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Kroßere Anzahl von weiblichen Individuen be­gatten, wird natürlich in der praktischen Zucht der Hauptwert auf die Ankörung der männ- lichm Tiere gelegt, da diele die erwünschten Eigenschaften auf die Nachkommenschaft einer größeren Anzahl weiblicher Tiere vererben sollen.

Jeder Staat hat ein großes Interesse an der Verbesserung seiner Viehbestände; infolge­dessen bestehen heute in vielen Ländern Ge­setze, nach denen die männlichen Tiere der in Vielehe lebenden Nutzvieharten, soweit die­selben zur Zucht benutzt werden sollen, dem amtlichen Körzwang unterliegen. Für die der Körung unterliegenden Tierarten sind demzu­folge besondere Körordnungen geschaffen worden. Solche Körordnungen bestehen für Hengste, Bullen, Ziegen- und Schafböcke und Eber. Leider fehlt heute in Deutschland noch vielfach die Einheitlichkeit der Körbestimmungen für das ganze Reich. Zum Beispiel unterliegen in einem Bundesstaat Ziegenböcke der Körung, im anderen wieder nicht. Neben dem Staate haben fast alle bedeutenden privaten Tier­züchter-Organisation heutigen Tages für die Zuchttiere ihrer Mitglieder den Körzwang ganz oder teilweise durchgeführt.

Es wivd für manchen Leser interessant sein, zu erfahren, daß neben den oben aufgeführten Großtieren auch für Hunde und Kleinvieh Kör- ovdnungen seitens der Züchterverbände er­lassen worden sind.

Ein Beispiel für die eminente Bedeutung der Körung sei hier gestattet: seit Dezember 1920 besteht in Preußen Körzwang für Ziegen­

Allerlei Neues aus Feld und Garten, Stall und Hof, Haus und Keller, Küche und Blumenzimmer

Anbau von Feldsalat. In gutem Zustands sich befindendes Ackerland und Gartenbeete, die bereits abgeerntet sind, können beide gleich gut zum Anbau von Feldsalat herangezogen werden. Das Land wird mit Stallmist ge­düngt und gut gepflügt bzw. umgegraben; Saatzeit August bis spätestens Ende Sep­tember. An Sorten haben sich bewährt: der gelbe italienische, der dunkelgrüne gefüllte und der zweiblättrige holländische. Der Samen wird sehr dünn, entweder breitwürfig oder aber in Reihen ausgesät und wird entweder gar nicht oder nur ganz leicht untergebracht. Schon nach geringem Regen gehen die Samen auf und schlagen Würzelchen. Feldsalat findet in dem 'darauffolgenden Frühjahr immer gute Abnehmer, wird natürlich um so höher bezahlt, je früher er auf dem Markte angeboten wivd. Neben bereits erwähnter Stallmistdüngung emp­fiehlt sich deshalb eine geringe Stickstoffgabe, teils im Herbst, teils im zeitigen Frühjahr, wodurch bas Wachstum stark angeregt wird. Bewährt hat sich auch ein Ueberdecken ber Beete mit Laub oder Stroh, welches den Boden warm hält unZ> das Wachstum selbst im Winter anregt. Dr. Li.

Arbeitskalender für den Gartenfreund.

Wenn im August der Ziergarten auch noch in Blüte ist, so ist doch die Zeit ge= kommen, schon an das nächste Fahr zu denken. Stiefmütterchen, Vergißmeinnicht, auch Malven und Primeln werden jetzt zur Aussaat ge­bracht. Zwiebeln von Lilien, Narzissen und Schneeglöckchen kommen bald auf die Beete. Die FrühjXhrsstauden können geteilt und neu aufgcpflanzt werden, auch ist es Zeit, zum Pflanzen von Nadelhölzern. Wer sich wilde Rosenstämmchen aufgepflanzt hat, der setze jetzt die Edelaugen ein. Von Fuchsien und Pelar­gonien werden zu Anfang des Monats Steck­linge geschnitten, die, als junge Pflänzchen über­wintert, den Bestand an alten Pflanzen im nächsten Jahr ergänzen.

