Einzelbild herunterladen
 

Seite i

Freitag, den 30. September 1932

Nr. 230

Das Seev dev Abiturienten

Geringere Neigung für akademische Berufe

Berlin, 28. Sept. Die Zahl der Abiturienten betrug nach der Reichsschulstatistik für das Schul­jahr 1925/26 20 892, im Jahre 1931/32 fast das Doppelte: 41000, eine weitere Steigerung ist noch im Jahre 1932/33 zu erwarten. Dann beginnt ein langsamer Abstieg. Beachtlicher ist die Verringe­rung des Zugangs zu den Sexten. Ostern 1932 wurden in den preußischen Knabenschulen 19,2 vom Hundert, in den Sexten der Mädchenschulen 21,4 vom Hundert weniger Kinder ausgenommen als im Vorjahr. In Bayern ergab sich sogar ein Rückgang um 31,7 v. H., in Thüringen um 24,8 v. H. Die Neigung für die akademischen Berufe ist in den letzten Jahren teils infolge der zunehmenden Er­kenntnis von der Ueberfüllung der akademischen Arbeitsmärkte, teils infolge der wirtschaftlichen Not ständig zurückgegangen. So wollten nach allerdings nicht ganz vollständigen Feststellungen der Schulen in Schlesien 1930 etwa 70 v. H., 1931 nur noch etwa 60 v. H., in Sachsen 1932 nur etwa 50 v. H. studieren. Achnliche Rückgänge der akademischen Berufswünsche verzeichnet das Rheinland. Der Anteil der akademischen Berufs­wünsche bei den Ratsuchenden der Arbeitsämter ist noch geringer. So gaben bei der akademischen Berufsberatung in Berlin-Mitte 492 männliche Ratsuchende akademische, 1057 nichtakademische Be­rufswünsche an.

Sünszebn Lahve toigegtaubt

Der amerikanische Flieger Campbell, der ein halbes Jahr vor Eintritt Amerikas in den Krieg als Freiwilliger einer französischen Fliegerabtei- lung zugeteilt wurde, galt bisher in den französi­schen Akten als vermißt und verschollen. Man nahm in Paris an, daß er auf irgendeine Weise den Tod gefunden habe. Im Oktober 1917 machte er einen Vorstoß über die deutsche Front hinaus. Er kehrte nicht wieder zurück. Einzelne Beobach­tungen deuteten darauf hin, daß sein Flugzeug ab­geschossen war. Dieser Tage hat sich der totge­glaubte Flieger plötzlich durch den amerikanischen Konsul in Paris bei der französischen Militär­behörde gemeldet. Wie sich jetzt herausstellt, erlitt der Amerikaner bei seinem Absturze eine gefähr­liche Rückgratverletzung. Er lag fast vier Jahre in Düsseldorf im Militärlazarett und erlangte nur

j^ENN ETWASbillig44 aussieht, dann ist es noch lange nichtpreiswert!

VÜB JEDE« PFENNIG

GRÖSSTEN GEGENWEHT

Oft sagen Sie:Der Mantel sieht so 9biHig aus! und meinen damitgering*4minderwertig44. Wenn Sie aber sagen,Das ist wirklich billig!", meinen Sie etwas ganz anderes. Sie finden dann, daß Sie für Ihr Geld mehr bekommen haben, als sie erwartet haben.

Es ist ja kein Kunststück, Ihnen für ein paar Mark Kleider zu verkaufen, denen man ansieht, daß siebillig sind. Aber für wenig Geld wirk­lich gute Kleider, Mäntel und Hüte zu beschaf­fen, dazu gehören die gründliche Warenkenntnis

und der gute Geschmack erprobter Fachleute, wie sie uns zur Verfügung stehen. Dazu gehören laufende Aufträge, die dem Fabrikanten ein sicheres Arbeiten ermöglichen. In unsern Fen­stern sehen Sie eine kleine Auswahl von Kleidern, Mänteln und Hüten, prächtige, modische Herbst­neuheiten, die mehr hermachen, als ihr Preis vermuten läßt. In unserm Haus finden Sie weit mehr der gleichen Art, die Stück für Stück auch der schärfsten Prüfung standhalten, die Ihnen

auch

bei langem Tragen viel Freude machen.

sehr langsam seine Gesundheit wieder. Er hatte zu­nächst jede Erinnerung verloren. Als sein Ge­dächtnis wiederkehrte und seine Gesundheit not­dürftig wiederhergestellt war, reiste er schleunigst nach den Vereinigten Staaten zurück, ohne sich in Paris zu melden. So kam es, daß man ihn weiter als vermißt und tot in den französischen Akten führte. Der amerikanische Flieger steht jetzt vor seiner Vermählung und will noch vor seiner Heirat seine militärischen Verhältnisse in Ordnung bringen.

