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Eisenbahnen untee Denkmalschutz

Ein Hundertjahrjubiläum Die ersten Eisen- bahnen in Europa

Die ersten Eisenbahnen in Europa, d. h. auf dem Festland, sind Pferdebahnen gewesen, die, wenn sie auch hier und dort die Straßen der von ihnen berührten Städte benutzt haben, doch nicht als Straßenbahnen im heutigen Sinn betrachtet werden dürfen. Es waren in jeder Hinsicht Vor­läufer der Vollbahnen, und wenn als Motor die Pferdekraft gewählt wurde, so lag das nur an dem damals unvollkommenen Zustand der Dampfloko­motive, die für einen regelmäßigen Betrieb kaum in Betracht kam, oder auch am Kapitalmangel der Unternehmungen. Die erste Pferdebahn in Europa war die 1827 eröffnete Linie von Pest nach Stein­bruch. Die Bahn hatte zwei in ganz geringem Ab­stand parallel laufende Schienen, die auf etwa meterhohen Pfosten befestigt waren, und auf denen sich die sehr primitiven Fahrzeuge nach Art der Schwebebahnen bewegten. Ein Pferd, das neben der Bahn lief, zog die Fahrzeuge. Aber der Ober­bau war zu schwach, und mußte dauernd ausge­bessert werden; daher wurde schon nach kurzer Zeit die Bahn ganz abgebrochen.

Die erste Spurbahn mit Fahrzeugen nach unse­ren Begriffen war, wie Ingenieur Gustav Borel- Budapest in derVerkehrstechnik" mitteilte, die in den Jahren 1828 und 1832 erbaute Pferdebahn von Budweis nach Linz. Sie sollte eigentlich durch Dampfkraft betrieben werden; eine beträchtliche Überschreitung der veranschlagten Baukosten jedoch zwang zum Verzicht aus den kostspieligen Dampf­betrieb. Die erste Teilstrecke wurde 1828, die ganze Strecke 1832, also vor genau 100 Jahren, eröffnet. Im Jahre 1853 wurde die Bahn von Linz nach Gmunden fortgesetzt, und an die Bahn schlossen sich in Oberösterreich mehrere Bergwerksbahnen mit gleicher Spurweite 1,06 Meter an, die teil­weise heute noch bestehen. Die Strecke Linz Gmunden wurde 1854/55 für den Lokomotivbetrieb eingerichtet. Die Stammstrecke Budweis Linz be­stand bis zum Jahre 1874, bis sie ebenfalls durch eine für Lokomotivbetrieb geeignete Strecke ersetzt wurde. Die Ruinen des Bahnkörpers der Pferde­bahn sowie die Aufnahmegebäude stehen noch und sind von der österreichischen Regierung vor wenigen Jahren unter Denkmalsschutz gestellt worden. Die Eisenbahnen hatten dauernd gute Erträgnisse auf­zuweisen. Fast gleichzeitig mit der Budweis Linz Gmunder-Eisenbahn entstand eine Pferdebahn zwischen Prag und Lana; sie wurde in den Jahren 1930/33 erbaut und in den Jahren 1863 und 1871 auf Normalspur für Lokomotivbetrieb umgebaut. In die gleiche Gruppe der Pferdebahnen gehört auch jene von Kottbus nach Gojatz; sie wurde in den Jahren nach 1870 aufgelassen.

Pferdebahnen wurden übrigens noch zu einer Zeit geplant und gebaut, als Stephensons Loko­motive längst ihren Siegeszug angetreten hatte. So war die Ueberfchienung des Semmering und des Karstes zuerst durch eine Pferdebahn in Aus­sicht genommen. Ebenso wurde zur Verbindung der bei Steierdorf im Banat liegenden ausgedehn­ten Kohlengruben mit der nächsten Eisenbahnstation 1848 der Bau einer Pferdebahn durch das Gebirge begonnen. Die Unterbauarbeiten für diese Bahn waren fast vollendet, als man sich entschloß, dennoch eine Lokomotivbahn anzulegen. Die Reste her Unterbauarbeiten, Tunnel und Dämme, sind heute noch deutlich sichtbar. Hier müssen auch jene, mit Pferden betriebenen Eisenbahnstrecken erwähnt werden, auf denen, sei es wegen ihrer Kürze oder größerer Steigung wegen, der Dampfbetrieb nicht möglich oder nicht wirtschaftlich erscheinen mochte. So verkehrten auf der Ludwigsbahn zwischen Nürnberg und Fürth neben den Dampfzügen auch Pferdezüge. Ebenso wurde die im Jahre 1841 er­öffnete Strecke Vienenburg-Harzburg der Braun­schweigischen Staatsbahnen mit Pferde betrieben: auch auf der kurzen Abzweigung der Taunusbahn von StationKurve" zwischen Mainz-Kastel und Wiesbaden nach Biebrich, weiter auf der Seiten­linie Fröttstedt Waltershausen der Thüringischen Eisenbahn wurde der Betrieb mit Pferden abge­wickelt.