Der Gemüsegarten steht im Zeichen der Ernte, wobei auch rechtzeitig an das Ein­kochen zu denken ist. Aber Hacken und Gießen ist im Garten noch nicht zu vergessen; der späte Kohl und auch der Spargel vertragen jetzt noch eine Iauchedüngung. Weitere wichtige Arbeiten sind das Ausbrechen der Seitentriebe von To­maten, Abschneiden der Blüten von Schwarz­

böcke. Auf Grâ8 dieses Körzwanges dürfen seit 1921 in Brandenburg nur weiße, horn­lose, kurzhaarige Ziegenböcke, im Typ der Deutschen Edelziege zum Decken von Ziegen Verwendung finden.

Im Körbezirk Groß-Berlin II ergab die Zählung der Ziegen 1921 etwa 90 v. H. bunte Ziegen verschiedener Rassen und nur 10 v. H. weiße Ziegen; 1925 16 v. H. bunte Ziegen verschiedener Rassen, dagegen 84 v. H. weiße Ziegen, 1926 10 v. H. bunte Ziegen ver­schiedener Rassen und bereits 90 v. H. weiße Ziegen.

Aehnliche Erfolge wie sie hier (in bezug auf die einheitliche Färbung erzielt wurden, sind auch bezüglich der Verbesserung der Körperform und 'ber Leistung zu erreichen und auch erreicht worden.

Bildet somit bei in Vielehe lebenden Tier­arten die Körung der männlichen Tiere das wichtigste Moment, so wird auch weiterhin, be­sonders durch die privaten Züchterorgani­sationen hoher Wert auf Ankörung weiblicher Tiere gelegt.

Nicht gleich notwendig ist die Körung der männlichen Tiere bei den in Einehe leibenden Tierarten; denn ein schlechter Hahn kann die guten Eigenschaften eines ganzen Hühnerhofes verderben, ein schlechter Täuber wird in der Regel nur die Nachkommenschaft einer einzigen Täubin wertlos machen. Nichtsdestoweniger ist auch bei den in Einehe lebenden Löbewesen eine sachgemäße Auswahl der zur Weilerzucht bestimmten Individuen durchaus wünschenswert.

wurzeln, das Bepflanzen von neuen Erdbeer- beeten und eine weitere Aussaat von Spinat für die Ernte im späten Herbst.

An den Spalieren im Obstgarten wird im August der Grünschnitt vorgenommen, soweit das Pinzieren nicht ausreichte. Der Wein ist weiter zu entgeizen, d. h. alle Nebentriebe werden auf ein Auge eingekürzt. Dabei kann man Blätter über den Trauben beiseite biegen oder abschneiden. Das Fallobst wird auf­gelesen, aber kranke Früchte werfe man nicht auf den Kompost. Im übrigen ist weiter aus Schädlinge zu achten, vornehmlich Blattläuse richten jetzt an Pfirsichen und Pflaumen Schaden an und sind notfalls durch Ab­schneiden der Triebe zu entfernen. Schsd.

Lämmermast. Bei der Schafhaltung mästet man heute junge, wachsende Lämmer und gibt sie im Alter von 3 bis 5 Monaten als hoch­wertige Mastware an den Schlachter. Die schnellwachsenden jungen Lämmer haben nur einen geringen Erhaltungsbedarf und verwerten das ihnen verabreichte Futter gut. Die jungen Lämmer werden im Stall gemästet und bet treten nicht die Weide. Die Mast der Lämmer wird nur dann teuer, wenn ihre Mutterschafe auch im Stall gefüttert werden. Es ist des­halb zweckmäßig, daß wenige Tage nach dem Äblammen die Mutterschafe tagsüber wieder mit auf Weide gehen und abends die Nacht über und morgens bis zum Austreiben bei ihren Lämmern bleiben. Die Lämmer erhalten dann die wertvolle Muttermilch und daneben im Stall das übliche Mastfutter. Die Mutter­schafe erhalten keinerlei Zufutter im Stall, die frische junge Weide muß genügend Nährstoffe liefern. Wenn es möglich ist, auch tagsüber zum Stall zurückkehren und die Lämmer eine halbe Stunde zu ihren Müttern zu lassen, so ist diese Maßnahme zu empfehlen. Wenn es nicht möglich ist, muß es auch anders gehen. Dr. £.

