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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat 95 R-Pfg., für den ganzen Monat RM. 1.90 ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10 N«pfg„ Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg., im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. x Offertengebühr 50 R-Pfg
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Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder ausRückzahlung des Bezugspreises. / Für Platzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956, 395X 3958
30. Gevtemdev
1932
Neuvach berichtet über Genf
Das Kabinett bittist einmütig die Gattung des ÄluSenminifters Meine Gnne von GntsesenKommen bei SvanSreich
Das technrSÄe Vvoiekt der Ktnrisvesuttevung genehmigt
Die wir kurz vor Redaktionsschluß erfahren, ist das technische Projekt der Kinzigregu- lierung von der Regierung genehmigt worden. Ls ist damit zu rechnen, daß auch die finanziellen Dittel in kurzer Zeit aufgebracht werden. Die Durchführung des Projektes würde eine wesentliche Erleichterung der Arbeitslosigkeit für Hanau bedeuten.
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In einigen gestrigen Abendblättern war davon die Rede, daß die preußische Staatsregierung die Absicht habe, bei der Reichsregierung die Anordnung eines neuen politischen Burgfriedens anzuregen. Wie wir von unterrichteter preußischer Seite erfahren, ist eine solche Anregung weder gegeben worden, noch ist sie beabsichtigt.
Im Reichsgesetzblatt vom 29. September werden die Verordnungen des Reichspräsidenten über das landwirtschaftliche Vermittlungsverfahren, den Voll- streckungsfchutz und Pächterschutz, sowie über Ke Zinserleichterung für den landwirtschaftlichen Realkredit veröffentlicht.
Nach einer im gestrigen Reichsanzeiger veröffentlichten Verordnung wird die Ausgleichssteuer auf Mineralöle (MineraMsteuer) für die Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1932 auf eine Reichsmark für einen Doppelzentner festgesetzt.
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Wie wir erfahren, wird Reichskanzler v. Papen dm 16 Oktober in Paderborn vor Vertretern der westfälischen Industrie sprechen.
Aus Berlin wird gemeldet: Eine Durchsuchung der Büroräume der „Vokkshilfe mit Bestattungsfürsorge" bestätigte den von den Polizeibehörden gehegten Verdacht, daß der durch Verordnung des Reichspräsidenten ausgelöste Verband proletarischer Freidenker im Geheimen weiterbestanden hat, und daß die Organisation der „Dolkshilfe" lediglich eine Tarnung für den verbotenen Verband gewesen ist. Die Büraräume der „Volkshilfe" wurden geschlossen und das dort vorgefundene Material beschlagnahmt.
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Wie die Nationalliberale Korrespondenz mif= teilt, tritt der Zentralvorstand der Deutschen Volkspartei am 9. Oktober in Erfurt zusammen. Der Tagung wird eine Sitzung des Reichsausschusses voran gehen. *
Die von der „Roten Hilfe" für heute abend angesetzte Kundgebung im Berliner Sportpalast gegen die Sondergerichte ist von der Polizei verboten worden. In der Begründung heißt es, daß nach „den Umständen eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit bestehe.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist gestern früh 7.15 Uhr wohlbehalten in Pernambuco eingetroffen. Hugo Eckener ist kurz nach der Ankunft des Luftschiffes mit einem Flugzeug nach Rio de Janeiro âgeflogen. *
Nach einer Meldung aus Manila ist der deutsche Flieger von Gronau heute früh 7.50 Uhr nach Zam- branya weitergeflogen.
Nach Meldungen aus Genf wird Herriot morgen Genf verlassen, und erst am 10. Oktober zu der Abrüstungskonferenz zurückkehren.
Sir Oswald Mosley, einst Konservativer, dann eines der vielversprechenden jüngeren Mitglieder der Arbeiterpartei und zuletzt begeisterter Anhänger Mussolinis hat sich zum Verkünder des Faschismus in Großbritannien erklärt. Die „Neue Partei", die er nach feinem Ausscheiden aus der Arbeiterregierung gründete, soll fortan den Namen „Britische Union der Faschisten" führen.
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Nach einer Konferenz zwischen dem Premierminister und Vertretern der Nationalen Arbeiterpartei wurde gestern abend ein Communiquè veröffentlicht, in dem die Mitglieder der Nationalen Arbeiterpartei ihr unerschütterliches Vertrauen in die Führung des Premierministers erklären und sich für die Unterstützung der Regierung aussprechen.