Sie Sebunssvovkuche an »n 2* erfolglos

London, 29. Sept. Die Bemühungen zur Hebung des englischen UnterseebootsM 2", das bei Ports- mouth gesunken ist, sind nicht vom Glück begünstigt. Nach monatelangen Arbeiten war es vergangene Nacht gelungen, das Schiff bis auf drei Meter an die Oberfläche zu bringen, als plötzlich die Verbin­dung mit einem der Leichter riß und das Untersee­boot mit der Spitze nach unten wieder auf den Meeresgrund zurücksank. Zwei Mann wurden von Bord eines Leichters mitgerissen, konnten sich aber noch durch Schwimmen retten. Taucher werden so bald wie möglich hinabsteigen, um die neue Lage des Untersebootes zu untersuchen, damit die Arbeiten wieder ausgenommen werden können.

Ein Millionär Wuvlos vevkckwnttdo«

In Frankreich und der Schweiz sucht die Poli­zei seit einigen Tagen nach den Spuren des früheren türkischen Seeoffiziers Said Hikmet Bey, der Mitte Mai Paris verließ, um eine Reife nach der Schweiz anzutreten. Seitdem hat man nichts wieder von ihm gehört. Sein letztes Lebenszeichen stammt aus einer kleinen Stadt an der schweizerisch- französischen Grenze, wo er in einem Hotel ein Zimmer zur Uebernachtung bestellt hatte. Sein Handkoffer traf auch ein, er selbst tauchte aber nicht auf und der Handkoffer wurde später auf Grund eines telephonischen Anrufs von Genf aus wieder nach feinem Pariser Hotel zurückbefördert. Es ist möglich, daß der türkische Millionär an Gedächtnis­schwund leidet und ziellos umherirrt. Es ist be­reits bei feinem Aufenthalt in Paris aufgefallen, daß er an Gedächtnisschwäche litt Ebenso gut ist es aber auch möglich, daß er das Opfer eines Ver-

brechens geworden ist, da er stets viel Geld und wertvollen Schmuck mit sich herumzutragen pflegte. Hikmet Bey wollte nach Genf reisen, um eine Erb­schaftsangelegenheit zu regeln.

Wetteves Neben ans «halkidike

Athen, 29. Sept. In der letzten Nach und heute vormittag erreigneten sich auf der Halbinsel Ehal- kidike neue Erdstöße, die weitere Verwüstungen an­richteten und die Lage so verschlimmerten, daß die Einwohner der betroffenen Gebiete dringend um ihre Ueberführung in andere Provinzen ersuchen. Kurz vor 6 Uhr morgens wurde in Saloniki ein starker Erdstoß verspürt, der Risse im Mauerwerk zahlreicher öffentlicher und privater Gebäude her­vorrief. Die Bevölkerung flüchtete aus den Häu­sern auf die großen Plätze. Englische Kriegsschiffe haben eine Hilfsaktion für die Einwohner von Strateniku und Hirissos begonnen. Die Engländer verteilten Lebensmittel und Arznei.

Berliner Notar wegen Devisenvergehens verurteilt

Berlin. 29. Sept. Das Schöffengericht Berlin- Mitte verurteilte heute.nach zweitägiger Verhand­lung den Rechtsanwalt und Notar Julius Glogauer wegen vorsätzlichen Vergehens gegen die Devisen­verordnung zu einem Jahre Gefängnis und einer Geldstrafe von 5000 RM. Der Angeklage hatte im Juni und Juli d. J. Effekten im Nominalwert von rung 900 000 RM verkauft und den Erlös an seine Auftraggeber ausgehändigt, ohne sich darüber zu informieren, daß das Geld nicht ins Ausland ge­bracht würde. Beim Strafmaß wurde berücksichtigt, daß sich der Angeklagte in ungünstigen wirtschaft­lichen Verhältnissen befand.

Gerichtliche Sühne für einen Banküberfall

Ralibor, 29. Sept. Wegen eines am 8. Juli auf die Volksbank in Katscher verübten Raubüber­falles wurden heute vom hiesigen Schwurgericht der Reisevertreter Emil Boczek aus Berlin zu 15 Jahren, der Arbeiter Joseph Konietzny aus Woi- nowitz zu 10 Jahren und der Reisevertreter Alois Myschi aus Woinowitz zu 8 Jahren Zuchthaus ver­urteilt. Die drei Verurteilten hatten bei dem Raub­überfall den Direktor der Volksbank durch mehrere

Schüsse verletzt und einen Betrag von 2500 RM erbeutet. Nach einer wilden Flucht durch die 6tabt n waren sie schließlich in der Umgebung Katschers fest­

genommen worden.

Der deutsche Flieger Bertram verunglückt

Melbourne, 29. Sept. Der deutsche Flieger Bertram, der von Perth nach Adelaide flog, ist bei einem Landungsmanöver in Kalgoorlie verunglückt. Bertram selbst kam ohne Verletzung davon. Die Instandsetzung seiner Maschine wird jedoch mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Schifssunglück im Finnischen Meerbusen

Russisches Unterseeboot gesunken?

