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S Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Sezugspreis: Für den halben Monat 95 R-pfg., für den ganzen Monat RM. 1.90 ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10 R-Pfg., SamStag 12 R-Psg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Lreite 8 R-Pfg.. im ReNameteil von 68 mm breite 25 R-Pfg. / Osfertengebühr 50 R-Pfg.

Nr. 212

Svettag, den

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Äezleher keinen Anspruch auf Lieferung ober Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Für Platz Vorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Feruspr. ZS56, Z9S7,39S8

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Ginigung Ien<rum-Kati-nalsozialisien

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* Zentrum und Nationalsozialisten veröffent­lichen eine gemeinsame Erklärung, daß für die Durchführung eines eigenen Programms eine arbeitsfähige, vom Vertrauen des Volkes getragene Mehrheit vorhanden sei. In Berliner Regierungs­kreisen erwartet man, daß Hindenburg auch durch diese gemeinsame Erklärung sich auf politische Ver­handlungen nicht einlassen wird.

Reichskommissar Dr. Bracht spricht heute um 119.30 Uhr in der Stunde der Reichsregierung über alle deutschen Sender überDas Ziel der preu­ßischen Verwaltungsreform".

* Die geplante Roggenstützungsaktion ist nun­mehr abgeschlossen.

Als Nachfolger des am 20. Juni d. J. verstor­benen Bischofs Leo von Mergel wurde vom Papst Pius XI. laut einer von dem apostolischen Nuntius Vasallo di Torre-Grossa dem bayerischen Minister­präsidenten Dr. Held gemachten Mitteilung der Münchener Domkapitular Dr. Konrad Graf von Preysing-Lichteneff-Moos zum Bischof von Eichstädt ernannt.

Wie wir erfahren, ist dieser Tage der deutsch- fugoflawische Handelsvertrag von deutscher Seite gekündigt worden. Er läuft damit am 7. März näch­sten Jahres ab. Der Grund der Kündigung ist das Bedürfnis, eine Neuregelung der handelspolitischen Beziehungen zu Jugoslawien herbeizuführen. Das trifft sich auch mit den Wünschen, die auf jugo­slawischer Seite bestehen.

* Henderson appellierte an die Siegerstaaten, die deutsche Gleichberechtigungsfrage durch eigene Abrüstung zu lösen.

Der französische Generalstab hat neue Luft­manöver an der Grenzegegen Italien" ange­ordnet.

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Wie amtlich gemeldet wird, wird de Balera die irische Abordnung für die 13. Versammlung des Völkerbundes führen. Er wird den Vorsitz des Völ­kerbundsrates während der am 23. September be­ginnenden Tagung führen und die Eröffnungssitzung am 26. September leiten.

Der neue polnische Zolltarif enthält Seepräfe­renzzölle u. a. für folgende Waren: Frischobst, Heringe, Thomas- und Martinschlacke, Wolle, Roh­baumwolle, Jute, Rohkautschuk und Holz. Die pol­nischen Ausfuhrzölle für Langholz und Klötze von Nadel- und Laubbäumen mit Ausnahme von Erlenholz find für die Zeit bis zum 31. August 1933 suspendiert worden.

Wie der amerikanische Schatzsekretär Ogden Mills gestern auf die Frage wegen Aufschubs der Zahlungen der europäischen Schuldner zum Fällig­keitstage am 15. Dezember d. J. erklärte, sind bis­her von ausländischen Regierungen hierzu noch keinerlei Mitteilungen in Washington eingelaufen. Ebenso kategorisch erklärte der Staatssekretär des Auswärtigen, Stimson, in Bezug auf die Repa­rationen und auf die Schulden habe weder in Washington noch im Auslande eine Diskussion oder Verhandlung mit Vertretern der amerikanischen Regierung stattgefunden.

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Wie die United Preß aus Washington meldet, bezeichnete Staatssekretär Stimson die Gerüchte, daß er mit dem Gouverneur der Bank von Eng- , land, Montagu Norman, während dessen Aufent- . Halt in Amerika Besprechungen über die Krieqs- schuldenfrage gehabt habe, als falsch. Die Berichte europäischer Blätter über solche Verhandlungen entbehrten jeder Grundlage.

Wie Havas zu wissen glaubt, wird Minister- Sräsident Herriot, der am nächsten Sonntag im ;eifern des Präsidenten der Republik der Ein­weihung eines amerikanischen Erinnerungsdenkmals bei Meaux beiwohnen und eine Rede halten wird, bei dieser Gelegenheit sicher auch aus die diplo­matischen Ereignisse der letzten Tage anspielen.