KKUvKihs Bericht
Berlin, 29. Sepf. Das Reichskabinett nahm in feiner heutigen Sitzung einen Bericht des Reichsaußenministers v. Reurath über die Genfer Tagung entgegen und billigte einstimmig die Haltung des deutschen Delegalionsführers. Sodann beriet das Reichskabinett eine Reihe von Wirlschafls- und Verwaltung sfragen.
Ueber den Bericht Neuraths selbst werden heute von amtlicher Stelle keinerlei Mitteilungen gemacht. Es verlautet jedoch, daß der Reichsaußenminister morgen der Oeffentlichkeit nähere Angaben über die Genfer Besprechungen machen wird. In politischen Kreisen hat man keinen Zweifel daran, daß das Kabinett sich mit dem Außenminister solidarisch erklären und namentlich die Abreise des Herrn von Neurath aus Genf billigen würde. In den Telephongesprächen, die im Laufe des Mittwoch zwischen der deutschen Delegation in Genf und der Wilhelmstraße geführt wurden, kam bereits das Einverständnis des Kabinetts mit der Abreise des Außenministers aus Genf zum Ausdruck.
Herr von Neurath dürfte im Kabinett eingehend dargelegt haben, daß der französische Ministerpräsident nicht die geringste Bereitwilligkeit zu einem Entgegenkommen gegenüber der deutschen Forderung nach militärischer Gleichberechtigung gezeigt hat. Herriot Hal es sogar ostentativ vermieden, mit der deutschen Delegation irgendwie in persönliche Berührung zu kommen und ist sogar einem zufälligen Zusammentreffen mit dem Reichsaußen- minisler von Neurath an der Türe des Völkerbundssaales dadurch ausgewichen, daß er plötzlich flehen blieb, und der deutschen Delegation den Vortritt ließ. Wie berechtigt es war, daß der deutsche Außenminister noch vor der angekündigten Rede Herriots in der Plenarsitzung des Völkerbundes Genf verlassen hat, haben die Ausführungen Herriots bewiesen. Herriots Rede war zweifellos in der Form ruhig und maßvoll und keineswegs so massiv wie seine Sonntagsrede in Gramat. Die durch die internationale Genfer Atmosphäre bedingte äußere Verbindlichkeit der Rede des französischen Ministerpräsidenten kann aber gar nicht darüber hinwegtäuschen, daß Frankreich keinen Zoll breit von seinem bisherigen Standpunkt abzugehen gewillt ist. Frankreich besteht nach wie vor auf
Gevriot verteidigt den
Völkerbund
Genf, 29. Sept. Zu Beginn der heutigen Sitzung der Völkerbundsversammlung hielt Herriot die angekündigte Rede, die von einem zahlreichen Publikum angehört wurde. Herriot sprach zu den verschiedenen Fragen der Völkerbundstätigkeit und betonte Eingangs seiner Ausführungen, daß er lediglich das Wort ergriffen habe, um zum Abschluß der Generaldebatte die alle Anhänglichkeit Frankreichs zum Völkerbünde erneut zu betonen.
Im weiteren Verlauf seiner Rede ging der französische Ministerpräsident auf die verschiedenen Ereignisse des letzten Jahres kurz ein. Zur Abrüstungsfrage erklärte er, er habe nicht die Absicht, Worte zu gebrauchen, die die Stimmung der Versammlung trüben könnten. Wir sind nicht hier, so erklärte er, um festzustellen, was uns trennt, sondern was uns vereint. Es ist im allgemeinen sicher richtig, seine Meinung ehrlich zu sagen, anstatt sie zu verheimlichen. Man macht aber die Schwierigkeiten noch schlimmer, wenn man zu viel von ihnen spricht. Die Schwierigkeiten sind so groß, daß wir mit größter Gewissenhaftigkeit darüber nachdenken müssen; denn, wenn wir Fehler machen, gefährden wir aufs schwerste das Schicksal der Menschen, die auf uns bauen. Welcher Art auch die Komplikationen sein mögen. — Frankreich hat den festen Willen, im Interesse der Abrüstungskonferenz und der allgemeinen Beruhigung mutig an diese Schwierigkeiten hevanzugehen. Er könne nicht zugeben, fuhr Herriot fort, daß die Arbeiten der Abrüstungskonferenz im Juni und Juli ohne reale Bedeutung gewesen wären. Es seien die ersten Ergebnisse der Konferenz. Man sei jetzt aus dem Gebiete der Ideologie auf den Boden der Tatsachen gestiegen.