Auf einer anderen Eisenbahnstrecke teilten sich Pferde- und Dampfkraft einträchtig in den Betrieb: in Oesterreich wurde die Strecke MödlingLaxen­burg jeweils in den verkehrsschwachen Winter­monaten mit Pferden betrieben, an deren Stelle im Sommer wiederum die Dampflokomotive trat.

Phantasten »des LnknnktS- mSslUhkette«?

Biochemische Forschungen in der Krisenzeil.

Seit drei Jahren befindet sich die zivilisierte Menschheit in einer wirtschaftlichen Krise, wie sie in solchen Ausmaßen die Geschichte der Neuzeit nicht gesehen hat. Das am meisten auffallende Kennzeichen dieser schwersten aller Krisen besteht darin, daß sie keine Ausgeburt des Mangels, son­dern die Folge des Ueberflusses ist. Ihre Grund­ursache ist, daß der soziale Fortschritt mit der stürmischen technischen Entwicklung nicht Schritt zu halten vermochte. Die zukünftigen Geschlechter wer­den zweifellos die krassen Gegensätze, in deren Zeichen die Welt sich heute befindet, als unerhört und absurd betrachten.

Es genügt in diesem Zusammenhang darauf hm- zuweisen, daß die Lokomotiven der karibischen Eisen­bahnen mit überflüssigem Getreide geheizt und die Straßendämme in den brasilianischen Städten neuer­dings statt mit Asphalt mit einer Kaffeemasse ge­pflastert werden, um sich von der Auswirkungen der heutigen Weltdepression einen Begriff zu machen, die nicht auf ungenügende Produktion, sondern aus falsche Verteilung der Güter zurückzuführen ist.

Die Wissenschaft und die Technik kümmern sich wenig um den durch die Krise hervorgerufenen Scheinmangel. Sie gehen den Weg der weiteren Entwicklung und sind bestrebt, durch neue Entdeckun­gen, wenn nicht der Gegenwart, so der Zukunft zu

Samskag, den 10. September 1932 " 1 -"M"-..M" - > " " " ........

Beurlaubter GtrStting organisiert eine Saltchmünrevbande

Berlin, 9. Sept. Der Falschgeldabteilung der Reichsbank ist es gelungen, eine Falschmünzerbande in Berlin auszuheben, die von einem Strafgefan­genen, der wegen eines früheren Münzverbrechens in einem mitteldeutschen Gefängnis eine Strafe absitzt, aber kurze Zeit Urlaub erhalten hatte, or­ganisiert worden war. Aufmerksam waren die Be­amten durch die Tatsache geworden, daß in Berlin seit längerer Zeit auffällig viel gefälschte 5- und 2-Markstücke sowie 50-Pfennigstücke auftauchten. Spezialisten wurden dann durch die Art und Weise der Fälschungen auf die Spur des Hermann Kaiser geführt, der schon ein Münzverbrechen begangen hat und der in einem mitteldeutschen Gefängnis eine Strafe verbüßte. Die Nachforschungen erga­ben, daß Kaiser, um angebliche Familienangelegen­heiten in Berlin zu regeln, vor wenigen Monaten einen kurzen Urlaub erhalten hatte. Als weiter in Erfahrung gebracht wurde, daß Kaiser in Berlin Umgang mit zwei anderen verdächtigen Leuten, mit einem gewissen Leo, der in der Nähe des Schle­sischen Bahnhofs wohnte, und einem Manne na­mens Küfchler, der im Berliner Osten einen Schlupfwinkel unterhielt, hatte, griff die Polizei