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Aus Hongkong wird gemeldet: Wie aus zuver­lässiger Quelle verlautet, hat in den südwestlichen Provinzen Chinas eine separatistische Bewegung eingesetzt. Es soll eine von Nanking unabhängige Regierung ins Leben gerufen werden.

) Näheres siehe politischen Teil.

Berlin. 8. Sepl. 3m Hause des Reich« gebäude fand am Donnerstag nachmittag eine listifchen und Zentrumsabgeordneten statt, in i Reben dem Reichstagspräfidenken Göring nal nalsozialisten der Abg. Feder, vom Zentrum i sowie Vizepräsident Esser teil. Ueber die Bes barung ausgegeben:

Die gemeinsame Erklärung lautet:3n einer gemeinschaftlichen Besprechung, die zwischen Abge­ordneten der RSDAP. und der Zentrumspartei am Donnerstag nachmittag stattfand, beschäftigte man sich mit wirtschaftlichen Fragen. 3m Vordergrund standen das dringende Problem der Arbeitslosigkeit, ferner die Konjunkkurlage, das Wirtschastsprogramm der Regierung v. Papen und die Sorge für den Winter. Die Sachverständigen beider Parteien äußerten ihre ernsten Bedenken, daß die Subventionierung der gesamten Betriebe durch Slcuernachlaßscheine das gesteckte Ziel, Arbei­ter in die Betriebe zurückzuführen, nicht erreichen,

Hindenburg I

Berlin, 9. Sept. Reichspräsident von Reichskanzler von Papen zu einem Vortrag üb l Reichspräsident den Reichsaußenminister Frei l Unterredung zwischen dem Reichspräsidenten 1 Stunde dauerte, verlautet lediglich, daß sie sich sprechung in Reudeck und daß erneut U e l Reichskanzler von Papen und dem

In Berliner politischen Kreisen sieht man mit Spannung dem heutigen Empfang des Reichstags­präsidiums beim Reichspräsidenten entgegen. Er wird sich so abwickeln, daß der Reichspräsident zu­nächst die Vorstellung der Mitglieder des Präsi­diums entgegennimmt, und im Anschluß daran wird dann Präsident Goering seine Auffassung über die politische Lage entwickeln. Der Reichspräsident wird diese Ausführungen entgegennehmen. Es dürfte von den Umständen abhängen, ob er darauf er­widert. Sollte das der Fall fein, so wird er, wie man in politischen Kreisen vermutet, darauf Hin­weisen, daß die Notwendigkeit einer ungestörten Durchführung des Wirtschaftsprogramms und die überaus wichtigen Verhandlungen mit dem Aus­land in der Abrüstungsfrage einen Wechsel in der Reichsregierung im gegenwärtigen Augenblick un­möglich machen.

Dann wird am Montag dec Reichstag zusam­mentreten, um die Regierungserklärung entgegen* zunehmen. Die Einzelheiten der Tagung sind in einer gestern stattgefundenen Besprechung zwischen dem Reichstagspräsidenten und dem Kanzler fest­gelegt worden. Die Unterhaltung dauerte etwa eine Stunde. Man kann wohl annehmen, daß fk sich auf die Formalien der Reichstagstagung be­schränkte, zumal die vorgestrige Rede Hitlers be­sonders in dem Teil, der sich gegen den Reichs­präsidenten richtete, tn Kreisen der Wilhelmstraße kaum dazu beigetragen haben dürfte, eine freund­lichere Atmosphäre zu schaffen. Die Aussprache im . Reichstag wird voraussichtlich zwei Tage dauern, so daß die Auflösung also für Mitte der kommen­den Woche erwartet wird. Gestern mittag rechnete man noch mit der Möglichkeit einer erneuten Ver­tagung um etwa eine Woche. Bei den maßgeben­den Parteien des Reichstags herrscht aber jetzt eine Stimmung vor, die die Möglichkeit einer solchen Pause wieder reduziert hat. Sollte danach der heutige Empfang Goerings beim Reichspräsidenten die Aussichtslosigkeit der Bemühungen um einen Regierungswechsel dartun, so werden wahrscheinlich die Parteien keine Vertagung eintreten lassen. Das Schicksal des Reichstags wird sich also voraussicht­lich am Mittwoch oder Donnerstag der kommen­den Woche besiegeln.