Ungezieferbekämpfung im Hühnerstall. In der heißen Jahreszeit ist besonderes Augenmerk auf das Ungeziefer zu legen. Die Federlinge, schmale, längliche, hellgraue, rasch laufende Tierchen, sind dabei scharf von den runden, roten Blutmilben zu unterscheiden, bei deren Zerdrücken rote Streifen von Blut zurück­bleiben. Erstere sind, solange sie nicht in größeren Mengen auftreten, ungefährlich und brauchen, solange sie vereinzelt sind, nicht be­

sonders bekämpft zu werden. Sie leben an­dauernd auf dem Huhn und ernähren sich dort von den feinen Hornschuppen, die von der Haut abgestoßen werden und von den Federn, wobei sie jedoch die Feldern nicht so weit zerfressen, daß das Huhn kahl wird. Sie legen ihre Eier als weiße, kalkartig aus­sehende Massen um die Kiele der Federn, die um den After stehen. Ein Bestreuen Iber Tiere mit Insektenpulver um die Kloake, am Bauch und unter den Flügeln und ein Be­streichen der mit Eiern besetzten Kiele mit Oel bekämpft sie vorteilhaft. Auch ein Staub- badkasten, der neben Sand Staubkalk und Tabakstaub enthält, sollte im Hühnerstall nicht fehlen. Schlimmer in ihrer Wirkung sind die roten Blutmilbcn; sie sind ausgesprochene Schädlinge des Hühnerstalles. Man findet sie, wenn man im Sommer die Auflagestelten der Sitzstangen und Ritzen der Stangen und Mauern nachsieht. Auch in den Nestern halten sie sich gern auf. Nachts befallen sie die schlafenden Hühner und saugen Blut. Sie werden bekämpft durch Sauberkeit, Kalken der Ställe und Streichen der Sitzstangenenden, Nester und anderer Schlupfwinkel mit Karbolineum. Alb.

Kampf den Speicherschädlingen! Ueber das Auftreten von Speicherschädlingen, zu denen der Kornkäfer (Calandra granaria) und der Korn wurm (Tinia granella L.) gehören, wird in den letzten Jahren viel geklagt. Die Ver­nichtung dieser Schädlinge ist zwar an sich ziemlich einfach, bedarf aber dennoch genauer Sorgfalt, um nicht halbe Arbeit zu leisten. Das Auslegen von Schaffellen und Sackleinen, wohin sich die Tiere verkriechen und dann im Herbst verpuppen, hat nicht immer den ge­wünschten Erfolg. Auch das Aufstellen von Lichtern aus den Speichern, denen der Korw- wurm gern zufliegt (als geflügelte Motte), ist sehr umständlich und bedeutet nur halbe Arbeit. Am zweckdienlichsten ist die Be­kämpfung vor der Ernte, d. h. also zu einer Zeit, wo der Speicher möglichst leer ist. Der Boden, besonders aber die Ritzen, werden mit einer kräftigen Seifenlauge (grüne Schmier­seife mit Soda) behandelt, Ritzen und Fugen geteert und dann mit Kalkmilch, welcher etwas Anilinöl beigemischt wurde (Vorsicht, Gift!), bespritzt. Der Speicher wird dann nach außen hin gut abgedichtet und vergast. Dieses geschieht durch Aufstellen von Schwefelkohlenstoff (50 § auf 1 ebm Luftraum) in flachen »Schalen. Diese Flüssigkeit verdunstet sehr rasch und tötet alle Lebewesen ab. Die Räume müssen alsdann 8 bis 10 Stunden gelüftet werden. Wird man aber das Auftreten dieser Schäd­linge erst gewahr, wenn die Speicher mehr oder weniger gefüllt sind, so läßt man die Körner erst über die Windfege laufen, wobei die Tiere ausgesiebt und dann durch Hinein­werfen in heißes Wasser vernichtet werden. Alsdann wird das Getreide auf spitze Haufen gebracht, mit Säcken gut verdeckt und dann mit Schwefelkohlenstoff (50 g auf ein Zentner Getreide) 'behandelt. Die entstehenden Gase, die schwerer als die Luft sind, sinken nach unten und vernichten die Tiere. Nach 8 bis 12 Stunden werden die Säcke oder Pläne vor­sichtig entfernt, die Haufen auseinander ge­breitet und durch späterhin öfteres Umschaufeln gründlich gelüftet, damit keine Keimschädi­gungen entstehen. Schwefelkohlenstoff ist als Flüssigkeit und Gas ähnlich wie Benzin außer­ordentlich feuergefährlich. Dr. Li.