dienen. Obwohl die Vereinigten Staaten von Amerika zu jenen Ländern gehören, die an dem Rohstoffüberfluß am meisten leiden, beschäftigt sich die amerikanische Öffentlichkeit mit lebhaftem Inter­esse mit dem Projekt des Dr. Wesson, dessen Vortrag in der amerikanischen chemischen Gesellschaft Auf­sehen erregte. Dr. Wesson stellte nämlich fest, daß die Baumwollsamen, die bis jetzt nur eine sehr be­schränkte Verwendung fanden, ein ausgezeichnetes Surrogat des Fleisches darstellen. Das aus diesen Samen gewonnene Mehl enthält nach Feststellungen des Forschers etwa 50 bis 60 Prozent Eiweiß und ist somit an Nahrhaftigkeit dem Fleisch weit über­legen.

Die amerikanischen Baumwollproduzenten wären natürlich gern bereit, dem Projekt des Dr. Wesson zur Verwirklichung zu verhelfen, und für die Ver­wendung der Baumwollsamen in der menschlichen Kost eine große Propaganda zu entfalten. Die Sache hat aber einen Haken: ein Beefsteak aus Baum­wollsamen ist zwar außerordentlich nahrhaft, schmeckt aber scheußlich. Nach amerikanischen Zeitungs­berichten wurde von den amerikanischen Interessen­ten ein besonderer biochemischer Ausschuß gebildet, dem die Aufgabe gestellt ist, die Baumwollsubstanz durch verschiedene chemische Jngredenzien schmackhaft zu gestalten. Die praktischen Pankees haben bereits berechnet, daß jede amerikanische Baumwollernte 50 Millionen Menschen im Laufe eines Jahres mit künstlichem Fleisch versorgen könnte.

Aehnlich wie mit Baumwollsamen ist es auch mit der Sojabohne, einer Pflanze, die in den Step­pen ManÄschuriens in großen Mengen gedeiht. In Sowjetrußland, wo die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln immer auf große Schwierig­keiten stößt, wendet man dieser mandschurischen Pflanze besondere Aufmerksamkeit zu. Eine wissen­schaftliche Kommission, die vom Rat der Volks­kommissare eigens dazu eingesetzt wurde, um die Verwendungsmögl ichkeit der Sojabohne zu unter­suchen, stellte vor kurzem fest, daß etwa 50 ver­schiedenartige Gerichte aus ihr hergestellt werden können. Es wurde beschlossen, im russischen Fernen Osten und in anderen Gebieten der Sowjetunion, die sich besonders dafür eignen, große Bodenflächen der Sojabohnenkultur zugänglich zu machen. Die Sowjetsachverständigen gehen in ihren Zukunfts­plänen sogar so weit, daß sie die Sojabohne als Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung des Sywjet- staates schon für die nächste Zukunft befürworten. Sie soll angeblich jede andere tierische und pflanz­liche Nahrung entbehrlich machen.

Nicht nur die Amerikaner und Russen, auch die Engländer haben auf dem Gebiete der Rohstoff- erzeugung ein neues Steckenpferd. Die Forschungs­gesellschaft zur Förderung der englischen Woll- und Garnindustrie kam neuerdings auf einen Gedanken, der auf den ersten Blick völlig phantastisch anmutet und doch mit vollem Ernst gewürdigt wird. Den Anreiz gab das Experiment des englischen Physio­logen Dr. Carell, dem es gelungen war, einige Zellen aus dem Herzen eines Kükens in ent­sprechender physiologischer Lösung einige Jahre lang am Leben zu erhalten. Jetzt soll der Versuch unter­nommen werden, das Fell eines Schafes auf ähn= liche biochemische Weise jahrelang zu erhalten. Die Aussicht, von einem abgezogenen Schafsfell die Wolle reaelmäßig scheren zu können, ist sehr ver­lockend. Skeptiker werden einwenden, daß die ganze Sache ins Reich der Fabel gehört. Optimisten be­haupten dagegen, daß auch in diesem Falle wie in vielen anderen Möglichkeiten gegeben sind, von denen unsere Schulweisheit sich nichts träumen ließ.

