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HanamMMiser ÖV©e«er<iI'$36i$eiflee fiir^b* ^Kanau Stadt und Land

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat 95 N-Pfg., für den ganzen Monat NM. 1.90 ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10 N-Pfg., HamStag 12 N-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 N-Psg., im NeNameteil von SS mm Breite rr N-pfg. x Ofsertengebühr 50 N-pfg.

Ke. 298

Samstag, de«

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch aus Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplahvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.,Geschäftsstelle: Hammerstr.S / Fernspr. 3958, 395r, 3958

3* September

1932

Die preußische Vevwaltungsvesorm teilte Aemterzerveißuns - DbevpvWde«ts« erhaSts« die V-Umachte« eines StaatS- VommMars Ausbau der Sveeprüßdie« zu ^Reichsoverprüsidie«^ geplant Stärkung der Stellung des preußischen Landrats

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Das Reichskabinett wird heute abschließend über die bevorstehenden wirtschaftlichen Maßnahmen be­raten. Die neue Notverordnung wird verabschiedet und dann dem Reichspräsidenten zur Unterschrift nach Neudeck übermittelt werden. Am Dienstag £wird ihre Veröffentlichung erfolgen.

Der geschäftssiührende Präsident des Reichsland­bundes hat an den Reichspräsidenten ein Tele­gramm gerichtet, in dem er unter Bezugnahme auf die Programmrede des Reichskanzlers in Münster der Befürchtung Ausdruck gibt daß im Wirtschafts­programm der Reichsregierung wirkungsvolle Maß­nahmen zur Rettung der Landwirtschaft, insbeson­dere der Deredelungswirtschaft durch Einfuhrtontin- gentierung sowie durchgreifende Maßnahmen zu wir­kungsvoller Zins- und Lastensenkung fehlen. Ohne Schaffung einer kauffähigen Landwirtschaft müsse, so heißt es in dem Telegramm weiter, das Arbeits­beschaffungsprogramm zum Fehlschlag führen und auch die Osthilfe völlig versacken.

Der Deutsche Katholikentag hat an den Reichs­präsidenten ein Ergebenheitstelegramm gerichtet, auf das der Reichspräsident in einem Danktele­gramm antwortete.

Anstelle des Abgeordneten Wilhelm Kube, der auf sein Mandat verzichtet hat, tritt der Landwirt Erich von dem Bach-Zelewski, Dühringshof, Kreis Landsberg a. d. W. (NSDAP.') in den Reichstag ein. *

Die Ermittlungen zur Aufklärung des kommu­nistischen Feuerllberfalles auf das nationalsoziali­stische Verkehrslokal in Charlottenburg, bei dem ein Nationalsozialist erschossen wurde, haben zur Fest­nahme von insgesamt 18 Personen geführt, die zum Teil Angehörige der KPD. sind. Es ist anzuneh­men, daß sich unter den Festgenommenen sowohl der Schütze, als auch der Rädelsführer befinden.

Aus Neudeck wird gemeldet: Auf der Landstraße zwischen Neudeck und Deutsch-Eylau sind einige Porzellanpuppen an der Telegraphenleitung zer­stört worden. Der Telephon- und Telegraphen­betrieb ist dadurch jedoch nicht behindert worden. Ueber die Täter weiß man noch nichts. Möglicher­weise handelt es sich um einen Dummenjungen­streich. *

Im Haager Außenministerium wurden die vor etwa drei Wochen im Haag geführten deutsch­holländischen Butterzoll-verhandlungen fortgesetzt. Bei dem jetzigen Meinungsaustausch hat sich, wie von holländischer Seite verlautet, herausgestellt, daß eine beide Seiten befriedigende Lösung des Pro­blems möglich erscheint.

Die Fliegerfamilie Hutchinson ist gestern von Hopedale auf Labrador nach Godthaab an der Westküste Grönlands gestartet.

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Die Arbeiter der Hütten der Kattowitzer Aktien­gesellschaft, der Königs-, Bismarck- und Falva- Hütte, insgesamt 8500 Mann, sind in den sogenann­tenitalienischen Streik" getreten, indem sie zwar die Werkstätten aufsuchen, jedoch nicht arbeiten. Sie wollen ihre Arbeitsstellen nicht eher verlassen, bis ihre rückständigen Löhne ausgezahlt worden sind. Auch auf der Myslowitz-Grube ist die Belegschaft von über 1000 Mann aus dem gleichen Grunde in den Streik getreten.