Wenn man frage, welches die Doktrin Frankreichs sei, so antwortete er: Der Völkerbundspakt, und zwar der ganze Völkerbund.
Die Konferenz von Lausanne habe trotz aller Schwierigkeiten und gegensätzlichen Meinungen mit einem Uebereinkommen geendet. Man habe wahrscheinlich noch nicht genügend zeitlichen Abstand von ihr gewonnen, um ihre volle Bedeutung zu begreifen. Man könne doch nicht behaupten.
dem Versailler Vertrag und auf dem Völkerbunds- pakt und seiner Hegemoniestellung innerhalb des Völkerbundes.
Auch Herriot betrachtet den Völkerbund nur als ein Mittel der französischen Politik. Nichts in seiner Rede deutete auf irgend eine Möglichkeit hin, was den Völkerbund und die Abrüstungskonferenz aus der Sackgasse herausführen könnte, in die sie geraten sind. Kein kühner Gedanke, der in die Zukunft wies, sondern nur die alte, schon abgenutzte Weise der französischen Völkerbundsdialektik. Die Rede Herriots war zugleich eine Rechtfertigung der Außenpolitik der deutschen Reichsregierung.
LunevNoNiitche *6en
Wie wir erfahren, beschäftigte sich das Reichskabinett neben dem Vortrag des Reichsaußenminislers übeex die außenpolitische Lage mit innerpol. Fragen. Dabei behandelte es u. a. die Aufstellung bestimmter Richtlinien für die Laufbahn der Beamten, ein Thema, über das bereits seit sieben Jahren beraten wird und das nun in absehbarer Zeit zu einer Regelung gebracht werden soll. Außerdem spielen bei den Beratungen Fragen der Verwaltungsreform eine Rolle, und zwar Ersparnismaßnahmen, wie sie der Reichskanzler in seiner Rundfunkrede bereits angekündigt Hal; die Verhandlungen hierüber gehen weiter. Zunächst werden sich Ressorkbesprechungen über die Einzelheiten anschließen. Ferner Hal sich das Kabinett mit dem Arbeitsbeschaffungs- programm beschäftigt, das der Präsident des Landgemeindelages, Landrat Dr. Gereke, vor etlichen Wochen bei der Reichsregierung angeregt hat. Es handelt sich dabei um die Nutzbarmachung künftiger Gemeindesteuern für eine zusätzliche Vermehrung der Arbeit.
erklärte Herriot, Laß Frankreich, das sich so herzlich dem Abkommen von Lausanne angeschlossen habe, ein Land sei, daß sich den Notwendigkeiten der Verständigung verschließe. Herriot würdigte dann das Ergebnis der Konferenz von Str es a, das ein ermutigendes Beispiel sei. Frankreich werde auch künftig mit seiner Mitarbeit nicht geizen.
Herriot schilderte dann weiter die Tätigkeit des Völkerbundes im vergangenen Jahre auf dem Gebiete der FrieLenssicherung und erklärte, der Völkerbund hätte zwei Aufgaben, nämlich die Verminderung, wenn nicht gar die Unterdrückung der alten Geheimdiplomatie, die so viele Kriege hervorgerufen habe, und die Beendigung des klassischen Systems der Gruppierungen der großen Mächte nach Gesichtspunkten des Gleichgewichts. Der Völkerbund habe noch nicht den Krieg beseitigen können, aber die Gewaltanwendung sei vermindert worden. Herriot schloß mit einer Erinnerung an Briand. Die Rede wurde von der Völkerbundsversammlung mit Beifall ausgenommen.
Nach dem französischen Ministerpräsidenten ergriff der englische Delegierte
Lovd Kobevt Secil
das Wort. Lord Cecil sprach erneut sein Bekenntnis zum Prinzip des Völkerbundes aus. Die Kritiker des Völkerbundes hätten Unrecht, wenn sie sagten, daß der Völkerbund nichts tue. Die Schuld daran liege allerdings an feinen Mitgliedern. Der englische Delegierte kam sodann auf die deutsch-französischen Beziehungen zu sprechen, die endlich geklärt werden müßten.
