sie ins Tal, daß sie die beiden Abgestürzten tot aufgefunden habe. Es handelt sich um den 24 Jahre alten Studierenden an der Holzfachschule in Rosenheim Martin W i I f m a ie r aus Gankofen, bei dem zweiten Toten um einen gewissen Leh­mann, der aus Priem am Chiemsee stammt und dort verheiratet war.

Schwerer Zusammenstoß zwischen Auto und Motorrad

Aarau (Schweiz), 24. Off. Auf offener Land­straße stießen am Sonntag nachmittag ein Auto und ein Motorrad zusammen. Die Insassen des Autos wurden herausgeschleudert. Der Lenker des Wagens war sofort tot, während sein Begleiter eine Quetschung am Kopf erlitt. Der 23jährige Motorradfahrer wurde schwer verletzt und starb kurze Zeit daraus im Krankenhaus. Sein Bruder, der ihm in einem Abstand von 50 Meter mit seinem Motorrad folgte, fuhr in das quersteyende Auto und erlitt schwere Beinverlehungen. Sein Mitfahrer wurde ebenfalls verletzt. Die Unglücksstälte bot ein wüstes Trümmerfeld.

Rundfunk -^vosvamm

Dienstag, den 25. Oktober

6: Wettermeldung. Anschl.: Morgengymnastik. 7: Wetterbericht, Nachrichten. Anschl.: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 14: Nachrichten u. Werbekonzert. 15.20: Hausfrauen-Nachmittag. 17: Nachmittags­konzert. 18.25:Aus der Welt der Südslawen", Vortrag. 18.50:Eignung ist Trumpf" Erfah­rungen aus der Berufs-Praxis, Gespräch. 19.30: Bei uns zu Lande" (Hörfolge zum Erntedankfest). 20: Bayreuther Abend. 22:20: Nachrichten. 22.45: Nachtmusik.

Von dev âZnsbüvtse.

Eentrallhealer. Ein spannendes Kapitel aus dem Autorennsport enthüllt der reichlich geheimnis­volle KriminaltonfilmDie Pranke", in dessen Mittelpunkt der mysteriöse Diebstahl von Konstruk­tionspapieren und ein internationales Autorennen stehen. Damit noch nicht genug müssen erst zwei Hauptakteure ihr Leben unter den Händen eines geschickt getarnten Unholdes lassen, bis ganz zum Schlüsse nach den üblichen Verwicklungen dessen Entlarvung gelangt. Ein deutscher Rennfahrer (Hans Rehmann) erweist sich batet kluger als der gewiegteste Kriminalkommissar und findet nach einigen Jrrfährten glücklich auch die richtige Spur und das Herz der schönen Fabriksekretärin (Char lotte Susa) dazu. Zwischendurch ereignet sich sehr viel, so daß das Publikum stets in Spannung ge­halten wird. Als ganz großer Lachschlager tritt der überaus lustige Militär-SchwankDrei Tage Mittelarrest" hinzu, den so glänzend bewährte Lustspielkanonen" wie Felix Bressart, Max Adal­bert, Fritz Schulz, Ida Wüst und Lucie Englisch beherrschen.

SeveSue, SevfamnUrrngeu

Kriegerverein kesselsiadl. Mittwoch, 26. Oft., abends 8 Uhr, Monatsverfammlung im Vereins- lokal zum Schwan. Wir bitten um zahlreiches Er­scheinen der Kameraden. 1025

Hanauer Geschichtsverein. Die Mitglieder des Geschichtsvereins werden zu dem am Montag. 31. Okt., 20 Uhr, in der Stadthalle stattfindenden Vor­trag von Herrn Prälat D. Dr. Diehl aus Darm­stadt eingeladen. 1024

Die teste evanselfche Kirche NeutichlandS wird neu geweiht

Blick in die Schloßkirche zu Torgau

die Martin Luther im Oktober 1544 als erste neu gebaute evangelische Kirche Deutschlands einweihte, wird am Reformationstag, dem 31. Oktober, aber­mals geweiht werden. Der Bau ist seit der Luther- Zeit nur ganz wenig verändert worden.

Deutscher Sprachverein. Wir weisen unsere Mitglieder auf den Dortrag im Geschichtsverein hin. Herr Studienrat Dr. Brodt spricht Mj^och abend 8.15 Uhr in der Hohen Landesschule über Hausnamen und Hauszeichen 1105

Mittwoch, den 26. Oktober 1932. 15H Uhr: Arbeitsgemeinschaft des Kreisverbandes der Evangelischen Frauenhilfen, Vortrag Pfarrer Knöll-WächtersbachDie Gustav Adolfverein- Hundertjahrfeier in Leipzig" im Co. Vereinshaus, Nußallee. Interessierte Mitglieder aller Frauen- Hilfen sind eingeladen. 1101

GtsdtNHe

Vekanmtmachtmse«

Verdingung

der Straßenbauarbeiten und der Lieferung von Kleinschlag für den Umbau der Straße nach Mittel- buchen von Hochstädter Landstraße bis Wachen­bucherweg.

Auskunft wird im Rathaus Hinterbau Zimmer 2 erteilt.

Eröffnungstermin der Angebote am Montag den 31. Oktober 1932 in vorgenanntem Dienstzimmer.

Hanau, 22 Oktober 1932. 148

Der Magistrat gez. Dr. Weide.

Zimmer gesudii!

Das Pfalzorchester

veranstaltet nach dem 2. Stadt. Konzert am 18. November vormittags ein Konzert für die Erwerbslosen. Für die Mitglieder des Orchesters werden tür die Nacht zum 17 /18. gute und nach Möglichkeit unent­geltliche Unterkünfte gesucht. An­meldungen auf Zimmer 33 des Rathauses.

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Ver. ehern. Res.-Inf.- Regt. 88

Der Arbeitsausschuß für dié 1. Wiedersehensfeier des R.-I.-R. 88 richtet an die Einwohnerschaft die herzliche Bitte, der Stadt am 29. und 30. Oktober durch Beflaggen der Häuser ein festliches Gepräge zu geben. Die aus der Ferne kommenden ehern. Regimentsangehörigen sollen sehen, daß in Hanau das Res.-Inf.-Regt 88 nicht vergessen ist.

Darum: Flaggen heraus!