In Leningrad wurde gestern eine internationale , geologische Konferenz zur Erforschung der Quar- tiärlagerungen eröffnet. Zur Teilnahme sind Ge­lehrte u. a. aus Deutschland, Oesterreich, Frankreich, Polen, der Tschechoslowakei, Holland, Norwegen, eingetrossen.

Der mandschurische Außenminister hat gestern der Nankinger Regierung telegraphisch die War­nung des mandschurischen Staates zum Ausdruck gebracht, die Tätigkeit chinesischer irregulärer Trup­pen in der Mandschurei nicht zu unterstützen. Eine gleiche energische Warnung ist an die Adresse Tschanghsüliangs abgegangen.

In Leningrad wurden vier Eifenbahndsamte, die systematisch Diebstähle an Frachtgut ausgeführt hatten, zum Tode verurteilt. Die übrigen 49 Ange­klagten erhielten Freiheitsstrafen von fünf bis zehn Jahren. In Moskau wurden zwei Beamte von Kon­sumgenossenschaften wegen Unterschlagung von 24 000 Rubel zum Tode verurteilt.

Sie Gvimdzüge der Nekorm

Verlin, 3. Sept. Das preußische kommissarische Kabinett hat am Freitag weitgehende Reformmaßnahmen auf dem Gebiete der Verwaltung beschlossen. Sie sind außerordentlich einschneidender Rasur und als Vorläufer der Reichsreform zu werten. Die Verordnung wird wahrscheinlich heute abend der Oeffentlichkeit übergeben werden.

Der Verordnung besteht aus 52 Paragraphen und ist unterteilt in zwei Kapitel, nämlich in das über die Staatsverwaltung und das über die Gemeindeverwaltung. Die Reform- maßnahmen, die mit der Gemeindeverwaltung Zu­sammenhängen, werden nach Maßgabe der noch zu erlassenden Durchführungsbestimmungen in Kraft treten, dagegen wird die Inkraftsetzung des Kapitels Staatsverwaltung bis zum 1. April 1933 hinausgeschoben. In diesem Zusammenhang ist be- merkenswert, daß die in der Presse bereits behan­delte Zusammenlegung von kleineren rheinischen und westfälischen Aemtern in der Verordnung noch nicht enthalten ist, sondern erst im Anschluß an die jetzigen Reformen in Angriff genommen werden soll, so daß ihre Durchführung auch erst nach dem 1. April 1933 in Frage kommt. Grundsätzlich han­delt es sich im wesentlichen bei den heute beschlosse­nen Maßnahmen um folgendes:

QbervviMdent und ResZevunss- pBüftdent

1. wird das Verhältnis der Oberpräsidenten zu den Regierungspräsidenten neu geregelt. Der Ober- präsident bekommt eine Stellung, die etwa einem Staalskommissar entspricht, indem er ein A u s - sichlsrechl über die Arbeit des Regierungs­präsidenten ausübt. Er wird auch in Zukunft all­gemeine Anweisungen geben, wie die Verwaltung geführt werden soll, soll sich aber nicht in die lau­senden Geschäfte einmischen, damit seine Aussichls- slellung als Beauftragter des Staalsministeriums

Ginisuns in VveuSe«?

Gerüchte über die Sukammenretzuns des neuen peenSische« Kabinetts

Berlin, 3. Sept, um die Bildung des neuen preußischen

An Einzelheiten wird mitgeleilt, es fei beab­sichtigt, an die Spitze des Kabinetts als Ministerpräsident eine Persönlichkeit zu nehmen, die nicht aus den Wahlen zum Preußischen Landtag hervorgegangen ist. hierbei werde an Männer gedacht, wie etwa den schon früher genannten Leipziger Oberbürgermeister Gördeler oder Dr. Bracht. Weiter heißt es: Statt der bisherigen sieben Minister soll das Ka­binett in Zukunft nur noch vier Minister haben. Der Ministerpräsident würde etwa zu glei­cher Zeit Finanzminister werden. Ein Rational- s o; i a l i st würde vermutlich das Ministerium des Innern und das des Unterrichts über- nehmen, welches zudem mit dem Justizministerium verbunden werden solle. Dem Zentrum würde, wie es weiter heißt, ein wirtschaftliches Ministerium zu­fallen, in welchem alsdann die Aufgabekreise der Landwirtschaft, des Handels und der volkswohl- fahrl zusammenzufassen wären. Im Zusammen­hang mit dieser Kombination wird der bisherige Wohlfahrtsminister Hirtsiefer genannt.