Ein weiteres kostenloses Verfahren zum raschen Trocknen von Aepfeln und Birnen. Mit Abbildung. In diesem Blatt ist früher bereits mehrmals das Trocknen von Aepfeln und Birnen durch Aufziehen der dünnen Obst­scheiben auf 2,5 Millimeter starken, nicht ver­zinkten Eisendraht besprochen worden. Bei einem verzinkten Draht würde sich der Zink­überzug in der Fruchtsäure auflösen und so mit dem Obst genossen werden, was keines­wegs der Gesundheit dienlich ist. Gleich schäd­lich ist Kupferdraht. Bei Eisendraht ist eine Beeinträchtigung der Gesundheit durch die ge­ringen Mengen von fruchtsaurem Eisen nicht zu befürchten. In den oben genannten Auf­sätzen war empfohlen, die etwa 65 Zentimeter

langen Stäbe an dem einen Ende zuzuspltzen und am anderen Ende zwecks Aufhängens leicht umzubiegen und sie dann um den warmem Ofen oder über dem Herd zum Trocknen aufzuhängen. Nun wird im Herbst, wenn dann schon Obst getrocknet werden soll, bei wärmerem Wetter der Ofen noch nicht geheizt, auch wird nach dem oben geschilderten Ver­fahren die tzerdwärme oft nicht genügend aus» genützt, wenn die Stäbe zu hoch über der Herd­fläche hängen. Da hat sich nun ein anderes, höchst einfaches Verfahren (vgl. Abbildung)

Trockengestell für Äpfel und Birnen­scheiben auf der Herdplatte

bei mir ausgezeichnet bewährt, weit hierbei die Herdwärme nach Möglichkeit zum Trocknen ausgenutzt wird. Man nimmt etwa 30 Zenti­meter lange und 4 bis 5 Zentimeter starke Hölzer und schlägt auf die eine Seite der Unterseite (siehe Abb.) vier 8 Zentimeter lange Nägel schräg ein. Das kleine Trockent- gestell ist damit fix und fertig. Diese kleinen Gestelle stellt man auf die heiße Herdplatte und legt auf sie die mit Obstscheiben beschick­ten Stäbe waagerecht auf. Ein Anbrennen bes Obstes oder ein Verbrennen des Holzes ist nicht zu befürchten, wohl aber trocknet bei dem geringen Abstand zwischen Herdplatte! und Obst dieses rasch. Jedenfalls schneller, als wenn es in weit größerer Entfernung über dem Herd aufgehüngt worden ist. Dr. Weiß.

Suppe aus Zuckerrüben. Hierzu schabt man zwölf Rüben und schneidet sie in etwa 5 bis 7 cm lange Stücke. Man kocht die Rüben dann einige Minuten in Wasser und tut dann zwei Liter gute Brühe hinzu. Vier Eigelb werden mit etwas Wasser in der Suppenschüssel gerührt und unter starkem Rühren wird dann die Suppe hinzugesetzt. Hierzu kann man ge­röstetes Brot reichen. Die Suppe reicht für sechs Personen. Frau K. R.-G.