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Die Erfolge der Säuglingsfürsorge in Deutschland

Die Säuglingsfürsorge hat in Deutschland die segensreichsten Wirkungen aufzuweisen. Seitdem vor mehr als 25 Jahren in Berlin die ersten Fürsorge­stellen errichtet worden sind, hat sich allmählich die Säuglingssürsorge über das ganze Reich ausgebrei­tet, und heut worden mehr als 75 Prozent aller Säuglinge von ihr erfaßt. Diese Pflege der Säug­linge erstreckt sich nicht nur aus die Verhütung von Krankheiten, sondern auch auf vorbeugende Maß­nahmen, auf die Stärkung der Gesundheit der Säug­linge und auf ihre richtige Ernährung. Durch die neuzeitlichen Grundsätze der Ernährung und Be­handlung der Säuglinge ist dem großen Kinderster­ben, das in früheren Jahrzehnten wie ein unab­wendbarer Fluch auf dem Volke lastete, Einhalt ge­boten worden. Es ist errechnet worden, daß mehr

zu und nahm bei Küfchler und Kaiser Haussuchun­gen vor. In beiden Wohnungen fand man je eine vollständig eingerichtete Falschmünzerwerkstätte. Das Material wurde beschlagnahmt, Kaiser, Küsch- ler und Leo wurden festgenommen.

Inzwischen war bekannt geworden, daß im Südosten Berlins auf dem Mariannenplatz ein ge­heimes Versteck unterhalten wurde, in dem man gefälschtes Geld und Material aufbewahrte. Nach­grabungen an der genannten Stelle förderten ebenfalls eine große Menge Falschgeld zutage. Die Angelegenheit zog aber noch weitere Kreise. Die Beamten stellten fest, daß bei Kaiser vor län­gerer Zeit ein gewisser Simon gewohnt hatte, dessen Aufenthalt zunächst unbekannt war, der aber schließlich in einer Laube im Vorort Mahlsdorf er­mittelt wurde. In der Nacht drangen die Beamten in die Laube ein und verhafteten Simon auf dessen Grundstück, der eigentlichen Zentrale der Falsch­münzerorganisation, wo man eine mit den modern­sten Werkzeugen eingerichtete Falschmünzerwerk­statt fand.

als 300 000 Säuglinge in Deutschland alljährlich dem Tode entrissen werden, wenn man die Zahl der Säuglingssterblichkeit in früheren Jahren mit der heutigen vergleicht. Ein besonderer Feind der Kin­

der ist bekanntlich die Lungentuberkulose. Diese volksmordende Seuche wurde durch die Hungerjahre während des Krieges und der Inflation in er­schreckendem Maße begünstigt. Um so bedeutsamer sind die Erfolge der Säuglingsfürsorge auf diesem Gebiete, denn trotz der Wirtschaftsnot und der schlechten Ernährungsoerhältnisse des deutschen Volkes konnte durch geeignete Behandlung die Lungentuberkulose der Säuglinge um rund 50 Pro­zent zurückgedrängt werden. In erster Reihe wurden diese erfreulichen Ergebnisse durch richtige Behand­lung der Kinder erzielt. Die moderne Kinderheil­kunde hat eine wahre Revolution der Behandlung der Säuglinge hervorgerufen. Die Kinder werden jetzt der Luft und der Sonne ausgesetzt, während sie früher in Steckkissen gut verpackt ihre jungen Tage verbrachten und weder Luft noch Sonne genießen konnten. Die Milch wird nicht mehr stundenlang ge­kocht, sondern pasteurisiert, so daß alle Nährstoffe und Vitamine in reicher Zahl darin enthalten sind. Mit den Kindern wird geturnt, und zwar schon vom frühesten Alter an. Dadurch werden nicht nur die Knochen gekräftigt, sondern auch der Blutumlauf und der Stoffwechsel gefördert, so daß die Ernäh­rung der Kinder eine viel wirksamere ist als früher. Es kommt dazu, daß Fruchtsäfte von Apfelsinen, Zitronen usw. den Kindern gereicht worden. Durch alle diese Maßnahmen ist die früher festgestellte Kalk- armut bei Kindern beseitigt worden. Dadurch wurde nicht nur die Rachitis fast völlig verdrängt, so daß Kinder mit krummen Beinen und anderen Krank­heitszeichen kaum noch zu sehen sind, sondern der Organismus wurde im ganzen gekräftigt und ge­festigt, wodurch die iKnder auch nicht mehr so schnell die Opfer der verheerenden Lungentuberkulose wur­den. Die Säuglingssürsorgestellen haben in richtiger Erkenntnis der Bedeutung, die die Muttermilch für die Säuglinge hat, dafür gesorgt, daß die Stillung der Kinder durch die Mutter erfolgt. Es wurde bald nach der Errichtung der ersten Fürsorgestellen eine umfangreiche Stillpropaganda ins Leben gerufen, durch die der Bevölkerung die Wichtigkeit der Er­nährung der Säuglinge durch die Mütter vor Augen geführt wurde. Um auch der ärmeren Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, ihre Kinder zu stillen, wurden sogenannte Stillprämien eingeführt. Dadurch verschwanden die Magen- und Darmerkrankungen, die für die Kinder in so zartem Alter sehr oft töd­lich waren und einen großen Anteil an der furchk- baren Säuglingssterblichkeit hatten. Während in früheren Jahren diese Säuglingssterblichkeit 30 Pro­zent betrug, konnte sie im Laufe der Jahre durch das segensreiche Wirken der Fürsorgestellen auf un­gefähr 8 Prozent herabgedrückt werden. Das war ein Erfolg, der geradezu wunderbar anmutet und zu weiterer umfangreicher Fürsorgetätigkeit auffor­dert. In den Fürsorgestellen sind zahlreiche Aerzte sowie Gesuudheitsfürsorgerinnen tätig, die beson­ders in der Behandlung der Säuglinge ausgebildet worden sind. Zur Bekämpfung der Tuberkulose sind fernerhin besondere Fürsorgestellen in zahlreichen deutschen Städten errichtet. Die verminderte Säug­lingssterblichkeit hat auch dazu beigetragen, daß der Frauenüberschuß in Deutschland abnimmt, denn es werden mehr Knaben als Mädchen geboren. Dieser Knabenüberschuß wurde früher durch die ungeheure Sterblichkeit der Knaben vernichtet. Dr. C. E.