DasB. T." sagt zu diesen Vermulungen u. a., es falle schwer, zu glauben, daß das Zentrum wirk­lich bereit wäre, einen Pakt zu unterschreiben, der das Ministerium des Innern, also die Verfügung über die Polizei, den Rationalsozialisten überließe, d. h. einem Manne, der praktisch von Hitler be­stimmt würde.

Sie See6»nNnnsen zwilchen Lentemn und «GDAÄ

München, 2. Sept. Das offizielle Organ der Bayrischen V o lksp a rt e i, die Bayrische Volksparteikorrespondenz, schreibt zu der gemein­samen Verlautbarung über die Verhandlungen fahren haben, daß sie wohl nicht zuletzt auf Hitlers

nicht beeinträchtigt wird. Daraus ergibt sich schon, daß das Schwergewicht der allgemeinen Lan­desverwaltung in die Regierungsprä­sidien verlegt wird. Diese Entlastung der Ober­präsidenten hat auch den Sinn, ihnen die Möglich­keit offen zu halten, daß sie nach einer späteren Reichsreform auch alsReichsoberpräsidenlen" fun­gieren können, also aufnahmefähig genug sind, die daraus entstehende Mehrarbeit zu übernehmen. Bei der jetzigen Reuregelung ergibt sich übrigens auch aus der Stellung des Oberpräsidenten von selbst, daß er in der Lage ist, bei Gefahr im Ver­züge die erforderlichen Anordnungen zu treffen.

Landvat und âsrsbehSvden

2. Das Verhältnis des Landrats zu den übrigen Kreisbehörden. Das Prinzip ist hier eine Ver­stärkung der Stellung des Landrates gegenüber den Fachbeamten. So wird j. B. der Kreisfchulrat, der bisher dem Regierungspräsiden­ten untersteht, jetzt eine stärkere Anlehnung an den Landrat erfahren. Zum Schulkapilel ist übrigens von besonderem Interesse, daß der Entwurf in der heutigen Kabinettssitzung dahin abgeändert wurde, daß die Provinzialschulkollegien in das Ober­präsidium eingebaut werden, das in Zukunft die Entscheidungen trifft, so daß also in Zukunft auch die sogenannte Kollegialitätsentscheidung bei dieser Behörde in Wegfall kommt.

In dem sonstigen Teil der Verordnung ist das Slaalsministerium übrigens im wesentlichen dem Entwurf gefolgt, den Dr. Bracht ihm vorgelegt hat.

Wie Berliner Linksblätter wissen wollen, sollen die Verhandlungen Kabinetts bereits nahe vor der Vollendung stehen.

zwischen Zentrum und NSDAP, u. a.: Selbstoer- ständlich genüge für eine politische Zusammenarbeit zweier so verschiedener politischer Richtungen nicht nur die Verständigung über allgemeine politische Ziele, sondern es müsse dazu eine ehrliche Einigung über die einzuschlagenden Wege und auch über die Art der anzuwendenden politischen Methoden kom­men. Es könne sich nicht darum handeln, etwa Koalitionsprogramme im alten Stil aufzustellen. Cm Rückfall in die alten Koaliitensmethoden werde von niemandem mehr begehrt. Es gehe vielmehr um die Frage, im Reichstag eine Front zu bilden, die einer Regierung und vor allem dem Reichspräsiden­ten ein verfassungsmäßiges Regieren ermöglich?. Es handele sich schließlich um nichts anderes, als nun­mehr von feiten des Reichstages her das zu ver­suchen, was dem Reichspräsidenten selbst und der Regierung Papen nicht geglückt sei, als sie einen Umbau der Reichsregierung entsprechend dem Er­gebnis der Wahlen vom 31. Juli versuchten. Es könne nicht der Sinn dieser Bemühungen sein, den Reichspräsidenten in der Ausübung seiner regie- rungÄbildendem Funktionen einzuschränken, und ganz töricht sei es, gar von einer Aktion gegen den Reichspräsidenten zu sprechen. Es sei eine durchaus weise Einrichtung, daß der Reichspräsident, der sein Mandat aus den Händen des Volkes habe, darauf Bedacht nehmen müsse, Regierungen zu berufen, die ebenfalls im Einklang mit dem Volkswillen stün­den. Es sei ein Verhängnis, Derfassungsreformen auf bestimmte Persönlichkeiten zuzuschneiden, die ver­gänglich seien.