Blumenkohl mit weißer Soße. Gericht für vier Personen. Zutaten: Ein Kopf Blumen­kohl, 2 Liter Wasser, 2 Eßlöffel Salz, iy2 Eß­löffel Butter, 2 Eßlöffel Mehl, % Liter Milch, V? Liter Blumenkohlwasser, eine Prise Zucker und Salz, eine Prise Muskat, einige Tropfen Maggi's Würze. Zubereitung: Der Blumenkohl wird geputzt und kurze Zeit in Essigwasser (1 Liter Wasser, 1 Eßlöffel Essig) gelegt, damit Raupen und Würmer aus dem Kohl herauskommen. Dann bringt man den Kohl in kochendes Salzwasser und kocht ihn in 15 bis 20 Minuten gar, nimmt ihn vorsicht'g mit dem Schaumlöffel heraus, richtet ihn auf einer flachen, runden Schüssel an und übergießt ihn mit der weißen Soße. Zu dieser macht man aus Butter und Mehl eine helle Mehlschwitze, füllt mit Blumenkohlwasser uitb heißer Milch auf, schmeckt sie mit Salz, Maggi's Würze, Zucker und Muskat ab und rührt zuletzt ein Eigelb an. Die Soße, die recht dick sein muß, wird über den angerichteten Blumenkohl ge­gossen. E. K.

Käfefchnecken. 100 g Butter zu Sahne rühren, dazu 120 g Parmesankäse, 130 § Mehl, drei Eigelb, Salz, etwas Paprika, ein halbes Backpulver, 50 g geriebene süße Mandeln. Seh, gut alles verkneten. Nach einer Stunde wird der Teig nicht zu dünn ausgerollt, mit Ei bestrichen, mit geriebenem Käse bestreut und fest zu einer Wurst zusammengerollt. Hiervon schneidet man y2 cm dicke Scheiben und bäck! diese aus einem gefetteten Blech im heißen Ofen. Frau E. S.

Frage und Antwort Sin Natgeber für jedermann

Bedingungen für die Beantwortung von Anfragen: Der weitaus größte Teil der Fragen wird schrift­lich beantwortet, da ein Abdruck aller Antworten räumlich unmöglich ist. Deshalb muß ;ede Anfrage die genaue Adresse des Fragestellers enthalten. Anonyme Fragen werden grundsätzlich nicht beantwortet. Außerdem ist jeder Frage ein Ausweis, daß Fragesteller Bezieher unseres Blattes ist, sowie als Portoersatz der Betrag von 50 Rpf. beizufugen. Für jede weitere Frage, auch oesselben Fragestellers, sind gleichfalls 50 Rpf. mitzusenden. Anfragen, denen zu wenig Porto beigesugt ist, werden zuruckgeleg» und erst beantwortet, wenn der volle Portoersatz erstattet wird. 3m Briefkasten werden nur rein landwirt­schaftliche und unmittelbar einschlägige Fragen behandelt; in Rechtsfragen oder in Angelegenheiten, die sich nicht dem Rahmen unseres Blattes anpassen, kann Auskunft keinesfalls erteilt werden. Unsere Ratschlage geschehen ohne jede Verbindlichkeit. Die Schriftleitung

Frage: Scheidenkatarrh bei einer Zuchtsau. Die Erkrankung erfolgte nach Feststellung des Tierarztes vor einem guten Jahr. Die Behand­lung erfolgte damals mit Chininsol bzw. Blei­zucker. Der Erfolg war jedoch nur vorüber­gehend, denn es zeigt sich jetzt wieder, nur mit dem Unterschied, daß eine weitere . Zuchtsau ebenfalls von dem Leiden befallen ist. Gibt es neben der obengenannten Behandlungsweise noch weitere und bessere, oder ist es ratsam, die Tiere aus der Zucht zu entfernen? 3. in K.