Auch die Katue erhebt von uns ihre Steuern

Milliardenverluste durch Schädlinge und Pflanzen- krankheilen

Wenn auch die Natur in der Kunst, uns ihre Erzeugnisse zu verteuern, hinter den menschlichen Leistungen auf diesem Gebiet weit zurücksteht, so sind doch die Steuern, die sie uns in der Auswir­kung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen auferlegt, recht beträchtlich. Nur fällt das, was im Alltag der Natur geschieht, weniger auf als Schä­den, die durch Naturkatastrophen, Dürre, Nässe, Raupen- und Heuschreckenplage usw. verursacht werden. Nach Berechnungen des Landwirtschafts­amts der Vereinigten Staaten gingen allein durch Pflanzenkrankheiten von der Roggenernte des Jahres 1928 im Betrage von fast 3 Milliarden Bushels (1 Bushels Korn - 25 Kg.) 10 Prozent verloren; 1929 waren es 8,5 Prozent, 1930 7,6

Prozent. Von der Weizenernte in den Jcch«, 1928 bis 1930 gingen vom durchschnittlichen Ert: von 8 bis 900 Millionen Bushel (1 Bushel Weis gleich 27 Kg.) 7,8, 8,2 und 5,7 Prozent verlorn Der Verlust durch die hauptsächlichsten Krankheit der Bauwolle bezifferte sich in den gleichen Jahü auf durchschnittlich 14 Prozent und 14 bis 15 N Honen Ballen. Der Minderertrag an Kartoffe die besonders viele Feinde haben, bezifferte s 1930 auf 22 Prozent.

Die Verluste, die der deutschen Landwirtsch- jährlich durch Pflanzenkrankheiten und Schädtiir - erwachsen, schätzt Regierungsrat Dr. Morstatt i Getreide auf 20 Prozent, bei Kartoffeln aus : Prozent, bei Gemüse auf 20 Prozent, bei Obst c 30 Prozent und bei Wein sogar auf 40 Prozeß Eine solche Höhe erreichen also die Schäden, c wohl man schon seit fünfzig Jahren systematisch . der wissenschaftlichen Erforschung der Pflanze krankheiten und Schädlinge arbeitet, obwohl 1 Herstellung von Mitteln zu ihrer Bekämpfung vi der chemischen Industrie seit Jahrzehnten in gr ßem Maße betrieben wird, obwohl die Bemühung! der Pflanzenzüchter besonders widerstandsfähig: Sorten hervorzubringen, schon sehr gute Erfaß gehabt haben. Die Gesamtsteuer, die mir auf die Weise der Natur zu entrichten haben, wird untir Zugrundelegung eines durch Krankheiten ur Schädlinge verursachten Verlustes von durchschnit lich nur 15 Prozent auf die gewaltige Summe do mehr als zwei Milliarden jährlich geschätzt. Ma glaubt aber durch weitere Verstärkung und Organ: sierung des Abwehrkampfes Werte von 500 Mi (tonen bis 1 Milliarde RM retten zu können.