Das Organ der bayrischen Regierung, dieBay­rische Staatszeitung" will zu der Verlautbarung er- persönliches Eingreifen zuvückzuführen sei. Er habe sich eingeschaltet und energisch bemüht, die Störungen und Reibungen zu beseitigen, die diese Verhandlun­gen bisher erschwert hätten. Diese Störungen er­gaben sich vor allem daraus, daß verschiedentlich neue Unterhändler der Nationalsozialisten auftraten, von denen nicht genau festzustellen war, wie weit sie bei der Parteileitung autorisiert waren und durch immer neue Bedingungen die Verhandlungen kom­plizierten. .

Die Woche

Es war am Vorabend der letzten Reichs« tagswahl. Den Stimmschein in der Tasche hatte ich meine Ferienreise angetreten. Auf einer sächsischen tschechischen Grenzstation war ich gezwungen, einen mehrstündigen Aufent­halt zu nehmen, während dem ich einem ehe­mals österreichischen, jetzt zur Tschechoslowakei gehörenden Städtchen einen kurzen Besuch ab­stattete. In einem schlichten Gasthaus wurde mein Gruß seitens des Wirtes mit den keines­wegs tschechischen WortenHab die Ehr!" er­widert. Als sich meine Augen an das Halb­dunkel des Gastraumes gewöhnt hatten, er­kannte ich um mich her die Gesichter freund­licher Männer, die behaglich aus ihren Tabaks­pfeifen schmauchten und sich an Zigarren und Bier labten. Sie zeigten bald Lust zu erzäh­len. Alles sprach deutsch und gar bald merkte ich, daß es den Tschechen in den letzten drei­zehn Jahren nicht gelungen war, aus den Deutsch-Oesterreichern Tschechen zu machen. Wir müssen durch die Tschechen viel leiden, aber wir denken und fühlen deutsch", war eine der ersten Auskünfte, die ich bekam. Ich hatte aber auch welche zu geben und als ich mich so ganz beiläufig als Zeitungsmann bekannte, da bekam ich eine Stunde deutsche Wahlpolitik verabreicht. Obwohl hier keine Minister, kein« Wirtschaftsführer, keine Gelehrten und keine Künstler sprachen, sondern schlichte Handwerker und Ackerbürger ihrem deutschen Herzen Lust machten, werde ich diese Stunde, ausgefüllt mit Selbstverständlichkeiten, die im Deutschen Reiche selbst so gar keine Beachtung finden, zeitlebens nicht vergessen.Deutschland wird niemals seiner drückenden Lasten und zer­mürbenden Sorgen ledig, wenn an zwanzig Parteien, die sich bürgerlich nennen, für zum Teil sehr kleinliche Interessen gegeneinander zu Felde ziehen." Es dürfe überhaupt nur eine Wahlparole in Zeiten wie diesen geben mußte ich mir in der Tschechoslowakei von Deutschen sagen lassen, die im Kampfe um ihr Deutsch­tum stehen und Tag für Tag dafür ihren Zoll an Unannehmlichkeiten bis zu den schwersten persönlichen und wirtschaftlichen Schädigungen zu zahlen haben, nur die Parole: Seid einig und seid Deutsche!" Ob es jemals dringlicher gewesen sei, das Trennende beiseite zu stellen und sich im Ringen für Deutschlands Freiheit, für den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft, für die Erhaltung deutschen Lebens, deutschen Geistes zusammenzufinden? Und so ging es fort. Eine ganze Stunde lang hörte ich Selbstverständlichkeiten, die es wert gewesen wären, in den Ohren aller Deutschen wider­zuklingen.

Weshalb diese Episode heute, fünf Wochen nach der Wahl, geschildert wird? Sehr einfach: Weil die phrasenärmste und inhaltreichste Parole jener deutschenMuß-Tschechen":Seid einig und seid Deutsche!" nicht oft genug ver­breitet werden kann. Und sie hat heute beson­dere Bedeutung, da zwischen Regierung und Parlament, sowohl in Preußen wie im Reich ein Konflikt ausgebrochen ist, der sehr bedenk­liche Folgen zeitigen kann.

Die Ereignisse der abgelaufenen Woche haben mit einem Schlage die ungeheure Ge­fährlichkeit unserer innenpolitischen, damit aber zugleich unserer ganzen nationalen Situation grell beleuchtet. Reichskanzler v. Papen hat am Sonntag in Münster eine Programmrede ge­halten, von der er sich einen wichtigen Erfolg versprochen hatte, nämlich den, daß die Par­teien, deren ganze Einmütigkeit sich bis dahin in der Ablehnung des Kabinetts Papen er­schöpft hatte, durch diese Rede veranlaßt wer­den sollten, aus der reinen Negation heraus-

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