Antwort: Zur Behebung des Scheiden­katarrhs bei den Sauen wird die Anwendung derDacillol-Vaginal-Patronen empfohlen. Eine Ausmerzung der Sauen ist nicht erforderlich, da Aussichten auf Heilung bestehen. Gleich­zeitig ist für regelmäßige gründliche Reinigung und Desinfektion des Stalles und der Gerät- jchaften Sorge zu tragen. Lk.

Frage: Sauerkartoffeln an Zuchtsauen. Zur Fütterung meiner Sauen steht mir Klee oder Luzerne nicht zur Verfügung, wohl aber Sauerkartoffeln und Flocken im Verhält­nis 2 :1. Um die Tiere bis zur neuen Ernte durchzufüttern, muß ich auch die Sauer­kartoffeln verwenden. Bis zu welchen Mengen kann man Sauerkartoffeln an tragende und säugende Sauen verfüttern, ohne Schaden an­zurichten? E. G. in H.

Antwort: Sauerkartoffeln und , Kar- toffelflocken sind ausgesprochene Mastfutter- mittel und eignen sich nur wenig als Grund­futter für Zuchtschweine. Für diese bildet im Sommer Weidegang auf jungen Grasflächen

die Grundlage der Ernährung. Neben den zahlreichen züchterischen Vorteilen bringt die Weide-Ernährung eine starke Entlastung des Futtermittels- und Arbeitskontos. Ist Werde­gang nicht möglich, so sollte doch in jedem Zucht-betriebe irgendwelches Grünfutter in ge­nügendem Maße zur Verfügung stehen. Es braucht nicht unbedingt Rotklee und Luzerne zu sein, sondern kann aus jungem Gras, Wick­futtergemenge, Komfrey und ähnlichem be­stehen. Sollen trotzdem Sauerkartoffeln an tragende und säugende Sauen verfüttert werden, darf die gereichte Menge mit reich-, lich Spreu oder Grünfutterhäcksel vermengt 6 bis 8 kg je Tier und Tag nicht überschreiten, sofern die Konserve von einwandfreier Be­schaffenheit ist. Dabei ist für genügende Be­wegung der Sauen zu sorgen, weil sonst durch Verfettung der Organe schlechte Fruchtbarkeit und geringe Milchleistung unmittelbare Folge­erscheinungen sein werden. Kartoffelflocken er­höhen die Futterkosten unnötig und sind besser zur Schnellmast zu verwenden. Nach Lehmann entsprechen 100 kg Kartoffelflocken 375 kg Sauerkartoffeln. Hg.

Frage: Wassersucht beim Hunde. Vier­jähriger Hund leidet seit einiger Zeit vermutlich an Wassersucht. Er hat einen dicken Leib, frißt wenig und säuft viel. Trotzdem bemerke ich kaum, daß er Wasser läßt. Was kann ich da­gegen tun? E. K. in N.

Antwort: Bei Ihrem Hunde liegt aller­dings Bauchwassersucht vor. Die Prognose ist meist ungünstig zu stellen. Die Bauchflüssigkeit

entferne man durch Abführmittel und harn­treibende Medikamente. Schneller entfernt man die Flüssigkeit durch die Punktion des Bauches, die vom Tierarzt vorgenommen werden muß. Leider ist der Erfolg kein dauernder, da die Flüssigkeit sich bald wieder ersetzt. Als Haus­mittel kommen Abkochungen von Petersilien- samen und Wacholderbeeren, die statt des Trink­wassers zu reichen sind, in Betracht. Das Futter sei vorwiegend trocken und eiweißreich (Fleisch, Brot, Hülsenfrüchte, Eier). Vet.