Helsingfors, 29. Sept. In der Nacht zum

Donnerstag stieß der dänische DampferPeters Maersk" im Finnischen Meerbusen mit einem russischen Unterseeboot zusammen. Der dänische Dampfer wurde so schwer beschädigt, daß er nach Leningrad zurückkehren mußte. Man befürchtet, daß das Unterseeboot mit seiner 35köpfigen Be­satzung gesunken ist.

Son dev Frènsbühue.

Modernes Theater. ,Die Fledermaus." Die Königin aller Operetten, die Krönung der hei­teren Muse hat nun den Tonfilm erobert. Der Be- griff dieses einmaligen Werkes ist so stark, daß die Bearbeiter es nicht gewagt haben, die Handlung ins Filmische umzugestalten, sondern lediglich die Operette, wie wir sie von der Bühne her kennen, auf die Leinwand zu übertragen. So erleben wir nicht eine Neugeburt der Fledermaus im Film, sondern nur eine Kopie der bekannten Operette, aber auch so zünden die Sträußchen Melodien, und die launige Handlung macht viel Spaß. Den Haupt­erfolg am Film trägt die Adele der Ondrai die mit einer grotesken Keckheit einen neuen Stil in die Rolle trägt und aufs glücklichste die neue Linie ein« hält. Die übrigen Mitwirkenden bleiben im Rah­men des Gewohnten. Die Fledermaus wird auch im Tonfilm ihre Liebhaber behalten.

M Beicht frierende Damen

ein Velour-Long-Mantel mit echtem Skunks - Opossum - Kragen, zwei­reihige Knopfform, Sporenärmel. Bis zur Hälfte gestepp- ââ«^ tes, unter füttertes75 Kunstseidenfutter . . .La Äk

Mig - modern - munter

Ein Kleid aus reinwollenem Afgha- laine, Schleife u. Aermelaufschläge aus zweifarbig. Maroc, reiche, dazu passende Knopfverzier., M mit schönem Rock- HTM Faltenteil ......I HF

Die heiiehte Sportmütze

für Damen und Kinder, dicht im Flausch, aus reiner Angora-Wolle, leicht, aber doch warm, für

diesen Preis etwas ganz ^75

Außergewöhnliches 8

Diese Kappe kann einen RegenguO gut vertragen

Flotte, wetterfeste Filzkappe, neuartige modische Form, Rand aufgeschlagen, rechts seitlich weißeSamt-u.Schleifen-

Garnitur, auch für große H 95 Kopfweiten......V

einfarbiger Diagonal mit Nutriette- Kragen, moderne Sporen - Aermel, breite Revers, schräg ein­gearbeitete Taschen, ganz ^ ^75 auf Kunstseide gefüttert. . I w

Curl, die neue Stoffart, mit echtem Silberfuchs - Opossum - Kragen, sport­lich gearbeitete Gürtelform, Aermel mit eingearbeiteter Stepp-Ver­zierung, auf haltbar. Kunst­seidenfutter gearbeitet . .

ModellSchneegestöber

ein Mantel für die Dame, die^twas Apartes sucht: Neuartig breiter Schwertgürtel, steppverzierter Rücken und ... ein schöner Skunks-Rollkrag.,offen â M?L u. geschlossen zu trag., W «8 auf Maroc gefüttert . . ^ ^

Hamenna auch im Herbst

ein modisches Nachmittags- und Abendkleid mit breitem Crépe- Prinzessa-Aufschlag, Kragen und

Schleife, seitliche Silberglasknopf-

Garnitur, Falten im Rock, Aermel-Glocken- volant........

26

Keck wie ein Korsaren-Hut

Mittelgroßer Randhut aus Wollfilz, mit ausgeprägtem Kantenkopf und dreieckiger Biesengarnitur, Rand mit Unterbridé. Garnitur aus Ripsband, mit Schleife und Metallkugel.....

995

Ein vorbiidl. Wintermantel

aus modernem Velour-Cottelé, mit großem Nachtschattenlamm-Schai- kragen, mod., lange Form, seitlich zum Knöpfen, eingearb. * a... Weit. Ellbogen, ganz auf M 075 Kunstseide gefüttert. . tF V *

Erepe Amazone8 Schleifen

Kleid, schrägeckig. Halsausschnitt, Gürtel uud Kragen eingearbeitet, hinten als Schleife gebunden, weiter Bauschärmel, geschwun- Ä gener Glockenrock, ein- gearb. Biesen u. Schleife HF ^

Schlicht - besticht!

Ein Frauenhut in schräger Matelot­form, aus Wollfilz mit Unterbridé. Moderner Kantenkopf, mit zweifarbigerRipsband-Gar- M I§ nitur..........

Eine Kappe, die verjüngt

Boleroartige Samtkappe, paßt sich gut der Kopfform an, leicht u. anschmiegsam. Rand flott ge­steckt, m. Samtschleife garniert, kunstseidenes Vollfutter.......