Voraussichtlich wird der Reichskanzler unmittel­bar nach Schluß der Debatte vor Beginn der Ab­stimmungen das Auflösungsdekret verlesen.

Abg. Soos Mi* po ttikebs« Lage

Berlin, 8. Sept. Der geschäftsführende Vor­sitzende der deutschen Zent rum spartet, Ab-

: Erklärung

kagspräfidenlen gegenüber dem Reichslags­gemeinsame Besprechung von nationalsozia- er es sich um wirtschaftliche Fragen handelte, men an der Besprechung u. a. von den Ratio- ie Abg. Dr. Stegerwald und Dr. Dessauer irechung wurde eine gemeinsame Verlaut-

vlelmehr in eine schwere Enttäuschung münden werde. Der sozialpolitische Teil der Rot­verordnung, der den ganzen Bestand sozialer Rechte und Einrichtungen in das Ermessen einer Regierung stellt, die nur eine kleine Minderheit in der Volksvertretung und sicher keinen Rückhalt in Arbeitnehmerkreisen besitzt, fand übereinstim­mende Ablehnung. Darüber hinaus klärten die Besprechungen hinsichtlich wirklicher Arbeits. beschaffung Möglichkeiten, für deren Durch­führung auch eine arbeitsfähige vom vertrauen des Volkes getragene Mehrheit des Volks vorhanden ist." lütter Baven

Hindenburg empfing gestern vormittag den r die politische Lage. Ferner empfing der err von Reuralh. Reber den Verlauf der ind dem Reichskanzler, die etwa eine halbe in der gleichen Richtung bewegte wie die Be- lereinffimmung zwischen dem Reichspräsidenten zutage getreten sei. geordneter Joos, sprach heute vor den Ver­tretern der Zentrumspresse zur politischen Lage.

Das Zentrum teilte, so betonte Ler Redner, mit der Reichsregierung die Auffassung, daß gewisse Anzeichen für eine beginnende Besserung der Welt­wirtschaftslage vorhanden seien. Der Konjunktur­antrieb halte nur dann an, wenn eine Beruhigung und F e st i g u n g Ler politischen und st a a t l i ch e n Verhältnisse auf längere Sicht gewährleistet sei. In der augenblicklichen Regierüngskonstellation sei diese politische Stabili­tät nicht gegeben und könne durch sie auch nicht er­reicht werden. Die jetzigen politischen Verhältnisse böten folgende Perspektiven: Gefahr von Staats­streich, Auflösung Ler Parlamente, Neuwahl, mehr­fache Neuwahl. Das Ziel unsrer gegenwärtigen Bemühungen, so betonte Joos weiter, ist Lie Schaf­fung von Möglichkeiten, eine Regierung zu bilden, . die sich auf eine parlamentarische Mehr­heit stützt, Vertrauen im Volk hat und die volle Innehaltung der Verfassung verbürgt. Mit einer solchen Regierung kann der Gedanke eines Ver­trauenskabinetts (sogenannten Präsidial- kabinetts ) durchaus in Einklang ge­bracht werden. Es muß möglich sein, eine Mehr­heit im Reichstag zu finden, die in Selbstdisziplin einer Regierung auch ihres Vertrauens die Mög­lichkeit zu starker politischer Führung und zu ent­scheidenden Entschlüssen gibt. Nach unsrer Ueber­zeugung stehen solche Möglichkeiten, wie ich sie hier andeute, auch heute noch offen. Reine Parteiüberlegungen könnten uns den leichten Weg der' Opposition weisen. Der Gedanke der Mitver­antwortung an Len Geschicken der Nation zwingt uns indes auf den Weg, den wir beschritten haben und pflichtgemäß weiterverfolgen.

venEmaNonakee Bvotest »esen die LtationaUvriairften

Berlin, 8. Sept. Die deutschnationale Reichs­tagsfraktion hielt am Donnerstag nachmittag in Anwesenheit des Parteiführers Dr. Hugenberg eine Sitzung ab, die sich zunächst mit Wirtschafts­fragen beschäftigte. Im Zusammenhang mit dem Wirtschastsprogramm der Negierung wurden An­träge vorbereitet, die insbesondere eine Berücksich­tigung der mittelständischen Wirtschaft und sozial­politischen Forderungen bei den neuen Maßnahmen zum Ziele haben.