Bet hat dteLtull erkundend

Die Zahl Null hat wohl die größte Revolution heroorgerufen, die jemals im Zahlensystem de Menschheit sich bemerkbar gemacht hat. Die Er sindung dieses kleinen Zeichens kann in ihrer Be deutung auf dieselbe Stufe gestellt werden, wie ft in der Schrift die Erfindung einzelner Buchstabe: hat. Man weiß, daß die Menschheit seit den ältester Tagen das Bestreben hat, Gedanken und Gimps in düngen nicht nur für längere Dauer aufzubewahren sondern auch auf weite Entfernungen mitteilen 31 können. Die rätselhaften Knoten frühgeschichtlicheü Menschen, die man sich zuerst nicht erklären konnte sind wohl nicht mit Unrecht als seltsame Arten vor Schriften aufgefaßt worden. Einen ungeheurer Fortschritt bedeutete bereits die Hieroglypensprache, die erst später durch Buchstabenschrift ersetzt wurde Mit vollem Recht hat die Auffindung der Sinai. Inschriften das größte Aufsehen erregt, weil die Buchstabenschrift hier in den ersten Erscheinungen uns entgegentrat. Die Buchstabenschrift erleichtert natürlich den schriftlichen Verkehr auf ungemeine Weise. Dieselbe Rolle kommt der Null im Zahlen­system zu. Noch die alten Römer hatten von der Null keine Ahnung, ebenso wenig wie die Griechen, Aegypter, Assyrer usw. Die Zahlen der Aegypter waren Hieroglyphen, die Zahlen der Assyrer ein­zelne Keile und bei den Griechen und Römern eben- so wie bei den Juden wurden die Zahlen durch Buchstaben ausgedrückt. Da aber der Begriff der Null vollkommen fehlte, so war die Rechnung eben­so umständlich wie das Schreiben der Ziffern, denn es gehörte eine ungeheure Anzahl von Buchstaben dazu, um z. B. eine Zahl von 6 715 842 zum Aus­druck bringen zu wollen. Erst durch die Erfind dung der Null, die von den Indern im 6. Jahr­hundert n. Chr. vollzogen worden war, ist die un- geheure und mühselige Arbeit des Zerlegens und Addierens der Zahlen, wie sie die alten Völker hatten, überflüssig geworden, denn die einzelnen Zahlen von 19 haben eine ungeheure Bedeutung erlangt. Sie sind nämlich nicht nur die Einheiten geblieben, sondern je nach der Stellung, die sie von rechts nach links zur Null haben, stellen sie Zehner, Hunderter, Tausender, Zehntausender usw. dar. Während die Ziffern der alten Römer nur ihren eigenen Wert hatten und zusammengezählt werden mußten, werden unsere Ziffern durch die Erfindung der Null auch noch einen zweiten viel bedeutenderen Wert erhalten, nämlich den Stellen­wert. Erst dadurch wurde die Grundlage aller Rechnungen geschaffen, wie wir sie augenblicklich haben. Es gehörte sicherlich dazu ein ganz beson­deres Genie, ein Zeichen zu erfinden, das die Eigenschaft hat, alle bisherigen Zahlen nur durch eine ganz geringe Abweichung in der Stellung zu ganz besonderen Werten zu erhöhen. Dadurch kommt die moderne Rechnung mit neun einzelnen Zeichen aus, nämlich mit den Zahlen 19, während früher sehr viele Zeichen mehr notwendig waren. Die Inder als philofophifchtes Volk haben den Ruhm, diese geniale Erfindung vollbracht zu haben. Von ihnen übernahmen sie die Araber, die bekannt­lich vor mehr als 1000 Jahren nicht nur eins der größten Kulturvölker der Welt waren, sondern sich vor allen Dingen in Philosophie und Mathematik auszeichneten. Die Kenntnis der Null hat sicher­lich ihre mathematische Begabung noch bedeutend . erhöht. Man erkennt aus dieser Darstellung, welche ungeheure Bedeutung die Null hat und wie eng verwandt sie mit der Erfindung der einzelnen Buch, staben ist.

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