Frage: Lilien leiden unter einer Pilz- krankheit. Einige Lilien kranken schon an dieser Krankheit seit einigen Jahren, sowie sich der Blütenschaft gebildet hat. Die unteren Blätter werden dann erst fleckig, danach gelb, und bald sind alle Blätter krank, verlieren die Farbe und vertrocknen. Einige Blätter habe ich zur Untersuchung eingesandt. Die Stiele der Lilien platzen am unteren Teile auf und ver­faulen teilweise. Wie kann ich diese Krankheft bekämpfen? E. K. in T.

Antwort: Die eingesandten Blätter waren von dem PilzeAscochyta iridis befallen. Zwecks Bekämpfung dieser Krankheit schneiden Sie alle befallenen Blatteile ab und ver­brennen diese. Danach spritzen Sie die Pflanzen mit einprozentiger Kupferkalkbrllhe; diese Spritzungen sind in Abständen von etwa vier­zehn Tagen bis in den Spätsommer hinein zu wiederholen. Im nächsten Jahre beginnen Sie mit" den Svritzungen schon im Frühjahr. Außer einer weiten Pflanzung sind die Lilien je Quadratmeter mit 60 g Thomasmehl und 30 bis 40 g 40prozentigem Kalisalz im Herbst zu düngen, im Frühjahr noch mit 20 g schwefel­saurem Ammoniak. Bei sandigem Boden muß außerdem noch verrotteter Dünger unter­gegraben werden. Rz.

Frage: Zimmerlinde gedeiht nicht. Ist die Zimmerlinde von Parasiten oder Schimmel­pilzen befallen oder leidet sie an einer Krank­heit? Wie Sie aus den eingesandten Blättern ersehen werden, erhalten dieselben gelbe Flecke,

welche sich nach und nach auf das ganze Matt ausdehnen, worauf das Blatt abfällt. Die Zimmerlinde ist etwa 2 m hoch, der Kübel hat einen Durchmesser von 26 cm und eine Höhe von etwa 40 cm. Die Erde besteht aus Moor­erde und Gartenerde. H. S. in S.

Antwort: Die Blätter waren von einer parasitären Krankheit nicht befallen; dieselben zeigten die Symptome des Sonnenbrandes und unterernährter Pflanzen. Stellen Sie die Pflanze so, daß sie nicht zu dicht am Glase steht, denn dieses hat oft Blasen und wirkt wie ein Brcnnglas. Am besten ist der Stand im Sommer im Freien halbschattig. Als Dün­gung geben Sie jetzt in Wasser gelösten Kuh­dünger, ist dieser nicht vorhanden, so wöchent­lich einen Guß von im Handel befindlichen Topfdünger im Verhältnis von 1:1000. Sm Früyjahr pflanzen Sie die Pflanze um, in einer Erdmischung von 1/3 Lauberde, 1/3 Düngererde und 1/3 Komposterde mit Sand vermischt. Rz.

Frage: Bekämpfung des Moderkäfers. Die südliche Seite unseres Hauses ist voll von Käfern; zum Teil bringen diese schon in die Wohnung ein. Ich lasse Ihnen zur Begutach­tung einige zugehen. Um was für Käfer han­delt es sich? O. C. in F.

Antwort: Die eingesandten Käfer finib sogenannte Moderkäfer und gehören der Art Lathridius minutus an. Sie und ihre winzigen Larven ernähren sich in der Hauptsache von Schimmelpilzen. Man findet sie deshalb oft in großer Menge in schimmelnden, feuchten Heu- und Strohlagern, an faulenden Bretter­stapeln, schimmelnden Wänden und verdorbenen, aus Getreide hergestellten Lebensmitteln. Wegen der Massenhaftigkeit ihres Auftretens werden die an sich harmlosen Käferchen manchmal zu rechten Wohnungsplagen. Ihre Bekämpfung geschieht nur dadurch gründlich, daß man ihre Brutstätte ausfindig macht und sie beseitigt, d. h. also feuchte, schimmelnde Wände durch Heizung und Lüftung trocknet, schimmelnde Vegetabilien aller Art aus der Nähe der Wohnung entfernt. Dr. 2.