In der anschließenden politischen Aus­sprache wurden die Bestrebungen zur Bildung neuer Mittelgruppen besprochen, wobei die Frak­tion zum Ausdruck brachte, daß diese Bestrebungen,

(Fortsetzung auf Seite 2)

LVivtschafis- ankuvbelungen einst und jetzt

Nach den Schrecken des Krieges, der In­flation und Deflation, nach den Verwüstungen einer beispiellosen Weltwirtschaftskrise wird jetzt in Deutschland ein großangelegter Ver­such unternommen, die Produktion wieder an­zukurbeln, neues Blut in die Kanäle der Volks­wirtschaft zu pumpen und dem wiederkehren, den Vertrauen zur eigenen Kraft eine solide Unterlage zu geben. Es ist in solchem Zu­sammenhänge von einem sehr aktuellen Reiz, ähnliche und gleichgelagerte Versuche aus naher und weiterer Vergangenheit heran» zuziehen, all die vielen Wirtschaftsankurbelun­gen in Deutschland der letzten Jahrhunderte und auch im Ausland. Mögen auch die Maß­stäbe nicht genügen, mögen die Versuche aus der Vergangenheit, gemessen an den Riesen­gebilden unserer modernen Wirtschaft, wie Miniaturspielereien erscheinen: es ist auf alle Fälle erhebend und trostreich zu sehen, daß es nie einen Fall ins Bodenlose gegeben hat, daß dem Niedergang und dem Zusammenbruch immer wieder ein Aufstieg folgte.

Am Anfang solcher Vergleiche muß Preu­ßen stehen, denn seine Geschichte zeigt wie kaum eine andere, fortwährenden Fall und Wiederaufstieg. Das ganze Leben des Großen Kurfürsten war dem Wiederaufbau feines aus taufend Wunden blutenden Landes gewidmet, er war einervondeivpreußischen Herrschern, die klar erkannten, daß der Glanz seines Hauses völlig abhängig vom Wohlstand des Landes war. Die ersteplanmäßige" Wiederaufbauaktion sehen wir aber erst beim Soldatenkönig. Sein ganzes Leben lang sitzt dieser Mann über pri­mitiven Tabellen, über Bauplänen und über Rechnungen. Drei Dingen galt seine Sorger der Siedlung, dem Städtebau und der Armee. Auch für moderne Begriffe bleibt feine Neu­besiedlung der Provinz Ostpreußen ein großes Werk. Beinahe 30 000 Menschen schafft er in dieses menschenleere Land, wie ja für ihn Wiederankurbelung völlig mit dem Begriff Kolonisation zusammenfällt.

Noch viel großzügiger war das Wieder­ankurbelungsprogramm Friedrichs des Gro­ßen, als er vom Siebenjährigen Kriege heim­gekehrt war. Er zögert nicht einen Tag, nicht eine Stunde. Seine Sorge reicht bis in den entferntesten Winkel seines Lande. Auch sein Programm ist vorwiegend landwirtschaftlicher Natur. Ueber 200 Moore läßt er trocken legen und das Land verteilen, Dörfer aufbauen, die der Krieg zerstört hat, den unmittelbar Be­troffenen gewährt er Steuerfreiheit und Bei­hilfen, er läßt Forste pflanzen und Wege le­gen, beim Straßenbau allein wird eine kleine Armee von Arbeitenden beschäftigt. Das ge­schieht nicht regellos und durcheinander, die Wiederaufbauaktion des Königs verläuft nach einem festen, genau eingeteilten Plane, nichts wird übersehen, der König entscheidet sogar über belanglose Kleinigkeiten, wie Ziegelver­teilung und Viehverteilung. Als er stirbt, sieht er denselben Silberstreifen am Horizont auf­tauchen, auf den wir jetzt im Jahre 1932 so sehnsüchtig harren. Einer seiner letzten Aus­sprüche istLa montagne est passe, nous irons mieux.

Und dann noch einmal preußischer Wieder­aufbau, 60 Jahre später, nachdem die Armee bei Jena und Auerstädt vernichtet worden und Preußen ein Kleinstaat geworden war. Nicht nur um wirtschaftlichen Wiederaufbau handelte es sich damals, das ganze Staatswesen war von Grund auf neu zu organisieren. Auch hier begannen die Maßnahmen wieder in Ostpreu-

Die heutise Kummer umfaßt 10 Seite«