Mit einer Einigung zwischen Deutschland und Frankreich würden 75 Prozent der Unruhe in der Well aufhören
Ohne kritisieren oder sich in die Politik der beiden Länder einmischen zu wollen, müsse er sagen, daß, wenn jedes dieser beiden Länder sich mehr an den Völkerbundspakt hielte, ihre Meinungsverschiedenheiten automatisch zu Ende wären. Lord Cecil
(Fortsetzung auf Sett« 2)
svanSveichs werben um Rutztand
Schon seit einiger Zeit ist eine erhöhte Betriebsamkeit der französischen Diplomatie in russischen Dingen festzustellen. Der Abschluß des russisch-französischen Erdölabkommens und die Paraphierung des russisch-französischen und des russisch-polnischen Nichtangriffspaktes waren gewichtige Etappen der Annäherung zwischen Paris und Moskau. Der Druck, den Frankreich neuerdings auf Rumänien ausübt, um dieses Land zum Abschluß eines Nichtangriffspaktes mit Rußland zu veranlassen, verdient besonders vermerkt zu werden. Frankreich hat sich verpflichtet, den Nichtangriffspakt mit Rußland erst dann zu ratifizieren, wenn gleichzeitig entsprechende Abkommen mit Polen und Rumänien russischerseits abgeschlossen sind. Nun konnten sich die Russen mit den Rumänen nicht einigen, weil Rußland nicht geneigt ist, aus das seit 12 Jahren von den Rumänen beherrschte Bessarabien formellen Verzicht zu leisten. Jetzt hat Frankreich angedroht, seinen Nichtangriffspakt auch ohne Rumänien in Kraft treten zu lassen, was in Bukarest das peinlichste Aufsehen erregt hat.
Was mag der Grund für diese eifrigen Bemühungen Frankreichs und Rußlands fein? Des Rätsels Lösung ist leicht zu finden: die Anspannung der Beziehungen zu Deutschland zwingt Frankreich dazu, eine Annäherung an Rußland zu erstreben.
Es ist sehr interessant zu verfolgen, wie die französische Oeffentlichkeit in steigendem Maße ihr Herz für Rußland entdeckt. Das Interesse für Rußland ist an sich jüngeren Datums. Die Franzosen haben mit den Forschungsreisen nach dem Lande der Sowjets viel später begonnen als die anderen führenden Nationen der Welt. Sie suchen jetzt das Versäumte schnell nachzuholen. Der größte Teil der französischen Presse hat bis vor kurzem die denkbar schärfste Kampagne gegen Rußland und den Bolschewismus getrieben. Neuerdings scheint ein neuer Wind durch den Pariser Blätterwald zu wehen. Die Kampagne gegen Moskau wurde abgeblasen. Sogar der „Temps", das Leiborgan der französischen Schwerindustrie, vermeidet sorgfältig alle russischen Themen.
Dafür ist die Linkspresse zu einem offenen Angriff übergegangen, wohl nicht auf Rußland, sondern auf die eigene Regierung, um sie zu noch größerer Aktivität in punkto Rußland anzutreiben. Man liest mit Erstaunen Dinge, die in der französischen Presse noch vor wenigen Monaten unmöglich gewesen wären. Taktische Bedenken sind fallen gelassen, man führt eine offene Sprache.
Da veröffentlicht der Kammerabgeordnete Raymond Susset im „L'Oeuvre" eine Artikelserie, in der er seine Eindrücke auf einer längeren Rußlandsreise schildert. (Die französischen Deputierten pflegen neuerdings sich selbst untreu zu werden und Studienreisen nach dem Ausland zu unternehmen.) Die Ergebnisse zu denen Susset kommt, sind für die französische Gemütsverfassung von heute recht charakteristisch.
Der namhafte französische Rußlandreisende kommt zu dem Ergebnis, daß der Fünf- Jahresplan bereits verwirklicht sei, wenn auch nicht auf allen Gebieten mit strenger Gleichmäßigkeit. Ein Riesenvolk ist ganz im Banne eines hypermodernen Jndustrieaufbaues.
„Die Techniker sind die Deutschen und die Amerikaner.
Die Maschinen sind amerikanisch und deutsch. Die Italiener befestigen sich ihrerseits auf diesem märchenhaften Markt.
Wir Franzosen, sind gutbürgerlich, wir liefern, den Feind".
Susset stellt mit Betrübnis fest, daß die Franzosen in Sowjetrußland schief angesehen werden, daß Frankreich als der Hauptgegner Ruß-
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